Transcription of Acrylmalerei – Einführung
1 Acrylmalerei Einf hrungAcrylfarbe ist ein vergleichsweise junges Malmaterial. Dispersionen aus Acrylharzen wurdenerst Anfang der 30er Jahre entwickelt. Eine industrielle Nutzung erfolgte erst um 1950 inden USA ( Fassadenfarben). Die sogenannten Acrylatbinder erwiesen sich als sehrbrauchbares Bindemittel f r Malfarben. Erst Anfang der 60er Jahre kamen sie f r dieAnwendung in K nstlerfarben auf den europ ischen der FarbeBestandteile der Acrylfarbe sind Kunstharzdispersion (Acrylpolymer), Pigmente, Extender(F llstoffe), eventuelle Hilfmittel ( Verdicker, Emulgatoren, Entsch umer, Weich-macher) und Wasser. Das Bindemittel Acrylpolymer ist milchig wei und trocknet glasklar auf; dies f hrt dazu, da einzelne Farbt ne stark nachdunkeln k nnen, was besonders bei preiswerten Farben zubeobachten ist.
2 Acrylfarbe kann (mit Acrylemulsion und Pigmenten) selbst angemischt oder fertig gekauftwerden. Es gibt ein riesiges Angebot an Farbt nen von unterschiedlichen Farbe ist mit Wasser verd nnbar, allerdings nach der Trocknung wasserunl slich.(Pinsel in Wasser h ngen oder direkt auswaschen!) Nach dem Trocknen bleibt die Farbe biegsam, elastisch und altert praktisch nicht. Die Pigmente behalten ihre volle Leuchtkraft, sie k nnen im Acrylbinder weder oxydieren,runzeln, vergilben noch krakelieren. Acrylfarbe ist somit widerstandsf higer als andereFarbtypen. Sie findet daher auch im industriellen und handwerklichen Bereich als Wand- und Fassadenfarbe, Lack der Trocknung ist eine bestimmte Temperatur zu ber cksichtigen, die Verarbeitungs-temperatur sollte zwischen +15 und +30 C liegen.
3 Unterhalb von 10 C bildet sich keinmaltechnisch sichere Film mehr, auch sp ter nicht!Die Verarbeitungszeit liegt zwischen einer Viertelstunde und mehreren Tagen und wirdbestimmt durch Klima (Temperatur und Feuchtigkeit), Art und Beschaffenheit desUntergrundes sowie Schichtdicke des Acrylfarbenauftrages. Die kurzen Trocknungszeiten erm glichen einen spontanen und schnellen Malvorgang,produktives Arbeiten und er ffnen v llig neue Techniken. FarbunterschiedeAcrylfarbe gibt es in unterschiedlicher Konsistenz: so lassen sich pastose vond nnfl ssigen, deckende von transparenten Farben unterscheiden. Die Konzentration hochwertiger Pigmente kennzeichnet K nstlerfarben gegen ber Basic-oder Akademiequalit ten aus. Dar berhinaus hat jeder hersteller seine eigene Rezeptur der Zusammensetzung,weswegen Farben verschiedener hersteller nicht unbedingt untereinander gemischt werdensollten, da unerw nschte Reaktionen auftreten k nnten.
4 Probeaufstriche undMischversuche schaffen hier und Zus tzeWasser ist zwar das beste Medium f r die Verd nnung von Acrylfarben, kann aber im berma zu unliebsamen berraschungen f hren, Verringerung der Bindemittel-- 1 -anteile, die Pigmente werden nicht mehr in ausreichendem Ma e mit dem Malgrundverklebt und lassen sich auswaschen. Die hersteller von Acrylfarben haben deswegen eineVielzahl an Produkten und Zusatzmitteln herausgebracht, mit denen Untergr ndevorbereitet, Farben produziert oder deren Konsistenz ver ndert und Versiegelungenhergestellt werden k nnen: Impr gnierungen (zur Vorbereitung des Untergrundes),Grundierungen, Trocknungsverz gerer, Mattierungsmittel, Impasto Gel, Strukturpaste,Modellier- oder Spachtelmassen, Acrylemulsion, Transparentlack und Fixativ (zurSchlu versiegelung).
5 Malgr ndeAcrylfarben haften praktisch auf jedem sauberen und fettfreien Grund. Es eignen sichPapier, Karton, Leinwand (Achtung bei grundierter Leinwand keine geleimten Oberfl chenf r lfarbe verwenden!) Holz, Spanplatte, Kunststoff, Metall, Stein, Glas, Beton etc. Eine Grundierung ist wegen der Verankerung der Farbe im Untergrund teilweiseempfehlenswert. Holz- und Spanplatten sollten beidseitig grundiert oder mit einerFarbschicht versehen werden, da sich der Malgrund ansonsten Malen mit Acrylfarben eignen sich alle Pinselsorten in verschiedenen Gr en undAusf hrungen (Flach-, Rund-, Borstenpinsel, Katzenzunge etc.), jedoch am besten mitsynthetischen Borsten. Teure Haarpinsel w ren Geldverschwendung, da die in der Farbeenthaltene Acryls ure bei l ngerem Gebrauch den nat rlichen Schutzmantel von Natur-haar angreift und zerst rt, was die Haare und Borsten br chig werden l t.
