Transcription of Dr. med. Thomas Schuart Rheuma
1 Strategien f r Mobilit tRheuma Was tun?Ein Ratgeber f r Patienten mit entz ndlich-rheumatischen ErkrankungenDr. med. Thomas Schuart3. AuflageBeruflicher WerdegangStudium der Medizin in Gent, Regensburg, Marburg, Berlin und Hannover. 1993 Promotion zum Doktor der Medizin an der Medizini schen Hoch-schule Hannover. Arzt im Praktikum in der Orthop die und Inneren Medizin in Bad Bevensen. Ausbildung in der Inneren Medizin und phy-sikalischen Therapie in der Weserbergland Klinik H xter. Internistische Weiterbildung im Kreiskrankenhaus Walsrode. 1997 Anerkennung als Facharzt f r Innere Medizin. Rheumatologische Ausbildung in der Rheuma Klinik Bad Pyrmont und in Hildesheim mit Praxiserfahrung. 1998 Schwerpunktbezeichnung in der Inneren Medizin. 1999 Anerkennung als Facharzt f r Physikalische und Rehabilitative Medizin. Seit 1999 niedergelassen als internistischer Rheumatologe in med. Thomas Schuart Facharzt f r Innere Medizin / Rheumatologie / Osteologe (DVO)Facharzt f r Physikalische und Rehabilitative MedizinRheuma was tun?
2 Ein Ratgeber f r Patienten mit entz ndlich- rheumatischen ErkrankungenDr. med. Thomas SchuartFacharzt f r Innere Medizin / Rheumatologie / Osteologe (DVO)Facharzt f r Physikalische und Rehabilitative Medizin medac GmbH, Wedel 2011 Nachdruck, auch auszugsweise verboten. Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche Einwilligung der Medac/des Autors in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren), auch nicht f r Zwecke der Unterrichtsgestaltung, reproduziert oder unter Verwendung elektroni-scher Systeme verarbeitet, vervielf ltigt oder verbreitet Arzt hat bei Ihnen entz ndliches Rheuma festgestellt. F r Sie ist eine medikament se Therapie notwendig. Wie Sie vielleicht selbst festgestellt haben, hat diese Erkrankung und die Behandlung weitreichende, zum Teil lebensver n-dernde dieser Information f r Rheumapatienten soll das Verst ndnis f r Ihre Erkrankung unterst tzt werden. Wenn Sie bereits versucht haben, sich zum Thema entz ndliches Rheuma zu informieren, werden Sie festgestellt haben, dass fast alles f r Sie schwer verst ndlich und wenig praxisbezogen erscheint.
3 Mit dieser Patienteninformation versuchen wir, das Thema entz ndliches Rheuma in kurzer, allgemein ver-st ndlicher Form darzustellen. Die folgenden Informationen sollen das Gespr ch mit Ihrem Arzt nat rlich nicht ersetzen, sondern erg zur 3. AuflageSeit der 2. Auflage 2007 sind nun wieder einige Jahre ver-gangen in denen die Entwicklung, insbesondere der thera-peutischen M glichkeiten, in der Rheumatologie noch einmal deutliche Fortschritte gemacht hat. So schien es wieder an der Zeit die Patientenbrosch re, die sich unver nderter Nachfrage zu erfreuen scheint, zu aktualisieren und an eini-gen Stellen zu erg besonderer Dank geht an die Firma medac f r die angenehme im Januar 2011Dr. med. Thomas SchuartInhaltsverzeichnis SeiteTeil I. Wissenswertes zur Erkrankung 1. Was versteht man unter Rheuma ?.. 2 Ursachen .. 3 Einteilung .. 5 Verlauf.. 72. Wie kann man entz ndliches Rheuma erkennen?
