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Zuordnungshilfe zu Lagerklassen für die …

Zuordnungshilfe zu Lagerklassen f r die Einlagerung von Gefahrstoffgebinden in Lagerbereiche eines Gefahrstofflagers (Lagerabschnitt)*. OLBRECHTS, SVEN (2016). Einleitung Die folgende Arbeitshilfe bietet dem Agrarhandel einen berblick ber die rechtlichen Auflagen und Verpflichtungen f r die Lagerung von Gefahrstoffen in einem Lagerraum. Die Informationen auf dem Etikett eines Gebindes reichen hierf r meist nicht unmittelbar aus. Die Hilfe enth lt ein Ablaufschema f r die Zuordnung in Lagerklassen inklusive einer bersichtstabelle aller Sicherheitshinweise (H-S tze). Die Arbeitshilfe beschreibt den Weg vom Schriftsatz auf dem Etikett ber den H-Satz zur Lagerklasse bis hin zur Einlagerung in einen Lagerbereich in dem einen Raum (Einraumkonzept). Neue Rechtslage Die neue Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung) hat dazu gef hrt, dass sich viele H ndler und Anwender/ Landwirte bez glich der richtigen Lagerung und Handhabung ihrer Produkte umstellen mussten und teils auch ratlos neuen Gefahrstoffzeichen (Piktogrammen) gegen ber stehen.

4 Gefahrzettel der Klasse 4.2 Pyrophor oder LGK 4.2 Oder mit H 250, H 251 oder H 252 Gefahrzettel der Klasse 4.3 oder mit H 260

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1 Zuordnungshilfe zu Lagerklassen f r die Einlagerung von Gefahrstoffgebinden in Lagerbereiche eines Gefahrstofflagers (Lagerabschnitt)*. OLBRECHTS, SVEN (2016). Einleitung Die folgende Arbeitshilfe bietet dem Agrarhandel einen berblick ber die rechtlichen Auflagen und Verpflichtungen f r die Lagerung von Gefahrstoffen in einem Lagerraum. Die Informationen auf dem Etikett eines Gebindes reichen hierf r meist nicht unmittelbar aus. Die Hilfe enth lt ein Ablaufschema f r die Zuordnung in Lagerklassen inklusive einer bersichtstabelle aller Sicherheitshinweise (H-S tze). Die Arbeitshilfe beschreibt den Weg vom Schriftsatz auf dem Etikett ber den H-Satz zur Lagerklasse bis hin zur Einlagerung in einen Lagerbereich in dem einen Raum (Einraumkonzept). Neue Rechtslage Die neue Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP-Verordnung) hat dazu gef hrt, dass sich viele H ndler und Anwender/ Landwirte bez glich der richtigen Lagerung und Handhabung ihrer Produkte umstellen mussten und teils auch ratlos neuen Gefahrstoffzeichen (Piktogrammen) gegen ber stehen.

2 Im nationalen Recht wurde die richtige Lagerung ber die Technische Regel f r Gefahrstoffe 510 (TRGS 510, 2010) konkretisiert (zuletzt berarbeitet). Eine rechtskonforme Zusammenlagerung verschiedener Gefahrstoffe ist nur anhand der Lagerklassen nach TRGS 510 m glich. Im Gegensatz zum fr heren Gefahrstoffrecht reichen die neuen Gefahrstoffpiktogramme (fr her Gefahrstoffsymbole) nicht mehr aus, um eine korrekte Zuordnung zu Lagerklassen vorzunehmen. Die VCI- Lagerklassen sind aufgel st worden und diese sind auch nicht 1:1 kompatibel zu den neuen Lagerklassen nach der TRGS 510. Festlegung Lagerbereiche Besitzt ein Landh ndler bspw. nur einen Lagerraum, so muss er bestimmte Produkte (Gefahrstoffe) in seinem Lagerraum getrennt voneinander lagern. Welche Gefahrstoffe davon betroffen sind, ergibt sich aus den Lagerklassen .

