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Vogeleier und ihre Farben - schmitz-scherzer.de

Vogeleier und ihre Farben Kurt Schl pfer B atrice Schl pfer 2 Copyright 2007 B atrice und Kurt Schl pfer St. Gallerstrasse 60 CH-9032 Engelburg 3 Vorwort Als Verfasser eines Lehrbuchs ber Farbmetrik und Farbmes-sung habe ich mich schon immer f r Farben interessiert, be-rufsbedingt vor allem f r Farben in der Fotografie und in Dru-ckerzeugnissen. Schon fr h hat mich meine Frau als Eier-sammlerin auch auf die Vielfalt der Farben bei Vogeleiern aufmerksam gemacht. Aber erst nach meinem R cktritt vom aktiven Berufsleben fanden die Farben von Vogeleiern mein n heres Interesse.

5 Die Vielfalt der Eier Bekanntlich legen alle Vögel Eier. Das ist einleuchtend, denn würden die Vögel lebend gebären, so wäre ihre Flugfähigkeit

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1 Vogeleier und ihre Farben Kurt Schl pfer B atrice Schl pfer 2 Copyright 2007 B atrice und Kurt Schl pfer St. Gallerstrasse 60 CH-9032 Engelburg 3 Vorwort Als Verfasser eines Lehrbuchs ber Farbmetrik und Farbmes-sung habe ich mich schon immer f r Farben interessiert, be-rufsbedingt vor allem f r Farben in der Fotografie und in Dru-ckerzeugnissen. Schon fr h hat mich meine Frau als Eier-sammlerin auch auf die Vielfalt der Farben bei Vogeleiern aufmerksam gemacht. Aber erst nach meinem R cktritt vom aktiven Berufsleben fanden die Farben von Vogeleiern mein n heres Interesse.

2 Dabei musste ich feststellen, dass sich noch niemand damit befasst hat, die Farben von Vogeleiern syste-matisch zu beschreiben und zu ordnen. So war dies f r mich ein Anreiz, diese L cke zu schliessen. Der Ausgangspunkt f r meine Messungen war die Eiersammlung meiner Frau. Sp ter erlaubten mir noch zwei Museen, n mlich das Naturmuseum St. Gallen und das naturhistorische Museum in Bern, Messun-gen an ihren Eiersammlungen durchzuf hren. Die vorliegende Brosch re m chte aber nicht nur die Farben von Eiern beschreiben, sondern auf die ganze Vielfalt von Vogeleiern eingehen. Was diesen Teil der Brosch re betrifft, durfte ich auch auf das Wissen und die Erfahrung meiner Frau als Eiersammlerin zur ckgreifen.

3 Ber die Entstehung der Farbe auf der Eischale hat zudem Frau Petra Wiesenh tter, Biologin am Naturmuseum St. Gallen, einen interessanten Text beigesteuert. Die Autoren dieser Brosch re hoffen, dass sie damit einen Einblick in ein weniger bekanntes Gebiet der Vogelkunde, das aber nicht weniger faszinierend ist, geben zu k nnen. Juni 2007 Kurt Schl pfer 4 Inhaltsverzeichnis Die Vielfalt der Eier 5 Wie die Farbe auf die Eischale gelangt 12 Interessantes ber die Eischale als Verpackung 14 Die Rolle der Eifarbe 16 Beschreibung und Klassierung von Farben 19 Farben und Farbordnung bei Vogeleiern 23 Anhang: 30 Wenn Sie selbst einmal Eier sammeln m chten Dank 5 Die Vielfalt der Eier Bekanntlich legen alle V gel Eier.

4 Das ist einleuchtend, denn w rden die V gel lebend geb ren, so w re ihre Flugf higkeit beim Mittragen eines Embryos sehr beeintr chtigt. Zwar gibt es auch flugunf hige V gel, wie beispielsweise der Strauss, doch sind diese V gel erst im Verlauf der Evolution zu so genannten Laufv geln geworden. Die Vielfalt der Eier ergibt sich daher in erster Linie aus der Vielzahl der Vogelarten. Dies f hrt zur Frage, wie viele Vogelarten man berhaupt kennt. Zwar nimmt man an, dass es heute nur noch wenige unbekann-te Vogelarten gibt. Aber man kann V gel unterschiedlich klas-sieren, indem man beispielsweise sehr hnliche V gel der gleichen Art zuordnet (und diese dann als Unterarten klas-siert), oder indem man sie in verschiedene Arten aufteilt.

