Transcription of aseptica
1 SCHWERPUNKTINFEKTIOLOGIEL agerung vonSterilgutFachmagazin f r Krankenhaus- und Praxishygiene Jahrgang 6 Ausgabe April 2000 InfluenzaLagerung vonSterilgutInfluenzaasepticaEditorialas eptica 6. Jahrgang 2000 - Heft 12 InhaltTitelthemaLiebe Leserinnen und Leser,das Thema instrumentenaufbereitung ist ein Dauerbrenner in allenDiskussionen und Gespr chen. Das Forum 99 w hrend der MEDI-CA veranstaltet hat das rege Interesse best tigt, und auch in diesemJahr wird es wiederum im Rahmen dieser gr ten Medizinmesse das Forum 2000 Instrumenten-Aufbereitung geben. (Weitere Informatio-nen zum Forum 2000 erhalten Sie in den n chsten beiden Ausgaben.) Auch in der vorliegenden aseptica haben wir dem Thema Instrumen-tenaufbereitung wieder mehrere Beitr ge gewidmet. Hierzu geh renThemen wie die maschinelle Aufbereitung rotierender Instrumente, wiesie in der Zahnheilkunde eingesetzt werden. Aber auch die berpr -fung der Desinfektionswirkung nach der Aufbereitung flexibler Instru-mente ist diesem Bereich zugeordnet die Reinigung und Desinfektiondieser Instrumente z hlt noch immer zu den schwierigsten wissen Sie, wie Enzyme wirken?
2 Ein Artikel beleuchtet in zusam-menfassender Form den Diskussionsstand auf diesem Gebiet. Das Thema Hygiene im Krankenhaus, aktuell wie eh und je wie auchauf der k rzlich veranstalteten Tagung der Deutschen Gesellschaft f rKrankenhaus-Hygiene zu merken war wirft zahlreiche Fragen auf, diewir in der vorliegenden und in den folgenden Ausgaben aufgreifen wer-den. Besonders hinweisen m chte ich an dieser Stelle aber auf denmehrseitigen Beitrag zum Thema Parasitenbek mpfung . Gerade hin-sichtlich dieses Aspektes stellt sich in Bereichen von Krankenh usern,Arztpraxen und Heimen oftmals die Frage, wie diese unerw nschten G ste , die man oftmals gar nicht sehen kann, bek mpft werden k n-nen. Eingeschleppt durch Patienten und Besucher, weitergegeben durchmenschliche Kontakte, f hren die Parasiten ein im Wesentlichen unge-st rtes Leben. Die Umgebung (Betten, Textilien oder der menschlicheK rper) bilden ideale Brutst tten zur Vermehrung. Wie man das Pro-blem durch beispielsweise Reinigung zumindest etwas in der Griffbekommen kann, k nnen Sie in der ausf hrlichen Abhandlung willkommen sind uns Ihre Anregungen und Gedanken.
3 Sei esnun in Form Ihrer (Leser-)Meinung oder eines Fachbeitrages. WeitereInformationen dazu finden Sie auf der Seite Sie uns zuk nftig noch schneller erreichen k nnen, haben wir abjetzt auch eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Unter nnen Sie der Redaktion Ihre Briefe und Vorschl ge unkompliziertund ohne Zeitverzug zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Tipps und PortmannGrundlagenwissenInfektiologieKli nik + HygieneServiceSterilgutlager der ZSVAS. 3 Untersuchung zur Lagerdauervon Sterilgut unter Einbezugdes SterilcontainersS. 5 InfluenzaS. 8 Routinem ige berpr fung derDesinfektionswirkung von Aufbereitungsautomaten f rflexible EndoskopeS. 10 Maschinelle Aufbereitung rotierenderInstrumente in Zahnarztpraxis und ZMK S. 12 Methoden der berpr fungmaschineller Reinigungsleistung Was bringt der europ ischeNormungsentwurf?S. 13 Enzyme Wirkungsweisevon BiokatalysatorenS. 16 Bek mpfung von Parasitenund L stlingen in der Umgebung des MenschenS. 17 BestellcouponS.
