Transcription of Kothgasser & Co. Datenbank Das Arbeitsheft »Schuhfried«
1 Walter Spiegl Kothgasser & Co. Datenbank Das Arbeitsheft Schuhfried . J acob Schuhfried geh rte von 1798 bis zu seinem Tod 1857. zum Personal der Wiener Porzellanmanufaktur. Anfangs arbeitete er als Figurenmaler, seit 1805 wohl vorwiegend als Landschaftsmaler. [1] Schuhfried und Kothgasser waren nicht nur Arbeitskollegen, sie m ssen sich auch per- s nlich gut gekannt haben, denn Schufried wohnte wie Kothgasser in der Alservorstadt, im Strudelhof CNr. 264 [2], und wenn er die Karls Gasse hinunter Richtung Alserbach zur Arbeit ging, kam er am Haus Sankt Anna 256 vorbei, wo Kothgasser bis 1821 wohnte. [3]. Wann Schuhfried damit begonnen hat, neben Porzellan auch Gl ser zu bemalen, ist nicht bekannt. Die zweite Seite mit Eintragungen in seinem Arbeitsheft ist October 825 berschrieben, aber es muss ein Heft davor gegeben haben, weil im Arbeitsheft Hablischeck II im Sommer/. Herbst 1824 eine genauere Eingrenzung ist wegen feh- lender Zeitangaben nicht m glich Schufried seine Gl.
2 Geschrieben (8 St ck en bloc) abgerechnet wurden. [4] Ein Heft vor Oktober 1825 w rde bedeuten, dass Schuhfried schon fr hzeitig bei der Bemalung von Gl sern mitge- wirkt und m glicherweise die Ansichtengl ser im Kom- missionsverzeichnis Schadlbauer bemalt hat n mlich 1. die Becher mit Schloss Sch nbrunn, mit dem Michaeler- 1 Seite 11 (=fol. 6) platz, mit dem Blick vom Belvedere auf Wien und sogar die aus Schuhfrieds Stephanskirchen. Arbeitsheft 1 Strasser 1977, 20. 2 CNR. = Conscriptions-Nummer Der erste Eintrag im Arbeitsheft Schuhfried betrifft 3 Siehe Kothgasser & Co., 11-12, Stadtplan. 2 Gl er mit den Stephansturm Gold u Silber auf wei . Copyright 2011 by Walter Spiegl Alle Rechte vorbehalten 4 Strasser 1977, 182. Siehe auch bund f r 16 Gulden. Der Hinweis auf Gold u Silber auf Kothgasser & Co. Datenbank . Die Arbeitshefte Hablischeck . wei bund bedeutet, dass der Ranftbecher au en ver- 2 Kothgasser & Co. Datenbank Das Arbeitsheft Schuhfried 3. 2 3 4 5. silbert und innen vergoldet war und dass das Motiv in 2 Innen und au en vergol- 4 Innen und au en ver- [7], beschreibt es ausf hrlich und l sst diese berladenen deter Ranftbecher mit mit goldete Porzellanschale mit Farben auf das wei grundierte Bildfeld gemalt war (Abb.)
3 Ranftbecher aus heutiger Sicht als eine Karikatur seiner Ansicht des Stephansdoms Die Metropolitankirche /. 2). Ich kenne nur sehr wenige au en versilberte und innen vom Stpock-im-Eisen-Platz. von St. Stephan zu Wien in selbst erscheinen. Ob sich ber die Entstehungszeit strei- vergoldete Ranftbecher; die meisten dieser Art sind innen La cath drale de St. Etienne Schwarz auf dem Boden. Die ten lie e, mag dahingestellt sein. [8]. Vienne in Schwarz auf zugeh rige Untertasse mit und au en vergoldet. wei em Grund. Sammlung Innenansicht. Ausstellungs- HF-Wien. Archivfotot. Keine kat. Biedermeier, Michael Dem Vorbild auf Porzellan folgend, hat man bei dem weiteren Angaben. Kovacek, Wien 2007, Nr. 59. Um einen Sonderfall scheint es sich bei dem Ranftbecher Ranftbecher Abbildung 5 einen silbergelben Rahmen mit mit Domkirche zu St. Stephan in Wien in der ehema- 3 Innen und au en vergold- 5 Domkirche zu St. Stephan Goldbl ttchen (auf Porzellan besteht der Rahmen aus ligen Sammlung Herzfelder-Wien zu handeln.
