Transcription of Holzsortierung und -vermessung - Professor …
1 HOCHSCHULE F R NACHHALTIGE ENTWICKLUNG EBERSWALDE (FH) Fachbereich Wald und Umwelt Holzsortierung und -vermessung 4. Ausgabe vorlesungsbegleitende Materialsammlung f r das 4. Semester Forstwirtschaft _____ Zusammengestellt von Prof. Dr. Heinz Frommhold Eberswalde im Juni 2013 II III Inhaltsverzeichnis: 1 Vermessung des Holzes .. 1 Geschichte der Sortierung und Holzvermessung ..1 Vermessung des Holzes ..5 Ger te zur Holzvermessung ..6 Messen des Durchmessers ..7 L ngenmessung ..8 Volumenermittlung ..8 Festma ermittlung ..8 Raumma ermittlung ..9 Sch ttma ermittlung .. 12 Werksvermessung .. 12 Werksaufma nach Gewicht .. 12 Elektronisches Werksaufma nach L nge und Durchmesser .. 15 Kennzeichnung des Rohholzes .. 17 2 Sortierung ..21 Gesetzliche Grundlagen der Sortierung .. 21 Rohholzsorten- bersicht .. 21 Begriffsdefinitionen .. 24 Absolute Sortierung (merkmalsbezogene Aushaltung und Sortierung).
2 26 Allgemeine G tesortierung .. 27 Stammholz .. 27 Industrieholz .. 31 St rkeklassensortierung .. 32 Mittenst rkesortierung .. 32 Heilbronner Sortierung .. 33 St rkesortierung der Stangen .. 34 St rkesortierung f r Schichtholz .. 34 Sortierung nach dem Verwendungszweck .. 34 G teklassensortierung von Stammh lzern nach Holzarten .. 37 Kiefer/L rche .. 37 Fichte/Douglasie .. 41 Eiche .. 43 Buche 48 briges Laubholz .. 53 Abbildungsverzeichnis: ..55 Tabellenverzeichnis: ..56 Literaturverzeichnis ..57 IV V Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, diese dritte Ausgabe der vorlesungsbegleitenden Materialsammlung des Lehrgebietes Holzsortierung und -vermessung f r das 4. Semester Forstwirtschaft soll dazu beitragen, den Vorlesungsstoff besser nacharbeiten zu k nnen. Dazu wurden fr her lose Bl tter und Brosch ren unregelm ig in Vorlesungen zum Kopieren herausgegeben. Dieses Vorgehen hat sich nicht bew hrt. Aus diesem Grunde wird das vorgelegte Skript mit einer Auswahl der Kopien von in Vorlesungen gezeigten Folien und Beispielen erg nzt.
3 Das beigef gte Inhaltsverzeichnis entspricht der Gliederung der dazugeh rigen Vorlesung. Beigef gt ist auch das bungsprogramm mit einzelnen inhaltlichen Darstellungen, die in meiner Homepage ausf hrlich und aktuell zu finden sind unter: - Vorlesungsgliederung f r das 4. Semester Forstwirtschaft mit Skripten - Programm der bungen f r das 4. Semester - Downloads Diese Hinweise und Unterlagen finden Sie auch im Laufwerk S und auf der Lernplattform EMMA. J hrlich soll eine berarbeitung erfolgen, die zur Verbesserung und Erg nzung dieser Ausgabe f hren soll. Jeden sachdienlichen Hinweis und Ihre aktive Mitarbeit als studentische Hilfskraft nehme ich dankbar entgegen. gez. H. Frommhold Juni 2013 Holzsortierung und vermessung Geschichte der Sortierung und Holzvermessung 1 1 Vermessung des Holzes Umfang, Ziel und Inhalt des Teilmoduls: Das Curriculum sieht insgesamt 45 Stunden im 4. Semester vor.
