Transcription of DIE SCHWEIZ 1848 - 1914 - romanlooser.ch
1 CHGSS chweiz1848-1914 DIE SCHWEIZ 1848 - 1914 Uebersicht:1. Wandel der politischen Ordnunga) Die wichtigsten politischen Kr fteb) Parteien und Verb ndec) Der Kulturkampfd) Die Totalrevision der Bundesverfassung 1874e) Entwicklung der Entwicklunga) Die Voraussetzungenb) Vom Agrar- zum Aussenpolitik1. Wandel der politischen Ordnunga)Die wichtigsten politischen Kr fte F R E I S I N N - LiberalismusDer Freisinn war der Sieger von 1847 und damit der Begr nder des Bundestaates von1848. Basierend auf dem Gedankengut des Liberalismus, gestaltete dieser in der Folgemit absoluter Mehrheit in Parlament und Regierung den jungen Bundesstaat.
2 Dabeiwurden sehr bald zwei Fl gel deutlich:LiberaleBetonung der Freiheiteher f deralistischwirtschaftsorientiertRadikal eGleichgewicht von Freiheit - Gleichheitzentralistisch - nationalantiklerikal - laizistisch K o n s e r v a t i v eDie Verlierer von 1847/48 sammelten sich in der konservativen Bewegung. Diese be-k mpfte die Politik des Freisinns. Die Konservativen betonten: Kantonale Souver nit t = starker F deralismus Traditionelle Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung Starke Stellung der Kirche in Staat und Gesellschaft DemokratenDiese Bewegung basiert ebenfalls auf dem Liberalismus.
3 Sie stellte eine Art Reaktionauf den dominierenden Freisinn dar, indem sie die Freiheit zugunsten der Gleichheit be-schr nken und das ausgepr gte Elitebewusstsein des Besitz- und Bildungsb rgertumsbek mpfen wollte. Sie setzte sich ein f r: Kostenlose Volksschule f r alle Direkte Demokratie: Referendum und Initiative Volkswahl f r die Regierung Schaffung von Kantonalbanken- 2 -CHGSS chweiz1848-1914 Die Arbeiterbewegung - SOZIALISMUSMit dem Wandel der SCHWEIZ vom Agrar- zum Industriestaat entwickelte sich eineArbeiterbewegung, die anf nglich sehr stark von Impulsen aus Deutschland und vondeutschen Emigranten bestimmt Gr ndung der SP (Hermann Greulich)1877 Erstes Eidgen ssisches Fabrikgesetz1880Gr ndung des SCHWEIZ .
4 Gewerkschaftsbundes (SGB)ab 1890 Erste Sozialgesetze (Kranken- und Unfallversicherung)b)Parteien und Verb ndeMit dem Aufbau der demokratischen Ordnung ergab sich zwangsl ufig die Notwendigkeitvon politischen Organisationen, die vor allem folgende Aufgaben bernehmen m ssen: Vertretung der Interessen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen Information und politische Meinungsbildung Besetzung der politischen Aemter Organisation und Durchf hrung von Wahlen und AbstimmungenDie Gr ndung von derartigen Organisationen erfolgte zuerst auf der Ebene der eine gewisse Anzahl kantonaler Organisationen bestand, bildeten diese dann eineschweizerische Dachorganisation.
5 1870/80/88 Sozialdemokratische Partei1894 Freisinnig Demokratische Partei1912 Katholisch-Konservative Volkspartei1870 SCHWEIZ . Handels- und Industrieverein1880 Schweizerischer Gewerkschaftsbund1897 Schweizerischer GewerbeverbandSchweizerischer Bauernverbandc)Der Kulturkampf: S t a a t K i r c h eVon Anfang an war das Verh ltnis des neuen Bundestaates zur Kirche - vor allem zurkatholischen - gespannt. Mit dem Ausbau der staatlichen Kompetenzen warenautomatisch die kirchlichen tangiert. Besondere Streitpunkte waren: Priorit t des staatlichen Rechts das Bildungswesen: konfessionell neutrale Staatsschulen das Zivilstandswesen: Zivilehe- 3 -CHGSS chweiz1848-1914 Der Papst hatte seinerseits dem modernen Staat grunds tzlich den Kampf angesagt durch: 1864 Syllabus- Best tigung der UNA SANCTA- Ablehnung der Freiheit der Wissenschaft- Ablehnung der Religionsfreiheit- Ablehnung des Vorrangs des weltlichen Rechts 1870 Unfehlbarkeit des Papstes in GlaubensfragenL sung.