4 10 Teil II. Therapie und Behandlungsm glichkeiten 1. Was kann man gegen entz ndliches Rheuma tun?.. 14 15 Leflunomid .. 18 .. 20 Chloroquin / 20 Azathioprin .. 21 Weitere Therapien.. 21 21 Operation und Basistherapie, wie geht das?.. 23 Cortison-Pr 25 Nichtsteroidale 26 Pflanzliche Medikamente .. 28 Radio- und 28 Physikalische 29 .. 30 Ern hrung .. 33 Operationen .. 34 Patientenschulungen .. 35 Rehabilitation .. 362. Sonstiges nicht zu 363. Schlusswort .. 374. Lesenswerte B cher f r 38 Wichtige Adressen und Internet-Adressen .. 39 Medizinische Fachbegriffe.. 4312 Teil I. Wissenswertes zur ErkrankungWas ist Rheuma ?Genau genommen m ssen Sie gar nicht viel ber Rheuma wissen. Einige Begriffe bzw. Fachausdr cke sind jedoch f r das Verst ndnis dieser Erkrankungen rung des Begriffs Rheuma Rheuma kommt aus dem Griechischen und bedeutet der flie ende Schmerz.
5 Damit sind Schmerzen gemeint, die von einem Gelenk zum anderen wandern. Im heutigen Sprach-gebrauch steht der Begriff Rheuma f r alle Gelenkschmer zen, gleich welcher Ursache. Unterschied zwischen entz ndlichem Rheuma und Arthrose Die Rheumatologin / der Rheumatologe benutzt diesen Begriff meistens gar nicht. In der Rheumatologie wird sehr sorgf ltig zwischen entz ndlich-rheumatischen Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis) und nicht entz ndlich-rheumati-schen Erkrankungen (z. B. Arthrose) unterschieden. Diese Unterscheidung ist deshalb wichtig, weil beide Erkrankungsgruppen unterschiedlich behandelt werden. An Arthrose, also einer Verschlei erkrankung im Sinne eines nichtentz ndlichen Rheumas, erkrankt fast jeder Mensch mit zunehmendem Alter, w hrend die entz ndlich-rheumatischen Erkrankungen relativ selten vorkommen: Nur etwa 3% der Bev lkerung leidet an einer rheumatisch-entz ndlichen Erkrankung. Die h ufigste dieser Erkrankungen ist die rheu-matoide Arthritis (chronische Polyarthritis) mit etwa 1% Betroffener in der Bev lkerung.
6 Merke: Arthrose entwickelt sich bei jedem Men sch en im Laufe des Lebens, eine entz ndlich-rheu-matische Erkrankung bricht nur bei wenigen Menschen aus. 3 Welche Ursachen gibt es f r entz ndliches Rheuma ?Eine Voraussetzung zur Entstehung von entz ndlichem Rheuma ist nach dem heutigen Wissensstand das Vorhan- d en sein von bestimmten Erbanlagen (Genen). Diese Gene selbst machen nicht krank, erh hen jedoch die Wahrschein-lichkeit, an Rheuma zu erkranken. Zus tzlich kommt es zu einer Irritation des Immunsystems, sodass wir entz ndliches Rheuma als Autoimmunerkrankung muss man wissen, dass das Immunsystem unter anderem die Aufgabe hat, k rperfremde Bestandteile wie z. B. Viren und Bakterien zu erkennen und zu vernichten. Im Gegensatz dazu soll das Immunsystem jedoch k rpereigene Bestandteile unversehrt lassen. Wenn das Immunsystem nun durch Bakterien bzw. Viren irritiert wird, die m glicherweise eine hnliche Struktur wie bestimmte k rpereigene Zellen haben, kann es dazu kommen, dass das Immunsystem eigene Zellen und Bestandteile angreift.
7 Deshalb spricht man auch von einer Autoimmun erkrankung. Diese erlebt der Patient mit einer entz ndlich-rheumatischen Erkrankung vor allem an den Gelenken. Spezielle Abwehrzellen (Lympho zy ten) wandern in die Gelenke hinein und setzen Stoffe frei, die zur Entz ndung f hren. In der Folge kommt es beim erkrankten Patienten zu Schmerz, Schwellung und Funkti ons ein schr n-kung der tzlich k nnen aber auch alle anderen K rper be-standteile und Organe in den entz ndlichen Prozess mit einbezogen werden, so z. B. Herz, Lunge, Leber, Nieren usw. Entz ndlich-rheumatische Er krank ungen sind deshalb nicht nur als Gelenker krank ungen zu verstehen, sondern als Er kran k ung des gesamten Organis mus. An dieser Stelle muss jedoch festgestellt werden, dass wir letztendlich bisher nicht in allen Einzelheiten wissen, wie Rheuma : Entz ndliches Rheuma ist eine Er krank ung des Immunsystems, die h ufig die Gelenke betrifft, aber auch innere Organe mit einbe-ziehen werden die entz ndlich-rheumati-schen Erkrankungen eingeteilt?
