Example: barber

audiophile . ReView - theimann.com

Alles, was elektrisch oder elektronisch zu betrei-ben ist, verliert binnen kurzer Zeit an Faszination. Das istdie Regel, f r die Produkte wie Handys, TVs oder Video-recorder stehen. Die Ausnahme davon bilden eine Reihe von HiFi-oder High-End-Ger ten, die mit der Zeit eher an Faszination undsomit an Wert gewinnen. Diesen Juwelen widmet sich ab sofortdie neue Rubrik AUDIO phile ReView . Und das umfassend. Erfah-rene Autoren beschr nken sich darin nicht nur darauf, dieseProdukte fotografieren zu lassen und zu beschreiben, wie sch ndie Zeit damals war. Oder darauf, bestenfalls Tipps zu geben, wodiese Prachtst cke zu reparieren sind sie setzen sich vielmehrauch profund mit dem Klang auseinander. Das AUDIO phile-Laborwiederum misst diese highfidelen Meilensteine von gestern mitder Technik von ReView startet mit Bandmaschinen von Revox dielegend ren A 77, B 77 und A 700.

10 ReViewaudiophile . »Mit ihrer zeit- losen Ästhetik macht die Revox A77 auch heute noch eine sehr gute Figur.«

Tags:

  Auch

Information

Domain:

Source:

Link to this page:

Please notify us if you found a problem with this document:

Other abuse

Advertisement

Transcription of audiophile . ReView - theimann.com

1 Alles, was elektrisch oder elektronisch zu betrei-ben ist, verliert binnen kurzer Zeit an Faszination. Das istdie Regel, f r die Produkte wie Handys, TVs oder Video-recorder stehen. Die Ausnahme davon bilden eine Reihe von HiFi-oder High-End-Ger ten, die mit der Zeit eher an Faszination undsomit an Wert gewinnen. Diesen Juwelen widmet sich ab sofortdie neue Rubrik AUDIO phile ReView . Und das umfassend. Erfah-rene Autoren beschr nken sich darin nicht nur darauf, dieseProdukte fotografieren zu lassen und zu beschreiben, wie sch ndie Zeit damals war. Oder darauf, bestenfalls Tipps zu geben, wodiese Prachtst cke zu reparieren sind sie setzen sich vielmehrauch profund mit dem Klang auseinander. Das AUDIO phile-Laborwiederum misst diese highfidelen Meilensteine von gestern mitder Technik von ReView startet mit Bandmaschinen von Revox dielegend ren A 77, B 77 und A 700.

2 Die sind in der Tat nicht vongestern und heute noch jeden Euro wert, der darin investiert eine davon besitzt, darf sich gl cklich sch tzen. Und weil ihreBedeutung f r Liebhaber und Sammler so gewaltig ist, startetAUDIO phile ReView mit einem Supertest von Seite 8 bis Seite 27. Einer der erfahrensten Kenner dieser Maschinen, J rgen Schr -der, hat sich ausf hrlich damit besch ftigt. Nicht erst f r diesenArtikel: Schr der schreibt hier die Geschichte seines Revox A 77 wurdevon 1967 bis 1977gebaut. Sie war dieerste voll transistori-sierte Bandmaschinemit drei Motoren unddrei Tonk pfen f r denHeimbereich. Hervor-ragend waren das robus-te Druckguss-Chassisund der laufruhige,pr zise Bild zeigt eine RevoxA 77 Mk IV von A 77 Mit einem quarzgesteu-erten Antrieb, der dreiBandgeschwindigkeitenund eine weit reichendeTonh henregelung bot,richtete sich die 1973vorgestellte RevoxA 700 an den anspruch-vollen HiFi-Fan.

3 Miteingebautem Stereo-Mischpult und vielf lti-gen Trickm glichkeitenwar sie der Traum ambi-tionierter Tonband-Fans. Revox A 700 Die 1977 vorgestellteRevox B 77 verbessertedas bew hrte A-77-Konzept durch eingr eres Chassis, dasin der Praxis f r eineg nstigere Ergonomiesorgte. Zudem wurdendie Laufwerkssteuerungverfeinert und derSignalweg optimiert. Diehier abgebildete Revox B 77 Mk II stammt ausdem Jahr B Mit ihrer zeit-losen sthetikmacht die RevoxA 77 auch heutenoch eine sehrgute Figur. Die hoheFunktionalit tund die robusteKonstruktionpr destinierendie B 77 f rStudio- undHeimtechnik. Die A 700besticht durchihr Laufwerkund ihre sehrumfangreicheAusstattung. , wie die Kids heutzutage MP3-Files aus dem Internet sau-gen, war damals das Mitschneiden popul rer Radiosendun-gen eine Art Volkssport. Wenn Hans Werres beim HessischenRundfunk oder Achim Sonderhoff beim WDR ihre Abend-sendungen moderierten, begleiteten sie Hunderttausendeand chtig lauschender Zuh rer, die mit h chster Aufmerk-samkeit und startbereitem Finger an der Pause-Taste demn chsten Titel entgegenfieberten.

