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Metaphern und Geschichten als Entwicklungsimpulse

_____ Mag. Karl Wimmer Metaphern & Geschichten und Geschichtenals Entwicklungsimpulse ber Nutzung und Nutzen von Metaphern undGeschichten im Kontext von Beratung, Coaching und TherapieKarl Wimmer, J nner 2004 Inhalt1. ber Wahrnehmung, Wahrheit, Wirklichkeit und Wirksamkeit .. S. 12. Grundlegendes ber Metaphern und Geschichten .. S. 33. ber den Einsatz von Metaphern und Geschichten in Beratungskontexten .. S. 94. Wirkungsebenen von Metaphern und Geschichten .. S. 145. Zum Finden und Nutzen einer eigenen Lebensmetapher .. S. 166. Einige weitere Anregungen zum Schluss .. S. 187. Literatur .. S.

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1 _____ Mag. Karl Wimmer Metaphern & Geschichten und Geschichtenals Entwicklungsimpulse ber Nutzung und Nutzen von Metaphern undGeschichten im Kontext von Beratung, Coaching und TherapieKarl Wimmer, J nner 2004 Inhalt1. ber Wahrnehmung, Wahrheit, Wirklichkeit und Wirksamkeit .. S. 12. Grundlegendes ber Metaphern und Geschichten .. S. 33. ber den Einsatz von Metaphern und Geschichten in Beratungskontexten .. S. 94. Wirkungsebenen von Metaphern und Geschichten .. S. 145. Zum Finden und Nutzen einer eigenen Lebensmetapher .. S. 166. Einige weitere Anregungen zum Schluss .. S. 187. Literatur .. S.

2 198. Autor .. S. 201. ber Wahrnehmung, Wahrheit, Wirklichkeit und WirksamkeitEs ist das Los des Menschen, dass die Wahrheit keiner hat. Sie haben sie alle, aberverteilt, und wer nur bei einem lernt, der vernimmt nie, was die anderen Heinrich PestalozziDer Mensch ist ein Wesen mit der M glichkeit zu neuen ist das, was wirkt, und nicht alles was wirkt, ist me bar. Sonst w re Ihreerste gro e Liebe keine Wirklichkeit gewesen und das Vertrauen Ihrer Kinder nurSchein. Sonst g be es keine Ehre und keine Bernd Kr plin, Universit t StuttgartSo wie Freizeit und Entspannung haben auch Sitten, Gewohnheiten und Wertvorstel-lungen viele Gesichter.

3 Dies bedeutet nicht, dass das eine Modell besser ist als das an-dere, sondern dass verschiedene Wertesysteme einander viel zu sagen haben, dass siesich gegenseitig erg nzen k nnen. (Nossrat Pescheskian: Der Kaufmann und der Papagei, S. 9)_____ Mag. Karl Wimmer Metaphern & Geschichten Menschen lassen sich nicht gern was sagen, aber gern was erz hlen - diese Aussageeiner meiner NLP-Lehrerinnen ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben. Eine Meta-pher oder eine Geschichte er ffnet oft neue Wahrnehmungen, Konstruktionen, Perspek-tiven. Besonders eben auch dort, wo klassische Beratung ansteht , wenig Wirkungoder Wirksamkeit , die unsere Denken strukturieren, sind nicht auf den intellektuellen Bereichbegrenzt.

4 Sein lenken auch unser nichtreflektiertes Alltagshandeln bis in die prosaisch-sten Einzelheiten. Unsere Konzepte strukturieren das, was wir wahrnehmen, wie wiruns in der Welt bewegen und wie wir uns auf andere Menschen beziehen. Unser Kon-zeptsystem ist kein Gebilde, dessen wir uns im Normalfall bewusst sind. Bei den mei-sten unkomplizierten Handlungen, die wir tagt glich ausf hren, denken und handeln wirnur mehr oder weniger automatisch nach bestimmten Leitlinien. Wie diese aber be-schaffen sind, ist keineswegs offenkundig. Eine M glichkeit, diese Leitlinien heraus-zuarbeiten besteht darin, dass man die Sprache auf diesen Aspekt hin untersucht.

5 Spra-che ist daher eine wichtige Erkenntnisquelle daf r, wie ein System beschaffen ist. Dergr te Teil unseres allt glich wirksamen Konzeptsystems ist im Kern metaphorischangelegt. (Vgl. Laktoff / Johnson 1998).Wir leben in einer Bilderwelt, in der wir mit unz hligen Piktogrammen und visuellenCodes ganz selbstverst ndlich umgehen. Wir konstruieren ein optisches Modell desBewusstseins: sehen hei t erkennen und wissen, verstehen hei t einsehen, Erkenntnis-zug nge sind Blickwinkel. Das Sehen als erkenntnistheoretische Metapher ist in unserenLebenszusammenh ngen berrepr sentiert. Schon in den griechischen Mythen sindweise SeherInnen wie Kassandra oder Theresias mit dieser Gabe des Wissens ausgestat-tet.

