Transcription of Design to Cost - schoeler.com
1 Design to Cost Eine Vorgehensweise zur Erreichung vorgegebener Kostenziele in der Phase der Produktentstehung aus Sicht des Herstellers Autor: Horst R. Sch ler Sch ler & Partner Unternehmensberater f r Produkt + Management Rheinstra e 36 76344 Eggenstein Alle Rechte, auch die der bersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors in irgendeiner Form, auch nicht zum Zwecke der Unterrichtsgestaltung, reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet werden. Design to Cost 2 Sch ler & Partner - Unternehmensberater f r Produkt und Management 0.
2 Vorwort Die Vorgehensweise beim Design to Cost ber cksichtigt grunds tzlich die Gesamtkosten eines Produktes. Dies bedeutet bei der Kostenbetrachtung den Einbezug aller m glichen Kostenkategorien in allen Produktlebenszyklusphasen, also aller Kosten, die ein Produkt w hrend seiner gesamten Lebenszeit verursacht. Als Produktlebensphasen werden definiert: Entstehungsphase Betriebsphase (Marktphase) Verwertungs- und Entsorgungsphase Diese Lebenszykluskosten (z. B. Herstellungskosten, Trainingskosten, Logistikkosten, Wartung- und Inspektionskosten, R ckbau- und Entsorgungskosten, etc.) dienen als Entwurfsparameter und werden als Zielkosten vorgegeben.
3 Die Zielkosten werden mittels Target Costing ermittelt. DTC hat das Ziel, die Zielerreichung sicherzustellen. Da die Objekte der DTC-Betrachtung und die Interessenpositionen unterschiedlich sein k nnen (z. B. Betrachtung von Anlagen bzw. Konsumg tern) k nnen einzelne Lebenszykluskosten ausgew hlt und schwerpunktm ig betrachtet werden. Im folgenden Beitrag liegt der Schwerpunkt von Design to Cost auf der Produktentstehungsphase und wird aus Sicht des Herstellers betrachtet. 1. Was ist Design to Cost? Sehr oft laufen Projekte im Rahmen einer Produktentwicklung kostenm ig aus dem Rahmen. Die geplanten Produktzielkosten, wenn berhaupt vorhanden, werden berschritten, das Produkt ist dann am Markt nicht wettbewerbsf hig bzw.
4 Die eingeplante Rendite kann nicht realisiert werden. Aufwendige Ma nahmen werden nachtr glich notwendig, um vorhandene Kostensenkungspotentiale zu erschlie en. Da Kosten in ein Produkt hinein konstruiert werden, ist die Umsetzung von Kostensenkungsma nahmen nachtr glich nur mit deutlich erh htem Aufwand m glich. Es macht deshalb Sinn Kostenmanagement, also eine gezielte Kostensteuerung, schon zu Beginn einer Produktentwicklung einzusetzen. Design to Cost (DTC), als ein systematisches schrittweises Vorgehen bietet die M glichkeit w hrend der gesamten Entwicklungszeit die Kosten so zu steuern, dass die festgesetzten Zielkosten erreicht werden. Im Gegensatz zum kurzfristigen Kostenmanagement (Reaktion auf Kosten berschreitungen) wird beim DTC ein proaktives Kostenmanagement betrieben.
5 Dies bedeutet Kostensteuerung und bearbeitung vom Anfang an, also Gewinnmanagement schon in der Produktentwicklung (Costs are designed into the product, especially by early concept decisions and are difficult to remove later). Design to Cost 3 Sch ler & Partner - Unternehmensberater f r Produkt und Management 2. Merkmale von DTC Der praktische Einsatz verlangt die Ber cksichtigung folgender Merkmale: Kosten sind ein gleichwertiger Entwurfsparameter neben technischen und zeitlichen Vorgaben (jede technische Entscheidung ist auch eine Kostenentscheidung) DTC ben tigt eindeutige Kostenziele und Zielvorgaben f r markt- und kundenorientierte Anforderungen DTC setzt m glichst fr hzeitig in der Entwicklungsphase ein und begleitet den gesamten Entwicklungsprozess Zeitliche Vorgaben und Meilensteine begleiten den Prozess DTC setzt Methoden ein, um bei Kostenabweichungen die notwendigen Kostensenkungsma nahmen erfolgreich durchzuf hren.
