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Geschichte und Geschichten Ver aber M

1 Geschichte und GeschichtenDie Chronik der Vereinigten J gerkapelle Straberg 1926 Man schrieb das Jahr 1926, der schreckliche Weltkrieg war Vergangenheit und die Welt-wirtschaftskrise noch weit entfernt. In diesem Jahr wurde die Deut-sche Lufthansa gegr ndet und Deutsch-land in den V lkerbund aufgenommen. Es waren die sogenannten Goldenen Zwan-ziger , der Charleston war der Modetanz der Saison. An einem sch nen Sonntag im September in eben diesem Jahr 1926 war es, als sich - mehr oder weniger zuf llig - die Herren Johann Hilgers senior, Theo Hilgers senior, Willi Allroggen senior, Johann Weber, Jo-hann Breuer, Jakob Moll, Jakob Schnitzler, Peter Wirtz und Josef Schmitz beim Sch t-zenfest in Widdeshoven trafen und ber Musik sprachen.

2 Geschichte und Geschichten Die Chronik der Vereinigten Jägerkapelle Straberg 1926 Leitung von Heinrich Schmitz, den man aufgrund seiner musikalischen Vorbildung

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1 1 Geschichte und GeschichtenDie Chronik der Vereinigten J gerkapelle Straberg 1926 Man schrieb das Jahr 1926, der schreckliche Weltkrieg war Vergangenheit und die Welt-wirtschaftskrise noch weit entfernt. In diesem Jahr wurde die Deut-sche Lufthansa gegr ndet und Deutsch-land in den V lkerbund aufgenommen. Es waren die sogenannten Goldenen Zwan-ziger , der Charleston war der Modetanz der Saison. An einem sch nen Sonntag im September in eben diesem Jahr 1926 war es, als sich - mehr oder weniger zuf llig - die Herren Johann Hilgers senior, Theo Hilgers senior, Willi Allroggen senior, Johann Weber, Jo-hann Breuer, Jakob Moll, Jakob Schnitzler, Peter Wirtz und Josef Schmitz beim Sch t-zenfest in Widdeshoven trafen und ber Musik sprachen.

2 Dies nicht zuf llig, denn diese Herren waren allesamt Musikanten, auch wenn sie keine feste Kapelle bildeten und nur gelegentlich zusammen musizier-ten. Ebenfalls Gast beim Widdeshovener Sch tzenfest war der Musiker und Chorlei-ter Heinrich Schmitz aus Straberg, der als ehemaliger Milit rmusiker zur damaligen Zeit in der Kapelle der Neusser Stadtwerke als Tenorhornist Schmitz wurde angesprochen, im Kreis der oben genannten Musiker mitzu-spielen, und zwar bereits am darauffolgen-den Sonntag in Grevenbroich-Gustorf. Er sagte spontan zu, und nach diesem ersten gemeinsamen Auftreten fasste man auf Betreiben von Jakob Schnitzler den Ent-schluss, eine eigene, feste Kapelle zu gr n-den.

3 Da nun die Mitglieder aus verschie-denen Orten stammten und sich aber zu den gemeinsamen Proben regelm ig in Straberg einfanden, beschloss man auf der ersten offiziellen Versammlung - einem Vorschlag Jakob Schnitzlers folgend - die Kapelle Vereinigte J gerkapelle Straberg zu nennen. Jakob Schnitzler wurde der erste Gesch ftsf hrer, ein Amt, das er von 1926 bis 1950 innehatte. Die Vereinigte J gerkapelle Straberg war geboren ! Die ersten Proben wurden bei Johann Breuer in Straberg abgehalten und ver-tieften den Zusammenhalt der noch jun-gen Gemeinschaft. Bald kamen weitere Mitglieder hinzu, namentlich die Herren Ernst Gr n, Willi Gr n, Josef Clemens senior und Hermann Birkmann, allesamt aus Nievenheim.

4 Es folgten bald darauf erste Auftritte und erste Erfolge unter der Heinrich Schmitz2 Geschichte und GeschichtenDie Chronik der Vereinigten J gerkapelle Straberg 1926 Leitung von Heinrich Schmitz, den man aufgrund seiner musikalischen Vorbildung zum Kapellmeister gew hlt hatte. Beispiel-haft seien hier an dieser Stelle Ausz ge aus dem Programm einer Konzertreihe angef hrt, welche im Jahre 1929 gemein-sam mit dem M nnergesangverein Con-cordia Dormagen (dem Werkschor der Zuckerfabrik Pfeiffer & Langen) und dem M nnergesangverein Einigkeit St rzel-berg, beide ebenfalls unter der Leitung von Heinrich Schmitz, zur Auff hrung gelang-te:1. Nibelungenmarsch v.

5 Sonntag2. Ouvert re zur Operette Leichte Kavallerie v. Suppe 3. Elektrische Funken, Potpourri v. Hauser4. Kreuzritter-Fanfarenmarsch v. Henrion5. Goldregen, Walzer v. Waldteufel6. Ouvert re zur Operette Banditenstreiche v. Suppe 7. Unter Waffengef hrten, Marsch v. TeikeDie Uniformen der neuen Kapelle wurden nach dem Vorbild der Milit rmusiker der Reichswehr, die nach dem ersten Weltkrieg entstanden war, bei einer K lner Firma be-stellt und gekauft. Man w hlte daf r die Das Original-Programmheft von 1929 Die Gr nder, 19263 Geschichte und GeschichtenDie Chronik der Vereinigten J gerkapelle Straberg 1926 Farbe gr n, um dem Namen J ger kapel-le auch nach aussen hin gerecht zu wer-den.