4 Penibel wurde jeder Tonaufs Band gebannt, optimal ausgesteuert nat rlich, damit esweder rauschte noch verzerrte Ansagefetzen, Knackser oderangeschnittene T ne waren absolut verp , im zarten Alter von elf Jahren, besa ich weder einTonbandger t noch fundiertes Technik-Wissen. Was ich je-doch mit vielen Magnetband-Fans teilte, war die Abneigunggegen Revox. Nat rlich wussten wir, dass die A 77 schlichtweg die Beste war. Argumente daf r gab s ja auch genug:R ckten in den meisten Ger ten h chst verschlei tr chtigDutzende von Schaltstangen allerlei R dchen oder Kontakt-ar es auch mein sehnlichster Jugendtraum, ei-ne eigene Bandmaschine zu besitzen es gabZeiten, da w re eine Revox f r mich nicht inFrage gekommen. Dass ich mittlerweile gleich zwei Pracht-st cke der Schweizer Traditionsmarke besitze, ist eine span-nende Geschichte. Sie f hrt zur ck ins Jahr 1970: Die damalsanbrechende HiFi-Stereo- ra befreite das Magnetofon vomspie igen Image als Papas Sonntagsspielzeug zur Aufnahmevon Familienfeiern oder fr hkindlicher Sprechversuche ausdem Tonbandger t wurde die Bandmaschine.

5 Diese Bl tezeitder Open-Reel-Ger te brachte viele hochwertige Heimton-Maschinen hervor. Die ber hmtesten unter ihnen hie enUher Royal de Luxe, Philips N 4407, Saba TG 543 Stereo undallen voran nat rlich Revox A 77. Warum ich diese Namen noch immer spontan aus dem rmel sch tteln kann? Ganz einfach: Weil die Bandmaschinedamals f r alle Musik- und Technikbegeisterten denjenigenStellenwert einnahm, den heute der Computer besitzt. hn-W Zu Beginn der 70er-Jahre sch ttelte dasSpulentonbandger t sein spie iges Image end-g ltig ab die Bandmaschine war geboren. TECHNIK IM DETAILDie kr ftigen Au enl ufer-Wickel-motoren der A 77 (links) erzieltenauch mit schweren Metallspulenhohe Umspulgeschwindigkeiten. Dank ihres verwindungssteifenDruckguss-Chassis war die A 77 mecha-nisch u erst robust. Zudem gl nztesie durch servicefreundlichen ihr modulares Konzept mitsteckbaren Baugruppen lie sich dieRevox A 77 dem jeweiligen Verwen-dungszweck optimal an die richtige Stelle, wenn man die Starttaste dr ck-te, so presste bei der A 77 lediglich der Hubmagnet die Gum-miandruckrolle mit sattem Klack gegen die Tonwelle.

6 Herk mmliche Bandmaschinen besa en einen einzigen,zentralen Motor, der f r den Bandtransport sowie das Auf-und Abwickeln der Spulen gleicherma en zust ndig war. Denf r zuverl ssigen Band-Kopf-Kontakt wichtigen Abwickel-bandzug erzeugten anf llige Kombinationen aus Filzscheiben-Rutschkupplungen in den Wickeltellern und Andruckfilzenvor den Tonk pfen. Nicht so bei der A 77: Sie besa drei Mo-toren Wickelmotor links, Wickelmotor rechts sowie denTonwellenmotor f r den Bandantrieb. Ab- und Aufwickel-Bandzug erzeugte sie verschlei frei mittels exakt dosierterSpannungswerte f r die Wickelmotoren. Die kr ftigenAu enl ufer konnten zudem gro e Spulen mit bis zu 26,5 Zentimeter Durchmesser bewegen. Das erm glichte gegen- ber den damals blichen 18er-Spulen bei gleichem Band-material und gleicher Geschwindigkeit eine Verdoppelung derSpielzeit. berdies ergab die Drei-Motoren-Bauweise eingeradezu atemberaubendes meisten Tonbandger te zu Beginn der Siebziger warenZweikopf-Ger te: Neben dem L sch- besa en sie einen Kom-bikopf, der f r Aufnahme und Wiedergabe gleicherma en zu-st ndig war.

