Transcription of Schriftliche Bildanalyse am Beispiel STILLLEBEN
1 KUNSTS. 47 Schriftliche Bildanalyse am Beispiel STILLLEBENA ngaben zum Bild (soweit bekannt):Titel, K nstler oder Schule, Jahr der Entstehung, Technik, Gr e, StandortBildinhalteWas wird uns mitgeteilt ber die dargestellten Lebewesen, Dinge, den Raum bzw. die Umgebung?Ziel: berblick ber das Ganze geben, die Gegenst nde charakterisieren, ihre Beziehung zueinan-der und die Raumsituation beschreiben. Wie gro ist der gezeigte Bildausschnitt? Menge der Dinge? Sind die Dinge nat rlich, bearbei-tet, vom Menschen hergestellt, in welchem (Gebrauchs-)Zustand befinden sie sich? Spielt die lebendige Natur eine Rolle?Sinnvolle Adjektive charakterisieren die Dinge: ( : ein bauchiges R merglas, eine reichhaltig verzierte Silberschale). Auch wertende Bezeich-nungen wie kostbar, exotisch, selten, ppig usw. k nnen schon einflie en. Wie sind die Dinge zueinander in Beziehung gesetzt und welchen Eindruck erzeugt ihre Anordnung?
2 Die Analyse sollte pr gnant, in gut gegliederter Form beginnen, gliedern nach Auff lligkeit und Bedeutung der Bildgegenst nde, oder nach Vorder-, Mittel-, Hintergrund, rechts, )GestaltungsmittelIn welcher Form ist der Inhalt dargestellt, was vermitteln uns die Gestaltungsmerkmale, die bildneri-schen Mittel im einzelnen und in ihrem Zusammenwirken? Ziel: Das Arrangement des Bildes in Einzelheiten und Zusammenh ngen beschreiben. Dazu geh ren Fragen nach Bildaufbau, Komposition, Formen und Richtungen, Blickf hrung, lineare oder fl chige Darstellung, zeichnerische oder malerische Auffassung, Besonderheiten im Einsatz der Zeichen- oder Maltechnik, Farben bzw. farbige Gesamtanlage, Gr en- und Mengenbeziehungen, Proportionen, Betrachterposition, Raumkonzeption, Beleuchtung, Lichtf hrung,Farbigkeit und Licht Ziel: Einsatz und Verteilung von Farbigkeit und Licht im Bild beschreiben.
3 Welche farbige Gesamtkonzeption herrscht vor (monochrom, valeuristisch (tonwertig) oder koloristisch)? Sind die Gegenst nde und der Raum gleichm ig beleuchtet und durchgezeichnet, oder wer-den durch Helligkeiten bestimmte Elemente aus dem Dunkel hervorgehoben? Werden Gegenst nde durch Farbtonkontraste betont? Farbverteilung, F rb- und Lichtstimmung Farbkonzept (Gegenstands-, Erscheinungs-, Ausdrucks-, Symbol- oder autonome Farbe) Lichtqualit ten wie : Richtung, gerichtet oder diffus, real, k nstlich , Art der Licht-Schatten-beziehung, harte oder weiche berg nge, Bedeutung von Schlagschatten)Technik und MalweiseZiel: Nutzung von Techniken und Malweise und deren bessondere Ausf hrung im Bild bestimmen. Art und Einsatz des Malmaterials: Fein- oder -Grobmalerei (gespachtelt), lasierend - deckend, konturbetont - fleckhaft, linear - malerisch usw.
4 Werden je nach Auspr gung im Zusammen-hang mit dem Illusionismus der Malweise, Farbgebung oder als eigenst ndiges Ausdrucksmittel bei StilllebenWie ist das Verh ltnis des Dargestellten zur sichtbaren Wirklichkeit? Erzeugen die Bildmittel eine Illusion von Wirklichkeit oder zerst ren sie diese - Raum, Proporti-onen, Lichtsituation, Plastizit t, Stofflichkeit, Beleuchtung?Gibt es bewusst gesetzte Trompe l`oeil-Effekte ? Die feinmalerische Raffinesse vieler STILLLEBEN erfordert eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Wiedergabe der Dinge, der Materialien und Oberfl chenbeschaffenheiten, der Licht- und Schattengebung, Reflexen, Spiegelungen KUNSTS. 48 Sind die Gegenst nde eher hintereinander oder bereinander aufgebaut? Obwohl in der Regel vorwiegend Nahraum gezeigt wird, spielen die Raumkonzeption, der Standpunkt des Betrachters, die Lage der Bildebene, vorhandene oder fehlende berdeckungen und Raumdiagonalen eine wichtige Rolle f r die Ordnungsprinzip herrscht vor?
5 Welches Kompositionsprinzip wird erkennbar, ist die Bildwirkung eher statisch oder bewegt, ausgeglichen oder spannungsgeladen Kompositionsprinzip ist dominierend? Die Richtungen und ihre Beziehungen, gedachte und sichtbare Linienf hrungen, Verteilung der Gegenst nde, das Verh ltnis von Figur und Grund: Lockerung und Verdichtung, Gr enbezie-hungen und Kontraste, Verh ltnis kleinteiliger gegen gro fl chige Zonen, Formbeziehungen (Wiederholung, Variation) und Formkontraste, Symmetrie oder Asymmetrie usw. Wie werden durch H he, Gr e (und Farbe ) Akzente gesetzt, Kompositionsprinzipien ver-folgt ( Dreiecks- oder Diagonalkomposition, rhythmischer Wechsel usw.)? Finden sich auffallend viele senkrechte und waagerechte Linien, die zusammen ein Ger st (Raster) bilden, kann man von einem in sich gefestigten, statischen Bildgef ge sprechen (Wir-kung : Ruhe, Ausgewogenheit).