6 - Vorrang des Staates im Zivilstands- und Schulwesen- Garantie und Schutz der Individualrechte durch den Staat- Gerichtsbarkeit des Staates f r alle, auch f r den Klerus- Landeskirchen oder Trennung von Staat und Kirched)Die Totalrevision der Bundesverfassung 1874 Schaffung des fakultativen Gesetzesreferendums Volle Kompetenz des Bundes im Milit rwesen Einf hrung der Schulpflicht f r alle Garantie der Handels- und Gewerbefreiheit u. der vollen Religionsfreiheit Ausbau des Bundesgerichts Rechtskompetenz des Bundes f r die Regelung der Fabrikarbeit Staatliche F hrung des Zivilstandswesens Konfessionelle Ausnahmeartikel (Errichtung von Kl stern, Bist mern; Wahl NR)e)Entwicklung der BundeskompetenzenDie raschen Ver nderungen in der Wirtschaft und in der Gesellschaft machten es notwen-dig, weitere Bereiche zentral durch den Bund regeln zu lassen.
7 Aus diesem Grunde wurdedie Bundesverfassung immer wieder erg nzt und dadurch die Bundeskompetenzen erwei-tert = Suchen des Gleichgewichts zwischen F deralismus Zentralismus:1877 Erstes eidgen ssisches Fabrikgesetz1890 Kranken- und Unfallgesetz1891 Initiativ-Recht und Banknotenmonopol 1905 Gr ndung der Nationalbank1897 Lebensmittelgesetz1898- Verfassungskompetenz f r ZGB 1912 Gesetz- Verfassungskompetenz f r StGB 1942 Gesetz- Verstaatlichung der grossen Privat-Bahnen Entstehung der SBB1908 Wassernutzungsgesetz- 4 Agrar- zum IndustriestaatDer junge Bundesstaat erfuhr parallel zum politischen auch im wirtschaftlichen Bereicheinen raschen und tiefgreifenden Wandel.
8 Die zweite Welle der Industrialisierungver nderte die Produktionsformen, die Gesellschaft, das allt gliche Leben, die Landschaftund die Vereinheitlichung von Mass, Gewicht, W hrung Abschaffung aller Binnenz lle Aufbau der PTT17 Postverwaltungen und 31 Brieftarife wurden vereinheitlicht; 1852 erste Telegrafen-linie, 1878 erste Telefonversuche in Bern Ausbau des Strassennetzes: Albula, Furka, Lukmanier, Gr. St. Bernhard Aufbau eines Eisenbahnnetzes:1847 betrug das Eisenbahnnetz 25 km, von Z rich nach Badenab 1854 bauten versch.
9 Gesellschaften (Nordostbahn, Centralbahn, Vereinigte Schwei-zerbahnen) bis 1865 ca. 1200 km; 1873 Konzession f r weitere 900 km; es folgtenTunnelbauten, wie Gotthard, Simplon, und dann Bergbahnen, wie Rigi, Uetliberg, Pila-tus, Davos, Monte Generoso, Interlaken - Grindelwald, Visp - Zermatt, Jungfrau,Stans-Engelberg, Engadin erfolgte die Verstaatlichung (R ckkauf) Gr ndung der SBB Aufbau des Bildungswesens: 1854 Gr ndung der ETH; 1874 allg. Agrar- zum Industriestaat Schwerpunkte der Industrie: Als Land ohne eigentliche Rohstoffe setzte die Schweizauf die Produktion qualitativ hochwertiger G ter; dabei erhielt sie immer wieder wert-volle Impulse von aussen: Walter Boveri/Charles Brown, Heberlein Georg, Henri Nestl ,Franz Saurer, Georg Wander Maschinen: 1850 ca 8000 Besch ftigte 1911 ca.
10 70 000- Uhren: 1850 ca. 23'000 Besch ftigte 1911 ca. 35 000- Chemie: aus der F rberei ensteht die grosse Basler Chemie und sp ter Pharma 1850 500 Besch ftigte 1911 ca. 7 500- Textil: 1880 ca. 66 % des Gesamtexportes 1912 noch 44 %- Nahrungsmittel: ber verschiedene Fusionen zum Nestl -Konzern Wandel der Gesellschaft- Zunahme der Bev lkerung: 1850: Mio 1910: Mio- R ckgang der Bauern: 1888: ca. 41 % 1910: ca. 29 %- Urbanisierung: 1850: St dte ber 10'000: 8 1910: 26 St. Gallen 1850: 11'000 1910: 37'000; ZH 17'000 190'000- Fremdarbeiter: 1880: ca 210'000 1914: ca.