Transcription of moo 11/95 TRINKEN IM SPORT - dr-moosburger.at
1 1 moo 11/95 TRINKEN IM SPORT Bei Muskelarbeit wird chemische Energie (ATP) in mechanische Energie und W rme umgewandelt [siehe DIE MUSKUL RE ENERGIEBEREITSTELLUNG IM SPORT ]. Der Wirkungsgrad der Muskulatur ist mit ca. 25 % relativ gering, die restliche Energie geht als W rme verloren : Wenn wir uns k rperlich bewegen, wird uns warm. Bei intensiver k rperlicher Aktivit t ist der K rper gezwungen, den erzeugten W rme berschuss nach au en abzugeben, um eine gesundheitssch digende berw rmung des Organismus ( berm ige Erh hung der K rperkerntemperatur) zu vermeiden.
2 Die W rmeabgabe erfolgt vor allem ber das Blut durch eine Weitstellung der Hautgef e. Dar ber hinaus werden die Schwei dr sen aktiviert und durch die Verdunstung des Schwei es auf der Hautoberfl che wird der K rper gek hlt. Wer also SPORT treibt, schwitzt. Schwitzen muss kein Zeichen eines schlechten Trainingszustandes sein, im Gegenteil - wer gut ausdauertrainiert ist, kann auch gut schwitzen. Schwitzen ist f r die W rmeregulation des Organismus notwendig, damit die K rperkerntemperatur nicht auf ein gef hrliches Niveau ansteigt, was zum Hitzschlag f hren k nnte.
3 Wie wichtig die durch ausreichendes Schwitzen am effektivsten m gliche W rmeabgabe bei l ngerdauernder k rperlicher Belastung ist, soll das Beispiel Marathonlauf veranschaulichen, den Spitzen-Athleten und -Athletinnen mit einer K rpertemperatur von bis zu knapp 40 Grad Celsius absolvieren! Die Menge des Schwei verlustes nimmt proportional zur Belastungsintensit t, Umgebungstemperatur sowie Luftfeuchtigkeit zu. Wer viel und andauernd schwitzt, verliert eine nicht unbetr chtliche Menge an K rperwasser. Dies geht zu Lasten der Fl ssigkeit in den K rperzellen (intrazellul re Fl ssigkeit), dem Zwischenzellraum sowie letztlich auch dem Blutplasma (= fl ssige, aus Wasser bestehende Phase des Blutes), was zu einer Abnahme der Durchblutung, damit auch einer Beeintr chtigung des Sauerstofftransportes und -versorgung aller Organe sowie des Abtransportes von Abfallprodukten vor allem aus den Extremit ten (Beine und Arme) f hrt.
4 Bei Sportlern, die in warmem Klima trainieren, kann ein gr erer Fl ssigkeitsverlust betr chtliche gesundheitliche Probleme verursachen, vor allem durch berhitzung des K rpers bis hin zum Hitzekollaps und Hitzschlag. Schwei raten, die 2 Liter pro Stunde berschreiten, sind nicht ungew hnlich. Obwohl die Folgen nur in wenigen F llen fatal sind (erst ein Wasserverlust von 10% des K rpergewichts f hrt zu ernsthaften Symptomen und ist prinzipiell lebensbedrohlich, eine Dehydratation von 15% des eigenen K rpergewichts ist normalerweise t dlich), reduzieren bereits relativ kleine Schwei verluste die Leistungsf higkeit.
5 2 Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass ein Wasserverlust von bereits 2 % des K rpergewichts die Leistungsf higkeit deutlich beeintr chtigen kann (Es gibt Athleten, die dies besser tolerieren). Dies entspricht bei den meisten Menschen einem Schwei verlust von weniger als zwei Litern. Vor allem in Sportarten, wo zwischen Sieg und Niederlage Bruchteile von Sekunden entscheiden, beeinflusst ein solch nachteiliger Effekt nicht nur das Endresultat, sondern auch den dabei empfundenen subjektiven Erm dungsgrad. Bei intensiven Ausdauerleistungen ist die Geschwindigkeit des Wasserverlustes mit dem Schwei gro und die f r die Rehydratation (Wiederaufnahme von Wasser) verf gbare Zeit w hrend eines Wettkampfes kurz.
