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August 2016 - oeglmkc.at

Impfungen bei Immundefekten/ImmunsuppressionExpertenst atement und EmpfehlungenAutoren: Dr. Ursula Wiedermann1#, Dr. Harald H. Sitte2, Dr. Heinz Burgmann3, Dr. Alexander Eser4, Mag. Petra Falb5, Dr. Heidemarie Holzmann6, Dr. Maria Kitchen7, Prim. Dr. Marcus K ller8, Dr. Herwig Kollaritsch1, Dr. Michael Kundi9, O. Dr. Hans Lassmann10, Dr. Ingomar Mutz11, Dr. Winfried F. Pickl12, Dr. Elisabeth Riedl13, Dr. Maria Sibilia14, Dr. Florian Thalhammer3, Dr. Barbara Tucek5, Dr. Werner Zenz15, Prim. Dr. Karl 20161 Institut f r Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, MUW; 2 Institut f r Pharmakologie, MUW; 3 Klinische Abteilung f r Infektionen und Tropenmedizin, MUW; 4 Klinische Abteilung f r Gastroenterologie und Hepatologie, MUW; 5 AGES Medizinmarktaufsicht; 6 Department f r Virologie, MUW; 7 Universit tsklinik f r Dermatologie und Venerologie, MUI; 8 Sozialmedizinisches Zentrum Sophienspital, Wien; 9 Institut f r Umwelthygiene, MUW; 10 Abt

August 2016 3 Einleitung Die vorliegenden Empfehlungen für Impfungen bei Patienten mit Immundefekten bzw. Immunsuppression (ISP) jeglicher

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1 Impfungen bei Immundefekten/ImmunsuppressionExpertenst atement und EmpfehlungenAutoren: Dr. Ursula Wiedermann1#, Dr. Harald H. Sitte2, Dr. Heinz Burgmann3, Dr. Alexander Eser4, Mag. Petra Falb5, Dr. Heidemarie Holzmann6, Dr. Maria Kitchen7, Prim. Dr. Marcus K ller8, Dr. Herwig Kollaritsch1, Dr. Michael Kundi9, O. Dr. Hans Lassmann10, Dr. Ingomar Mutz11, Dr. Winfried F. Pickl12, Dr. Elisabeth Riedl13, Dr. Maria Sibilia14, Dr. Florian Thalhammer3, Dr. Barbara Tucek5, Dr. Werner Zenz15, Prim. Dr. Karl 20161 Institut f r Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, MUW; 2 Institut f r Pharmakologie, MUW; 3 Klinische Abteilung f r Infektionen und Tropenmedizin, MUW; 4 Klinische Abteilung f r Gastroenterologie und Hepatologie, MUW; 5 AGES Medizinmarktaufsicht; 6 Department f r Virologie, MUW; 7 Universit tsklinik f r Dermatologie und Venerologie, MUI; 8 Sozialmedizinisches Zentrum Sophienspital, Wien; 9 Institut f r Umwelthygiene, MUW; 10 Abteilung f r Neuroimmunologie, MUW; 11 Liga f r Pr ventivmedizin, Salzburg; 12 Institut f r Immunologie, MUW; 13 Universit tsklinik f r Dermatologie, MUW; 14 Institut f r Krebsforschung, MUW.

2 15 Klinische Abteilung f r allgemeine P diatrie, MUG; 16 Klinische Abteilung f r Kinder- und Jugendheilkunde, Universit tsklinikum St. P lten.* sterr. Referenzzentrale f r Impfungen, Reise- und Tropenmedizin des BMG. #Korrespondenz: rzungen: AGES = Agentur f r Gesundheit und Ern hrungssicherheit; MUG = Medizinische Universit t Graz; MUI = Medizinische Universit t Innsbruck; MUW = Medizinische Universit t WienInstitut f r Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin* der MedUni WienIn Kooperation mit g ak2 August 2016 Inhalt TEIL 11. Problembereiche bei Risikopatienten/Patienten mit Immundefizienz Wirksamkeit von Impfstoffen Sicherheit Kriterien f r die Impfentscheidung2.

3 Immunsuppression (ISP*) und Impfungen Stadien der Immunsuppression Praktisches Vorgehen Erkrankungen/Therapien ohne relevante ISP (Grad I) Erkrankungen/Therapien mit leichter bis mittel gradiger ISP (Grad II) Erkrankungen/Therapien mit hochgradiger ISP (Grad III)3. Wirkmechanismen immunsuppressiver Medikamente Glukokortikoide Calcineurin-Hemmer mTOR-Hemmer DNS-Biosynthese-Hemmer Tyrosinkinasehemmer Immunsupprimierende Antik rper S1P-Rezeptor-Modulatoren Targeted Therapies Halbwertszeiten und St rke der ISP (Biologika und andere neue Medikamente wurden seitens der Registrierung bis Ende 2015 ber cksichtigt)4.

