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John F. Kennedy, Rede an die Berliner vor dem Schöneberger ...

John F. Kennedy, Rede an die Berliner vor demSch neberger Rathaus ["Ich bin ein Berliner !"], 1963 ZusammenfassungDie Berliner Rede des US-amerikanischen Pr sidenten John F. Kennedy im Juni1963 markierte den H hepunkt der Beziehungen zwischen den USA undWestdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Infolge ihrer geschicktenInszenierung und der Rhetorik z hlt sie zu den gro en Reden des 20. ist in ihrem Erfolg aber nur verstehbar, wenn man sie vor dem Hintergrund derbesonderen Bedeutung West-Berlins im Kalten Krieg simplen vier Worte "Ich bin ein Berliner ", die der US-amerikanische Pr sidentJohn F.

John F. Kennedy, Rede an die Berliner vor dem Schöneberger Rathaus ["Ich bin ein Berliner!"], 26. Juni 1963 Zusammenfassung Die Berliner Rede des US …

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Transcription of John F. Kennedy, Rede an die Berliner vor dem Schöneberger ...

1 John F. Kennedy, Rede an die Berliner vor demSch neberger Rathaus ["Ich bin ein Berliner !"], 1963 ZusammenfassungDie Berliner Rede des US-amerikanischen Pr sidenten John F. Kennedy im Juni1963 markierte den H hepunkt der Beziehungen zwischen den USA undWestdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Infolge ihrer geschicktenInszenierung und der Rhetorik z hlt sie zu den gro en Reden des 20. ist in ihrem Erfolg aber nur verstehbar, wenn man sie vor dem Hintergrund derbesonderen Bedeutung West-Berlins im Kalten Krieg simplen vier Worte "Ich bin ein Berliner ", die der US-amerikanische Pr sidentJohn F.

2 Kennedy am 26. Juni 1963 vor Hunderttausenden begeisterter Westberlineraussprach, z hlen immer noch zum mythischen Grundbestand der hepunktderwestdeutsch-amerikanischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg. IhreWirkung ist nur vor dem Hintergrund einer spezifischen historisch-politischenSituation und eines besonderen Ortes zu verstehen. Der Ort war Berlin, einstHauptstadt des nationalsozialistischen Deutschland, von wo aus der Zweite Weltkriegund der Holocaust initiiert worden war, dann aber auch Helden- und Frontstadt desKalten Krieges, insbesondere in der Zeit der Blockade 1948/49.

3 Das Jahr 1949markierte einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen der US-amerikanischenSieger- und Hegemonialmacht und den Deutschen. Berlin wurde nach 1949 jenseitsdes Atlantiks zu einer symbolischen Projektionsfl che, so wie umgekehrt die USA,gerade in den Augen der Einwohner West-Berlins, von der Besatzungs- zurSchutzmacht mutierten. Von da an fungierte West-Berlin unter amerikanischemSchutz als Schaubild des Westens, seiner politischen Freiheitsverhei ungen undseines konomischen Erfolgs. Die isolierte Stadt war zudem ein steter Stachel imFleisch des sowjetischen Hegemonialsystems in Osteuropa.

4 Noch 1958 hattengerade die Vereinigten Staaten den Versuch des sowjetischen Parteichefs NikitaChruschtschowabgewiesen,West-Berli nausdemVerf gungsbereichderWestm chte herauszubrechen. Genau diese besonderen Beziehungen zwischenWest-Berlin und den USA aber standen seit 1961 auf der Kippe. Der Bau der Mauerdurch das ostdeutsche SED-Regime war von den Westm chten tatenloshingenommen worden. Sehr viele Optionen hatten sie indes angesichts dernuklearen R stung beider Bl cke nicht gehabt. Trotzdem waren unter den BerlinernVorbehalte und Skepsis gegen ber den Amerikanern angewachsen.