3 D. h., er sollte drei Lagerbereiche festlegen, wobei wenigstens 2 Lagerbereiche bspw. mindestens durch einen Abstand von mehr als 3 Metern voneinander getrennt sind (vgl. BENDER 2013). Hierdurch wird eine sogenannte Getrenntlagerung gem. TRGS 510 erzielt. Kriterium Lagerklasse f r die Zuordnung in Lagerbereiche In einem n chsten Schritt muss der Landh ndler erfassen, welche Lagerklassen zusammen gelagert werden d rfen und welche Lagerbereiche (1 bis 3) er ihnen zuweist. Die Gefahrstoffgebinde (Betriebsmittel) m ssen nun in die einzelnen Lagerbereiche anhand der Lagerklasse eingelagert werden. Dabei sind die Zusammenlagerungsregeln gem. TRGS 510 zu ber cksichtigen. Falls jedoch vom Hersteller weder auf dem Etikett des Gefahrstoffgebindes noch im Sicherheitsdatenblatt eine Lagerklasse angegeben ist, muss diese anhand der GHS-Kennzeichnung oder ggfs.

4 Den Gefahrgutkennzeichen (Gefahrzettel und UN- Nummer) ermittelt werden. Die Zuordnung zu einer Lagerklasse wird nach den Kennzeichnungselementen (im Wesentlichen Piktogramm und Hazard-Satz/ H-Satz) auf den Gefahrstoffgebinden vorgenommen. Diese Kennzeichnungselemente m ssen mit den Angaben im Sicherheitsdatenblatt bereinstimmen. H-S tze und Gefahrenpiktogramme geben somit Aufschluss ber die Gefahrenmerkmale des Gefahrstoffgebindes, welche letztendlich auch zur Zuordnung in die entsprechende Lagerklasse f hren und so die Einlagerung in die Lagerbereiche erm glichen. Ablaufschema f r die Zuweisung zu Lagerklassen Als Hilfe f r die Zuordnung zu einer Lagerklasse sieht der Gesetzgeber das Ablaufschema in Anlage 4 der TRGS 510 vor, welches wie ein Flussdiagramm aufgebaut ist und einen Zuordnungsleitfaden anhand verschiedener Gefahrenmerkmale darstellt.

5 Jeder Gefahrstoff ist hiermit eindeutig einer Lagerklasse zuzuordnen. Falls kein stoffbezogenes Gefahrenmerkmal dem Ablaufschema zugeordnet werden kann, also das Merkmal nicht direkt zu einer Lagerklasse f hrt, ist der betreffende Stoff aufgrund seiner Brennbarkeit einzustufen. Das Kriterium lautet dann brennbar oder nicht brennbar sowie Feststoff oder Fl ssigkeit (LGK 10 bis 13). * Dieses Dokument ist Teil des DRV-Leitfadens f r Bau und Betrieb von Gefahrstoffl gern und f r die Abgabe an Dritte, 1. der s mtliche Aspekte zum Umgang mit Gefahrstoffen detailliert erl utert. Was aber macht der Lagerist mit einem Produkt, das aufgrund vieler H-S tze und vieler Piktogramme gleich mehreren Lagerklassen zugeordnet werden k nnte/ m sste. Welche Lagerklasse ist dann zu vergeben? Beispiel Quick Phos Als Beispiel soll das Begasungsmittel Quick Phos (Tabletten) von UPL Deutschland GmbH einer Lagerklasse zugeordnet werden.

6 Angenommen die Angabe zur Lagerklasse ist auf dem Gebinde nicht aufgef hrt und fehlt auch im Sicherheitsdatenblatt. Der Lagerist sieht auf dem Gebinde eine ganze Reihe von H-S tzen (H 260, H 300, H 310, H 319, H 330 und H 400) sowie die Gefahrenpiktogramme Flamme , Totenkopf und Umwelt . Diese Angaben best tigen sich auch bei einer berpr fung im Sicherheitsdatenblatt. Der Lagerist hat nun mehrere Zuordnungsm glichkeiten zu Lagerklassen und muss nun eine eindeutige Zuweisung zu einer Lagerklasse vornehmen. Hier bedarf es also einer Entscheidung. Als Hilfe ist das folgende auf den landwirtschaftlichen Bereich angepasste und entwickelte Ablaufschema anzuwenden (s. Abb. 2, in Anlehnung an TRGS 510, Anlage 4). Die Entscheidung erfolgt nach einer Rangfolge von oben nach unten. Die Rangfolge ergibt sich dabei aus einer Bewertungshierarchie des Gefahrenpotentials (die Entz ndbarkeit wird hiernach f r gef hrlicher erachtet als die Giftigkeit eines Produktes).