4 22 TermineS. 23 Hinweise f r AutorenS. 23 ImpressumS. 23 Titelthemaaseptica 6. Jahrgang 2000 - Heft 13 Sterilgutlager der ZSVAW elche Bedeutung hat das Sterilgutla-ger einer Zentralen Sterilgutversor-gungsabteilung (ZSVA) im Kranken-haus? Ist es richtig und vor allemwichtig, Sterilgut in der ZSVA zulagern, oder hat das Sterillager eigent-lich nur eine Pufferfunktion bis zumAbtransport zum OP zu erf llen? Gibtes eine gesonderte Hygieneanforde-rung f r diesen Bereich und worink nnte sie bestehen? Wie hat in lte-ren Sterilgutversorgungs-Abteilungen,wo keine Entladung der Sterilisatorenins Sterillager m glich ist, der weitereUmgang mit den Sterilg tern zu erfol-gen?Was ist korrekt?Durch die Dreiteilung der ZSVA (Reinigen,Verpacken und Entnahme aus dem Sterilisa-tor) ergibt sich die Aufteilung mit dem Ste-rillager von selbst, die r umliche Gr e undAusstattung aber variiert. Besteht aber derZwang zur Dreiteilung, der die Schaffungeines Sterillagers zur Folge hat?
5 Reichennicht die gleichen Anforderungen wie derzeitin den Packzonen? Um diese Frage zu kl ren,muss die rtliche Gegebenheit berpr ftwerden. Wenn eine ZSVA im oder am OP-Bereich vorhanden ist, so ist das Sterillagernur ein Teil des OP, die Lagerung erfolgtdann automatisch in diesem. Hier ist dieQualit t der Lagerung vorgegeben. Diese rtliche Anbindung macht eine Ausschleu-sung des Stationsbedarf an Sterilg tern einer r umliche Trennung der ZSVAzum OP stellen sich die eingangs gestelltenFragen. Dar ber hinaus sind noch die tech-nischen Anforderungen an Sterilgutlager zuhinterfragen. Einen Unterschied zwischender Lagerung in der ZSVA, auf den Statio-nen und in anderen Bereichen ( Mate-rialwirtschaft) bedarf einer Erkl rung. Die inder DIN 58953 Teil 8 genannten Vorausset-zungen wie Mindestlagerh he 30 cm oderRissfreiheit von Deckenund W nden, sowie dieDesinfizierbarkeit desInventars sind leicht zuerf llen und erscheinen Raumlufttechni-sche (RLT-) Anlage mit denentsprechenden Filterstu-fen, die ja auch erheblicheKosten in Anschaffung undWartung erzeugen, sindhier nicht gefordert.
6 Eben-sowenig spezielle Bereichs-kleidung, die anzulegenw re, um das Sterilgut demSterillager zu entnehmen,was im t glichen Ablauf aufden Stationen nicht prakti-kabel eine normgerech-te Verpackung als Ant-wort?Sterilg ter werden normge-recht (DIN) verpackt gela-gert. Diese Verpackung istin der Industrie und imKrankenhaus gleich undgarantiert unter bestimmtenLagerbedingungen hinsicht-lich Luftfeuchtigkeit undDruckschwankungen eine sichere Keimbar-riere. Einziger Unterschied im Krankenhausist die Nutzung einer Hartverpackung, demSterilgutcontainer. Diese sind, ob mit Filter-oder Ventilsystem versehen, ebenfalls ge-normt und werden immer wieder vonHygieneforschern Pr fungen auf Keimdichteunterzogen. Mit einem zus tzlichen oder imSystem integrierten Staubschutzdeckel wurdedas Containersystem mittlerweile noch opti-miert. Somit ergibt sich durch die Nutzungder Sterilgutcontainer eher eine h hereSicherheit bei der Lagerung gegen ber der(weichen) Papier-/ Einzelverpackung undinsbesondere beim Transport, vorausgesetztdass sie nicht berladen sind oder zum Bei-spiel feuchte Sterilg ter zur IndustrieIn der Industrie beginnt die Keimarmut inder reinen Packzone, die oftmals als Reinst-r ume mit erheblichem Aufwand in derRaumlufttechnik ausgelegt sind, um das Ste-Fragen ber FragenH.
7 Rademacher, H. PahlkeHorst Rademacher, D sseldorfHelmut Pahlke, BerlinZuschrift ber aseptica Autoren bergabe des TransportsystemsTitelthemaaseptica 6. Jahrgang 2000 - Heft 14rilisationsergebnis nicht durch eine zus tzli-che Verkeimung zu gef hrden. Nach der Ste-rilisation kann das sterile Gut per Lkw, Bahnoder Schiff auf Reisen gehen, nur durch eineVersandverpackung zus tzlich gesch tzt. ImKrankenhaus angelangt, wird es zwischenden verschiedensten G tern gelagert, wasallerdings nicht der Norm entspricht, underst sp ter dem OP oder anderen Verbrau-chern geschieht alles ohne zus tzlicheSicherheitsma nahmen, wie sie im Sterillagereiner ZSVA oft verlangt werden. OP haben (nicht immer) dieM glichkeit durch Entfernung der Versand-verpackung, den Artikel einzuschleusen. ImKrankenhaus ist es demnach eher umge-kehrt: Nach der Sicherung des Medizinpro-duktes durch die Verpackung, greifen dieerh hten Sicherheitskriterien und entspre-chende Ma nahmen hinsichtlich Transportund Lagerung werden im KrankenhausIm Krankenhaus ist es oft so, das ein Mitar-beiter der ZSVA nach Anlegen der Bereichs-kleidung einschlie lich eines Mundschutzdas Sterillager betritt, das Sterilgut in einFach einer Station legt, sozusagen aus demSterillager ausschleust.