5 Die Regierungdes demokratischen Pr sidenten John F. Kennedy, der 1960 als militanterAntikommunist in sein Amt gew hlt worden war, wu te, da gegen ber denDeutschen und der Stadt Berlin politischer Handlungsbedarf bestand, nachdem man1961 und 1962 bis zur Kubakrise gegen ber dem Osten manche diplomatischeNiederlage hatte einstecken m ssen. Insbesondere die mi gl ckte, von den USAorganisierte Landung exilkubanischer Rebellen in der Schweinebucht hatte in einemDesaster geendet. Berlin schien aus Sicht von Kennedys Beratern der geeignete Ort,um durch geschickte Symbolpolitik die Dinge wieder ins Lot zu r cken, denn auchinnenpolitisch stand man unter Druck.

6 Der Pr sident sah sich dem Druck sowohl derschwarzen Aktivisten der B rgerrechtsbewegung nach mehr Partizipation, als auchdemderwei en,rassistisch-konservativenS dstaatendemokratennachAufrechterhaltung des Status quo ausgesetzt. Seine Beliebtheitswerte waren in denUmfragen in den Keller gest nicht allein die USA hatten ein genuines Interesse an einem gelungenen Auftrittdes redegewandten, rhetorisch begabten Pr sidenten in Deutschland. In derBundesrepublik zeichnete sich das Ende der Gr nder ra unter dem greisenchristdemokratischen Bundeskanzler Konrad Adenauer ab, der sich beim Mauerbauebenfalls merkw rdig bedeckt gehalten hatte.

7 Sein Herausforderer war der aus demskandinavischen Exil zur ckgekehrte sozialdemokratische Reformpolitiker WillyBrandt, damals ausgerechnet Regierender B rgermeister von West-Berlin. Er undseine Mannschaft waren deutlich mehr als Adenauer, der seit Jahren innerhalb deswestlichen B ndnisses die franz sische, gaullistische Karte spielte, an einem Besuchdes amerikanischen Pr sidenten interessiert. Brandt stilisierte sich gerne als derdeutsche Kennedy und hatte auch Elemente von dessen Wahlkampf war die Situation, die Kennedy zu Beginn seines Besuches vorfand.

8 Er mu tedas Vertrauen der Westdeutschen und der Berliner in die Schutzmachtfunktion derUSA wieder herstellen und den in katholisch-konservativen Kreisen wachsendenEinflu des franz sischen Gaullismus in der CDU/CSU konterkarieren, ohne sich indie innenpolitischen Streitigkeiten der jungen Bundesrepublik hineinziehen zu diesem Hintergrund betonte er in seiner Rede vor dem Sch neberger Rathausinsbesondere die Rolle West-Berlins im Kalten Krieg, die gemeinsamen Werte vonFreiheit und Demokratie sowie die Verantwortung der USA f r Berlin. Er lobte dieTapferkeit der Berliner und skizzierte den Kommunismus deutlich als Ideologie desB sen, der Unterdr ckung und der Aggression.

9 Dabei griff Kennedy gleich zweimalauf den deutschen Satz, "Ich bin ein Berliner " zur ck, der nat rlich eine Anspielungauf die klassische Stelle aus Ciceros contra Verrem "Civis Romanus sum" hatte Kennedy sich gut ein Jahr zuvor, in einer Rede in NewOrleans, diesen Topos schon einmal bedient, damals aber davon gesprochen, er seistolz, B rger der USA zu sein. W hrend er in New Orleans auf die Gro machtrolleder USA und die daraus f r den Westen resultierende Pax Americana anspielte,diente das markante und viel umjubelte "Ich bin ein Berliner " vor dem BerlinerPublikum eher dazu, die moralische Vorbildfunktion West-Berlins in dereschatologischen Auseinandersetzung zwischen dem guten Reich der Freiheit, demWesten, und dem blen Reich der Unfreiheit, der sowjetkommunistischenMachtsph re, herauszustreichen.

10 Dies war der performative Versuch, die fehlendenReaktionen aus Anla des Mauerbaus symbolisch in positives strategisches Kapitalumzum Konzept Kennedys ging denn auch voll auf. Die Rede wurde begeistert, fastenthusiastisch aufgenommen und fand ber den Tag hinaus ein breites dieses Erfolgs von Kennedys symbolischer Strategie erstaunt es freilich,da sehr lange unklar war, woher die Idee zu dem entscheidenden Satz eigentlichstammte. Im urspr nglichen maschinegeschriebenen Manuskript fehlt die zentraleAussage n mlich. Zeitgenossen und Historiker haben dann im Gefolge des 26.


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