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Diabetes mellitus Leitlinien f r die Praxis 2019. Kurzfassung Diabetes mellitus Kurzfassung Ausgabe 2019. DG-Ausschuss Behandlungsleitlinien*. Prim. Dr. Heidemarie Abrahamian (Wien). Prim. Dr. Martin Clodi (Linz); Vorsitz und Koordination OA Dr. Helmut Brath (Wien). O Dr. Johanna Brix (Wien). o. Dr. Dr. h. c. Heinz Drexel (Feldkirch). Prim. Dr. Peter Fasching (Wien). Prim. Dr. Bernhard F ger (Bregenz). Prim. Dr. Claudia Francesconi (Alland). Dr. Elke Fr hlich-Reiterer (Graz). Dr. J rgen Harreiter, MSc (Wien). Assoz. Prof. Dr. Sabine Hofer (Innsbruck). Prim. Dr. Friedrich Hoppichler (Salzburg). Prim. Dr. Joakim Huber (Wien). Assoz. Prof. Dr. Susanne Kaser (Innsbruck). Dr. Alexandra Kautzky-Willer (Wien). Prim. Dr. Monika Lechleitner (Hochzirl). Prim. Dr. Bernhard Ludvik (Wien). Dr. Anton Luger (Wien). Assoz. Prof. Dr. Julia Mader (Graz). Prim. Dr. Bernhard Paulweber (Salzburg). Dr. Thomas Pieber (Graz). Dr. Rudolf Prager (Wien). Dr. Birgit Rami-Merhar, MBA (Wien).

Testwiederholung oder einen anderen Test ist immer erforderlich (Ausnahme: Vorliegen klassischer klinischer Symptome). Tab.: Überlegungen zur Unterscheidung von T1D und T2D Kriteriuma Typ-1-Diabetes Typ-2-Diabetes Häufigkeit selten (< 10 % der Diabetesfälle) häufig (> 90 % der Diabetesfälle) Manifestationsalter meist Jüngere, < 40 a

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1 Diabetes mellitus Leitlinien f r die Praxis 2019. Kurzfassung Diabetes mellitus Kurzfassung Ausgabe 2019. DG-Ausschuss Behandlungsleitlinien*. Prim. Dr. Heidemarie Abrahamian (Wien). Prim. Dr. Martin Clodi (Linz); Vorsitz und Koordination OA Dr. Helmut Brath (Wien). O Dr. Johanna Brix (Wien). o. Dr. Dr. h. c. Heinz Drexel (Feldkirch). Prim. Dr. Peter Fasching (Wien). Prim. Dr. Bernhard F ger (Bregenz). Prim. Dr. Claudia Francesconi (Alland). Dr. Elke Fr hlich-Reiterer (Graz). Dr. J rgen Harreiter, MSc (Wien). Assoz. Prof. Dr. Sabine Hofer (Innsbruck). Prim. Dr. Friedrich Hoppichler (Salzburg). Prim. Dr. Joakim Huber (Wien). Assoz. Prof. Dr. Susanne Kaser (Innsbruck). Dr. Alexandra Kautzky-Willer (Wien). Prim. Dr. Monika Lechleitner (Hochzirl). Prim. Dr. Bernhard Ludvik (Wien). Dr. Anton Luger (Wien). Assoz. Prof. Dr. Julia Mader (Graz). Prim. Dr. Bernhard Paulweber (Salzburg). Dr. Thomas Pieber (Graz). Dr. Rudolf Prager (Wien). Dr. Birgit Rami-Merhar, MBA (Wien).

2 OA Dr. Michael Resl (Linz). ao. Dr. Michaela Riedl (Wien). Dr. Dr. h. c. Michael Roden (D sseldorf, Deutschland). Dr. Christoph S ly (Feldkirch). Prim. Dr. Christian Schelkshorn (Stockerau). Dr. Guntram Schernthaner (Wien). Assoz. Prof. Dr. Harald Sourij (Graz). OA Dr. Lars Stechemesser (Salzburg). Prim. Dr. Harald Stingl (Melk). Dr. Hermann Toplak (Graz). Dr. Thomas C. Wascher (Wien). Prim. Dr. Raimund Weitgasser (Salzburg). Assoz. Prof. Dr. Yvonne Winhofer-St ckl, PhD (Wien). O Dr. Sandra Zlamal-Fortunat (Klagenfurt). 2. Leitlinien f r die Praxis Weitere Erst- und Letztautoren*. Dr. Kadriye Aydinkoc-Tuzcu (Wien). O Dr. Judith Haschka (Wien). OA Dr. Gerd K hler (Graz). Dr. Christian Lackinger (Wien). OA Dr. Christian Muschitz (Wien). OA Dr. Stephan Radda (Wien). Dr. Alexander Rosenkranz (Graz). Dr. Karin Schindler (Wien). O Dr. Ingrid Sch tz-Fuhrmann (Wien). Dr. Andreas Wedrich (Graz). * in alphabetischer Reihenfolge IMPRESSUM: Medieninhaber & Herausgeber: O sterreichische Diabetes Gesellschaft, Wa hringer Stra e 76/13, 1090 Wien, Tel.