6 DTC setzt interdisziplin re bereichs bergreifende Teamarbeit voraus DTC-Einsatz ist m glich bei Produktneuentwicklungen ebenso wie bei bestehenden Produkten oder Produktkonzepten. Werden bestehende Produkte berarbeitet spricht man von Produktkostenoptimierung. Hier erfolgt die Kostenzielspaltung und damit die Bestimmung der Zielkosten f r die schon bestehenden Komponenten und Teile. Durch den Vergleich IST-Kosten zu den Zielkosten ergibt sich der Kostenreduktionsbedarf bei den Komponenten. Bei Neuentwicklungen erfolgt die Aufteilung der Zielkosten auf die aus den Kundenanforderungen abgeleiteten Funktionen. Befindet sich das Produkt in der Produktion ist eine laufende berwachung der Kosten notwendig.
7 Man spricht hier von Kaizen Costing, mit dem Ziel vorgegebene Kosten zu halten bzw. Kosten berschreitungen rechtzeitig zu bearbeiten. DTC ist ein systematisches schrittweises Vorgehen mit dem Ziel, ein Projekt so zu steuern, dass f r einen definierten Kundennutzen und vorgegebenen Zeitrahmen die gesetzten Kostenziele erreicht werden. Design to Cost 4 Sch ler & Partner - Unternehmensberater f r Produkt und Management 3. Arbeitsschritte zur praktischen Umsetzung Bild 1: berf hrung der Marktsicht in die Unternehmenssicht Arbeitsschritte: Die strategische Sicht legt die Planungsgrundlagen (Produktprofil) aus Sicht des Marktes fest.
8 Basis f r jedes erfolgreiche marktorientierte Kostenmanagement ist die richtige Erfassung der Kundenanforderungen, deren Priorit ten und deren Auspr gungen (Produkteigenschaften und Funktionen). Ermittlung und festschreiben der Strategischen Sicht (Marktsicht) Ermittlung des Kundennutzens (gew nschte Produkteigenschaften und Merkmale einschlie lich evtl. zus tzlicher Innovationseigenschaften und Probleml sungen und deren Bedeutung aus Sicht der Kunden) Welchen Preis (evtl. einschl. bestehender Life-Cycle-Kosten LCC) ist der Kunde bereit zu bezahlen? Ableiten des Produktzielpreises und Ziel-LCC Betrachtung des Wettbewerbs und Diagnose Ermittlung der operationalen Sicht (Unternehmenssicht) Festlegen der zu betrachtenden Kostenarten ( welche Kosten werden in den DTC-Prozess einbezogen z.)
9 B. Materialkosten, Fertigungskosten, Teile der indirekten Kosten/Gemeinkosten, Werkzeugkosten, Entwicklungskosten, LCC wie Instandhaltung, Energiekosten, Entsorgung) Ableitung der zul ssigen Kosten f r das Produkt, damit die geplante Rendite sichergestellt wird, auf Basis des ermittelten Gesamtaufwandes aus Kundensicht (z. B. Zielpreis) Ermittlung der Funktionen, deren Bedeutung und Produktvorgaben aus den Produkteigenschaften (festgelegter Kundennutzen). Zielkostenspaltung auf die zu konstruierenden Funktionen (Budgetierung der Funktionen und Anpassung der Kostenverteilung aufgrund schon bekannter Kostenwerte) Bei Existenz von bestehenden Komponenten.
10 Zielkostenspaltung auf Komponenten und Teile Design to Cost 5 Sch ler & Partner - Unternehmensberater f r Produkt und Management Arbeitsschritte zur laufenden Kostenanalyse und Kostenanpassung Laufende Kostenkontrolle (Cost Review, konstruktionsbegleitende Kalkulation, Zusammenarbeit mit Zulieferanten, Permanent Quotation) in den einzelnen Entwicklungsphasen Einsatz von Kostensenkungsma nahmen falls die IST-Kosten von den Kostenzielen abweichen Einsatz von Methoden zur systematischen Kostensenkung Bild 2: Beispiele von Kosteneinflussfaktoren in den Entwicklungsschritten (M = Meilensteine (Gates) im Projekt) 4. Einsatz von unterst tzenden Methoden und Werkzeugen Folgende Hauptmethoden kommen beim DTC zum Einsatz Quality Function Deployment o Bearbeitung und Strukturierung von Produkteigenschaften und deren Merkmale (z.)