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Lehrlingsausbildung lohnt sich - news.admin.ch

Spotlight44 Die volkswirtschaft Das Magazin f r Wirtschaftspolitik 10-2007 Die Forschungsstelle f r Bildungs kono-mie an der Universit t Bern hat nach 20032 zum zweiten Mal die Kosten und den Nutzen der Lehrlingsausbildung aus der Sicht der Be-triebe berechnet. Die Erhebung ist in Zusam-menarbeit mit dem Bundesamt f r Statistik (BFS) wieder repr sentativ f r die ganze Schweiz durchgef hrt worden. Sie st tzt sich auf Antworten von rund 2400 ausbildenden sowie rund 1800 nicht ausbildenden Betrie-ben. Die Ergebnisse der zweiten Erhebung beziehen sich auf den Herbst 2004; das Stich-datum liegt also genau vier Jahre nach dem der ersten Erhebung.

Spotlight 45 Die Volkswirtschaft Das Magazin für Wirtschaftspolitik 10-2007 auf dem externen Arbeitsmarkt zu entspre-chenden Löhnen gar nicht zu finden wä-ren. ...

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1 Spotlight44 Die volkswirtschaft Das Magazin f r Wirtschaftspolitik 10-2007 Die Forschungsstelle f r Bildungs kono-mie an der Universit t Bern hat nach 20032 zum zweiten Mal die Kosten und den Nutzen der Lehrlingsausbildung aus der Sicht der Be-triebe berechnet. Die Erhebung ist in Zusam-menarbeit mit dem Bundesamt f r Statistik (BFS) wieder repr sentativ f r die ganze Schweiz durchgef hrt worden. Sie st tzt sich auf Antworten von rund 2400 ausbildenden sowie rund 1800 nicht ausbildenden Betrie-ben. Die Ergebnisse der zweiten Erhebung beziehen sich auf den Herbst 2004; das Stich-datum liegt also genau vier Jahre nach dem der ersten Erhebung.

2 Hauptergebnisse der ersten Erhebung best tigt Die zweite, methodisch verbesserte Erhe-bung best tigt die Ergebnisse der ersten Erhe-bung in ihren wichtigsten Resultaten. Rund zwei Drittel der Ausbildungsverh ltnisse in der Schweiz schliessen aus der Sicht der ausbil-denden Betriebe mit einem Nettonutzen (sie-he Grafik 1). Bei dem Drittel der Lehren, die nach Beendigung des Lehrverh ltnisses Net-tokosten aufweisen, decken in den meisten F llen kurz- und mittelfristige Ertr ge die ge-t tigten Ausbildungsauslagen: Kurzfristige Ertr ge entstehen durch die Vermeidung von Rekrutierungs- und Ein-arbeitungskosten neuer Mitarbeitender.

3 Mittelfristige Ertr ge ergeben sich durch die sehr betriebsspezifische Ausbildung, welche es den Unternehmen erlaubt, Fach-kr fte mit Qualifikationen zu erhalten, die Lehrlingsausbildung lohnt sichSamuel M hlemann Wissenschaftlicher Assistent, Forschungs-stelle f r Bildungs- konomie, Universit t BernStefan C. WolterDirektor der Schwei-zerischen Koordinations-stelle f r Bildungsfor-schung (SKBF), Aarau, Leiter der Forschungs-stelle f r Bildungs- konomieZum zweiten Mal wurde eine repr sentative Untersuchung zu Kosten und Nutzen der Lehrlings-ausbildung durchgef hrt. Sie zeigt, dass im Durchschnitt schon am Ende einer Lehre ein Netto-nutzen f r den ausbildenden Be-trieb resultiert.

4 Weiterf hrende Analysen ergaben zudem, dass dieses f r die Ausbildungsbereit-schaft h chst relevante Gleich-gewicht von Kosten und Nutzen nicht nur vom Ausbildungsberuf oder von Betriebscharakteristi-ken, sondern ebenso sehr von der Qualit t der Lernenden abh ngt. Schliesslich k nnen die Ergebnis-se auch verwendet werden, um die Folgen der Reform der kaufm n-nischen Grundbildung erstmals konomisch zu Ob zwei-, drei- oder vierj hriges Lehrverh ltnis in allen F llen erreichen die Lernenden im letzten Lehrjahr Fertigkei-ten, die einer Produktivit t von rund Dreiviertel der Produktivit t einer durchschnittlichen Fachkraft im ausgebildeten Beruf entspricht.

5 Bild: Keystone1 Eine ausf hrlichere Beschreibung der Untersuchungs-resultate findet sich in M hlemann et al. (2007b). Die Studie konnte dank der finanziellen Unterst tzung des Bundesamtes f r Berufsbildung und Technologie (BBT) durchgef hrt werden. 2 Vgl. Schweri et al. (2003) oder M hlemann et al. (2004).3 Vgl. Oosterbeek und Webbink (2007). Spotlight45 Die volkswirtschaft Das Magazin f r Wirtschaftspolitik 10-2007auf dem externen Arbeitsmarkt zu entspre-chenden L hnen gar nicht zu finden w -ren. Unterschiede auch nach LehrdauerDie unterschiedliche Lehrdauer der einzel-nen Berufe scheint aufgrund der gemachten Untersuchung im Durchschnitt ihre Berechti-gung zu haben.

