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Bäume pflanzen – aber richtig - BSB

Gesch ftsstelle Postfach 109 - 4153 Reinach 2. Tel / Fax 061 - 713 08 19. B ume pflanzen aber richtig Die Pflanzung legt den Grundstein f r das ge- samte Leben des Baumes. Auswahl der Pflanzware H ufig wird der Baumpflanzung nicht die geb h- Grunds tzlich gilt, dass sich j ngere B umchen rende Bedeutung beigemessen: Unkenntnis und rascher und besser an den neuen Standort ge- mangelnde Sorgfalt beim pflanzen f hren zu ei- w hnen als gr ssere Jungb ume. Vielfach wird nem k mmerlichen Dasein der B ume unserer die kleinere "Anfangsgr sse" durch kr ftigeres Zukunft: Sie gedeihen schlechter und ben tigen Wachstum innert weniger Jahre kompensiert. mehr Pflege. Bei der Auswahl gilt besonderes Augenmerk dar- Das pflanzen eines Baumes umfasst mehrere auf zu richten, dass Stamm und ste unverletzt Arbeitsschritte, die alle eine ganze Reihe an Feh- sind. Astschnittstellen m ssen klein sein (im lerm glichkeiten mit sich bringen: ungeeignete Durchmesser h chstens ein Viertel des Stammum- Artenwahl, minderwertiges Pflanzgut, ung nstige fanges in gleicher H he) und m ssen ringsherum Saison oder Witterungsbedingungen, sch digen- gleichm ssige berwallungsw lste aufweisen.

Geschäftsstelle Postfach 109 - 4153 Reinach 2 Tel / Fax 061 - 713 08 19 www.baumpflege-schweiz.ch verband@baumpflege-schweiz.ch Bäume pflanzen – aber richtig

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1 Gesch ftsstelle Postfach 109 - 4153 Reinach 2. Tel / Fax 061 - 713 08 19. B ume pflanzen aber richtig Die Pflanzung legt den Grundstein f r das ge- samte Leben des Baumes. Auswahl der Pflanzware H ufig wird der Baumpflanzung nicht die geb h- Grunds tzlich gilt, dass sich j ngere B umchen rende Bedeutung beigemessen: Unkenntnis und rascher und besser an den neuen Standort ge- mangelnde Sorgfalt beim pflanzen f hren zu ei- w hnen als gr ssere Jungb ume. Vielfach wird nem k mmerlichen Dasein der B ume unserer die kleinere "Anfangsgr sse" durch kr ftigeres Zukunft: Sie gedeihen schlechter und ben tigen Wachstum innert weniger Jahre kompensiert. mehr Pflege. Bei der Auswahl gilt besonderes Augenmerk dar- Das pflanzen eines Baumes umfasst mehrere auf zu richten, dass Stamm und ste unverletzt Arbeitsschritte, die alle eine ganze Reihe an Feh- sind. Astschnittstellen m ssen klein sein (im lerm glichkeiten mit sich bringen: ungeeignete Durchmesser h chstens ein Viertel des Stammum- Artenwahl, minderwertiges Pflanzgut, ung nstige fanges in gleicher H he) und m ssen ringsherum Saison oder Witterungsbedingungen, sch digen- gleichm ssige berwallungsw lste aufweisen.

2 Ist der Transport, zu kleine Pflanzgrube, ungeeigne- der Stamm zum Schutz gegen die Sonnenein- tes Substrat, falsche Pflanzh he, ungeeigneter strahlung mit Jutebandagen umwickelt, sollte diese Stammschutz, ung nstige Pf hlung, falscher zur Pr fung entfernt werden, will man nicht "die Schnitt der Krone, mangelnde Anwachspflege, Katze im Sack" kaufen. ungeeignete Jede Fehlerquelle Bei Containerpflanzen im Topf oder Plastiksack reduziert das Entwicklungspotential des jungen d rfen sich die st rkeren Wurzeln nicht ringeln. Sie Baumes; Stoffwechselst rungen mit erh hter An- sollten sich strahlenf rmig vom Stamm weg orien- f lligkeit auf Krankheiten und Sch dlinge bis hin tieren, damit sie k nftig eine grosse Bodenfl che zur Fr hvergreisung oder mechanische Defekte erschliessen und dem heranwachsenden Baum mit erh htem Bruchrisiko sind die Folgen. eine gute Stabilit t geben k nnen. Es m sste nicht sein, dass junge B ume alsbald mehr Sorge denn Freude bereiten.