6 Der Blick eines Menschen, er kann verbinden; wenn ich mich im Blick eines Men-schen verliere, wenn jemand bis auf den Grund meiner Seele blickt. Oder aber der eis-kalte Blick von jemandem, er kann trennen, l sst mir das Blut in den Adern mythische Blick der Medusa, bei deren Anblick man zu Stein erstarrt, ist eineanschauliche Metapher f r die Faszination von Verbindung und Trennung im Blick.(Vgl. Lang 2003, S. 190 f.). Der aktive weibliche Blick ist in patriarchalen Kulturen nicht erlaubt, er macht Angstund muss verschleiert werden, was im Mythos der Medusa anschaulich zum Ausdruckkommt. Das Bild der Medusa ist ein Frauengesicht mit langen Haaren, die wie Schlan-gen sind.

7 Haare und Schlangen sind Symbole f r Zauber, Heilkraft und Potenz. Sichdem Blick der Medusa auszusetzen hei t, sich der Macht der Frau hinzugeben und aus-zuliefern. Das wirkt f r m nnliche Helden so gef hrlich, dass sie bei ihrem Anblick vorAngst erstarren und zu reglosem Stein werden. (Lang 2003, S. 195)._____ Mag. Karl Wimmer Metaphern & Geschichten Als Metapher f r das H ren kann man die Muschel aus dem Meer betrachten. Sieschwingt mit den Wellen des Meeres mit, nimmt die Bewegungen und den Klang insich hinein und bewahrt sie auf. Wenn wir sie ans Ohr halten, h ren wir das der Muschel finden wir die Spuren der Anwesenheit des Meeres.

8 (Lang 2003, )Die Metapher des F hlens und der Gef hle basiert wie die Bilder des Gesehen und Ge-h rt werdens auf leiblichen Erfahrungen. Wie wir die Welt verstehen ist gebunden anunsere organischen F higkeiten der Lebensbew ltigung. Sinn und Soziales sind in denleiblichen Strukturen angelegt. Meine Kenntnis von mir selbst basiert auf meinem leib-lichen Selbst, das sich noch vor der Bewusstheit und Reflexionsf higkeit entwickelt.(Vgl. Lang, 2003, S. 193).Auch der K rper ist eine leibhafte Geschichte. Form und Strukturiertheit des K rpersspiegelt die je individuelle Biografie wieder. Die K rperstruktur (Charakterstruktur) istzu einem gewissen Teil genetisch mitbestimmt und zum gr eren Teil Spiegelung dersozialen und vor allem der famili ren Pr gungen und Einfl sse, welche wiederum dieLebensgeschichte einer Person wesentlich mitgestalten.

9 Unterschiedlichen Charakter-strukturen lassen sich als Ausdruck der individuellen Pers nlichkeit verschiedene Me-taphern und Geschichten zuordnen. (Ausf hrlich dazu siehe zB. Dietrich 1990).2. Grundlegendes ber Metaphern und GeschichtenZeitweilig kommen wir um Wissenschaft, Mathematik und gelehrte Diskussion nichtherum, mit deren Hilfe sich das menschliche Bewusstsein weiterentwickelt. Zeitweiligbrauchen wir aber auch Gedichte, das Schachspiel und Geschichten , an denen unserGem t Freude und Erfrischung findet. (Saadi, zit. in: Pescheskian 1979, S. 10)Der Seele Grenzen kannst du im Gehen nicht ausfindig machen, und ob du jeglicheStra e abschrittest; so tiefen Sinn hat sie.

10 (Heraklit, Z. 45)In dieselben Fl sse steigen wir und steigen wir nicht, wir sind und wir sind nicht. (Heraklit, Z. 49a) Metaphern k nnen definiert werden als Ersatzbeschreibungen oder Umschrei-bungen in Form eines bildhaften Ausdrucks, etwa als- hnlichkeitsbeziehungen (zB. das Gold ihrer Haare ),- Personifikation von Dingen (zB. st hlerne Arme f r Kran ),- Verdinglichung von Verhalten (zB. wie ein Fels in der Brandung ),- Syn sthesie, einer Umschreibung aus dem Bereich der Sinnesempfindung(zB. schreiende Farben , stinksauer oder picks ss )._____ Mag. Karl Wimmer Metaphern & Geschichten Metaphorik ist die Bezeichnung f r einen anschauungs- und assoziationsreichenSprachstil sowie f r poetische Bildlichkeit (-> Metapher).


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