Transcription of FFachw achwiissenssen …
1 Fachw issenFachw issenRechenschw cheRechenschw che( Dyskalkulie )( Dyskalkulie )Diagnose, Beratungund TherapieIRT BerlinBrienner Stra e 1110713 BerlinVerkehrsanbindung:U-Bhf. Fehrbelliner PlatzS-Bhf. HohenzollerndammTelefonische Beratung:Mo - - UhrTelefon:030 - 86 39 69 04 Institut f r Institut f r Re chenschw che Re chenschw che TherapieTherapie2..Einleitung3..Zur Defi nition von Rechenschw che4 ..Rechenschwache Kinder rechnen mit subjektiven Algorithmen4 ..M gliche soziale und psychische Folgen5 ..Welche Qualit t zeigt das Fehlerprofi l?5 ..Anforderungen an die Dyskalkuliediagnose6.
2 Anforderungen an die Dyskalkulietherapie6 ..Vorgehen in kleinsten Lernschritten7 ..Ma nahmen zur Therapiebegleitung8 ..Kinder rztliche M glichkeiten der Fr herkennung10 ..Symptome der Dyskalkulie12 ..Ausgew hlte LiteraturFachw issen Rechenschw che ( Dyskalkulie )Inhalt23 ber die Defi nition von Rechenschw che gibt es bisher in der Forschung keine ein-heitliche Auff assung. In der Inter nationa-len Klassifi kation psychischer St rungen (ICD-10) der Welt gesund heitsorganisation (WHO) ist unter Punkt die Ent -wicklungs st rung Rechenst rung defi -niert als um schriebene Be eintr chtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allge meine Intelligenzminde-rung oder eine eindeutig unangemes-sene Beschulung erkl rbar ist und vor allem die Beherrschung grund legender Re chenfertigkeiten.
3 Betriff t. Nach die-ser Defi nition wird ein Kind dann als re-chenschwach eingestuft, wenn seine Rechenleistungen ein deutig unter halb des Niveaus liegen, welches aufgrund des Alters, der all gemeinen Intelligenz und der Schulklasse zu erwarten ist.. Die Lese- und Recht schreib f hig keiten des Kindes m ssen im Normbereich liegen. 3In der aktuellen Rechen schw che-Forschung f hrende Wis senschaftler wie Gerster, Lorenz, Radatz, Grissemann, Gaido-schik und Schipper dis tanzie ren sich von dieser Diskrepanz-Defi nition. Ihre Kritik richtet sich dagegen, die Dia gnose einer Rechen schw che und in der Folge auch die F rder bed rftigkeit des jeweiligen Kindes von der Dis kre panz zwischen Re-chenleistungen und all ge meiner per Intelligenz test gemessener Begabung ab h ngig zu machen.
4 In der Konsequenz werden unbesehen der indi vi du ell-spe-zifi schen Lernschwierigkeiten h ufi g die-jenigen Sch lerinnen und Sch ler von der F rderung ausgeschlossen, die nicht nur im Rechnen, sondern beispielsweise auch beim Lesen und Schrei ben Probleme ha-ben, oder die sich bereits im Teufels kreis Lernst rungen (s. u.) verfangen diesem Sinne erkl ren Lorenz und Radatz: Wir wollen alle Sch ler einbe-ziehen, die einer F rderung jenseits des Standard unterrichts bed rfen. 5 Grisse-mann betont die Erfolgsm glichkeiten ei-ner gezielten F rderung gerade auch bei Kindern mit allgemeinen bzw.
5 Nicht klar abgrenzbaren Lernschwierigkeiten: Alle Sch ler mit mathe matischen Lernproble-men, auch ohne eine solche Diskrepanz, auch Sch ler, die (momentan) intellektu-ell weniger entwickelt sind, haben F rde-rungschancen und sollten von den f rder-p dagogischen Fortschritten pro fi tieren k nnen. 6 Gerster h lt die Diskrepanz-Defi nition f r nicht praktisch rele vant , denn: Hilfen braucht ein Kind, das in einen R ck stand gegen ber den Klassen kameraden gera-ten ist, in je dem Fall. Die Wahl der Hilfen muss sich an den vor han denen mathe-matischen Kognitionen orientieren, die nach ihrer entwicklungs psychologischen Einordnung be stim men, wie es weiter-gehen kann.