5 Auf diese Weise kommt man zu verschiedenen Zahlen, was die Gesamtheit der Vogelarten betrifft. Eine Zahl, die man sich leicht merken kann, und die den heutigen wissenschaftlichen Klassifikationen sehr nahe kommt, ist 10'000. Die Zahl der verschiedenen Eier ist sogar noch gr sser als die Zahl der klassierten Vogelarten. So werden beispielsweise die 200 ver-schiedenen H hnerrassen wissenschaftlich nur einer einzigen Vogelart zugeordnet, n mlich dem Haushuhn. Farblich findet man aber gerade bei den H hnereiern sehr unterschiedliche Varianten, vom gr nen Ei des Araucana-Huhns bis zum dun-kelbraunen Ei des Marans-Huhns.

6 Auch die gleiche Vogelart kann unterschiedlich aussehende Eier legen, wof r in Europa der Kuckuck bekannt ist. Der Kuckuck (Cuculus canorus) baut bekanntlich keine Nester, sondern legt seine Eier in das Nest eines so genannten Wirtsvogels. Dabei ist die F rbung des Eies jener des betreffenden Wirtsvogels angepasst. Vom Aus-sehen her gibt es also so viele verschiedene Kuckuckseier wie es Wirtsv gel f r den Kuckuck gibt. Die bekanntesten Wirts- 6 v gel sind die Bachstelze, der Teichrohrs nger, der Hausrot-schwanz und der Gartenrotschwanz. Kuckuckseier aus verschiedenen Wirtsvogelnestern: Hausrotschwanz (1), Bachstelze (2) und Gartenrotschwanz (3) 1967 erschien ein B chlein von Wolfgang Makatsch, einem bekannten Vogeleier -Fachmann, unter dem Titel Kein Ei gleicht dem anderen.

7 Die Aussage dieses Titels trifft viel-leicht nicht ganz zu, denn vor allem f r Laien sehen nicht nur die Eier der gleichen Vogelart, sondern auch solche von ver-schiedenen V geln in vielen F llen fast gleich aus. So kann man beispielsweise die weissen Eier einzelner Tauben- und Papageienarten weder bez glich Gr sse noch Form unter-scheiden. Anderseits aber gibt es doch mehrere Merkmale, in denen sich Eier unterscheiden k nnen. Der Autor des oben zitierten B chleins sagt beispielsweise mit Recht, dass nicht alle Eier eif rmig sind. In der Fachliteratur ber Eier unter-scheidet man bis acht verschiedene Eiformen.

8 Wir wollen hier nicht allzu tief in die Details gehen, aber neben dem eif rmi-gen H hnerei f llt zum Beispiel das kugelrunde Ei eines Eis-vogels auf, oder das kegelf rmige Ei eines Papageitauchers. 7 Verschiedene Eiformen: rund (Eisvogel), eif rmig (Haushuhn), ke-gelf rmig (Papageitaucher) Ein sehr augenf lliges Merkmal ist die Gr sse des Eies. Fast jedermann weiss, dass Strausse die gr ssten Eier legen, die etwa kg wiegen k nnen. Am anderen Ende der Gr ssen-skala gibt es verschiedene Vogelarten. Am bekanntesten sind die Kolibris, von denen es ber 300 Arten gibt. Das kleinste Kolibri-Ei wiegt ungef hr g, sodass man sagen kann, dass ein Straussenei etwa 7500 Kolibri-Eiern entspricht.

9 Das klassi-sche H hnerei wiegt zwischen 50 g und 80 g, sodass ein Straussenei mindestens 20 H hnereiern entspricht. Logisch scheint, dass kleine V gel kleine Eier legen, und grosse V gel grosse Eier. Doch so genau stimmt diese Regel nicht: Wenn man das Gewicht des Eies auf das Gewicht des Vogels be-zieht, liegt dieser Wert zwar meist zwischen 2% (beim Strauss) und 10% bei kleinen V geln, aber eine bemerkens-werte Ausnahme findet sich beim Kiwi, dem Wappenvogel Neuseelands, dessen Ei bis 25% des K rpergewichts betragen kann. Noch gr ssere Eier stammen vom Madagaskar-Strauss, der auch Elefantenvogel genannt wird.

10 Dieser Vogel lebte auf Madagaskar und ist seit etwa 450 Jahren ausgestorben. Dank 8 der robusten Eischale sind noch einige Eier und viele Schalen-h lften erhalten. Das Gewicht des Eies betr gt etwa 10 kg, was ungef hr 7 Strausseneiern entspricht. Man sch tzt, dass es weltweit noch etwa 40 bis 50 intakte Eier des Madagaskar-Strausses gibt. Gr ssenunterschiede bei Eiern: Kolibri (1), Haushuhn (2) und Strauss (3) Die beeindruckende Vielfalt der Vogeleier zeigt sich aber vor allem in der F rbung. Zwar legen nicht alle V gel farbige Eier. Es gibt ganze Vogelfamilien, die makellos weisse Eier legen.


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