7 Je nach gew hlter Betriebsart wurden auch dieelektrischen Verst rkerstufen umgeschaltet. Das war zwar ei-ne Bauteile sparende, aber u erst kompromissbehafteteL sung, die obendrein Fehlfunktionen A 77 hingegen arbeitete mit getrennten K pfen f rAufnahme und Wiedergabe. F r die jeweilige Betriebsart op-timierte Kopfspalte (breit f r die Aufnahme, schmal f r dieWiedergabe) verbesserten die Aussteuerbarkeit und denHochton-Frequenzgang. Zudem erm glichte die Best ckungmit separaten Verst rkerz gen f r Aufnahme- und Wieder-gabekopf, dass sich die Aufnahme zur unmittelbaren Qua-lit tspr fung noch w hrend der Aufzeichung abh ren lie (Hinterbandkontrolle).Drei K pfe, drei Motoren, ein robustes Druckguss-Chassis,Hinterbandkontrolle und dazu noch Platz sparender Senk-recht-Betrieb mit gro en Spulen ihr kompromissloses Kon-zept machte die A 77 damals absolut unangreifbar. Sie war dieeinzige Bandmaschine, die die Technik von Studio-Ger ten oh-ne Wenn und Aber in den Heimbereich transferierte.

8 Klar,dass sie mit ber 1800 Mark deutlich mehr kostete als dieKonkurrenz. Doch uns Tonband-Fans provozierte nicht ihrhoher Preis, sondern ihre Unantastbarkeit unser Nein zuRevox war die Auflehnung gegen das Establishment, die Soli-darisierung mit den Schw cheren, das Kultivieren desUnvollkommenen: Mit der elit ren A 77 konnte ja jeder guteAufnahmen machen, aber mit einer h chst unberechenbarenTelefunken das war wahre (links) und Wiedergabever-st rker der A 77 lassen sich mit neuerenBauteilen verbessern. Die wei en Block-Elkos sollten in jedem Fall ersetzt werden. Im Anschlussschacht der B 77 findensich zwei Einstellregler zum Einpegelnder Ausgangsspannung. DIN-Buchsengeh rten damals noch zum Standard. Der Kopftr ger der B 77 bot ausreichendPlatz f r Cutter-Arbeiten. Die praktischeSchneideeinrichtung (rechts) geh rte zurGrundausstattung der Revox. Buchen von Schneidezeit war ich jedes Mal heilfroh,wenn ich den B-77-Platz ergattern konnte: Im Gegensatz zuden anderen Maschinen bot die Revox variable Band-geschwindigkeiten, gen gend Platz vor den Tonk pfen zumMarkieren der Schnittpunkte, einen Reverse-Schalter zumVertauschen der Stereo-Kan le sowie einen hervorragendenKopfh rerverst rker, der nicht nur gut klang, sondern auchordentlich Lautst rke erzeugen konnte.

9 Kurzum: Die B 77 warein richtiger nicht nur Ausstattung und Ergonomie, sondern auchihre Haptik machte das Arbeiten mit der B 77 zur Freude. DieRegler waren solide, griffig und liefen satt, die Anzeige-charakteristik der gro en VU-Meter mit den integriertenSpitzenwert-L mpchen war praxisgerecht gew hlt, und dieKurzhubtasten f r die Laufwerkssteuerung lie en auch beilangen Edit-Sessions nicht die Finger erm den. Beim Ein-schalten drehte der Tonwellenmotor kurz mit feinem, turbi-nenartigem Pfeifen hoch und gl nzte danach durch absoluteGer uschlosigkeit. Musste ich dennoch mal auf eine andereMaschine ausweichen, war das jedesmal ein Kulturschock auf einmal fand ich Gefallen an der Zeit sp ter arbeitete ich neben dem Studium alstechnischer Supervisor bei der SAE und war damit auch f rdas Warten der Bandmaschinen zust ndig. Musste ich bei denjapanischen Ger ten beinahe jede Woche einen Tastensatz f rTECHNIK IM DETAILM eine erste Bandmaschine war eine Philips N 4511 Bau-jahr 1976: Sie verwirklichte das Drei-Kopf-Drei-Motoren-Kon-zept zum nicht mal halben Preis einer A 77 und war damit soetwas wie die Revox Populi.

10 Obwohl sie eine durchausbeachtliche Performance bot, w hrte die Freude an ihr nichtallzu lang: Die f r bessere Wickeleigenschaften teils r cksei-tig mattierten B nder schmirgelten die Tonkopf-Andruckfilzereihenweise ab Putzen statt Benutzen war die Parole. Obwohl eine A 77 solche Probleme nicht kannte, warRevox f r mich noch immer tabu. Lieber flirtete ich mit derTeac A-3300 oder der Tandberg 10 X. Zu tief sa der Stachel,den der Revox-Mitarbeiter im wei en Schwarze-Rose-Hemdauf der D sseldorfer HiFi-Messe 1977 hinterlie . Sie w n-schen? , fragte er s ffisant, wohl wissend um den hohenStatus seiner Marke und um die Tatsache, dass ich mir diedamals neu vorgestellte Revox B 77 als armer Azubi ohnehinnicht leisten konnte. Bis zu meiner Auss hnung mit Revox sollten denn auchnoch weitere zehn Jahre vergehen. 1987 begann ich meinToningenieur-Studium an der School of Audio Engineering inFrankfurt.


Related search queries