6 Ob zwei-, drei- oder vierj hri-ges Lehrverh ltnis in allen F llen erreichen die Lernenden im letzten Lehrjahr Fertigkei-ten, die einer Produktivit t von rund Dreivier-tel der Produktivit t einer durchschnittlichen Fachkraft im ausgebildeten Beruf entspricht. Daraus ist ersichtlich, dass die Lehrdauer im Durchschnitt so gew hlt wird, dass sie bezo-gen auf die Referenzgr ssen im auszubilden-den Beruf beim Abschluss der Lehre einen hnlich hohen Kompetenzstand erlaubt. Dass man bei unterschiedlich anspruchsvollen Be-rufen unterschiedlich hohe Investitionen t ti-gen muss, zeigt sich schon im Nettokosten-muster ber die Lehrzeit der verschiedenen Lehrdauern (siehe Tabelle 1).

7 Eine l ngere Lehrdauer erm glicht es den Betrieben, gr ssere Investitionen zu Beginn der Lehre vorzunehmen, weil sie diese Investi-tionen ber eine l ngere Dauer amortisieren k nnen. Der erw hnte Umstand, dass die heu-te geltenden durchschnittlichen Lehrdauern am Ende einer Lehre zum gleichen Kompe-tenzniveau gelangen, bedeutet aber auch, dass man die Lehrzeit nicht ohne Not verl ngern sollte. Ausnahmen sind dort vorhanden, wo sich nderungen in den Referenzberufen er-geben (siehe folgenden Abschnitt). Diese n-derungen m ssen aber vom Arbeitsmarkt ge-w nscht und vorgegeben sein, da sich sonst Verl ngerungen der Lehrzeit f r die Lernen-den negativ in der Bildungsrendite Auswirkungen der Reform der kaufm nnischen GrundbildungDie zweite Erhebung zeigte auch bei den meisten Lehrberufen keine signifikanten n-derungen in den lehrberufsspezifischen Net-tokosten der Ausbildung.

8 Bei der kaufm nni-schen Grundbildung hingegen waren die Resultate von 2000 nicht mehr aussagekr ftig, weil im Lehrjahr 2003/2004 die Reform der kaufm nnischen Grundbildung (NKG) fl -chendeckend eingef hrt worden war. Die Auswirkungen dieser Reform, welche den be-trieblichen Teil der Ausbildung st rkte und ein degressives Schulmodell einf hrte, konnten aber nicht vollst ndig abgebildet werden, weil zum Erhebungszeitpunkt erst die Erfahrun-gen mit den ersten beiden Lehrjahren abgebil-det werden konnten. Wie zu erwarten war, bewirkte die NKG in den ersten beiden Lehr-jahren eine Verteuerung der Lehre (siehe Grafik 2).

9 Allerdings kann anhand der beob-achteten Daten f r das dritte Lehrjahr ein gr sserer betrieblicher Nutzen erwartet wer-den, der praktisch ausreicht, um die nach der Reform h heren Kosten der Ausbildung zu kompensieren. Weitere Reformschritte in der kaufm nni-schen Grundbildung wie der Ersatz der zweij hrigen B rolehre durch die dreij hrige Lehre des Profils B haben sich gem ss den Kosten-Nutzen-Analysen in der erwarteten und beabsichtigten Weise ausgewirkt. Die B-Profil-Ausbildung glich sich in ihrem Kosten-Nutzen-Verlauf ber die Lehrzeit den durch-schnittlichen 3-j hrigen Lehren an; die l ngere Lehrzeit erm glicht es nun den Ar-beitgebern, im ersten Lehrjahr deutlicher in die Lernenden zu investieren, ja gar Nettokos-ten in Kauf zu nehmen.

10 In der fr heren B ro-lehre waren die Investitionen der Arbeitgeber in die Lernenden gerade im ersten Lehrjahr Anteil Lehrverh ltnisse in %Nettokosten in 1000 > 10080bis 10060bis 8040bis 6020bis 400bis 20 20bis 0 40bis 20 60bis 40 80bis 60 100 bis 80< 100 Quelle: M hlemann, Wolter / Die VolkswirtschaftGrafik 1 Nettokostenverteilung der Lehrlingsausbildung , 2004 Lehrjahre/Lehrdauer 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr Total2-j hrige Lehren 6019 7322 13 3413-j hrige Lehren 2012 3831 6407 12 2514-j hrige Lehren 7407 3299 4211 8594 2099 Tabelle 1 Nettokosten (-nutzen) ber die Lehrzeit nach Lehrdauer (gerundet) Quelle: M hlemann, Wolter / Die VolkswirtschaftSpotlight46 Die volkswirtschaft Das Magazin f r Wirtschaftspolitik 10-2007tiefer und die Lernenden auch schon st rker in produktive T tigkeiten eingespannt gewe-sen.


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