7 Gr n markiert sind Gefahrenmerkmale, die im landwirtschaftlichen Bereich vorkommen k nnen. Es ist dann die Lagerklasse zu vergeben, die als erste im Ablaufschema aufgef hrt wird. Dabei ist im linken K stchen abzulesen, welcher der auf dem Gebinde genannten H-S tze im Ablaufschema zuerst aufgef hrt wird. Dieser H-Satz besitzt dann die h here Priorit t. Auf der rechten Seite ist dann die zugeh rige Lagerklasse abzulesen. Am Beispiel des Produktes Quick Phos findet sich im Ablaufschema der TRGS 510 zum einen der H-Satz H 260, welcher das Gefahrenmerkmal mit Wasser entz ndbare Gase bildend und dem Piktogramm Flamme der Lagerklasse zugeordnet werden muss, zum anderen finden sich die H-S tze H 300, H 310 und H 330 mit dem Piktogramm Totenkopf , die den Stoff als akut toxisch ausweisen und somit der Lagerklasse A zugeordnet werden m sste.

8 Dar ber hinaus f hrt das Produkt noch den H 400 mit dem Piktogramm Umwelt , der zu einer Zuordnung der Lagerklasse 10 bis 13 f hrt. Da der H 260 im Ablaufschema eher aufgef hrt wird als alle anderen, ist das Produkt (Gefahrstoff) Quick Phos somit der Lagerklasse zuzuordnen. Im n chsten Schritt schaut sich der Lagerist das Einraumkonzept (Lagerbereich G, E und A, s. Abb. 1) an und ordnet das Produkt dem entsprechenden Lagerbereich zu. In dem besonderen Fall von Quick Phos ist erkennbar, dass dieses Produkt mit der LGK. nicht in dem Raum eingelagert werden darf. Hier bietet sich dann ein Gefahrstoffschrank gem. EN 14470 2 mit der Feuerwiderstandsklasse F-90 an (s. Abb. 1), der dann als separater Lagerabschnitt in dem Raum untergebracht werden kann. (vgl. KREUTMEIER ET AL. 2015). Abb. 1: Einraumkonzept f r ein Gefahrstofflager mit 2 Lagerabschnitten und 3 Lagerbereichen (Schematische Darstellung).

9 F 90 Wand Lagerbereich G. (und Sonstige: LGK 8, 10, 11, 12, 13). LGK 2A (< 1000 ml) LGK 2B und 3. LGK A bis LGK D Abstand mindestens 3 m (und Sonstige: LGK 8, 10, 11, 12, 13). Lagerbereich E. Lagerabschnitt I. Lagerbereich A. Sonstige als Puffer Gefahrstoffschrank LGK 8, 10, 11, 12, 13. z. B. LGK und LGK Lagerabschnitt II. Legende: G= Gifte, A= Allgemein, E= Entz ndbar Beim Einraumkonzept (siehe Arbeitshilfe Zusammenlagerung von Gefahrstoffen) hat der Betreiber zu entscheiden, ob er eine begrenzte Zulagerung der LGK B oder LGK 3 w hlt. Entscheidet er sich f r LGK B darf LGK 3 nur begrenzt zugelagert werden und umgekehrt (vgl. KREUTMEIER ET AL. 2015). 2. Abb. 2: Angepasstes Ablaufschema f r die Zuordnung zu Lagerklassen in Anlehnung an TRGS 510 Anlage 4 (ohne Anspruch auf Vollst ndigkeit). Start Gefahrzettel der Klasse 1.

10 Bspw. oder Ja oder mit H 200. Explosiv? LGK 1. bis H 204. oder H 205. Nein Gefahrzettel der Klasse Ansteckungs- Ja gef hlich? LGK Nein Gefahrzettel der Klasse 7. Ja Bspw. oder Radioaktiv? LGK 7. Nein UN 1950 oder UN 1057. oder mit H 222. Ja o. H 223 Aerosol-, Druck- gaspackungen LGK 2 B. UN 2037 oder Nein Ja und mit Druckgas- H 220, H 270 oder H 221 (ohne kartusche LGK 2 A. Piktogramm) u. H 280. (Druckgaskartuschen < ml). Nein Gefahrzettel der Klasse 2. oder Ja oder mit H 280 Gas? LGK 2 A. oder H 281. oder UN 1051 oder UN 1052. Nein (Druckgasflaschen) oder und mit H 220, H 270 oder H 221 (ohne Piktogramm) und H 280. 3. 2. SprengV: Lagergruppe I bis III Sonstig Ja explosions- LGK A. oder mit H 240 gef hrlich? oder H 241. Nein Gefahrzettel der Klasse Organisches Ja Peroxid oder LGK selbstzersetzlich?