3 : +43 650/770 33 78, Fax: +43 1/264 52 29; E-Mail: Web: Verlag: MedMedia Verlag und Mediaservice , Seidengasse 9/Top , 1070 Wien. Redaktion: Mag. Andrea Weiss. Grafik & Layout: Oliver Miller-Aichholz. Lektorat: Coverfoto: Edgar Honetschl ger. Druck: Print Alliance HAV Produktions GmbH, 2540 Bad V slau. Grundlage dieser Kurzfassung ist die Vollversion Diabetes mellitus Anleitungen f r die Praxis. berarbeitete und erweiterte Fassung 2019 (Wien Klin Wochenschr (2019) 131. [Suppl 1]: S1 S246). Allgemeine Hinweise: Der auszugsweise Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Springer-Verlag GmbH, Wien. Angaben ber Dosierungen, Applikationsformen und Indikationen von pharmazeutischen Spezialit ten m ssen vom jeweiligen Anwender auf ihre Richtigkeit berpr ft werden. Trotz sorgf ltiger Pr fung bernehmen Medieninhaber und Herausgeber keinerlei Haftung f r drucktechnische und inhaltliche Fehler. Der besseren Lesbarkeit halber werden die Personen- und Berufsbezeichnungen nur in einer Form verwendet.

4 Sie sind nat rlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielf ltigung und Verbreitung sowie der bersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren). ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielf ltigt, verwertet oder verbreitet werden. 3. Vorwort Prim. Dr. Martin Clodi Seit dem Jahr 2004 gibt es unter Anleitung der sterreichischen Diabetes Gesellschaft ( DG) Leitlinien zur umfassenden Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus. Diese Leitlinien wurden nun zum 4. Mal berarbeitet. Das Ziel dieser Praxisleitlinien , an denen eine Vielzahl von Diabetologinnen und Diabetologen in sterreich mitgearbeitet hat, ist es, eine fundierte Anleitung zur Verbesserung der Diabetesbetreuungsqualit t auf Basis aktueller wissen- schaftlicher Erkenntnisse zu erm glichen.

5 Es wurden nun wieder s mtliche Themenschwerpunkte berarbeitet und abermals einige neu eingebracht. Die Leitlinien werden auch auf der Website der DG ( ) ver ffentlicht. Neben der in der Wiener Klinischen Wochenschrift erschienenen Vollversion ( Diabetes mellitus Leitlinien f r die Praxis 2019) gibt die DG auch dieses Mal eine aktualisierte und erweiterte Kurzfassung heraus, in der die Kerninhalte der Praxisanleitungen f r die t gliche Arbeit noch einfacher verf gbar gemacht werden sollen. Wir hoffen, damit zur weiteren Verbesserung der Betreuung der Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus in sterreich beizutragen und Ihnen eine praktisch orientierende Hilfe bei den Therapieentscheidungen zu bieten. Prim. Dr. Martin Clodi Vorsitzender des Ausschusses Leitlinien der sterreichischen Diabetes Gesellschaft 4. Inhalt Diabetes -Typen und -Therapie 8 Diabetes mellitus Definition, Klassifikation, Diagnose, Screening und Pr vention 12 Andere spezifische Diabetesformen und exokrine Pankreasinsuffizienz 16 Antihyperglyk mische Therapie bei T2D.

6 20 Insulintherapie bei T2D. 23 Insulinpumpentherapie 25 Kontinuierliche Glukosemessung (CGM). 28 Lebensstil: Ern hrung, Bewegung, Rauchen und Alkohol 32 Diabesity Adipositas und T2D. 34 Diagnostik und Therapie des T1D. 37 DM im Kindes- und Jugendalter 41 Gestationsdiabetes 44 Gravidit t bei vorbestehendem Diabetes 47 Diabetesschulung bei Erwachsenen 49 Blutzuckerselbstkontrolle (BZSK). Risikofaktoren und Folgeerkrankungen 52 Antihypertensive Therapie 54 Lipide: Diagnostik und Therapie 56 Thrombozytenaggregationshemmer 58 Diabetische Neuropathie und diabetischer Fu . 63 Diabetische Nierenerkrankung 67 Diabetische Augenerkrankung 69 Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz 71 Osteoporose bei Diabetes mellitus 74 Psychische Erkrankungen und Diabetes 5. Inhalt Spezifische Situationen 79 Akute Stoffwechselentgleisung 82 Diabetesmanagement im Krankenhaus 86 Operation und Diabetes mellitus 87 Hyperglyk mie bei erwachsenen, kritisch kranken Patienten 88 Geschlechtsspezifische Aspekte 91 Migration und Diabetes 95 Geriatrische Aspekte Sonderteil Therapie Aktiv Diabetes im Griff.

