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1 Biografiearbeit ein Referat von Liane Sieger und Olaf H wer | Biografiearbeit - Ein Referat von Olaf H wer und Liane Sieger Gehalten im Sommersemester 2000 an der Fachhochschule Frankfurt am Main I nhalt: 1. Definition 2 2. Ziele 2 Biografiearbeit , um sich der eigenen Identit t bewusst zu werden 2 Biografiearbeit , um das Ged chtnis zu trainieren 3 Biografiearbeit , um sich vor Isolation und Einsamkeit zu sch tzen 3 Biografiearbeit , um den Erfahrungen eines Menschen Raum zu geben und ihn zu verstehen 4 Biografiearbeit als R ckschau auf das Leben 4 Biografiearbeit , um alte Menschen zu f rdern 5 3.
2 Methoden der Biografiearbeit 5 Zeitschiene 6 Zeichnen, Malen und Collagen 7 Gegenst nde betrachten, Ger che riechen 7 Gedichte, Gebete, Lieder 7 4. Biografiearbeit in Pflegesituationen 8 Einsatzm glichkeiten im Pflegealltag 8 Gefahr: Verkennung der Ganzheitlichkeit 8 Aktives Zuh ren 9 Probleme und Strukturelle Voraussetzungen 10 5. Biographiearbeit bei demenziell ver nderten Menschen 12 6. Schlussbemerkungen 12 7. Literaturverzeichnis 14 8. Was man im Internet finden kann: 15 Biografiearbeit ein Referat von Liane Sieger und Olaf H wer | De f i n i t i o n "Biografie" hei t w rtlich bersetzt etwa "Lebensbeschreibung" und war fr her reserviert f r die ver ffentlichten Lebenswege ber hmter Pers nlichkeiten.
3 Biografiearbeit bedeutet dementsprechend "Besch ftigung mit Lebensgeschichte". Dabei geht es nicht nur um die Darstellung der Geschichte eines Menschen, sondern auch um seine geistliche und seelische Entwicklung. Biografiearbeit als Bestandteil der Arbeit mit Menschen m chte eine andere Wahrnehmung vom Menschen erm glichen: man versucht, den Menschen als K rper, Geist und Seele wahrzunehmen Biografiearbeit ist prinzipiell in allen Lebensphasen m glich, hier soll es allerdings speziell um Biografiearbeit mit alten Menschen gehen.
4 Zi e l e B i o g r a f i e a r b e i t , u m s i c h d e r e i g e n e n I d e n t i t t b e w u s s t z u w e r d e n In der Biografiearbeit kommen Aussagen ber eine Realit t zum Vorschein, die vor ber ist. In dem Buch "Erinnern" von Caroline Osborne wird beschrieben, dass nur wer sich erinnern kann, wei , wer er ist. Weil in unserer Lebensgeschichte die Wurzeln unserer Identit t und unseres Selbstvertrauens liegen, ist es vor allem bei alten Menschen, deren Ged chtnis nachl sst, und die ihren Alltag nur noch mit fremder Hilfe bew ltigen k nnen, wichtig, sie im Bem hen, sich ihrer Identit t zu vergewissern, zu unterst tzen.
5 Dies ist noch verst rkter der Fall, wenn alte Menschen nicht mehr in ihrer vertrauten Wohnung leben k nnen und somit meist auch der Kontakt zu Freunden und Nachbarn seltener wird. Au erdem kann man sagen, dass, je kleiner der Aktivit tsradius alter Menschen wird, desto wichtiger wird f r sie die Vergangenheit. Sie ist h ufig pr sent in Gespr chen Alter unter sich und bildet f r sie die M glichkeit, mit anderen in Kontakt zu kommen. Grund daf r ist u. a., dass das Langzeitged chtnis oft noch erhalten ist, w hrend andere F higkeiten nachlassen.
6 Durch Erinnern wird das Gef hl von Einsamkeit und Identit tsverlust Biografiearbeit ein Referat von Liane Sieger und Olaf H wer | vielleicht etwas abgeschw cht. Sie k nnen durch das gemeinsame Erinnern Wertsch tzung und Best tigung erfahren, das Erinnern bildet also eine ganz wichtige Kompetenz f r den alten Menschen, besonders wenn sein Leben ansonsten gekennzeichnet ist von Gef hlen des Versagens und des R ckschritts. B i o g r a f i e a r b e i t , u m d a s Ge d c h t n i s z u t r a i n i e r e n Es ist strittig, ob die Ged chtnisleistung lterer Menschen schw cher ist, als die junger Menschen.
7 Auf das heutige Thema bezogen k nnte man fragen, ob ltere ihre Biographie schlechter erinnern als J ngere. Dazu ist zu sagen, dass ltere manchen Erfahrungen vermutlich weniger Bedeutung beimessen, und sie deshalb schneller vergessen werden. Es ist vielleicht auch keine "Speicherkapazit t" mehr frei. Bei schmerzhaften Erfahrungen setzen sich ltere vielleicht selbst ein Tabuzeichen ins Ged chtnis, diese Erfahrungen sinken dann sozusagen ab ins passive Ged chtnis. Der ltere sch tzt sich so vielleicht vor schmerzhaften Erinnerungen.
8 Die Lebhaftigkeit all dieser Erinnerungen h ngt auch davon ab, ob in den Zwischenzeiten des langen Lebens die gespeicherten Erinnerungen neu bedacht und dadurch aktiviert wurden. Hier setzt Biografiearbeit an, denn sie versteht sich als "Erinnerungsarbeit mit Blick in die Zukunft" (Ruhe) Biografiearbeit , um sich vor Isolation und Einsamkeit zu sch tzen In fr heren Gesellschaften, in manchen l ndlichen Gegenden vielleicht auch noch heute, war Biografiearbeit weniger von N ten, denn jeder Mensch hatte seinen Platz - das Leben war gewisserma en vorbestimmt.
9 Man kann sagen, die eigene Pers nlichkeit bedurfte keiner Erkl rung. Dies ist in unserer Gesellschaft, gepr gt von Individualismus und konomischen Problemen, l ngst nicht mehr der Fall. Der Einzelne soll f r sich selbst verantwortlich sein, das Miteinander wird weniger, das Leben ist wohl allgemein un bersichtlicher geworden und der Lebenslauf des Einzelnen ist weniger statisch, als er zum Teil noch in der Generation unserer Eltern war und ist. F r junge Menschen impliziert dies pers nliche Gestaltungsm glichkeiten und ein Plus an Freiheit.
10 Der Individualisierungsprozess in unserer Gesellschaft ist aber auch ein Grund, warum Biografiearbeit an Bedeutung gewinnt, denn f r alte Menschen bedeutet er oft Isolation und Einsamkeit, die zu Desorientierung und Fremdheit f hren kann. Hier muss Biografiearbeit vielleicht die Biografiearbeit ein Referat von Liane Sieger und Olaf H wer | famili ren und nachbarschaftlichen Kontakte ersetzen. Menschen vereinsamen auch deshalb, weil ihre Lebensgeschichten nicht mehr gefragt sind oder erfragt werden.