4 Neben dem im Skript zusammengefassten theoretischen Teil werden im Rahmen dieses Umfanges zahlreiche bungen zur Vermessung und Sortierung von Rundholz, ein Seminar und eine Exkursion stattfinden (siehe bungsprogramm). Ziel ist die Vermittlung spezieller Kenntnisse der Sortierung und Vermessung einheimischer Handelsh lzer mit der Bef higung zur selbst ndigen Sortierung im praktischen Forstbetrieb, auf der Basis vorgeschriebener Verfahren der Holzermessung und g ltiger Vorschriften der Holzsortierung . Den Inhalt bilden die Grundlagen der Vermessung und Sortierung von Rohholz, Ger te zur Holzvermessung, Volumenermittlung; Waldvermessung, Werksvermessung, Kennzeichnung des Rohholzes, gesetzliche Grundlagen der Sortierung, Rohholzsorten bersicht, allgemeine G tesortierung, St rkeklassensortierung, Sortierung nach dem Verwendungszweck, G tesortierung von Stammh lzern einheimischer Hauptholzarten. Als abschlie ende Leistung f r das Modul Grundlagen des Holzmarketings ist eine Klausur mit den Teilmodulen Holzsortierung & -vermessung und Waldwachstumskunde I sowie ein Protokoll zur praktischen Holsortierung im Wald vorgesehen.
5 Geschichte der Sortierung und Holzvermessung Die Sortierung des Holzes begann mit der Auswahl geeigneter Holzst cke f r den jeweiligen Verwendungszweck = reine Gebrauchssortierung = relative Sortierung in fr heren Jahrhunderten. Mit dem beginnenden Holzhandel erfolgte ein bergang zu verbindlichen Vorschriften ber Abmessung und Qualit t des Rohholzes, insbesondere beim Holl nder-Holzhandel. Eine S geordnung um 1430 legte gleiche L ngen und Zopfdurchmesser und gewisse Mindestma e zum Zwecke der Fl erei fest. Eine Flo -Kombination von Eiche und Kiefer (schwer und leicht) war dabei n tig. Die Fl erei f hrte auch zu den Urspr ngen der Heilbronner Sortierung, demzufolge wurde bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Stammholz im allgemeinen nicht nach Volumen, sondern nach St ckzahlen in bestimmten Abma en verkauft. Bei Schichtholz war eine grobe Volumenermittlung nach Klafter (3 bis 4 rm) regional blich.
6 Im Merkantilismus findet durch aufkommende Holznot eine strenge Gebrauchssortierung statt. Ziel ist es, jedes St ck Holz der h chstwertigen Verwendung zuzuf hren (hohe Ausfuhr, staatliche F rderung der Industrie). Bei der Holzsortierung und Vermessung sind die W nsche der Verarbeiter und ihr Verwendungszweck bekannt [1]. Zur Zeit des Wirtschaftsliberalismus erfolgte eine flexiblere Sortierung nach dem Prinzip der absoluten Sortierung. Dem F rster war dabei die sp tere Verwendung des Holzes meist unbekannt. Die Reichsgr ndung und ein fortschreitender wirtschaftlicher Aufschwung machten eine einheitliche Sortierung n tig. Holzsortierung und vermessung Geschichte der Sortierung und Holzvermessung 2 Es wird Folgendes festgelegt: Der Festmeter gilt seit 1875 als Verkaufsma (die Einf hrung des metrischen Ma systems in Deutschland im Jahre 1871 machte dies m glich) Unterscheidung in Derb- und Nichtderbholz Unterscheidung in Nutz- und Brennholz Weitere Entwicklungen von Sortieranweisungen: Heilbronner Sortierung in S ddeutschland Mittenst rkensortierung in Norddeutschland 1925 galt in Preu en und in den norddeutschen L ndern die Preu ische Holzmessanweisung 1927 war in Bayern und in den s ddeutschen L ndern die Bayrische Holzsortierungsanweisung (HSA) verbindlich 1936 entstand die Holzmessanweisung (Reichs-HOMA)[2].
7 Sie beinhaltet die Holzausformung, Vermessung, Festgehaltsermittlung und Holzsortierung . Die Prinzipien der G te-, St rke- und Gebrauchsklassensortierung wurden dabei nebeneinander verwendet. Die einsetzende Preisbindung setzte dabei eine strenge Sortierung voraus. 1939 bis 1945 Rohholzpreisverordnungen, Autarkiebestrebungen, Kriegswirtschaft und teilweise Aufhebung der freien Marktwirtschaft f hrten zu Reglementierungen des Holzmarktes. Holzpreise wurden festgeschrieben. Spezielle Gebrauchssorten wurden ausgeschieden. 1949 bis 1968 war die Reichs-HOMA Bundesrecht entsprechend herrschender Auffassung geworden. In der DDR galt die Reichs-HOMA bis 1955, danach trat bis 1967 eine neue HOMA mit wesentlichen Neuerungen in Messung und Sortierung in Kraft. In der BRD galt die Reichs-HOMA bis 1950, danach gab es Ab nderungen der HOMA. Ab1967 bis 1990 galt in der DDR die TGL (Technische Normen, G tevorschriften und Lieferbedingungen (15799) f r Rohholz) mit nderungen vom [3] Nach 1945 wurden im Westen die Kriegseinschr nkungen aufgehoben.