8 Nun schauen wir unsan, was der Mitarbeiter in praxi tut: Ernimmt auf der anderen Seite das Sterilgutentgegen, legt es in den Korb, mit dem ervielleicht gerade seine Blutr hrchen insLabor gebracht hat, holt noch die Post ausdem Fach und legt sie dazu; dann geht erdurch den Garten zu seiner Station. Hoffent-lich regnet es nicht ..Das Sterilgut f r den OP wird mitTransportwagen bef rdert, der m glichst miteiner maschinellen Aufbereitung desinfiziertwurde und dessen T ren hygienisch dichtgeschlossen sein m ssen. Dass w hrend derTransportphase diese Dichtigkeit aufgrundder leicht zu beobachtenden T rbewegungennicht erhalten bleibt, d rfte bekannt doch ein Sterillager?Aus dem Vorgenannten k nnte manschlie en, dass es besonders wichtig w re,das Sterilgut so lange wie m glich im Steril-lager aufzubewahren. Dann m sste es aberst ndig personell besetzt sein, damit der Ver-braucher auch an die Sterilg ter gelangenkann. Gleichzeitig w re aber auch die Lager-dauer zu beachten!
9 Das f hrte dazu, dass somanches Sterilgut ungenutzt erneut demAufbereitungskreislauf zugef hrt werdenm sste. Bei diesen G tern ist deshalb dieunsterile Lagerung vorzuziehen und eineSterilisation nur im Bedarfsfall wird also ein Sterilgutlager ineiner ZSVA ben tigt? Es ist der geeigneteOrt, Sterilisationschargen bis zur Kommis-sionierung der Sterilg ter bzw. bis zum wei-teren Transport zu puffern. Hier k nnen dieSortier- und Dokumentationsarbeitendurchgef hrt werden. Ein EDV-Platz k nntedieses brigens vereinfachen. Zus tzlichkann in diesem Raum die Lager- oder einezus tzliche Transportverpackung angebrachtwerden, sofern es sinnvoll ist. Inwieweit hierein Vermummungsgebot aufrecht erhaltenwerden muss, wird der zust ndige Hygieni-ker vor Ort mit Packraum auf industriellemStandard?Die berlegungen in Richtung keimarmesArbeiten im Reinraum (Packraum) w rdebedeuten, das hier ein sinnvolles Bau- undRaumluftkonzept zum Greifen kommt. Obdann bei der Aufbereitung der im Kranken-haus blichen Sterilisierg ter auch die Klei-derordnung bis zum Mundschutz undHandschuh gehen muss, w re eine weitere berlegung.
10 Die Personalschleusen m ssten wie imOP gestaltet und genutzt werden. Dies w r-de bedeuten, das Personal strikt f r be-stimmte Aufgaben innerhalb der ZSVA ein-zuteilen, um eine Personalwanderung zwi-schen den Zone zu vermeiden was bri-gens heute schon der Fall sein sollte. Aberauch zu diesem Thema gibt es bei denHygienikern der zust ndigen L nder unter-schiedliche Auffassungen. Der Meinung,dass eine Raumtrennung nur zu erfolgenhat, wenn nicht alle aufbereiteten G tereiner Sterilisation unterzogen werden z. abschlie ende Desinfektion gen gt k nnen wir nicht es ja in diesem Bereich eine L nder-kompetenz gibt, haben wir weiterhin unter-schiedliche bauliche und organisatorischeVoraussetzungen zu erwarten, hinzu kommtnoch der Bestandsschutz f r ltere Sterilisati-onsabteilungen. Bei dem Umgang mit steri-len Medizinprodukten kann es aber nichtzweierlei Ma geben. Erlaubt man z. B. denTransport von Sterilg tern aus der ZSVA aufdem Krankenhausgel nde in Transportwagenauf LKW, sollte man f r den Transport berdie Stra en dann keine Bedenken u ern.