6 Dominieren Diagonalen oder Schr gen, gebogene bzw. geschwungene, kreisende Linien, gibt es h ufigen Richtungswechsel, wird die Bildanlage eher als etwas Dynamisches empfunden (Assoziation: Bewegung).Interpretation der vorhandenen ErkenntnisseZiel: Die nur theoretisch isolierbaren Elemente werden nun in ihrem gegenseitigen Bedingungs- und Verweisungszusammenhang vorgestellt, die Einheit des Werkes wird deutlich gemacht. Welche Bildwirkung wird erzeugt? Wie fasst der K nstler seinen Bildgegenstand auf ? Was m chte er dem Betrachter vermitteln? Auf welcher Ebene m chte er den Betrachter ansprechen? Welche Assoziationen werden erzeugt? Beispiel : sthetische Freude am Nachvollzug der F rb- und Formbez ge, Anregung der Sinne, har-monische, magische, spannungsvolle Wirkung, T uschung oder Thematisierung seiner Wahrneh-mung, nat rlich oder gestellt, allt glich oder festlich, real oder irreal wirkende Zusammenstellung, dem Moment verhaftet oder dauerhaft, beil ufig oder monumental, denkmalartig, erz hlt es von menschlicher Handlung?
7 Erweiterte InterpretationZiel: Die Einheit des Werkes wird vor dem Hintergrund kunst- und kulturgeschichtlicher Kenntnis-se sichtbar gemacht. Kunstgeschichtliche Kenntnisse sind n tig, um die verschiedenen Sinnschichten der STILLLEBEN zu verstehen, die Symbolik der Gegenst nde, den m glichen moralischen Appell an den Betrachter, Allegorie und Weltdeutung Kunstwissenschaftler bedienen sich dazu literarischer Quellen und Bildvergleichen. Kenntnisse ber die Lebenskultur der Zeit in den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten ( Esskultur, Wohnkultur, Handwerk und Kunsthandwerk, Handelsbeziehungen, Rituale usw.) ertauben die abschlie ende Beurteilung der Gegenst nde, ihrer Zusammenstellung und Bedeu-tung. Die Stellung des K nstlers, seine Lebens- und Arbeitsm glichkeiten, die gesellschaftliche Wert-sch tzung des Bildsujets , das Verh ltnis von Auftraggebern /K ufern zum K nstler beeinflusst Aussehen und Gr e der Bilder ebenso wie das Lebensgef hl der K ufer, ihre gesellschaftliche und finanzielle Mit der Moderne kann das STILLLEBEN zum Experimentierfeld k nstlerischer Innovationen wer-den, die f r die Interpretation bedeutsam Bildbetrachtung kann mit einer pers nlichen Wertung des Werkes abgeschlossen 49 Beispiele f r Ausdr cke --- SynonymeBeispiel Spiegel steht f r (Eitelkeit), symbolisiert, versinnbildlicht, deutet , bedeutet, verweist auf, weist hin, thematisiert, veranschaulicht, wird assoziiert mit, dr ckt aus, kann interpretiert werden als, ist eine Anspielung auf.
8 Wird widergespiegelt, charakterisiert, bringt oder die Idee zum Ausdruck, wird mitgeteilt, spielt eine Rolle im Hinblick ,stellt ein Querverbindung her, macht verst nd-lich, wird verkn pft mit, legt dar, zeigt auf, weist , kann gedeutet werden alsIch empfinde, interpretiere, erkenne, verweise auf, assoziiere, verbinde, deute, finde Zugang durch, stelle Bezug her zu, werde erinnert an, bin beeindruckt durch, versuche zu ergr nden weshalbEsfasziniert, ist effektvoll gestaltet oder dargestellt, kritisiert, macht den Betrachter bekannt mit, richtet den Blickpunkt auf, kann als Ausdruck gesehen oder interpretiert werden, spricht f r, bringt den Grundgedanken zum Ausdruck, erscheint als,EinleitungDer Betrachter wird konfrontiert mit, der symbolische Gehalt dieses Werkes ist, objektiv betrachtet ist, Durch die Bildsprache hervorgehoben, bringt zum Ausdruck, ist ein Ausdrucksmittel f r, gibt die typische Auffassung wieder, ist ein wesentlicher Bestandteil von, effektvoll dargestellt ist vor allem, , im Widerspruch dazu, kritisiert werden muss, ein anderer Standpunkt ist, im Unterscheid dazu, Unstimmigkeiten sind erkennbar durch, einen Kontrast bildet, im Hinblick auf die Thematik ist, vor diesem Hintergrund, zu nennen w ren vor allem, grunds tzlich kann man sagen, erw hnenswert ist au erdem, von meinem Standpunkt aus, man findet Zugang durch, ich stelle einen Bezug her durch oder zu, wie bereits dargelegt, zusammenfassend oder abschlie end kann gesagt werdenDer K nstlerbeabsichtigt, intendiert, will verdeutlichen, m chte hinweisen auf, klagt damit an, stellt in Frage, verlangt dem Betrachter ab, irritiert durch, artikuliert sich durch, hinterfragt, ahmt nach, karikiert, mahnt.
9 Warnt vor, appelliert an, verdeutlicht, weist hin auf, unterstreicht, negiert, preist, verschlei-ert, stellt dar, stellt heraus, imponiert durch, verweigert eine klare Aussage, These: Was spricht daf r?Antithese: Was spricht dagegen?Synthese ..begr ndete Schlussfolgerung / eigene MeinungArgumente ..untermauern Thes