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„Big Five“: Die fünf grundlegenden Dimensionen der …

1 Big Five : Die f nf grundlegenden Dimensionen der Pers n-lichkeit und ihre drei ig Facetten Vorabdruck aus: Pers nlichkeitsmodelle & Pers nlichkeitstests, GABAL 2006 Die internationale pers nlichkeitspsychologische Forschung der letzten 20 Jahre zeigte nach Jahr-zehnten der Forschung in den achtziger Jahren Konvergenz in der Auffassung, dass es f nf Grund- Dimensionen der Pers nlichkeit gibt, die ausreichen, um Unterschiede zwischen Menschen zutref-fend zu beschreiben. W hrend Testverfahren auf Basis der Big Five in den USA inzwischen den Standard der Pers nlichkeitsanalyse und Beratung markieren, ist die Pers nlichkeitserfassung mit den Big Five basierten diagnostischen Verfahren auf dem alten Kontinent erst auf dem Vormarsch.

3 Die Mehrdimensionale Bioenergetische Prozess-Analyse (M)BPA des Autors, publiziert 199819 bei Swets Test Services (jetzt Harcourt), erfasst zusätzlich zu den Big Five (allerdings ohne die Facet- ten) die Körperstruktur-Typen der Bioenergetischen Analyse von Alexander Lowen und Ron Kurtz.

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1 1 Big Five : Die f nf grundlegenden Dimensionen der Pers n-lichkeit und ihre drei ig Facetten Vorabdruck aus: Pers nlichkeitsmodelle & Pers nlichkeitstests, GABAL 2006 Die internationale pers nlichkeitspsychologische Forschung der letzten 20 Jahre zeigte nach Jahr-zehnten der Forschung in den achtziger Jahren Konvergenz in der Auffassung, dass es f nf Grund- Dimensionen der Pers nlichkeit gibt, die ausreichen, um Unterschiede zwischen Menschen zutref-fend zu beschreiben. W hrend Testverfahren auf Basis der Big Five in den USA inzwischen den Standard der Pers nlichkeitsanalyse und Beratung markieren, ist die Pers nlichkeitserfassung mit den Big Five basierten diagnostischen Verfahren auf dem alten Kontinent erst auf dem Vormarsch.

2 Dies hat bei bisher verbeiteten Verfahren erheblich dazu beigetragen, dass viele sich auf einem brei-teren wissenschaftlich fundierten qualitativen Niveau etablierten. Historischer Abriss Pers nlichkeitspsychologie war schon immer darauf aus, diejenigen grundlegenden Dimensionen der Pers nlichkeit herauszufinden und zu messen, die ausreichen sollten, die individuellen Unter-schiede von Personen m glichst vollst ndig zu erkl ren. Fast jeder bedeutende Psychologe dieses Jahrhunderts hatte seine eigene Theorie ber das Funktionieren der Pers nlichkeit, seine Vorstel-lungen und Modelle. Theorien, Vorstellungen und Modelle waren nichts anderes als begriffliche Me-taphern. Was lag also n her, als jenseits von Theorien und Modellen die Sprache selbst daraufhin zu untersuchen, wieweit sich in ihr Begriffe niedergeschlagen haben, die unmittelbar pers nlichkeitsbe-schreibend sind noch vor jeder Theorie der Pers nlichkeit ?

3 Es war unter anderen der bekannte amerikanische Psychologe Cattell, der diesen so genannten le-xikalischen Ansatz mit begr ndete. Dieser sagt, dass es f r alle Aspekte pers nlicher Unterschiede, die irgendwie bedeutsam, interessant oder n tzlich sind oder waren, im Laufe der Zeit bestimmte Worte gab. Mit der Wichtigkeit einer individuellen Differenz zwischen Personen stieg auch die Wahr-scheinlichkeit daf r, dass sie ein gesondertes Wort hervorbrachte. Folglich sollte die Sammlung der Begriffe eines Sprachraumes, mit denen individuelle Unterschiede beschrieben werden k nnen, den Bereich der relevanten individuellen Differenzen abdecken. Von dieser Annahme aus entwickelte sich der lexikalische Ansatz in der Pers nlichkeitspsychologie.

4 Die Amerikaner Allport und Odbert hatten bereits 19361 eine Liste von Adjektiven aus Web-ster s New International Dictionary erstellt. Aus dieser Liste wurden diejenigen Adjektive gefiltert, die sich zur Beschreibung stabiler individueller Pers nlichkeitsz ge eigneten. Die beiden kamen auf Begriffe. Cattell reduzierte diese Liste nun mithilfe statistischer Verfahren auf 171 Gegensatz-paare. Mit aufwendigen Berechnungen die damals noch ausschlie lich von Hand durchge f hrt werden mussten - kam er auf sechzehn seiner Meinung nach grundlegende Pers nlichkeitsfaktoren. Der von ihm entwickelte Fragebogen, der ber hmt gewordene 16PF (16 personality factors) (Cat-tell, 19492), diente dazu, diese zu messen. Sp ter, nachdem elektronische Rechner zunehmend den hohen Rechenaufwand bernehmen konn-ten, entdeckte man zum einen Rechenfehler und zum zweiten, dass auch diese 16 Faktoren noch miteinander korrelierten.

