Transcription of Update Schockraum-Management
1 Refresher Course Nr. 41 Mai 2015 D sseldorfAktuelles Wissen f r An sthesisten133 Update Schockraum-Management M. RoesslerUpdate Schockraum-ManagementUpdate emergency - room ManagementM. RoesslerZusammenfassungDer Schockraum ist der zentrale Ort einer Notaufnahme, in dem kritisch kranke Patienten jeden Alters, und alle Fachge-biete betreffend, versorgt werden. Schockraum-Management bedeutet die Organisation von Aufgaben und Abl ufen im Schockraum. Zu dieser Organisation geh rt zum einen, dass die r umlichen und materiellen Voraussetzungen geschaffen wer-den, damit Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen oder Verletzungen ad quat versorgt werden k nnen. Zum anderen bedeutet es, dass f r die Versorgung im Schockraum jederzeit ein entsprechend ausgebildetes und interdisziplin r trainiertes Team bereit steht, dass bei Bedarf erweitert werden kann.
2 Alle Teammitglieder sollten standardisierte Kurse f r Wiederbelebung (ERC-ALS, ERC-EPLS) und Traumaversorgung (ATLS , ETC ) besuchen, nicht nur, damit sie entsprechend der existierenden Leitlinien und nach bester Evidenz handeln und behandeln, sondern auch damit die Teammitglieder nach dem einheitlichen Schema bei der Notfallversorgung (ABC-Schema) vorgehen. Die Teammitglieder sollten entsprechend ihrer Funktion weitere Ausbildungen absolvieren, wie Kurse in An sthesie fokussierter Sonographie (AFS), Atemwegs-management, Kurs Notfallmedizin. Die Einrichtung von Qualit tszirkeln hilft die Versorgung im Schockraum stetig zu verbessern. Die Bearbeitung fachlicher Aspekte der Versorgung sollte in den Sitzungen der Qualit tszirkel ebenso Thema sein, wie die Bearbeitung von Problemen bei der Organisation und Kommunikation. Das Schockraum-Management ist durch die entsprechenden Vorbereitungen ein entscheidender Beitrag um die Morbidit t und Mortalit t schwer kranker und schwer verletzter Patienten zu sselw rter: ABC-Schema Notaufnahme Schockraum Sichtung berbelegungSummaryThe resuscitation room is the central location within an emergency department, in which patients of every age and related to all specialities will be attended.
3 Resuscitation room management embraces the allocation of responsibilities and the organization of procedures. This organization includes for one thing that spatial requirements have to be created, so that patients with most different diseases or injuries can be treated appropriately. For the other thing it means that an appropriately educated and trained interdisciplinary team which can be enhanced on demand is on stand by to provide resuscitation room treatment at any time. All team members should pass standardized courses for resuscitation (ERC-ALS, ERC-EPLS) and trauma management (ATLS , ETC ) not only that they can act according to the existing guidelines, but also that the team members can follow the uniform scheme of emergency care (ABC-approach).According to their function the team members should follow further courses, as there are e.
4 G. courses in anaesthesia focused sonography (AFS), airway management, emergency medicine. The implementation of quality circles is helpful for the constant improvement of care. The processing of technical aspects is as important as the handling of organization and soft room management is by appropriate prepa-ration a crucial factor for the reduction of morbidity and mortality of critically ill and severely injured : ABC-approach emergency department resus-citation room overcrowding triageEinleitungDer Schockraum ist elementarer Bestandteil jeder Notfallauf-nahme eines Krankenhauses. Traditionell war der Schockraum der Ort f r die Versorgung schwerstverletzter Patienten. In einer zentralen Notfallaufnahme, wie sie in Deutschland zuneh-mend etabliert werden, ist der Schockraum der zentrale Raum einer Notfallaufnahme, in dem Patienten mit drohenden oder bestehenden St rungen der Vitalfunktionen ungeachtet der tiologie behandelt werden.
5 Dies setzt zum einen voraus, dass eine entsprechend geeignete und ausgestattete R umlich-keit zur Verf gung steht. Zum anderen muss ein interdisziplin -res Schockraumteam die Versorgung vital bedrohter Patienten rund um die Uhr sicherstellen k nnen. Hierzu m ssen die Mit-glieder eines solchen Schockraumteams ber entsprechende fachliche Qualifikationen und Fertigkeiten verf gen. Von elementarer Bedeutung ist zudem, dass das Team eine gemein-same Sprache der notfallmedizinischen Versorgung spricht und die Zusammenarbeit trainiert hat. Beides kann in Kursen und Teamtrainings erlernt werden. Nicht zuletzt ist eine auf dem gegenseitigen Vertrauensgrundsatz basierende und im jeweili-gen Fachgebiet auf Eigenverantwortung und Methodenfreiheit beruhende interdisziplin re Zusammenarbeit unerl sslich. Die Arbeit in einem Schockraum kann belastend sein und setzt voraus, dass die Mitarbeiter in der Lage sind, bei Patienten aller Altersklassen und mit allen denkbaren Erkrankungen und Verletzungen sowie unter Zeitdruck bestimmte Ma nahmen Aktuelles Wissen f r An sthesisten134 Refresher Course Nr.