7 100 Diabetestherapie im Rahmen des Langzeitbetreuungsprogramms 6. Diabetes -Typen und Diabetes -Therapie Diabetes -Typen und -Therapie Diabetes mellitus Definition, Klassifikation, Diagnose, Screening und Pr vention Definition Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, deren gemeinsamer Befund die Erh hung des Blutglukosespiegels (Hyperglyk mie) ist. Klassifikation Es werden 4 Diabetes -Typen unterschieden; die Insulinabh ngigkeit (IDDM, NIDDM) stellt keine Klassifikation dar. Typ-1- Diabetes (T1D): St rung der Insulinsekretion durch berwiegend immunologisch vermittelte Zerst rung der pankreatischen -Zellen mit meist absolutem Insulinmangel. LADA (latenter autoimmuner Diabetes der Erwachsenen) ist durch das Auftreten im Erwachsenenalter und den langsameren Verlust der Insulinsekretion gekennzeichnet; wird dem Typ-1- Diabetes zugeordnet. Typ-2- Diabetes (T2D): Verminderung der Insulinwirkung (Insulinre- sistenz) mit zun chst meist relativem Insulinmangel (typischerweise St rung der glukoseabh ngigen Insulinsekretion).

8 Die Funktionsst rungen sind schon lange vor der klinischen Manifestation des Diabetes allein oder im Rahmen eines metabolischen Syndroms mit erh htem Risiko f r makrovaskul re Folgen vorhanden. Hinweise zur klinischen Differenzial- diagnose zum Typ-1- Diabetes siehe Tabelle Seite 9. Gestationsdiabetes (GDM): Erstmals w hrend der Schwangerschaft aufgetretene/diagnostizierte Glukosetoleranzst rung (siehe Kapitel Gestationsdiabetes Seite 41). Andere spezifische Diabetesformen: Erkrankungen des exokrinen Pankreas oder endokriner Organe, medikament s-chemisch bedingt, genetische Defekte der Insulinsekretion und der Insulinwirkung, andere genetische Syndrome, aufgrund von Infektionen und seltene Formen des autoimmunvermittelten Diabetes (siehe Kapitel Andere spezifische Diabetesformen und exokrine Pankreasinsuffizienz Seite 12). 8. Tab.: berlegungen zur Unterscheidung von T1D und T2D. Kriteriuma Typ-1- Diabetes Typ-2- Diabetes H ufigkeit selten (< 10 % der h ufig (> 90 % der Diabetesf lle) Diabetesf lle).

9 Manifestationsalter meist J ngere, < 40 a meist ltere, > 40 a, (Ausnahme: LADA) zunehmend fr here Manifestation K rpergewicht meist meist bergewichtig oder adip s normalgewichtig Symptome h ufig seltener Neigung zur ausgepr gt fehlend oder nur gering diabetischen Ketoazidose (DKA). Famili re H ufung gering h ufig Plasma-C-Peptid meist niedrig meist normal bis erh ht bis fehlend Diabetesassoziierte 85 95 % + (GAD, ICA, . Antik rper IA-2, IAA). HLA-Assoziation + (HLA-DR/DQ) . Insulintherapie sofort erforderlich oft erst nach l ngerem Verlauf a Symptome, Klinik und Verlauf beider Diabetes -Typen weisen aber eine hohe Variabilit t auf, die die Differenzialdiagnose im Einzelfall erschweren kann. Diagnose Die Diagnose des Diabetes erfolgt anhand von N chternglukose (Normalwert < 100 mg/dl im ven sen Plasma), oralem Glukosetoleranztest (oGTT) oder H moglobin A1c (HbA1c). Die Hyperglyk mie entwickelt sich kontinuierlich, die St rungen von N chtern- und postprandialer Glyk mie weisen unterschiedliche Zeitverl ufe auf.

10 Die etablierten Grenzwerte sind daher nicht in kompletter bereinstimmung mit der Identifizierung von Patienten mit Diabetes . Alle tests unterliegen einer Variabilit t. Best tigung der Testresultate durch Testwiederholung oder einen anderen Test ist immer erforderlich (Ausnahme: Vorliegen klassischer klinischer Symptome). 9. Diabetes -Typen und -Therapie Standarddiagnostik des Diabetes mellitus und des erh hten Diabetesrisikos Manifester DM Erh htes Diabetesrisikoa Nicht n chtern 200 mg/dl . ( random glucose ) (11,1 mmol/l). ven s oder kapill r an 2 Tagen ODER. 200 mg/dl + klassische Symptomec N chternglukose 126 mg/dl 100 mg/dl (5,6 mmol/l), (ven ses Plasma) (7,0 mmol/l) aber 125 mg/dl (6,9 mmol/l). an 2 Tagenb (abnorme N chternglukose, impaired fasting glucose , IFG). 2-h-Glukose nach 200 mg/dl Glukose 140 mg/dl 75 g oGTT ( ven ses (11,1 mmol/l) (7,8 mmol/l), aber 199 mg/dl Plasma) an 2 Tagenb (11,0 mmol/l) (gest rte Glukose- toleranz, impaired glucose tolerance , IGT).