Transcription of Der Expertenstandard Entlassungsmanagement im …
1 Der Expertenstandard Entlassungsmanagement im krankenhaus und die Einbindung des Sanit tshauses Yvonne Krause QMB Gesundheitszentrum H ftmann GmbH & Co KG Wotanstr. 9 32756 Detmold Tel: 05231-9719-0 Fax: 05231-971921 Email: Dipl. Pflegewirt Thorsten M ller Nietzschestr. 21 67063 Ludwigshafen Tel.: 0621-6290-104 Fax: 0621-6290-156 Email: Die Einf hrung der German Diagnosis Related Groups (G-DRGs) und der damit verbundene steigende konomische Druck auf die Krankenh user machen eine rechtzeitige, verz gerungsfreie Entlassung oder Verlegung von Patienten aus der Akutbehandlung in poststation re Versorgungsstrukturen unabdingbar. Pl tze f r Rehabilitation, im Altenheim und in der Kurzzeitpflege m ssen schnell und in hoher Qualit t zur Verf gung stehen.
2 Heil- und Hilfsmittel m ssen sogar noch fr her verf gbar sein, wenn eine Wiederaufnahme mit all ihren Konsequenzen der Entgeltabrechnung umgangen werden soll. Vor allem an der Schnittstelle zwischen krankenhaus und der angrenzenden Versorgung au erhalb des Krankenhauses gibt es enorme L cken im Informationstransfer. Sie f hren zu unn tiger Leidbelastung der Betroffenen und ihrer Angeh rigen, aber durch die damit oftmals verbundenen Dreht reffekte auch zur Verschwendung knapper Ressourcen im Gesundheitswesen [1]. Es ist daher notwendig, schon fr hzeitig im Behandlungsprozess eine Vorbereitung der Entlassung ( Entlassungsmanagement ) zu integrieren. Die anschlie enden Versorgungsformen dienen dazu, den Patienten wieder in seine gew nschte Lebensweise zur ckzubringen.
3 Voraussetzung daf r ist eine optimale berf hrung in die Anschlussversorgung. Ein funktionierendes Entlassungsmanagement schafft dies durch die fr hzeitig beginnende Planung und Organisation der sicheren, dem individuellen Bedarf entsprechenden Versorgung nach dem akut-station ren Krankenhausaufenthalt. Zu diesem Zweck ist die intensive Verzahnung des station ren mit dem ambulanten Versorgungsbereich besonders zu f rdern. Ein effektives Entlassungsmanagement kann nur funktionieren, wenn alle Berufsgruppen im krankenhaus interdisziplin r und interprofessionell zusammenarbeiten. Auch eine Kooperation mit externen Partnern, Sanit tsh usern, niedergelassenen rzten usw., muss zwingend gew hrleistet sein. Daneben darf der entsprechende Sachbearbeiter bei der Krankenkasse nicht vergessen werden.
4 Nur eine schnelle Abwicklung der Genehmigungsprozesse durch die Krankenkasse f hrt zu einer zeitnahen und damit bedarfsgerechten Versorgung. Es sollten weiterhin Kooperationsvertr ge mit nach qualitativen Gesichtspunkten ausgew hlten Sanit tsh usern, ambulanten Pflegediensten, Alten- und Pflegeheimen und Anbietern von Kurzzeitpflege vorgehalten werden [2]. Die bernahme h uslicher Pflege stellt f r pflegende Angeh rige eine gro e Herausforderung und eine Ver nderung der bisherigen Lebenslage dar. Betroffene und Angeh rige stehen in aller Regel vor einer Reihe von Informations-, Entscheidungs-, und Durchsetzungsproblemen, die sich bei der Inanspruchnahme von Pflegedienstleistungen und erg nzenden Dienstleistungen ergeben.
5 Beratung in dieser Situation muss, will sie dem Anspruch gen gen, dem Selbstbestimmungsrecht des Hilfe- und Unterst tzungsbed rftigen gerecht zu werden, ber die reine Informationsweitergabe hinausgehen. Dazu brauchen Mitarbeiter des Sanit tshauses, Pflegende, rzte und Therapeuten eine gesteigerte Sensibilit t im Hinblick auf aktuelle und potenzielle Entlassprobleme, geeignete Assessment-Instrumente zur Einsch tzung der zu erwartenden Problemlagen, Informationen ber konkrete Hilfestrukturen im Umfeld des Patienten und Beratungskompetenz zur Aktivierung vorhandener famili rer Pflegeressourcen. Die Entlassungsplanung beginnt am Tag der Aufnahme mit dem Ziel, eine rechtzeitige und optimale poststation re bzw.