8 Bis Mai 1952 Festschreibung der Grundpreise in DM f r die einzelnen Stamm-holzst rkeklassen in der ganzen BRD, bekannt als Messzahlen bzw. Messzahl-Prozente (MZP) als Bezugsgr e, jetzt MZE (Messzahlprozente in ). Die Preise f r Rohholz werden im Osten in Preisanordnungen bis 1990 vorgeschrieben. Die EWG-Richtlinie zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten f r die Sortierung von Rohholz wird 1969 als Voraussetzung f r die HKS in Kraft gesetzt [4] Als Nachfolger f r HOMA und TGL gilt die Handelsklassensortierung f r Rohholz (HKS) ab 1969 bzw. ab 1990. Die EWG-Richtlinie wird am aufgehoben. Die Verordnung ber gesetzliche Handelsklassen wird zum au er Kraft gesetzt. Die Rahmenvereinbarung f r den Rohholzhandel in Deutschland (RVR) wird am als Nachfolger f r die HKS teilweise in Kraft gesetzt [5]. Holzsortierung und vermessung Geschichte der Sortierung und Holzvermessung 3 Abbildung 3 Verordnung ber gesetzliche Handelsklassen f r Rohholz Unmittelbare Vorgeschichte der HKS: Richtlinie des Rates der EWG v.
9 Zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten f r die Sortierung von Rohholz, Amtsblatt der Europ ischen Gemeinschaft Nr. 32 v. Die Europ ische Kommission (EU) als Nachfolger der EWG hat vorgeschlagen, diese Richtlinie im Rahmen der Entb rokratisierung aufzuheben. Der formale Beschluss dazu wurde am durch den Pr sidenten des Europ ischen Parlamentes vollzogen. Gesetz ber gesetzliche Handelsklassen f r Rohholz vom (BGBl. I S. 149) [6], auch kurz als Forst-HKLG bezeichnet. Verordnung ber gesetzliche Handelsklassen f r Rohholz (HKS Rohholz) vom (BGBl. I S. 149)[7], gilt mit Zus tzen f r alle Bundesl nder. Seit ist diese Verordnung au er Kraft. Die europ ische Normung sieht Normen f r Schnittholz und f r Rundholz vor, z. B. EN 1316-1 Eiche und Buche[8], EN 1316-2 Pappel[9], EN 1316-3 Esche und Ahorn[10]. F r Nadelholz wurden zun chst vorl ufige Normen zur Erprobung und Diskussion herausgegeben, z.
10 B. ENV 1927-1 Fichten und Tannen[11], ENV 1927-2 Kiefern[12] und ENV 1927-3 L rchen und Douglasie[13], die inzwischen best tigt wurden. Abbildung 1 EWG Richtlinie Abbildung 2 Rohholzsortengesetz (1969) Holzsortierung und vermessung Geschichte der Sortierung und Holzvermessung 4 Somit waren bzw. sind f r die Holsortierung Gesetze, Verordnungen, Vorschriften, Normen und Vereinbarungen vorgesehen, die von ihrer Durchsetzbarkeit und von ihrer rechtlichen Bedeutung her sehr unterschiedlich einzusch tzen sind. Tabelle 1 Sortierbestimmung f r Kiefer, laut EN 1927-2:2008 (D) Die meisten Bundesl nder haben die HKS f r ihre Belange konkretisiert und spezifiziert und damit eigene Fassungen herausgebracht. Ursache daf r waren sicher auch die unterschiedlichen Bedeutungen der Holzarten und die verschiedenen Wuchsgebiete in den einzelnen Bundesl ndern. Au erdem gibt es Meinungsverschiedenheiten ber die Wertigkeit der Holzmerkmale.