Transcription of Vorlesung Gesamtbanksteuerung
1 Seite 1 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Vorlesung GesamtbanksteuerungRisikotragf higkeitDr. Klaus LukasStefan Prasser Seite 2 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Agenda grundlagen / aufsichtsrechtliche Anforderungen Methoden BeispieleSeite 3 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Agenda grundlagen / aufsichtsrechtliche Anforderungen- Aufsichtsrecht Umsetzung BeispieleSeite 4 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 GrundlagenGesetzliche Anforderung- gesetzliche Verpflichtung leitet sich aus 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 KWG Individuelle Ausgestaltungsm glichkeiten, Konkretisierung durch MaRisk 25a Besondere organisatorische Pflichten von ordnungsgem e Gesch ftsorganisation muss insbesondere ein angemessenes und wirksamesRisikomanagement umfassen, auf dessen Basis ein Institut die Risikotragf higkeit laufend sicherzustellenhat; das Risikomanagement 1.
2 Beinhaltet die Festlegung von Strategien, Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragf higkeitsowie die Einrichtung interner Kontrollverfahren mit einem internen Kontrollsystem und einer Internen Revision, ..Seite 5 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 GrundlagenGesetzliche Anforderung (2)- Auf EU-Ebene stellt der Artikel 123 der Bankenrichtlinie (RL 2006/48/EG) den rechtlichen Hintergrund f r die interne Risikotragf higkeitssteuerung von Kreditinstituten Die hier formulierten Anforderungen sind in 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 KWG in nationales Recht 123 Kreditinstitutseigene Verfahren zur Bewertung der Eigenkapitalausstattung1 Die Kreditinstitute verf gen ber solide, wirksame und umfassende Strategien und Verfahren, mit denen sie die H he, die Zusammensetzung und die Verteilung des internen Eigenkapitals, das sie zur quantitativen und qualitativen Absicherung ihrer aktuellen und etwaigen k nftigen Risiken f r angemessen halten, kontinuierlich bewerten und auf einem ausreichend hohen Stand halten k 6 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04.
3 Juni 2012 Zielsetzung- Die Risikotragf higkeitskonzeption soll der Gesch ftsleitung eine strukturierte bersicht ber die Risikotragf higkeit des Instituts Praktikable Erf llung von Anforderungen der Umsetzung der risikopolitischen Ziele und Strategien des Vorstands- Ber cksichtigung bei der Festlegung/Anpassung von Strategien - Wesentliches Risikosteuerungsinstrument des Vorstands, wichtiges Instrument der GesamtbanksteuerungSeite 7 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Zielsetzung- Anforderungen an ein Risikotragf higkeitskonzept spielen eine bedeutende Rolle in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement - Der Entwicklung, Implementierung und Kommunikation der institutsindividuellen Konzeption sollte eine dementsprechend hohe Aufmerksamkeit und Sorgfalt im Zuge der MaRisk-Umsetzung einger umt werden.
4 Seite 8 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Agenda grundlagen / aufsichtsrechtliche Anforderungen Umsetzung- Grundidee BeispieleSeite 9 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Grundidee- Risikotragf higkeitsbetrachtung beinhaltet grunds tzlich eine Gegen berstellung von Risiken und Risikodeckungspotenzial. - Risikotragf higkeit ist gegeben, wenn alle (wesentlichen) Risiken eines Instituts laufend durch das Risikodeckungspotenzial abgedeckt Risikotragf higkeit als oberste und umfassende Betrachtungsebene auf die Risikosituation eines Instituts- wichtiges Element der Gesamtbanksteuerung und das wesentliche (Risiko-)Steuerungsinstrument der Gesch ftsleitungSeite 10 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 GrundideeSeite 11 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Grundidee- Grundlage f r die Risikostrategie und ist der (mittelbare) Ankn pfungspunkt f r alle Rahmenanweisungen und Organisationsrichtlinien im Bereich des Risikomanagements.
5 Seite 12 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Agenda grundlagen / aufsichtsrechtliche Anforderungen Umsetzung- Sichtweisen BeispieleSeite 13 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Sichtweisen- Vielfalt der Risiken als auch die Anzahl und Wirkungsweise von Risikotreibern in einer integrativen Betrachtung aller Risikokomponenten sowohl konzeptionell als auch praktisch ber cksichtigen- Allgemein werden hier die wertorientierte, die periodische und die regulatorische Sichtweise unterschieden- Jede Sichtweise liefert einen Beitrag zur Gesamtbeurteilung der Risikosituation des Instituts- Mangelnde Risikotragf higkeit des Instituts wird immer aus einerSichtweise heraus zuerst identifiziert- Alle Sichtweisen beziehen sich auf die Situation ein und desselben Instituts => die Risikotragf higkeit des Hauses muss in Frage gestellt werdenSeite 14 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04.
6 Juni 2012 SichtweisenSeite 15 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Sichtweisen- EineSichtweise zur Beurteilung der Risikotragf higkeit wird von der Aufsicht zwingend vorgegeben: regulatorische Sicht, S ule 1 von Basel II- Diese Sichtweise allein reicht nicht aus: qualitativen Anforderungen an das Risikomanagement in der S ule 2 von Basel II werden erg nzend 16 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 SichtweisenZu beachtende Grunds tze bei der Ausgestaltung der RTF-Konzeption:1. Das Risikodeckungspotenzial (Eigenmittel, Eigenkapital, geplanteErgebnisgr en, Verm gen etc.) nur einmalzur Risikoabdeckung verwenden2. Mindestens in einerSichtweise sollten unter Ber cksichtigung der ffnungsklausel von AT Tz. 4 m glichst alle wesentlichen Risikoarten ber cksichtigt Werden in einer Sichtweise nicht alle wesentlichen Risikoarten ber cksichtigt, so ist dies bei der Risikolimitierung zu ber 17 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04.
