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Vom Witeleloch in der Spallafluh (Götzis)

Vom Witeleloch in der Spallafluh (G tzis) Als eine der am l ngsten bekannten gr eren H hlen in Vorarlberg wird das Witeleloch (Nr. 1111/5 im Landes-H hlenkataster) als Elisabethh hle bereits 1907 in einem Zeitungsartikel von Gero von Merhardt unter diesem Namen erw hnt. Sie kommt ebenfalls in einer ersten kleinen Liste Vorarlberger H hlen von Josef Blumrich (1922) vor. Dieses tiefe Loch, ebenso angeblich wie fraglich nach einer Emser Gr fin Elisabethh hle genannt, liegt direkt am reizvollen Kapfweg zwischen G tznerberg und der Spallenl cke. Der Weg zieht sich an der langgestreckten Felswand des Schrecks entlang und unmittelbar am dreieckf rmigen Eingang der H hle vorbei. Der Kalkfelsen ist fast durchgehend berh ngend, das Gel nde unterhalb des schmalen Weges sehr steil und absch ssig; streckenweise verl uft der Weg ber Felsb nder und Stiegen.

Vom Witeleloch in der Spallafluh (Götzis) Als eine der am längsten bekannten größeren Höhlen in Vorarlberg wird das Witeleloch (Nr. 1111/5 im Landes- Höhlenkataster) als Elisabethhöhle bereits 1907 in einem Zeitungsartikel von Gero von Merhardt unter diesem

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1 Vom Witeleloch in der Spallafluh (G tzis) Als eine der am l ngsten bekannten gr eren H hlen in Vorarlberg wird das Witeleloch (Nr. 1111/5 im Landes-H hlenkataster) als Elisabethh hle bereits 1907 in einem Zeitungsartikel von Gero von Merhardt unter diesem Namen erw hnt. Sie kommt ebenfalls in einer ersten kleinen Liste Vorarlberger H hlen von Josef Blumrich (1922) vor. Dieses tiefe Loch, ebenso angeblich wie fraglich nach einer Emser Gr fin Elisabethh hle genannt, liegt direkt am reizvollen Kapfweg zwischen G tznerberg und der Spallenl cke. Der Weg zieht sich an der langgestreckten Felswand des Schrecks entlang und unmittelbar am dreieckf rmigen Eingang der H hle vorbei. Der Kalkfelsen ist fast durchgehend berh ngend, das Gel nde unterhalb des schmalen Weges sehr steil und absch ssig; streckenweise verl uft der Weg ber Felsb nder und Stiegen.

2 Im Aufstieg erreicht man sie am besten von der Meschacher Kirche aus zun chst ber den Schreckweg bis zu dessen Einm ndung in den Kapfweg, dann auf diesem weiter ansteigend. Der k rzeste Zugang zur H hle ist vom Spallensattel dem Kapfweg entlang abw rts. Schon der Zugang auf dem Weg unter der stellenweise weit berh ngenden Felswand ist sehr eindrucksvoll. Recht umstritten und aus normalen Menschen nicht verst ndlichen Gr nden war dieser Weg jahrelang gesperrt, ist jetzt aber wieder frei zug nglich. Der Eingang des Witeleloches befindet sich im oberen Drittel der Wandflucht, etwa 400 Meter s dwestlich der Spallenl cke und 65 H henmeter unter dieser. Die Gesamtl nge der H hleng nge betr gt 75 m, der Gesamth henunterschied in der H hle 29 m (Kuntscher 1986:337, Krieg/Alge 1991:125, Sagmeister/Novak 1997).

3 Seit April 1979 gilt das Witeleloch als erdwissenschaftliches Naturdenkmal. Besonders der Name Witeleloch hat schon immer meine Neugier erweckt; ich wollte zu gerne wissen, was es mit den beiden Bezeich-nungen der H hle wohl f r eine Bewandtnis haben k nnte. Die offensichtlich schon lange bestehenden Benennungen als Elisabethh hle und Witeleloch deuteten meines Erachtens auf eine historische Erz hlung oder Sage hin, ein Zusammenhang mit einem Familien- oder Hausnamen oder mit dem Begriff Witwe schien mir ebensogut m glich. Es ist mir aber bisher kein derartiger Hinweis zur Namens-gebung bekannt geworden. Auch in verschie-denen Ver ffentlichungen von G tzner Sagen, habe ich nichts gefunden. Gef hlsm ig brachte ich Witele mit einem alten, hutzligen Weiblein in Verbindung, bei dem Gedanken daran sehe ich immer das runzelige Gesicht meiner seligen Oma vor mir auftauchen.

