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Methodenvalidierung in der Analytik

1 Methodenvalidierung in der Analytik Stavros Kromidas, Blieskastel Zum Dokument Die Methodenvalidierung ist ein wichtiges Instrument der Qualit tssicherung. Sie soll Auskunft dar ber geben, ob eine Analysenmethode geeignet ist, eine vorgegebene spezifische Aufgabe zu erf llen. Umfang und Durchf hrungsmodus einer Validierung h ngen vom beabsichtigten Zweck ab. Dieses Dokument stellt in vereinfachter und komprimierter Form die einzelnen Validierungselemente vor und zeigt pragmatische Wege zur Durchf hrung. Leser*, die an detaillierten Ausf hrungen interessiert sind, seien auf die Literatur am Ende des Dokumentes verwiesen. *Aus Gr nden der Vereinfachung wird ausschlie lich die m nnliche Form verwendet. Personen jedweden Geschlechts sind darin gleicherma en eingeschlossen.

Methodenvalidierung in der Analytik . Autor: Dr. Stavros Kromidas . Zum Dokument . Die Methodenvalidierung ist ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung.

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1 1 Methodenvalidierung in der Analytik Stavros Kromidas, Blieskastel Zum Dokument Die Methodenvalidierung ist ein wichtiges Instrument der Qualit tssicherung. Sie soll Auskunft dar ber geben, ob eine Analysenmethode geeignet ist, eine vorgegebene spezifische Aufgabe zu erf llen. Umfang und Durchf hrungsmodus einer Validierung h ngen vom beabsichtigten Zweck ab. Dieses Dokument stellt in vereinfachter und komprimierter Form die einzelnen Validierungselemente vor und zeigt pragmatische Wege zur Durchf hrung. Leser*, die an detaillierten Ausf hrungen interessiert sind, seien auf die Literatur am Ende des Dokumentes verwiesen. *Aus Gr nden der Vereinfachung wird ausschlie lich die m nnliche Form verwendet. Personen jedweden Geschlechts sind darin gleicherma en eingeschlossen.

2 Inhaltsangabe Thema Seite Was versteht man unter Validierung? 2 Validierung und Analytik 2 Validierungselemente und deren berpr fung 4 Richtigkeit 4 Selektivit t 4 Wiederfindungsrate 5 Pr zision 6 Genauigkeit 6 Linearit t 7 Nachweis- und Bestimmungsgrenze 7 Robustheit 8 Umfang der Methodenvalidierung 9 Grundbegriffe der Methodenvalidierung , Kurzdefinitionen 9-12 2 Flie schemata: Umfang der Methodenvalidierung in der 13-16 Analytik Beispiel.

3 Methodenvalidierung von Identit tstests 17 Qualit tsregelkarten 18-21 Trends auf dem Gebiet der analytischen Validierung 21-22 Literaturliste und Regelwerke zum Thema 23-24 Was versteht man unter Validierung? Begriffsbe-schreibung Validierung Wer fordert Validierung Unter Validierung versteht man den Nachweis und die Dokumentation der Zuverl ssigkeit einer Methode. Die Definition nach DIN ISO 8402 lautet: Best tigen aufgrund einer Untersuchung und durch Bereitstellung eines objektiven Nachweises, dass die besonderen Forderungen f r einen speziellen beabsichtigten Gebrauch erf llt worden sind.

4 Diese Definition ist sehr allgemein gehalten und l sst dem Fachmann freie Entscheidungsr ume. Leider wird zunehmend seitens der Inspektoren und der Beh rde bei Inspektionen oder Anmeldungen eine Liste mit Maximalforderungen stur abgehakt . Mit der Validierung besch ftigt man sich intensiver seit dem verst rkten Einzug von QS-Systemen in die Laboratorien. Besonders die Einf hrung der Akkreditierung nach EN 45001 und die Forderungen der amerikanischen Gesundheits- und Umweltbeh rden (FDA, EPA), sowie die DIN EN ISO/IEC 17025: 2018 sind als Ansto zu bewerten. Im Folgenden werden die Elemente der Validierung vorgestellt und eine pragmatische Umsetzung im analytischen Labor vorgestellt. Validierung und Analytik Es fehlt eine verbindliche Definition des Begriffes Validierung speziell f r die Analytik , auch der Umfang wird unterschiedlich festgelegt.

5 Bei Sucker2) finden sich sieben allgemeine Validierungsthesen. F r die Analytik abgewandelt, k nnten diese Thesen wie folgt lauten: Validierungs- thesen f r die Analytik Validierung ist ein Arbeitsinstrument zur Qualit tssicherung neben anderen wie SPC (Statistical Process Control) Validierung ist produkt- und zweckspezifisch auszuf hren. Die Verantwortung ber Ausma und Art liegt beim Analytiker Validierung hei t, das Notwendige tun, um eine Eskalation zu vermeiden. Alle kritischen Schritte m ssen validiert werden, aber nicht wahl- und kritiklos alles Methodenvalidierung beginnt am Besten beim Endergebnis und geht im Analysenablauf bis zum ersten Schritt zur ck Validierung kann nicht durch Abhaken von Resultaten mittels Checkliste erfolgen 3 Nach M glichkeit ist die statistische Relevanz und damit die Messunsicherheit zu ermitteln.