6 7 Aus diesen berlegungen folgt f r unsere Arbeit, dass f r die Planung ei-ner individuellen F rderung der jewei-lige Lern stand des Kindes bestimmend ist. Be son deren Wert legen wir daher auf die Untersuchung der spezifi schen, lern-gegen stands be zogenen Schwierigkeiten und Fehlleistungen des rechen schwachen Kindes. Zur Definition von Rechenschw cheDass die Entwicklung von Schulkindern durch eine Lese-Rechtschreibschw che bzw. Le gas the nie nachhaltig beein-tr chtigt werden kann, ist heute all gemein be kannt. Dem gegen ber hat das Ph no-men Rechenschw che, obwohl mittler-weile seit ca.
7 Zwanzig Jahren erforscht, bisher nur in begrenztem Ma e Eingang ins ff entliche Bewusstsein gefun Da Rechen schw che sich indi viduell unterschiedlich u ert, gibt es kein klar umrissenes Krankheitsbild . Den viel-f ltigen Er scheinungs formen der Re-chenschw che ist jedoch gemein sam, dass die betroff enen Kinder besondere Schwierig keiten beim Erlernen des Rech-nens haben, welche sich auf mangelnde oder fehlerhafte Vorstellungen im Bereich der basalen mathe matischen Kenntnisse zur ckf hren lassen: H ufi g weisen sie Schwie rig keiten bereits im Mengen- und Relationsverst ndnis sowie bei all-gemeinen Abstraktions leistungen auf.
8 Der Gro teil rechen schwacher Kinder hat ein falsches Verst ndnis von Zahlen und Zahl-beziehungen. Die betroff enen Kinder ver-stehen Zahlen nicht als Bestimmung der Anzahl ( Wie viele? ) sondern lediglich als feststehende Abfolge von Zahlw r-tern. Um dennoch rechnen zu k nnen, bew ltigen sie Rechenaufgaben weitge-hend oder aus schlie lich z hlend. Ihnen bleibt folglich auch die Bedeutung der elementaren Rechen opera tionen und des Aufbaus zwei- und mehrstelliger Zahlen ver die Lernst rung Dyskalkulie wur-de man auch deshalb erst relativ sp t aufmerk sam, weil Nicht-Rechnen-K nnen lange Zeit mit allge mei ner Minderbe ga-bung gleichgesetzt wurde.
9 Dass eine sol-che Gleichsetzung nicht ge rechtfertigt ist, wei man, seitdem dazu bergegangen wurde, auff allend schlechte Leistungen in Mathematik mit de nen in Deutsch und ande ren Schulf chern zu vergleichen. Inzwischen ist allgemein bekannt, dass Kinder mit erheblichen Schwierig keiten im Rechnen h ufi g in nicht-mathema-tischen Bereichen durchschnittliche oder berdurchschnittliche Leistungen zu wege den ersten Jahr gangsstufen der Grund schule ist mit einem rela tiv hohen Prozentsatz rechen schwacher Kinder zu rechnen. Neuere Studien gehen von ei-ner Pr valenz von ca.
10 4 bis 6 % der Grund-sch lerinnen und -sch ler bend gegen ihre St rung an . Da das ben nicht auf Basis eines Ver st nd nisses der mathematischen Grundlagen stattfi n-det, trai niert das Kind in diesem Fall ledig-lich seine fehlerhaften L sungs strate gien. Es perfektioniert also genau das, was das Erkennen der mathematischen Zusam-men h nge erschwert bis ver un m glicht. Dass rechenschwache Kinder so trotz gr ter Bem hungen im Fach Mathema-tik auf Dauer scheitern, l sst sie h ufi g an der eigenen F higkeit zweifeln, Mathe-matik zu verstehen. Solch eine negative Selbst ein sch tzung wirkt auf das Lern-verhalten zur ck: Ein Kind, das sich selbst f r dumm oder unbegabt h lt, ver liert das Inter esse am Lernen und die Moti-vation, Schwierig keiten zu meistern.