4 Der Be- eter Ranftbecher mit La in Wien in Gold auf der Poliergold, die Bl ttchen sind radiert) um das Bildfeld ge- cath drale de St. Etienne R ckseite oberhalb des schreibung zufolge war er in schwarzen transparenten Vienne . Ausstellungskat. Ranftes. Ausstellungskat. zogen und den Lippenrand zu beiden Seiten des Bildes und Lackfarben bemalt und mit feinen Mustern graviert und Michael Kovacek, Wien 1996, Biedermeier, Michael Kova- auf der R ckseite mit einer breiten Bord re aus gotisieren- Nr. 36 cek, Wien 2007, Nr. 58. die Ansicht war in Schwarzlot auf Hellpurpur-Grund ge- den Spitzb gen verziert. Die hier gezeigte Tasse ist au en malt. [5] Pazaurek kannte dieses Glas: .. schwarz auf rosa und innen vergoldet. Das Motiv des Stephansdoms ist Grund, ganz wie auf Porzellan, sehen wir die Domkirche exakt das gleiche, der Erdboden ist hell ockerfarben und 5 Nachlass Eugenie u. Ernst Herz- .. auf einem sonst mit hellgr nen und rosa Vertikalstrei- felder, Dorotheum-Wien, April 1929, sogar die von rechts vorfahrende Kutsche samt Reiter hat Nr.
5 371. fen nebst drei schwarzen, ebenfalls radierten Rosetten- 6 Pazaurek 1923, 193 f. man bernommen. Nur der Himmel ist blasser, was wohl scheiben dekorierten Ranftbecher .. [6] Auch Paul von 7 B rgersinn und Aufbegehren. Biedermeier und Vorm rz 1815-1848, farbentechnische Gr nde haben d rfte, so dass die Wol- Lichtenberg besch ftigt sich mit diesem Glas, das sich 6/1/2 kenbildung weniger plastisch erscheint. Interessant ist der 8 Paul von Lichtenberg 2009, 82, heute im Historischen Museum der Stadt Wien befindet Abb. Gr envergleich der Tasse mit dem Ranftbecher: dieser ist 4 Kothgasser & Co. Datenbank Das Arbeitsheft Schuhfried 5. Seit etwa 1816 gab es in der Monarchie zwei W hrungen nebeneinander, wobei die Wiener W hrung allm hlich gegen die Konventionsw hrung (C. M.) einge- tauscht wurde [9], was ungef hr bis 1848. dauerte. 250 Gulden W. W. entsprachen einem Wert von 100 fl C. M., und f r 2 fl C. M. konnte Schuhfried genau soviel einkaufen wie f r 5 fl W. W.
6 Schuhfried hat zwischen Oktober 1825. und November 1830 ber 50 Stephan- st rme gemalt, oft zwei, drei, vier oder sechs en bloc. Bei anderen Motiven ver- h lt es sich hnlich. Anfang 1828 malte Schuhfried 6 Gl er mit den Bad Ems auf wei , im Herbst des gleichen Jahres 18 Gla er mit Prospecten nach Prag ge- komen sind . Das hei t wohl, dass es in 6 7 8. der Porzellanmanufaktur eine Stelle, eine Abteilung oder sonst jemanden gab, die 10,5 cm hoch, die Tasse einschlie lich des hochgezogenen 6 Das im Oktober 1824 8 Die Kettenbr cke beziehungsweise der Bestellungen und Auftr ge entge- er ffnete Burgtor. Doro- n chst dem f rstlich Henkels 11,5 cm. theum-Wien, M rz 1969, Rasumovsky schen Palais gennahm und daf r sorgte, dass sie ausgef hrt wurden Nr. 1144. Archivfoto. Keine in Wien . Wiener Kunst und ihren Bestimmungsort erreichten; denn die Gl ser Der n chste Eintrag im Arbeitsheft Schuhfried lautet weiteren Angaben. Auktionen, Oktober 2000, mit Bad Ems wurden gewiss nicht in Wien verkauft und Nr.
7 206. 2 Gl er ordinair f r 12 fl und 40 Zeilen weiter hei t es 7 Vue de la colonne die Ansichten nach Prag auch nicht. 1 Gla mit den Stephansturm durchsichtig f r 6 fl, dite Spinnerin .. [?] sur le Wienerberg . Sammlung woraus ich schlie e, dass die 2 Gl er ordinair f r je HF-Wien. Archivfoto. Keine Schuhfried hat vordekorierte Gl ser verwendet, auf denen 6 fl ebenfalls durchsichtige Stephanst rme waren. Die weiteren Angaben. Bildfeld und Schrifttafel leer waren, denn aus den Eintra- versilberten und vergoldeten Stephanst rme f r 8 fl gungen wird nicht ersichtlich, dass Schuhfried auch die kommen gegen Ende 1826 noch zwei Mal vor, dann nicht Ornamente ausgef hrt haben k nnte. Eine Ausnahme mehr. F r die 40 durchsichtigen erhielt Schuhfried statt scheinen die Gl er .. Gold u Silber auf wei bund zu urspr nglich 6 fl nur noch 5 fl und f r 2 auf wei bund bilden, denn f r die Stephanst rme in Gold und Silber zusammen 7 fl. Ab Mai 1830 wurde nicht mehr in Wiener hat er 2 fl mehr bekommen als f r die durchsichtigen.