3 Voraussetzung Pflanzentransport und Zwischenlagerung ist, dem Akt der Pflanzung seine lebenswichtige Es ist selbstredend, dass bei Transport und Pflan- Bedeutung beizumessen und den einzelnen Ar- zung keine Baumteile verletzt, geknickt, gebro- beitsschritten die gebotene Sorgfalt angedeihen chen oder abgerissen werden d rfen. Doch auch zu lassen. Quetschungen am Stamm sind zu vermeiden. Die feine Jugendrinde ist sehr druckempfindlich, um Wahl der Baumart so mehr im Fr hjahr, wenn der Baum in Saft Der eigentlichen Pflanzung geht die Baumarten- kommt. Kantige und seilartige Auflagestellen be- wahl voraus. Die sorgf ltigste Arbeitsausf hrung d rfen deshalb einer rutschsicheren Polsterung. n tzt nichts, wenn der Standort den Anspr chen Muss ein Jungbaum vor seiner Pflanzung zwi- der gew hlten Baumart gar nicht entspricht. Be- schengelagert werden, ist das permanente sonders zu beachten sind die Wasserversorgung, Feuchthalten der Wurzelballen unabdingbar.

4 Be- der Boden-pH (kalkhaltig oder kalkarm), Boden- schattung reduziert nicht nur den Wasserbedarf, verdichtung durch Begehen des Wurzelraumes auch der Wurzelballen heizt sich weniger auf. sowie N hrstoffeintrag durch Rasend ngung. Zu ber cksichtigen ist vor allem auch das Platzange- bot f r die ausgewachsene Kronengr sse. Vorbereitung von Standort und pflanzen aber nicht ganz unterbunden wird, er nicht an ei- nem Pfahl aufschlagen kann und nicht beengt Bei der Vorbereitung des Pflanzstandorts gilt: Je wird. schwieriger die Standortbedingungen oder je schwerer der Boden, desto gr sser das Pflanzloch. Der Erziehungsschnitt beginnt wenn immer m g- In nat rlichen, skelettreichen Bodenverh ltnissen lich erst im zweiten Standjahr, um dem frisch ver- betr gt das Pflanzloch mindestens die zweifache pflanzten Baum nicht noch mehr Stress zu besche- Breite und H he des Wurzelballens. Optimal ist ren. Da die baumeigenen Abwehrmechanismen eine abgestufte Substratmischung mit skelettrei- nur w hrend der Vegetationsperiode aktiviert wer- chem Anteil in der Tiefe und einer bergangszone den, erfolgen die Schnittmassnahmen im voll be- zum anstehenden Boden, um den Blumentopfef- laubten Zustand.

5 Absolut kein Anlass besteht zum fekt durch einen abrupten Wechsel von der Baum- immer noch verbreiteten "Korrekturschnitt", womit grube zum Umfeld zu vermeiden. das Kronenvolumen dem Wurzelvolumen angegli- chen werden soll. Ist der Jungbaum gezwungen, Die Wurzelballen werden von ihrer H lle befreit, infolge Wurzelverlust Kronenteile abzustossen, ist auch wenn diese kompostierbar ist. Selbst verrot- die Pflanzung falsch verlaufen, und selbst in die- tendes Material behindert die Wasserverteilung, sem Falle k nnte niemand vorhersagen, welche zersetzt sich oft langsamer als erw nscht und be- Kronenteile in welchem Umfang abgestossen wer- hindert damit die rasche Wurzelentwicklung. den. Verletzte Wurzeln werden mit einer scharfen Sche- Nicht zu vergessen ist der Schutz des Stammes re entfernt; gebogene Wurzeln werden radial zum vor intensiver Sonneneinstrahlung, zumal der ver- Stamm ausgerichtet, sofern sie noch elastisch pflanzte Jungbaum mit seiner empfindlichen Rinde genug sind und nicht anreissen.

6 Nicht mehr in dichten, sich selbst beschatteten Der Wurzelballen wird vor der Pflanzung vollst n- Baumschulreihen steht. Jute-Bandagen mit oder dig durchgenetzt. ohne Lehmanstrich taugen als Strahlungsschutz wenig, da sich das Rindengewebe darunter trotz- Pflanzung und begleitende Massnahmen dem erhitzt. Vorzuziehen sind Bambusmatten, die locker um den Stamm gebunden werden. Unbedingt zu beachten ist die Pflanzh he, die dem urspr nglichen Bodenniveau entsprechen muss. Anwachspflege Zu tiefes Einpflanzen ist leider heute noch der Fehler berhaupt! Entgegen der weit verbreiteten Nach der Pflanzung m ssen die B ume im belaub- Meinung m ssen die Wurzelanl ufe ber der Bo- ten Zustand regelm ssig bew ssert werden, um so denoberfl che zu liegen kommen. (Hierbei ist na- l nger, je gr sser sie verpflanzt worden und je t rlich auch zu beachten, dass sich das locker schwieriger die Standortbedingungen sind. Fr h- verf llte Substrat auch nach dem Einsp len noch jahrspflanzungen ben tigen vor allem im ersten erheblich setzt!)