6 Eine fehlerhafte Analytik ( wahrer Wert) gibt es nicht F r Ergebnisse aus validierten Methoden sind Art und H ufigkeit der notwendigen Kontrollen festzulegen mit dem Ziel, den Gesamtanalysenaufwand zu minimieren, aber dennoch die erforderliche Ergebnissicherheit zu erzielen statistische Daten Ausrei er-tests berpr fung des Messger ts Pr fmittel- berwachung Verfahrens-validierung Im Rahmen der Validierung werden statistische Daten ermittelt. Oft muss der Anwender entscheiden, ob ein Wert nun ein Ausrei er ist oder nicht. Eine nicht zu empfehlende Praxis ist die subjektive Beurteilung. Nicht nur in einer Abteilung, sondern in ganzen Bereichen m ssen objektive Kriterien zu einer Ja/Nein-Entscheidung festgelegt und zwingend befolgt werden (z.)

7 B. mittels Dixon, Grubbs-Test oder 20% Abweichung vom Mittelwert). Sonst ist eine wichtige Voraussetzung f r die Vergleichbarkeit von Ergebnissen nicht erf llt. Eine gute Methode kann nur in einem guten Ger t gute Ergebnisse liefern. Die Messpr zision, d. h. die G te der verwendeten Apparatur muss bekannt sein. Diese kann durch entsprechende Ger tetests ermittelt werden. Die im Rahmen der Pr fmittel berwachung durchzuf hrende Kalibrierung kann bei einfachen Ger ten gegebenenfalls die aufwendigeren Ger tetests ersetzen. Auf die Ger tetests wird hier nicht n her eingegangen (siehe Dokument ALC 00297). In der Zwischenzeit bieten mehrere Hersteller entsprechende Softwaremodule an, welche die Durchf hrung dieser Tests erleichtern. Die Einbeziehung aller relevanten Einfl sse auf das Ergebnis (Probevorbereitung, Messung, Messger t, Datengenerierung) wird durch den Begriff Verfahrensvalidierung unterstrichen.

8 Doch scheint sich in der Analytik (vorerst) der Begriff Methodenvalidierung durchgesetzt zu haben. Dennoch: Immer h ufiger ist in j ngster Zeit von Verfahren ( process ) die Rede, siehe weiter unten Trends auf dem Gebiet der Validierung , siehe Seite 21. kritische Schritte einer Validierung Bei der Validierung sollten gerade die kritischen Schritte der Methode berpr ft werden. Wenn m glich und sinnvoll, sollte in besonderen F llen die Probenahme in die Methodenvalidierung aufgenommen werden. Eine nicht repr sentative Probe kann das Ergebnis einer sonst hervorragenden Methode zunichte machen. Hat der Anwender im Labor keinen Einfluss auf die Probenahme, so sollten diese und eventuell auch der Probetransport sowie die Lagerung genau beschrieben und dokumentiert werden.

9 Folgende Voraussetzungen gelten f r die Methodenvalidierung : Der Zweck ist unmissverst ndlich definiert Die Validierung erfolgt unter realen und nicht unter optimalen Bedingungen Es liegt eine ausgereifte, bereits optimierte Methode schriftlich vor. Diese Forderung ist nicht immer realisierbar. In der Praxis sind oft Methodenentwicklung und einzelne Schritte der Validierung (Selektivit t, Linearit t, Robustheit) miteinander verkn pft Das Ger t hat eine bekannte und akzeptierte Pr zision 4 (Messpr zision) Das Personal ist mit der Methode vertraut Die verwendeten Chemikalien (chromatographische S ulen, Referenzsubstanzen, L sungsmittel, Reagenzien etc.) sind von guter (und bekannter) Qualit t Validierungselemente und deren berpr fung Maximal-umfang einer Validierung Der Maximalumfang einer Validierung umfasst Richtigkeit, Pr zision (Wiederhol-, Labor- und Vergleichspr zision), Linearit t, Wiederfindungsrate, Selektivit t, Robustheit, Nachweisgrenze und Bestimmungsgrenze.

10 Der tats chlich notwendige Umfang h ngt von Art und Zweck der Analytik ab. Stellt beispielsweise die Selektivit t in der Produktanalytik (bekannter Wirkstoff in einer bekannten Formulierung) vermutlich keinen au ergew hnlich kritischen Punkt dar, so ist deren berpr fung in der Umweltanalytik (Identifizierung des Analyten) in oft komplexen und wom glich auch unbekannten Matrices schwierig jedoch eminent. Die Messpr zision und die Robustheit (Routinemethoden!) der Methode sind elementare Forderungen f r jede Art von Analytik . Richtigkeit Richtigkeit Die Richtigkeit ist ein Ma f r die Abweichung des Messwertes vom richtigen Wert (manchmal als wahrer Wert bezeichnet) aufgrund eines systematischen Fehlers. Das Fehlen von systematischen Fehlern ist somit eine Grundvoraussetzung f r die Richtigkeit.


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