7 Juni 2012 SichtweisenSeite 18 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 SichtweisenRegulatorische Sicht- Die Pflicht zum Vorhalten angemessener Eigenmittel ergibt sich aus 10 Abs. 1 KWG- Konkretisierung erfolgt durch die Solvabilit tsverordnung (SolvV)- Gesamtkennziffer, das Verh ltnis zwischen - anrechenbaren Eigenmitteln (modifiziertes verf gbares Eigenkapital nach 10 Absatz 1d KWG sowie zur Unterlegung der Anrechnungsbetr ge f r die Marktrisikopositionen und die Optionsgesch fte genutzte Drittrangmittel) eines Instituts und - Summe aus dem Gesamtanrechnungsbetrag f r Adressenrisiken, operationelles Risiko und Marktrisikopositionendarf t glich zum Gesch ftsschluss 8% nicht 19 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 SichtweisenPeriodische Sicht- Dem Risikodeckungspotenzial, das sich aus dem handelsrechtlich ausgewiesenen Eigenkapital und einer geplanten Ergebnisgr e ermitteln l sst, werden handelsrechtlich auszuweisenden Risiken (Bewertungs-, Zinsspannen-, Provisions- und/oder Kostenrisiken sowie m gliche Risiken aus au erbilanziellen Gesch ften) gegen bergestellt- Komponenten / Gr en der Betriebsergebnis- / Erfolgsspannen-rechnung und der Bilanz stehen im Mittelpunkt (GuV-Sicht)- Als Steuerungskonzept hinsichtlich der Gestaltungsspielr ume der Betriebsergebnisrechnung und Bilanz einsetzbarSeite 20 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04.
8 Juni 2012 SichtweisenWertorientierte Sicht- Das Verm gen eines Institutes als Risikodeckungspotenzial wird den Risiken (Marktpreisrisiken, Adressenausfallrisiken, ..) gegen bergestellt. Ma gebliche Bestimmungsgr e ist der Marktwert bzw. der Barwert der einzelnen Verm Integration der betriebswirtschaftlich ausgerichteten Risikotragf higkeit als interne Banksteuerung in den prozessualen Ablauf. - Basis f r die modernen L sungsans tze zur Ermittlung der optimalen Allokation des 21 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 SichtweisenZusammenf hrung der Sichtweisen- Mehrdimensionale Risikotragf higkeitsbetrachtung: Einsch tzung der Risikosituation eines Hauses aus verschiedenen Blickwinkeln,um die Aussage Die Risikotragf higkeit ist gegeben treffen zu k nnen. - Die Abbildung aller wesentlichenRisikoarten (also grunds tzlich Marktpreisrisiken, Adressenausfallrisiken, Liquidit tsrisiken und operationelle Risiken) in einer Sichtweise wird von den MaRisk nicht gefordert.
9 - In allen Sichtweisen zu ber cksichtigen: konsistente Gegen berstellung des Risikodeckungspotenzials mit den Risikoarten kann nur innerhalb der einzelnen Sichtweisen erfolgen. Vermischung von periodischer und wertorientierter Sichtweise kann zu Fehlsteuerungsimpulsen f 22 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 SichtweisenZusammenf hrung der Sichtweisen (2)- Regulatorische Sichtweise allen Instituten gesetzlich vorgegeben. Zur internen Risikosteuerungist diese Sichtweise nur begrenzt Regulatorische Risikotragf higkeit als strenge Nebenbedingungim Steuerungsprozess, welcher sich in den meisten Instituten an derperiodischen und/oder wertorientierten Sichtweise Es liegt im Ermessen des Instituts, welche der beiden internen Sichtweisen und in welcher Priorisierung diese im Institut verwendet werden; keine Vorgabe durch die Risikotragf higkeitskonzept: Gesamtheit aller vom Institut verwendeten Sichtweisen auf die Risikotragf 23 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04.
10 Juni 2012 Agenda grundlagen / aufsichtsrechtliche Anforderungen Umsetzung- Weitere Anforderungen aus den MaRisk BeispieleSeite 24 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Einordnung der Risikotragf higkeitSeite 25 Vorlesung 08 Risikotragf higkeit, 04. Juni 2012 Anforderungen aus den aus dem Allgemeinen Teil, AT 1 VorbemerkungAT 1 Tz. 1:- .. Ein angemessenes und wirksames Risikomanagement umfasst unter Ber cksichtigung der Risikotragf higkeitinsbesondere die Festlegung von Strategien sowie die Einrichtung interner Kontrollverfahren..AT 1 Tz. 2:- .. Danach sind von den Instituten angemessene Leitungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse ( Robust GovernanceArrangements ) sowie Strategien und Prozesse einzurichten, die gew hrleisten, dass gen gend internes Kapital zur Abdeckung aller wesentlichen Risiken vorhanden ist (Interner Prozess zur Sicherstellung der Risikotragf higkeit - Internal Capital AdequacyAssessment Process ).