7 Versinkt der Stammfuss im Bo- Jahr eine deutlich intensivere Betreuung als den, besteht die Gefahr, dass die Feinwurzeln an Herbstpflanzungen, findet das Hauptwachstum der Sauerstoffmangel leiden, f uleanf llig werden oder Wurzeln doch deutlich vor Beginn der eigentlichen gar ersticken, womit die Wasseraufnahme und Wachstumsperiode statt und wird meist verpasst. damit die gesamte Baumentwicklung beeintr chtigt Frisch gepflanzte B ume werden keinesfalls ge- w re. Das Anh ufeln eines Giessrandes erleichtert d ngt! Das verf llte Substrat enth lt gen gend die Bew sserung im Anfangsstadium. N hrstoffe. Ferner ist im Anwachsstadium vor al- F r eine rasche Wurzelentwicklung muss der lem das Wurzelwachstum wichtig, wohingegen Baum durch Pf hle ruhig gestellt werden. Der stickstoffreiche D ngemittel vor allem das Trieb- Stamm soll aber noch leicht im Wind schwingen, wachstum anregen, die Wurzelentwicklung aber damit sein Dickenwachstum und seine Tragkraft eher hemmen.

8 Mit der rasch heranwachsenden Krone mith lt. Die Zur Anwachspflege geh rt auch die regelm ssige starre Anbindung an nur einen Pfahl ist deshalb Kontrolle der Anbindung. Abgeschlossen ist die usserst ung nstig; zudem besteht hier die Gefahr Anwachspflege erst, wenn die Pf hlung im dritten des Scheuerns und Einwachsens. Keinesfalls darf Standjahr beseitigt wird. Draht, auch mit einem St ck Gartenschlauch um- wickelt, zum Anbinden verwendet werden; er schn rt den jungen Stamm ein. Optimal ist ein Dreipfahlsystem mit breiten Bandschlaufen, womit Gesch ftsstelle BSB. das Schwanken des St mmchens einged mmt, Dr. K. Joos Reimer, Biologin Fehlender Strah- Vergessene Anbin- lungsschutz: dung falsch verwendet Mangels Beschat- im L ngsschnitt durch tung - idealerweise den jungen Stamm: durch eine Bambus- Das Kunststoffseil ist ummantelung - hat fest eingewachsen sich in den beiden und st rt den Saft- ersten Standjahren fluss.

9 Wird der Stamm auf der s dexponier- losgebunden, kann er ten Stammseite ein das Eigengewicht grossfl chiger Son- nicht mehr alleine nenbrand eingestellt. tragen, weil er sich zu Die junge Rinde ist sehr an seine "Kr - aufgeplatzt; im abge- cke" gew hnt hat. storbenen Bereich Totalschaden ist die siedeln sich Pilze an. Folge. Der Baum hat kaum mehr Zukunftschan- cen. Korrekte Pf hlung und Anbindung: Im Dreipunkt- system mit lockerer Bandanbindung wird der Jungbaum allseitig gleich stabilisiert, kann aber ohne zu scheuern leicht in der Windlast schwin- gen. Das Gewicht der Krone muss vom Stamm getragen werden. Der Stamm wird nicht einge- schn rt, der Wassertransport nach oben zum Laub und der Transport von Zuckersaft aus dem Laub zum unteren Stammbereich und den Wurzeln wird nicht wird nicht behindert. Mit gen gend Baustof- fen versorgt k nnen Wurzeln und Stamm erstar- Falsche Stabilisierung: Trotz der Ummantelung mit ken.

10 Nach zwei bis drei Jahren je nach Windex- einem St ck Gartenschlauch schn rt eine Draht- position kann der angewachsene Jungbaum anbindung ein und quetscht Rinde und junges Holz selbst ndig stehen und dem Wind trotzen. an der Auflagestelle. Die Stabilisierung mit einem einzelnen Drahtzug ist nur einseitig wirksam.


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