4 Zeitabst nde zwischen Behandlungen und Impfungen Vor Therapiebeginn Bei schon laufender Therapie5. berblick ber Impfempfehlungen in Abh ngigkeit vom Grad der Immunsuppression TEIL 26. Detaillierte Impfempfehlungen bei Immunsuppression nach klinischen Indikationen/Erkrankungen Angeborene Immundefekte Chronische Nierenerkrankungen/Dialysepatienten Diabetes mellitus Solide Tumoren H matologie H matopoetische Stammzelltransplantation (SZT) Impfempfehlung f r Spender und Empf nger VOR SZT Impfempfehlung f r Patienten NACH SZT Graft-versus-Host-Disease (GvHD) Impfstoffe im Einzelnen Umgebungsprophylaxe Transplantation solider Organe (SOT) Allgemeines Impfempfehlungen VOR SOT Impfempfehlungen NACH SOT (unter immun suppressiver Therapie)

5 Impfung von Kontaktpersonen/Umgebungsprophylaxe Asplenie Rheumatologie Biologika in der Schwangerschaft Gastroenterologie/entz ndliche Darmerkrankungen Dermatologie HIV-Infektion Neurologie Dr. Ursula WiedermannInstitut f r Spezifische Prophylaxe und TropenmedizinMedizinische Universit t WienKinderspitalgasse 151090 Verzeichnis der verwendeten Abk rzungen auf den Seiten 42 und 43 August 2016 3 Einleitung Die vorliegenden Empfehlungen f r Impfungen bei Patienten mit Immundefekten bzw. Immunsuppression (ISP) jeglicher Genese verstehen sich als erstmalige Zusammen fassung und State-of the-Art-Darstellung unter Ben tzung von Empfeh -lungen diverser internationaler und nationaler Fachgesell-schaften und Gremien.

6 Bislang lagen in sterreich keine ver-einheitlichten Publikationen vor, die vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl an immunsuppressiven Therapien ber-sichtliche und konsensuelle Empfehlungen zur Impfpr vention bei den entsprechenden Risikopopulationen darstellen. Vorausschickend muss gesagt werden, dass die Datenlage zu Impfungen bei immunsupprimierten Personen sehr unvoll-st ndig ist. Daher beruhen viele Impfempfehlungen nur auf theoretischen berlegungen so auch jene der verschie-denen medizinischen Fachgesellschaften, die f r ihren jewei-ligen Bereich Impfempfehlungen f r immunsupprimierte Patienten gruppen erstellt der vorliegenden Publikation wird zum einen versucht, unter Ber cksichtigung ev.

7 Bereits vorhandener fachspezifischer Leitlinien Impfempfehlungen f r die diversen Indikationen zu geben. Zum anderen wird eine systematische Vorgehens weise beim Impfen in Abh ngigkeit vom Grad der Immun-suppression, die durch die Erkrankung selbst und/oder durch-gef hrte Therapien entsteht, vorgeschlagen. Zudem wird f r verschiedenste Medikamente aufgrund ihrer Wirkmechanis-men und pharmakologischen Eigenschaften eine Ein sch tzung des entstehenden ISP-Schweregrads diesen berlegungen aufbauend, werden Impfstrategien f r immunsupprimierte Patienten vorgeschlagen und in einer bersichtstabelle dargestellt. Des Weiteren finden sich in den einzelnen Kapiteln die wichtigsten medizinischen Situationen, Krankheitsbilder und deren Behandlungs schemata, die mit ei-ner Immunsuppression einhergehen k nnen und daher einer differenzierten Vorgehensweise beim Impfen mit inaktivierten und/oder Lebendimpfungen bed rfen.

8 Ein Anspruch auf Vollst ndigkeit kann und wird alleine aufgrund des sich st n-dig erweiternden Behandlungs spektrums nicht Empfehlungen sollen dazu beitragen, die Impf ver-sorgung von Risikopersonen zu verbessern sowie m glichst fr hzeitig im Erkrankungs- bzw. Behandlungs prozess mit n ti-gen Impfungen zu beginnen, da mit fortschreitender Immun suppression bestimmte Impfungen kontraindiziert sein k nnen. Allerdings k nnen aufgrund der Komplexit t der m glichen Kombinationen von individuellen Risiko-faktoren, Komorbidit ten etc. nur allgemeine Empfehlungen gegeben werden. Im Einzelfall sind diese individuellen Faktoren bei der Beratung des Patienten und der Impf-entscheidung immer zu ber cksichtigen.

9 Prinzipiell ist anzumerken, dass Impfungen als Prim r pr -vention leider derzeit auch bei Risikopatienten meist kosten-pflichtig sind. In Abh ngigkeit von der Sozialversicherung ist bei ambulanten Patienten oftmals zumindest ein partieller Kostenersatz m glich. Aufgrund der bestehenden Grund-krankheiten und damit verbundenen erh hten Infekt anf llig-keit wird jedenfalls seitens dieser Expertengruppe eine Kosten bernahme der in der Folge empfohlenen Impfungen durch die Sozialversicherungstr ger zur Verhinderung unn -tiger und zus tzlicher Therapie- und Hospitalisierungskosten nachdr cklich empfohlen. TEIL 11. Problembereiche bei Risikopatienten/Patienten mit ImmundefizienzGenerell ist anzunehmen, dass Patienten mit Immundefizienz ein erh htes Infektionsrisiko haben.

10 Individuelle Patienten bieten u erst komplexe Voraussetzungen Grundkrankheit, Alter, Body-Mass-Index, Komorbidit ten, Komedikation und eine Reihe weiterer individueller Faktoren , welche die Beurteilung des Infektionsrisikos f r den jeweiligen Patienten fordern ist jedoch, dass besonders bei diesen Personen ei-ne entsprechende Impfversorgung sichergestellt wird. So weisen ltere Personen mit rheumatischen oder anderen chronischen Krankheiten ein erh htes Risiko f r Influenza- oder Pneumokokkenerkrankungen auf. Ebenso ist das Risiko f r Herpes zoster bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) oder systemischem Lupus erythematodes (SLE) deutlich erh ht.


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