6 Ein Spitzen-Marathonl ufer verliert normalerweise 4 bis 5 Liter Schwei , hat aber nur etwas mehr als zwei Stunden Zeit, die verlorene Fl ssigkeit zu ersetzen, was er w hrend des Laufes jedoch nicht vollst ndig bewerkstelligen kann. Fu ballspieler k nnen mehr als 5% ihres K rpergewichts verlieren, wenn das Spiel an einem hei en Tag ausgetragen wird. Sie haben aber nur 90 Minuten Spielzeit (in der - au er bei Spielunterbrechungen - nicht getrunken wird, was sicherlich ein Fehler ist) und 15 Minuten Pause, um Fl ssigkeit aufzunehmen.
7 In dieser Situation ist eine m glichst schnelle Rehydratation zur Aufrechterhaltung der k rperlichen Leistungsf higkeit w hrend des gesamten Spiels von entscheidender Bedeutung, wenngleich auch in diesem Fall ein hundertprozentiger Fl ssigkeitsersatz in der verf gbaren Zeit nicht m glich ist. Es ist verst ndlich, dass viel Fl ssigkeit w hrend der Sportaus bung bzw. eines Wettkampfes nicht ohne Probleme (Zeitverlust, Bequemlichkeit, Magenprobleme usw.) zugef hrt werden kann, und somit in der Regel die Kompensation des Wasserverlustes niemals vollst ndig sein wird.
8 Deshalb ist es sehr wichtig und von entscheidender Bedeutung, dass das Getr nk schnellstm glich absorbiert (aufgenommen) wird, um noch w hrend des Trainings bzw. Wettkampfes eine zunehmende Dehydratation verhindern zu k nnen. Schon vor Beginn eines Trainings bzw. Wettkampfes sollte man eine gewisse Fl ssigkeitsmenge zu sich nehmen ( bis Liter) und w hrend der k rperlichen Belastung von Beginn an (!) in regelm igen, kurzen Abst nden eine kleine Menge TRINKEN , alle 10 bis 15 Minuten 200 bis 250 ml oder in noch k rzeren Intervallen ein paar Schlucke.
9 Wenn ein Durstgef hl als Warnsignal der Dehydratation auftritt, ist es zu sp t und man kann den Fl ssigkeitsverlust nicht mehr ausreichend kompensieren, worunter zwangsl ufig die Leistung leidet. Die Wasseraufnahme des K rpers findet im D nndarm, aber auch im Dickdarm statt. Eingenommene Getr nke m ssen also zuerst den Magen verlassen, bevor die Wasserabsorption beginnen kann. Daraus folgt, dass ein Getr nk als Mittel zum raschen Fl ssigkeitsersatz nur dann effektiv sein kann, wenn es schnell vom Magen in den D nndarm weitergeleitet wird.
10 Bisher galt, dass kalte Getr nke rascher den Magen passieren als warme und somit im SPORT bevorzugt werden sollten. Nach neueren Erkenntnissen spielt die Temperatur des Getr nks keine Rolle bei der Magenentleerung. Somit gelangen warme Getr nke genauso schnell vom Magen in den D nndarm. Die Trinktemperatur sollte individuell gehandhabt werden. Kalte Getr nke sind aufgrund eines gewissen K hleffekts durch Kompensation von Hitze im K rper zweifellos bei hei en und schw len Witterungsbedingungen zweckm iger. [Die weitverbreitete Meinung, der K rper m sse Energie aufwenden, um ein kaltes Getr nk zu erw rmen, ist falsch.]