8 W hrung (W. W.) abgerechnet, sondern in Conventions- oder ordinairen . Genauso verh lt es sich mit den Erz M nze (C. M.), und der Arbeitslohn betrug 2 fl C. M. pro 9 B rgersinn und Aufbegehren. H[erzog] Carlischen Geb ude Gold u Silber bund f r 12. St ck, egal ob transparent gemalt oder auf Wei . Diese Biedermeier und Vorm rz 1815-1848, beziehungsweise 9 und 10 fl. Auch die Beschriftung der Wien 1987, 46 ff: Adelbert Schusser, Umstellung bedeute aber keinen Verlust f r den Maler. M nzwesen und Geldwirtschaft. Gl ser stammt nicht von ihm. Bei 2 Glaseln mit Gotischen 6 Kothgasser & Co. Datenbank Das Arbeitsheft Schuhfried 7. 9 Place de la Biblioth que J et R et la Statue de Joseph II. Wiener Kunst Auk- tionen, Oktober 2000, Nr. 188. 10 Place de la Cour et Vienne . Wiener Kunst Auktionen, Oktober 2000, Nr. 205. 11 Ansicht des Ritterschloss- es in Laxenburg . Ausstel- lungskat. Michael Kovacek, Wien 2003, Nr. 32. 12 Entr e au Ch teau de Sch nbrun . Ausstellungs- kat.
9 Michael Kovacek, Wien 1990, Nr. 109 13 14. 13 Vue de la Gloriette au jardin de Sch nbrun . Buchstaben 17 fl handelt es sich schon vom Preis her Sotheby s-London, November 2007, Nr. 101; Slg. Zoedler. um etwas ganz anderes als die 3 Gl er geschrieben . 18 Kreuzer im September 1827. Und das ist auch der einzige 9 10 14 V e de l Eglise St. Eintrag dieser Art. Darauf hat schon Rudolf von Strasser Charles Vienne . Wiener Kunst Auktionen, Dezember hingewiesen und gemeint, dass die Beschriftung von 1993, Nr. 384 Kothgasser durchgef hrt worden sei, weil Beschriftun- gen ins Dekorative geh rten, worin .. Kothgasser her- vorragend arbeitete. [10] Inzwischen steht aber fest, dass viele der im Arbeitsheft Schuhfried genannten Gl ser von Josef Havlicek [11] beschriftet wurden. Neben den erw hnten ber 50 Stephanskirchen und sechs Gl sern mit Burg Thor oder Neuen Burg Thor hat Schuhfried noch viele weitere Ansichten aus Wien und Umgebung gemalt, die vermutlich in den meisten der Galanteriehandlungen Wiens, als auch in den Magazin der Porzell n Manufactur [am Josephsplatz 1155] [12].
10 Ausgestellt waren und verkauft wurden. 10 Strasser 1977, 31 11 mit Spinerinn am Kreuz (Abb. 7) 7, 8 klein , 9, 10 fl 11 Kothgasser & Co. Datenbank . Die Arbeitshefte Hablischeck . 8 mit der Kettenbr cke (Abb. 8) 6, 8, 9 fl 12 Waltraud Neuwirth, Anmerkungen 4 mit Sch nbrunn von au en (Abb. 12). 11 zur Kothgasserforschung, in: KERA- 12. MOS 84/1979, 81 und Anm. 70 oder von der Gartenseite 9 fl, auf wei 10 fl 8 Kothgasser & Co. Datenbank Das Arbeitsheft Schuhfried 9. 2 mit der Reichskanzeley [13] 12 fl 15 Gallerie durch den Urthelstein im Helenenthale 4 mit der Karlskirche (Abb. 14) 12 fl bei Baden . Sotheby s-Lon- 2 mit den Burg Platz (Abb. 10) 8 fl, ganz gold 9 fl don, November 2007, Nr. 106;. 2 mit den Judentempel [14] 10 fl Slg. Zoedler. 1 Josephsplatz (Abb 8) 9 fl 16 Baden . Sotheby s- 2 mit den Theseus Tempel aus Grau [15] 7f London, November 2007, Nr. 119; Slg. Zoedler. 2 mit den Geim llerischen Hau [16] f r 16 bzw. 6 fl 17 Vue du palais de S. A. Laxenburg Imp: l'Archeduc Charles /.