6 41 Mai 2015 D sseldorfUpdate Schockraum-Management M. Roesslerschnell und sicher durchzuf hren und ohne gro e Bedenkzeit Entscheidungen treffen zu k nnen. Das Schockraum-Manage-ment geh rt daher zu den K nigsdisziplinen der Akutmedizin. Der Lohn f r diese herausfordernde T tigkeit ist, ggf. einem Menschen das Leben retten zu k der zunehmenden Schaffung zentraler Notfallaufnah-men (ZNA) wird ein Schockraum nicht nur f r Schwerst-verletzte vorgehalten, sondern dient der Behandlung von Patienten aller Altersklassen und aller Fachgebiete [5]. Der Schockraum r umliche und materielleVoraussetzungenDer Schockraum soll in unmittelbarer N he zur Liegendkran-kenvorfahrt liegen und fu l ufig vom Hubschrauberlandeplatz aus zu erreichen sein. Er soll sich im gleichen Geb ude wie die radiologische und die OP-Abteilung befinden [22] und der zentrale Punkt einer Notfallaufnahme eine ad quate Versorgung zu erm glichen, soll die Gr e eines Schockraums 25 50 m2 pro zu behandeln-dem Patient betragen [16].
7 Die deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) fordert im Rahmen der Zertifizierung von Krankenh usern f r das Schwerverletztenartenverfahren (SAV), dass in berregionalen Traumazenten mindestens zwei Schwerverletzte in einem Raum mit einer Grundfl che von mindestens 50 m2 oder in zwei R umen von mindestens 25 m2 versorgt werden k nnen. Auch wenn diese Raumgr en bislang nur f r die Behandlung Schwerstverletzter formuliert worden sind, ergibt sich eine entsprechende Fl che auch, wenn man die Vorgaben der Arbeitsst tten-Richtlinie (ASR), der R ntgen-Verordnung (R V) und die technischen Regeln f r Gefahrstoffe (TRGS) sowie die anzunehmenden Personenzahl eines Schockraumteams ber cksichtigt. Idealerweise ist der Schockraum mit einer station ren R nt-geneinheit und einer mobilen R ntgenlafette ausgestattet.
8 Ein Mehrzeilen-Spiral-Computertomograph (CT) soll sich in unmit-telbarer N he befinden. Konzepte mit einem in den Schock-raum integrierten CT sind sinnvoll, wenn der Schockraum stark frequentiert wird und das CT nicht im Rahmen der t glichen CT-Routine genutzt werden in einem Schockraum Patienten mit gest rten Vitalfunkti-onen behandelt werden, muss ein vollwertiger An sthesiear-beitsplatz bereit stehen. Zu den entsprechenden geb udetech-nischen Voraussetzungen geh rt eine elektrische Versorgung gem DIN VDE 0107 mit Anschluss an ein gewerbliches Stromnetz; dar ber hinaus sind eine allgemeine Ersatzstrom-versorgung (AEV), die bei Stromausfall nach 15 Sekunden zur Verf gung steht und mindestens 24 Stunden aufrecht erhalten werden kann, sowie eine besondere Ersatzversorgung mit Bat-teriereserve f r 3 Stunden erforderlich.
9 Weiterhin geh ren die Gasversorgung und -entsorgung und eine Klimaanlage mit ei-ner Luftwechselzahl 10 (Austausch der Raumluft mindestens 10-mal pro Stunde) dazu. Die Ausstattung des An sthesiear-beitsplatzes orientiert sich an den Forderungen der Deutschen Gesellschaft f r An sthesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Am Arbeitsplatz selbst m ssen mindestens ein Narkoseger t (nach EN 740) mit Narkosegasmessung und Kaponographie, ein EKG-Monitor, ein oszillometrisches Blutdruckmessger t so-wie ein Pulsoxymeter vorhanden sein. Weitere Ger te m ssen in angemessener Zeit verf gbar Standardausstattung reicht f r die Versorgung der meisten Patienten aus; dar ber hinaus ist die unmittelbare Verf gbarkeit von speziellem Material f r die Behandlung seltener Notf lle unverzichtbar muss das Material erst herangeschafft werden, geht wertvolle Zeit verloren.
10 Die exemplarische Liste (Tab. 1) zeigt, dass der Schockraum einer ZNA in besonderer Weise auf Notf lle aller Art vorberei-tet sein muss. Der Vorteil der universellen Ausstattung ist, dass Patienten auch dann ad quat behandelt werden k nnen, wenn ein Schockraum bereits belegt ber den SchockraumTraumatologische PatientenZur Behandlung polytraumatisierter Patienten existieren klare Empfehlungen f r die Zusammensetzung des Schockraumteams [9, 22]. Demnach besteht das sog. Basis-Schockraumteam aus Tabelle 1 Spezielle Materialausstattung des Schockraums. Material f r Kinder (Atemweg, Gef zugang) Material zur Sicherung des schwierigen Atemweges Beatmungsger t zur invasiven und nichtinvasiven Beatmung (NIV) Fiberoptisches Bronchoskop / Endoskopieturm Intraoss rer Zugang ( EZ-IO ) Motorspritzenpumpen Druckinfusionsger t und W rmesystem ( Level 1 , Hotline ) Transkutaner und transven ser tempor rer Herzschrittmacher Sengstaken-Blakemore-Sonde Beckenschlinge / Beckenzwinge OP-Siebe f r Not-Operationen (Thorakotomie, Laparotomie, Beckenzwinge, Fixateuer externe) Pneumatische Blutsperre / Tourniquet Ger t f r Blutgasanalysen Optional Ger t f r Rotationsthrombelastometrie in berregionalen Traumazentren Lokales Notfallblutdepot in unmittelbarer Erreichbarkeit ( mit 5 EK 0 Rh- und 5 GFP AB+) Lokales Notfalldepot mit Gerinnungsfaktoren (PPSB, Fibrinogen, rF VIIa)