6 Die ersten Noten bezog man aus dem Repertoire der Stadtkapelle man in der Chronik der tzenbruderschaft Straberg nach-lesen kann, spielte Heinrich Schmitz mit einer losen Musikervereinigung bereits im Jahre 1914 in Straberg zum Sch tzenfest auf. Seit dem Sch tzenfest in Straberg im September 1926 spielt dort, abgesehen von wenigen Jahren w hrend des zweiten Welt-kriegs und am Ende der siebziger bis An-fang der achtziger Jahre die J gerkapelle. Die Leistungen und der Erfolg der Kapelle sprachen sich bald herum, und im Laufe der Zeit kamen weitere Mitglieder hinzu, unter anderem die Herren Adam Sauer und Adam Reiff, die lange Zeit zu den St t-zen der Vereinigten J gerkapelle Straberg z hlten.

7 Bedingt durch die st ndig wachsende Mit-gliederzahl wurde der Proberaum bei Jo-hann Breuer bald zu klein und man verleg-te die Proben in die Gastst tte Leufgen in erfolgte das erste gr ere Konzert in Grevenbroich und im Jahr 1929 die bereits erw hnten Konzerte mit den M nnerch -ren in Dormagen, St rzelberg und Butz-heim. Diese Konzerte fanden beim Publikum gro en Anklang, bildeten sie doch in Zei-ten, als es noch kein Fernsehen gab, eine beliebte M glichkeit, sich an Wochenen-den unterhalten zu lassen. An dieser Stelle sei eine kleine Anekdote eingef gt, die zeigt, mit welcher Ernsthaf-tigkeit und mit welchem Ehrgeiz die ein-zelnen Musiker ihre Aufgaben angingen: W hrend einer Auff hrung der Ouvert re Leichte Kavallerie unterlief dem damali-gen Klarinettisten Josef Schmitz ein harm-loser Fehler.

8 Dieses kleine Missgeschick nahm er sich so zu Herzen, dass er der Kla-rinette zuk nftig Ade sagte und auf Tuba (!) umsattelte - ein Gegensatz, wie er kras-ser kaum gedacht werden kann. Die Tuba war dann brigens das Instrument, das Jo-sef Schmitz noch lange, bis in die sechziger Jahre, in der J gerkapelle erfolgreich blies. W hrend der n chsten Jahre, bis zum Aus-bruch des zweiten Weltkrieges, steigerte sich die Mitgliederzahl der J gerkapelle auf etwa 25 Personen. Neben den Konzerten und diversen Sch tzenfestauftritten war es auch die Tanzmusik, welche die Beliebt-heit der Kapelle ausmachte. Damals wurde zum Tanz oftmals Streichmusik gespielt, die Salonorchester-Besetzung war gro e Mode.

9 Erste Geige, zweite Geige, Trom-pete, Posaune, Klavier und, zu einem sp -teren Zeitpunkt hinzukommend, Schlag-zeug - mit dieser Instrumentierung trat die J gerkapelle viele Jahre als Tanzkapelle neben ihrer traditionellen Blasmusik auf. Beliebte Schlager zu dieser Zeit kamen vor allem aus dem Bereich der Filmmusik, des Tonfilms. Saxophone konnten in der zweiten H lfte der drei iger Jahre infolge nationalsozia-listischer Vorbehalte nicht verwendet wer-den, sie waren unter den Nazis verp nt; Jazz und Bigband-Musik zum Beispiel im Stil eines Count Basie oder Glenn Miller 4 Geschichte und GeschichtenDie Chronik der Vereinigten J gerkapelle Straberg 1926galten als Negermusik , als undeutsch.

10 Bei den Zug ngen in dieser Zeit ist beson-ders der Organist und Chorleiter Johann Hilgers junior zu erw hnen, der als Pianist, Tenorhornist und Baritonist, aber auch als Musiker, der St cke schreiben und in No-ten setzen konnte, wesentlichen Anteil an der musikalischen Entwicklung und am Klangk rper der Kapelle hatte. Als Beispiel f r diese handgeschriebenen Noten, wo jedes Musikst ck f r jede ein-zelne Stimme geschrieben werden muss-te, mag die nachstehende Seite aus dem Marschbuch der 1. Trompete dienen. Man kann sich sicherlich unschwer vorstellen, wie viel Arbeit das war und wie viel Idea-lismus dazu geh folgten in diesen Jahren die Bassisten Willi Schmitz und Konrad May, die Schlagzeuger Konrad Engels und Pe-ter Hilgers (volkst mlich Plagge Pitter genannt), der Fl gelhornist Willi Pl cker, der Tubist Johann Lauff, der Tenorhornist Philipp Kr ll und nicht zuletzt der Hornist Matthias Kirberg.


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