4 In der Flurnamenkarte von G tzis (Vogt 1991) ist neben einem Witeleloch oberhalb des Spallensattels am Steilhang s dwestlich davon eine Flurbezeichnung Gro witeri eingetragen, mit der eher eine Riese, ein eingetiefter Graben im steilen bewaldeten Hang gemeint sein wird, als eine H hle oder Kluft. In einer fr heren Flurnamenkarte im Heimatbuch von G tzis (Vogt 1988) ist der Begriff Witteleloch ebenfalls an dieser h her gelegenen Stelle angeschrieben, etwa im unteren Drittel des Weges vom Spallen zum Kapfgipfel. Immer noch 30 bis 40 H henmeter unter der Stelle, an der sich an einer in die Felswand ausm ndenden Kluft das beinahe kreisrunde Mundloch des mehr als 30 Meter tiefen Abgrundes Kapfschacht (1111/29) befindet. Selbst einige befragte ortskundige Personen aus G tzis konnten mir keine diesbez gliche Auskunft geben und zur L sung meines R tsels beitragen.

5 Nun durfte ich mich diesen Herbst eines anderen belehren lassen. Von Herrn Thadd us Steiner aus Lindau, einem Kenner und Bearbeiter von Allg uer Flurnamen, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass mit dem Begriff Wit nur das landl ufige Wort f r weit, breit, offen, ausgedehnt, weitl ufig gemeint sein k nnte, und daraus abgeleitet Witi oder Wite f r Umfang, Ausdehnung, Weite. Bezeichnungen Witi und Wite und ihre Verkleinerungsformen Witele, Witeli finden sich in Vorarlberg, Liechtenstein (Triesen, Triesenberg) und der benachbarten Schweiz (Buchs, Grabs) mehrfach in den Flurnamen. Bei uns etwa Wite in Silbertal, Schruns, Gaschurn, Sankt Gerold, Sonntag und Mittelberg, Witili in Schruns und Schr cken, Witele in Riefensberg, Schwarzenberg, Laterns und G tzis, hier gleich zweimal: im Witeleloch am Kapf oder Schreck und am Hang gegen ber Meschach, s dlich des Emmebaches, unterhalb der Hohen Lug.

6 Somit lie e sich ein Witeloch ganz einfach als gro es, breites, weites oder weit ge ffnetes Loch verstehen, verniedlicht oder geschrumpft zu einem Witeleloch . Daher d rften die urspr nglichen und zutreffenden Schreibweisen Witeleloch oder Witeliloch sein. Abwandlungen davon wie Witteleloch, Widdeliloch oder Widdeleloch sind als daraus durch m ndliche berlieferung entstandene zu verstehen. Vom Ursprung des Namens Elisabethh hle ist mir leider weiterhin nichts bekannt, es scheint aber unwahrscheinlich, dass er von einer Hohenemser Gr fin stammt. Vielleicht war eine der Damen von Montfort oder aus einem vornehmen oder angesehenen Haus von G tzis Namensgeberin. So waren etwa Nikodemus Koch, einer der Burgv gte von Neu Montfort, Jakob Jonas (~1500 1558) und Johann Georg Jonas (~1550 1612) mit Frauen verheiratet, die den Namen Elisabeth trugen.

7 Der ebenfalls in Meschach geh rte Name Schreckh hle f r eine nicht weiter beschriebene H hle am Schreck oberhalb der Kirche von Meschach bezieht sich vermutlich ebenfalls auf das Witeleloch . Dasselbe d rfte f r den Begriff Gro witeloch gelten, wobei es sich dabei aber ebenso gut um den tiefen Schacht am Kapf handeln k nnte. In der Wandflucht des Kapfes, einem besonders markanten Abschnitt aus der kulissenartig aneinandergereihten Reihe von Schrofen und Felsw nden aus hellgrauem Schrattenkalk vom Sattelberg ber Therenberg Zwurms Schreck Kapf R ttkopf Strahlberg Strahlkopf Sch ner Mann bis zum Bocksberg hinter Ebnit finden sich neben der Elisabethh hle noch drei nennenswerte H hlungen. Ganz in ihrer N he, etwas weiter oben am Kapfweg, die kurze, schmale Klufth hle Witeleschluf (1111/10); eine etwa 10 Meter tiefe, breite Halbh hle in den Schrofen direkt unter der Spallenl cke, die Spallensattelh hle (1111/23); weiter stlich knapp unterhalb des Kapfgipfels die 36 Meter tiefe, interessante Schachtbildung Kapfschacht am Kapfri , in der Bev lkerung Kapfloch, Kessiloch, vielleicht auch Witeleloch oder Gro witeloch (Gro widdiloch) genannt (Krieg 1991, B sch 2001).