6 Postakute Versorgung zu sichern. Dadurch k nnen unn tige Krankenhausaufenthaltstage vermieden und die Verweildauer gesenkt werden. Es soll f r jeden Patienten eine individuell abgestimmte und gesicherte Versorgung nach der Entlassung aus dem krankenhaus gew hrleistet sein. Dies fordert die Zusammenarbeit aller am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen. Die Pflegefachkr fte im krankenhaus bernehmen dabei eine zentrale, koordinierende Schl sselrolle. Im Folgenden wird der Expertenstandard Entlassungsmanagement , der vom Deutschen Netzwerk f r Qualit tsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelt wurde, vorgestellt. Abb.: 1 Expertenstandard Entlassungsmanagement Der Expertenstandard Entlassungsmanagement richtet sich prim r an Pflegefachkr fte in station ren Gesundheitseinrichtungen, das hei t Krankenh user, Fach- und Rehabilitationskliniken.
7 Dies bedeutet, dass die betreuende Pflegekraft des Patienten das Entlassungsmanagement f r ihren Patienten durchf hrt/organisiert und damit den Sozialdienst entlastet. In der Mehrzahl handelt es sich bei den Patienten um ltere Menschen sowie multimorbide Patienten mit meist chronischen Erkrankungen. Der vorliegende Expertenstandard setzt einen Anfangspunkt, um dem Entstehen von Versorgungsbr chen bei der Patientenentlassung aus pflegerischer Perspektive systematisch durch eine gezielte Vorbereitung von Patienten und Angeh rigen sowie durch einen besseren Informationsaustausch zwischen den am Entlassungsprozess Beteiligten entgegenzuwirken [1]. Allerdings sind vor dem Hintergrund der fragmentierten deutschen Versorgungslandschaft dringend weitere einrichtungs bergreifende Regelungen zu treffen, um die Kooperation zwischen den verschiedenen Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsberufen zu forcieren.
8 Ein Bedarf hierf r besteht insbesondere bei Patienten mit komplexem Versorgungsbedarf. Der Expertenstandard regelt nicht die Organisation des Entlassungsmanagements innerhalb der jeweiligen Einrichtungen (Absprachen in direkter Form zwischen allen Beteiligten oder Einsatz einer koordinierenden Vermittlungsinstanz), sondern stellt vielmehr in Rechnung, dass viele Einrichtungen bereits ber Ans tze einer systematischen Patientenentlassung verf gen, die sich mithilfe des Expertenstandards weiter optimieren lassen. Das Entlassungsmanagement hat demnach folgende Ziele: Optimierung einer systematischen Patientenentlassung Vermeidung von Versorgungsbr chen aus pflegerischer Perspektive Verbesserung der Versorgungsqualit t von Patient und Angeh rigen bernahme der entscheidenden Koordinationsfunktion durch die Pflegefachkraft aufgrund ihrer N he zu Patienten und Angeh rigen Vermeidung von Dreht reffekten [3] Welche Aufgaben k nnte nun das Sanit tshaus im Expertenstandard Entlassungsmanagement bernehmen und sich damit als verl sslicher Partner dem krankenhaus anbieten?
9 Prozess S1a Die Einrichtung verf gt ber eine schriftliche Verfahrensregelung f r ein multidisziplin res Entlassungsmanagement . Sie stellt sicher, dass die f r ihre Patientengruppen erforderlichen Einsch tzungskriterien, Assessment- und Evaluationsinstrumente vorliegen. Aufgaben krankenhaus Aufgaben Sanit tshaus Erstellung eines Organigramms, welches die Zust ndigkeiten definiert Das Sanit tshaus legt hier seine Aufgaben im Bereich der Hilfsmittelberatung fest Es wird durch das krankenhaus ein Workflow (Ablaufdiagramm) f r den Ablauf des Entlassungsmanagements festgelegt. Das Sanit tshaus bringt hier seine Kenntnisse f r Genehmigungsverfahren bei der Hilfsmittelversorgung ein. Die Pflegekr fte identifizieren Risiken beim Patienten (Assessment) und definiert die Hilfsmittel.
10 Das Sanit tshaus ber t und unterst tzt die Pflegekr fte im krankenhaus bei der Auswahl von Hilfsmitteln. Prozess S1b Die Pflegefachkraft beherrscht die Auswahl und Anwendung von Instrumenten zur Einsch tzung des erwartbaren Versorgungs- und Unterst tzungsbedarfs nach der Entlassung. Aufgaben krankenhaus Aufgaben Sanit tshaus Die Pflegefachkraft f hrt mit allen Patienten und ihren Angeh rigen innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme eine erste kriteriengeleitete Einsch tzung des zu erwartenden Unterst tzungsbedarfs durch. Einflie en von Kenntnissen auf der Hilfsmittelversorgung bei der Erstellung von Behandlungsleitlinien (Critical Pathways) Die Pflegefachkraft nimmt bei erwartbarem poststation rem Unterst tzungsbedarf ein differenziertes Assessment mit dem Patienten und seinen Angeh rigen mittels eines geeigneten Instruments vor.