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'Advent' von Loriot - PicR

Advent Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken, Schneefl cklein leis herniedersinken. Auf Edelt nnleins gr nem Wipfel, h uft sich ein kleiner wei er Zipfel. Und dort, von Ferne her durchbricht, den dunklen Tann ein helles Licht. Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer, die F rsterin im Herrenzimmer. In dieser wundersch nen Nacht, hat sie den F rster umgebracht. Er war ihr bei des Heimes Pflege, seit langer Zeit schon sehr im Wege. So kam sie mit sich berein: Am Niklasabend muss es sein. Und als das H slein ging zur Ruh, das Rehlein tat die Augen zu, erlegte sie direkt von vorn, den Gatten ber Kimm und Korn.

seit langer Zeit schon sehr im Wege. So kam sie mit sich überein: Am Niklasabend muss es sein. Und als das Häslein ging zur Ruh, das Rehlein tat die Augen zu, erlegte sie direkt von vorn, den Gatten über Kimm und Korn. Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase, zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase, und ruhet weiter süß im Dunkeln,

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  Eweg, Loriot

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1 Advent Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken, Schneefl cklein leis herniedersinken. Auf Edelt nnleins gr nem Wipfel, h uft sich ein kleiner wei er Zipfel. Und dort, von Ferne her durchbricht, den dunklen Tann ein helles Licht. Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer, die F rsterin im Herrenzimmer. In dieser wundersch nen Nacht, hat sie den F rster umgebracht. Er war ihr bei des Heimes Pflege, seit langer Zeit schon sehr im Wege. So kam sie mit sich berein: Am Niklasabend muss es sein. Und als das H slein ging zur Ruh, das Rehlein tat die Augen zu, erlegte sie direkt von vorn, den Gatten ber Kimm und Korn.

2 Vom Knall geweckt r mpft nur der Hase, zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase, und ruhet weiter s im Dunkeln, derweil die Sterne traulich funkeln. Und in der guten Stube drinnen, da l uft des F rsters Blut von hinnen. Nun muss die F rsterin sich eilen, den Gatten sauber zu zerteilen. Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen, nach Weidmanns Sitte aufgebrochen. Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied, was der Gemahl bisher vermied. Beh lt ein Teil Filet zur ck als festt gliches Bratenst ck. Und packt sodann, es geht auf vier, die Reste in Geschenkpapier.

3 Von Ferne t nt's wie Silberschellen, im Dorfe h rt man Hunde bellen. Wer ists, der in so tiefer Nacht, so sp t noch seine Runde macht? Knecht Ruprecht kommt auf goldnem Schlitten, mit einem Hirsch herangeritten. Sagt, gute Frau, habt Ihr noch Sachen, die armen Menschen Freude machen? Die sechs Pakete, heil'ger Mann, s' ist alles, was ich geben kann. Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise, die Silberschellen klingen leise, im F rsterhaus die Kerze brennt, die Glocke klingt, es ist Advent. Man glaubt es kaum. Dies Gedicht ist tats chlich von Loriot !

4 Es entstand 1969 und erntete damals Proteste; ja es f hrte sogar zu einer Anfrage im Deutschen Bundestag. Trotzdem, einen sch nen Advent, gesegnetes Fest und im neuen Jahr vor allem eines: GESUNDHEIT und ein LANGES LEBEN. Gefunden von Frank Baumann


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