8 Noch in der Gegend des Kapf, aber weiter in Richtung Millr tte, findet sich stlich hinter dem Gipfel versteckt am Waldrand des Spallamooses eine weitere H hle, die Schlatth hle (1111/33). Wo sich hinter dem Drehkreuz des Wanderweges von Spallen zur Alpe Gschwendterwies die sumpfige Wiese zum Wald hin neigt, ffnet sich an ihrer tiefsten Stelle an der Kreuzungsstelle mehrerer Kl fte ein feuchter Spalt. In dieser lokalen Verkarstungs-erscheinung verschwindet ein Rinnsal aus der Wiese. Der H hlenraum der kleinen Schlatth hle ist recht eng und ungem tlich. Ob diese H hlung in der Bev lkerung einen anderen Namen tr gt, ist mir nicht bekannt, nach ihrer Lage wurde sie jedenfalls von uns so genannt. Eine einzelne Sage besch ftigt sich mit der Spallafluh und erz hlt von einem fahrenden Sch ler , der auf einem Drachen geritten kam und von der Felswand Gold aus einer H hle holte.

9 In Wirklichkeit war das wohl eher Wasser, das ber die Wand oder aus einer Kluft herunter rann, in der Abendsonne glitzerte und golden aufleuchtete (Beitl 1953, Beitl 1982, Elsensohn 2002). VON MERHARDT GERO (1907): Die Schneckenlochh hle im Iferstock; - Vorarlberger Landeszeitung, , Bregenz BLUMRICH JOSEF (1922): Worauf es bei der H hlenforschung ankommt; - 'Heimat' 3 (1922): H. 6, S. 82-83, Heimat Verlag, Bregenz GASSER J. (1925): Aus dem Sagenschatz der Heimat; - 'Heimat', 6 (1925): H. 1/2, S. 152-156, Heimat Verlag, Bregenz JUTZ LEO (1947): Vorarlbergisch Liechtensteinisches W rterbuch; - BEITL RICHARD (1953): Im Sagenwald. Neue Sagen aus Vorarlberg; - 463 S., Montfort Verlag, Feldkirch KRIEG WALTER (1956): Elisabethh hle, H hlenplan 1:200; - Spel ologischer Ausschuss Vorarlberger Landesmuseumsverein, Bregenz KRIEG WALTER (1956): , Spel ologischer Ausschuss.

10 Bericht ber das Arbeitsjahr 1956; - Manuskript, 3 S., Vorarlberger Landesmuseumsverein, Bregenz KRIEG WALTER (1957): Karst und H hlen in Vorarlberg; - Montfort, 9, H. 1, S. 43-50, Vorarlberger Verlagsanstalt, Dornbirn VONBANK ELMAR, KRIEG WALTER (1959): Landesh hlenkataster von Vorarlberg 1958; - Jahrbuch 1958/59, S. 158-167, VLMV, Bregenz JUTZ LEO (1965): Vorarlberger W rterbuch, mit Einschluss des F rstentums Liechtenstein; - ster-reichische Akademie der Wissenschaften (Red. E. Gabriel, E. Kranzmeyer): : 24+1510 S., Adolf Holzhausen, Wien JUTZ LEO (1970): Vorarlberger W rterbuch, mit Einschluss des F rstentums Liechtenstein; - ster-reichische Akademie der Wissenschaften (Red. E. Gabriel, E. Kranzmeyer): Bd. 2: 1970 S., Adolf Holz-hausen, Wien GIESINGER JOSEF, SCHERLING HANNES, Emser Sagen; - Schriftenreihe des Kulturkreises Hohenems, Bd.


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