8 Im Wesentlichen werden die entz ndlich-rheumatischen Er- krankungen in zwei gro e Gruppen eingeteilt. Auf der einen Seite gibt es Erkrankungsformen, die bevorzugt Gelenke und die Wirbels ule befallen, wie zum Beispiel die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) und die Erkrankungen aus dem Formenkreis der so genannten Spondarthritiden mit dem Morbus Bechterew. Bei diesen Erkrankungen kommt es nur relativ selten zum Befall innerer der anderen Seite gibt es Erkrankungsformen, in deren Verlauf es h ufiger zu einem Befall innerer Organe und der Weichteile, wie zum Beispiel der Haut, kommt. Diese Erkran- kungen werden als entz ndliches Weichteilrheuma bzw. Kollagenosen bezeichnet. Die h ufigsten Formen aus dieser Erkrankungsgruppe sind der Systemische Lupus erythema to des und die Sklerodermie. Manchmal gibt es berschneidungen der Erkrankungen, sodass Symptome der einen und der anderen rheumatisch-entz ndlichen Erkrankung gleichzeitig auftreten.
9 Eine genaue Zuordnung der Erkrankung ist dann nicht m glich. Man spricht dann von einem so genannten Overlap-Syndrom / es zu vereinfachen, kann man entz ndlich-rheumatische Erkrankungen wie folgt einteilen:Erkrankungen mit berwiegendem Befall der Gelenke/Wirbels ule:l Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)l Morbus Bechterewl SchuppenflechtenrheumaErkrankungen mit berwiegendem Befall innerer Organe/Weichteile (Kollagenosen):l Systemischer Lupus erythematodes l Sklerodermiel Sj gren Syndrom6 Einteilung der rheumatischen Erkrankungen 1. Entz ndliche Gelenkerkrankungen a) Entz ndliches Gelenkrheuma z. B. chronische Poly- arth ri tis/rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew Symptome (Krankheitszeichen): l h ufig Gelenkschwellungen l entz ndliche Ver nderungen der Wirbels ule l nur gelegentlicher Befall innerer Organe b) Entz ndliches Weichteilrheuma z. B. Lupus erythema - todes, Sklerodermie Symptome: l gelegentlich Gelenkschwellungen l relativ h ufiger Befall innerer Organe2.
10 Nichtentz ndliche Gelenkerkrankungen a) Gelenkverschlei z. B. Arthrose l Verschlei der Gelenke mit gelegentlicher Gelenkschwellung l Kein Befall innerer Organe b) Nichtentz ndliches Weichteilrheuma z. B. Fibromyalgie, Schmerzsyndrome l Schmerzen der Muskulatur und der Sehnen sowie der Sehnenans tze l kein Befall innerer Organe l keine Gelenkschwellungen3. Weitere Gelenkerkrankungen l Infektionen l Stoffwechselerkrankungen (z. B. Gicht) l b sartige und erbbedingte Erkrankungen7 Wie kann sich Rheuma entwickeln?Niemand kann den Verlauf bzw. die Entwicklung einer entz ndlich-rheumatischen Erkrankung voraussehen. Wie bei jeder anderen Erkrankung sind leichte und milde Verl ufe m tzen der PrognoseAm Anfang einer entz ndlich-rheumatischen Erkrankung versucht die Rheumatologin / der Rheumatologe anhand der vorzufindenden Symptome, der Laborwerte und der R ntgen-befunde auf den zuk nftigen Verlauf zu schlie en.