6 Geeignet f r den Farbauftrag sind auch Rollen, Schw mme, Spachtel in unterschiedlicherAusf hrung, alte Scheckkarten, Lappen, Federn, St cke, K mme, Finger usw. Die Auswahl der Arbeitsger te richtet sich nach dem Bildmotiv und der Arbeitstechnik: einfotorealistisches Bildmotiv in kleinem Format wird sich nicht mit Borstenpinseln realisierenlassen. Ein gleichm ig glatter Farbauftrag auf gro er Bildfl che l t sich nicht mit einemkleinen Pinsel erzielen, sondern bedarf einer Rolle oder eines hrend der Arbeit sollten Pinsel, Spachtel etc. nicht eintrocknen. Es empfiehlt sich, dieArbeitsmaterialien sofort zu reinigen oder ein Gef mit Wasser bereitzuhalten und nichtgebrauchte Pinsel darin auszuwaschen und einzustellen. Wegen der raschen Antrocknung der Farben ist eine Flachpalette, wie sie in der lmalereiverwendet wird, eher ungeeignet (Verschwendung).
7 Als Palette eignen sich Wasserfarben-paletten mit Vertiefungen, Farbschalen, Glasgef e, die verschlie bar sind, ein alter Blech-oder Porzellanteller, bedingt Fliesen oder Kacheln (Flachpalette) oder auch eineFeuchtpalette, die sich einfach selbst herstellen l t (flache Frischhaltedose, Haushalts-papier und st rkeres Pergament- oder Backpapier).Um die Acrylfarbe in Malpausen vor Verdunstung zu sch tzen, kann sie mit Wasserbespr ht oder mit Folie abgedeckt getrocknet, sind die Farbreste unl slich in Wasser, Terpentin l oder Benzin. Sielassen sich nur mit scharfen L sungsmitteln, in Alkohol, Estern, Ketonen oderNitroverd nnung l sen. (Achtung deshalb auch bei Farbspritzern auf guter Kleidung oderSchuhen!)- 2 -FarbwahlMit den uns aus den Farbsystemen bekannten Grundfarben Rot, Gelb, Blau lassensich die Spektralfarben in Malfarbensystemen nur schwierig oder unbefriedigendnachstellen.
8 So ergeben Rot und Blau kein reines Violett wie es der Theorie nach seinm te , sondern einen schmutzigen Farbton, der nur entfernt an Violett Schweizer Farbenfabrik Lascaux hat daraufhin das neue Sirius Primary System aufder Basis von Acrylfarben entwickelt ein Farbsystem, das auf f nf statt den bisherbekannten drei Prim rfarben beruht plus Schwarz und Wei . Das Sirius Primary System stellt eine Mischung der drei bekannten Grundfarben (Rot,Gelb, Blau) aus dem Malfarbensortiment und den in der Druckindustrie verwendetenGrundfarben Magenta, Gelb, Cyan, Schwarz dar, wobei der Gelbton identisch ist. Den Grundt nen Rot, Gelb und Blau wurde je ein weiterer Rot- und Blauton beigegeben,wobei eine exakte Abstimmung aller Schwingungsfrequenzen der einzelnen Farbt ne undeine gleichwertige Beachtung von Schwarz und Wei ber cksichtigt wurde.
9 Der Blauton (aus den Grundfarben) wurde ver ndert und ist als Ultramarin r Abschattierungen und Aufhellungen sind der f nfteiligen Farbpalette Schwarz und Wei Farben lassen sich in einem Pentagramm anlegen. Wie in den bisherigen Farb-systemen lassen sich die Sekund rfarben durch Mischen von je gleichen Teilen der imPentagramm nebeneinanderliegenden Prim rfarbenpaare erzeugen:Magenta+Rot=KarminRot+Gelb=Oran geGelb+Cyan=Gr nCyan+Ultramarin=BlauUltramarin+Magenta= ViolettAus allen f nf Farben zu gleichem Anteil l t sich Schwarz ermischen. Die Ausgewogenheit dieses Farbkreises mit der sich eine vollst ndige Malfarbenpaletteermischen l t, basiert auf einem neutralen Gelb und jeweils einem warmen und einemkalten Blau und Rot. Die Farben des Sirius Primary System lassen sich wie folgt in warmeund kalte Farben einteilen:Magenta=KaltRot=WarmGelb = NeutralCyan=KaltUltramarin=WarmWer mit maximal sieben Farben auskommen m chte, aber dennoch die komplette Farb-palette des Spektralkreises (durch Mischen) zur Verf gung haben m chte, kommt amSirius Primary System nicht vorbei.
10 Sei es durch Erwerb dieser Acrylfarben von Lascauxoder indem die genannten Farbt ne zur Orientierung beim Kauf von K nstleracrylfarbenanderer hersteller 3 -Der WorkshopDas Wochenende gestaltet sich relativ frei. Es werden keine Motivvorgaben gemacht,sondern es wird nach eigenen Ideen, Vorstellungen oder mitgebrachten Vorlagen ( aus Zeitschriften, Kunstdrucke, Fotos etc.) gearbeitet. In einer kreativen Atmosph re der gegenseitigen Anregung und des Schaffens werden beider Arbeit am eigenen Bild bzw. denen der anderen Teilnehmer die verschiedenen Tech-niken und Einsatzm glichkeiten der Acrylfarbe r den Anfang sollte das Bildmotiv nicht zu kleinteilig und kompliziert sein. Au erdem istzu bedenken, da foto-realistische Motive eine gewisse Erfahrung und entsprechendesMaterial gute, feine Pinsel erfordern.