5 Das bedeutete, dass es m glich sein mu te, ihre Anzahl noch weiter zu reduzieren, indem man sie auf ein grundlegendes Set voneinander unabh ngiger Pers nlichkeitsfak-toren zur ckf hrte. In der Tat gab es seit den Tagen Cattell s mehrmals Forscher (Fiske, 19493; Tu-pes und Christal , 19614; Norman 19635), die sich f r f nf grundlegende Faktoren aussprachen, aber die Zeit die vorwiegend behavioristischen Trends und Meinungen in der psychologischen For-schung - waren gegen sie. Erst den amerikanischen Forschern Paul Costa und Robert McCrae (19876) war es beschieden, Mit-te der achtziger Jahre einen ersten Schlussstein zu setzen: Sie konnten berzeugend nachweisen, 2 dass es - unabh ngig von den Fragebogeninstrumenten, von statistischen Methoden, von der Art der Stichprobe und vom Kulturraum - f nf robuste Faktoren als stabile Grunddimensionen der Pers n-lichkeit gibt, die sowohl in Adjektivlisten identifiziert werden k nnen, als auch in multidimensional aufgebauten Pers nlichkeitsfrageb gen.

6 Sie fanden sich gleicherma en in Selbst- wie in Fremdbe-schreibungen von Personen durch Bekannte und Familienangeh rige. Das urspr nglich von Tupes und Crystal behauptete F nf-Faktoren-Modell der Pers nlichkeit fand so letztendlich seine Best ti-gung. Costa und McCrae entwickelten und ver ffentlichten 19857 das F nf-Faktoren-Inventar (NEO-Personality Inventory, NEO-PI) zur Messung dieser f nf Dimensionen . Der amerikanische Forscher Lewis Goldberg, der ebenfalls bereits seit Jahrzehnten an der Taxonomie von pers nlichkeitsbe-schreibenden Begriffen gearbeitet hatte, f hrte die lexikalische Forschungstradition weiter. Er fand in seinen Faktorenanalysen die f nf Faktoren best tigt und entwickelte parallel zu Costa und McCrae sein Modell der von ihm so genannten Big Five Faktorenstruktur und ihrer Marker (19908, 19929).

7 Angleitner und Ostendorf (199010, 199211) von der Universit t Bielefeld konnten die Struktur f r den deutschen Sprachraum best tigen, die Pers nlichkeitsforscher anderer L nder (Niederlande, Tschechien, polen, Kroatien, T rkei, Ungarn, Frankreich, Italien usw.) f r die Sprachen ihrer jeweili-gen L nder ebenfalls. In der Zeit der Globalisierung war ein l nder- und sprachen bergreifendes diagnostisches System auf dem pers nlichkeitspsychologischen Stand der Zeit berf llig. In den letzten zwanzig Jahren gab es einen regelrechten Forschungsboom zu den Big Five und es existiert inzwischen eine nicht geringe Zahl von Pers nlichkeitsinventaren, die auf dem F nf-Faktoren-Modell basieren. In Bereichen wie der Erforschung politischer Einstellungen - van Hiel und Mervielde (199613) -, in der Stre forschung - z.

8 B. Klis und Kossewska (199614), Slane und Kim (199615), Amelang (199616) -, im Schul- und Erziehungsbereich sowie im Management hat das F nf-Faktoren-Modell international rasch wachsende Anwendung gefunden, in Europa ist es im Kommen. Seither gelten die Big Five unter Pers nlichkeitsforschern hinsichtlich der qualitativen Kriterien welt-weit als state of the Art . Das Credo zur Qualit t eines diagnostischen Verfahrens wurzelt in den Begriffen: Zuverl ssigkeit, G ltigkeit, Objektivit t. Laut pers nlichkeitspsychologischer Forschung stellen die Big Five hinsichtlich Messqualit t das zur Zeit g ltige kultur bergreifende Referenzsystem dar und werden als universelle Transferplattform zwischen unterschiedlichsten diagnostischen In-strumenten benutzt.

9 Mithilfe der Big Five und ihrer Subtests k nnen daher auch die Begriffssysteme jedes beliebigen Pers nlichkeitsinventares bersetzt, transformiert und im Big-Five Standard dar-gestellt und beschrieben werden. Fast alle Systeme, die bisher im Gebrauch sind, arbeiten mit Ar-beitsbegriffen, die als mehr oder minder fundierte oder gewohnte Konstrukte vorwiegend Kombina-tionen der grundlegenden f nf Pers nlichkeitsdimensionen bzw. ihrer Facetten sind und mit ihnen in der Regel nur bedingt kongruent sind. Die Big Five messen diese zugrundeliegenden Eigenschaftsbegriffe direkt und ohne Umweg, in Reinform in einer Qualit t, die bisher von den eingeb rgerten Verfahren meist nur in Ann herung erreicht wird.

10 Genauere Pers nlichkeitsbeurteilung heisst unter anderem geringere Fehlbesetzungen von Arbeitspl tzen und bedeutet weniger finanzielle Verluste. Nutzen und Aussagekraft, St rken und Schw chen eines jeden Verfahrens k nnen anhand der Big Five bestimmt und verschiedene Verfahren miteinander verglichen werden, wie es f r einige g ngige diagnostische Tests (MBTI, BIP ) bereits geschehen ist (Costa und McCrae 198917, Ostendorf und Angleitner 200418). Es gibt ausf hrliche und kurze Versionen, Adjektivlisten und S tze zur Erfassung der f nf Faktoren. Neben der Kurzform des NEO-FFI gibt es bei den Big Five f r jede Dimension 6 Subtests, Facet-ten , die aus separaten Faktorenanalysen jeder der f nf Dimensionen resultierten.