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Dynamic-Facilitation Ganz anders moderieren

Training Dynamic-Facilitation ganz anders moderieren 54 managerSeminare C Heft 84 C M rz 2005. Menschen denken nicht geradlinig. Ihr Geist h pft mal zu diesem, mal zu jenem Punkt. Die klassische Moderations- methode, die eine strukturierte Abfolge von Schritten vorsieht, wird dem nicht gerecht. Durch das k nstliche Korsett wird das Finden einer L sung oft geradezu ver- hindert, erkannte der US-Amerikaner Jim Rough und ersann einen radikal anderen Weg der Moderation: Dynamic-Facilitation . J. n Meetings wird oft hart darum gerungen, ob Weg A oder B eingeschlagen werden soll. Die Bef rworter der verschiedenen Richtungen versteifen sich auf ihre Positi- onen, das Gespr ch wird zur Diskussion, die Meinungen sto en sich hart im Raum. Ler- nen voneinander findet kaum statt.

managerSeminare C Heft 84 C März 2005 55 n Meetings wird oft hart darum gerungen, ob Weg A oder B eingeschlagen werden soll. Die Befürworter der verschiedenen Richtungen versteifen sich auf ihre Positi-

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1 Training Dynamic-Facilitation ganz anders moderieren 54 managerSeminare C Heft 84 C M rz 2005. Menschen denken nicht geradlinig. Ihr Geist h pft mal zu diesem, mal zu jenem Punkt. Die klassische Moderations- methode, die eine strukturierte Abfolge von Schritten vorsieht, wird dem nicht gerecht. Durch das k nstliche Korsett wird das Finden einer L sung oft geradezu ver- hindert, erkannte der US-Amerikaner Jim Rough und ersann einen radikal anderen Weg der Moderation: Dynamic-Facilitation . J. n Meetings wird oft hart darum gerungen, ob Weg A oder B eingeschlagen werden soll. Die Bef rworter der verschiedenen Richtungen versteifen sich auf ihre Positi- onen, das Gespr ch wird zur Diskussion, die Meinungen sto en sich hart im Raum. Ler- nen voneinander findet kaum statt.

2 Am Ende entscheidet der Chef oder die Mehrheit. Oder alle einigen sich auf einen faulen Kompromiss. Doch zur ck bleibt ein Teil der Gruppe, der sich nicht geh rt f hlt. Und es bleibt das deutliche Gef hl, dass es wahrscheinlich eine viel bessere L sung h tte geben k nnen. Eine unbefriedigende Situation. Wie w re es da- gegen, wenn eine Gruppe in einer schwierigen, m glicherweise konflikt ren Situation am Ende ihres Meetings gar keine Entscheidung treffen m sste, weil sich ihr der richtige Weg von selbst ohne berzeugungsaufwand enth llt hat? Einfach aus dem Grund, weil die Richtigkeit des L sungsweges allen offensichtlich geworden ist? Wie w re es, wenn auf diese Weise aus einer kaum l sbar erscheinenden Situation etwas berraschend Neues geboren w rde ein Durchbruch, mit dem vorher keiner gerechnet hat?

3 A. Foto: David Ausserhofer managerSeminare C Heft 84 C M rz 2005 55. training Es gibt eine Moderationsme- lerweise sorgf ltig strukturiert: dem anderen diskutiert. M gli- Im Zentrum der Methode Dy- thode, die genau das regelm - Der Moderator bereitet sich cherweise gibt es einen Schritt, namic-Facilitation steht ein ig bewirkt. Sie hei t Dyna- und das Meeting vor und ber- in dem alternative L sungen Prozess, der Choice-Creating . mic-Facilitation und wurde legt sich einzelne Schritte. Der systematisch bewertet werden, zu deutsch: Wahlm glichkei- vom US-Amerikaner Jim erste dieser Schritte kann die und auf Basis dieser Bewertung ten-Schaffen genannt wird. Rough entwickelt. Die Metho- Problemdefinition sein, der wird dann eine Entscheidung In diesem Prozess werden die de stellt einiges auf den Kopf, zweite die Ursachenanalyse, getroffen.

4 Und nat rlich wird Beteiligten nicht als ausschlie - was wir bislang bei der Mode- der dritte die Generierung von Schritt zwei erst begonnen, lich rationale Wesen begriffen, ration f r richtig hielten. Mo- L sungsalternativen. L sungs- wenn Schritt eins sauber ab- die Argumente austauschen derierte Meetings sind norma- vorschl ge werden einer nach geschlossen ist. Fast jeder von und Ideen hervorbringen. Es uns hat das mehrfach so erlebt. wird vielmehr ber cksichtigt, dass sie Emotionen, Werte und Methodenvergleich Die klassische Moderations- W nsche haben. Um alle Fa- methode engt den Geist ein cetten einzubeziehen, schreibt der Dynamic-Facilitation -Mo- Konventionell moderierte Dynamic-Facilitation Der langj hrig erfahrene Mo- derator w hrend des gesamten Entscheidungsfindung derator und Dynamic-Facili- Prozesses das, was die Teilneh- tation-Pionier Jim Rough er- mer sagen, auf vier Listen mit A Ist bei auf den ersten Blick l sba- A Ist auch bei unklaren, scheinbar un- kannte: Interessanterweise ist den berschriften: ren Problemen gut anwendbar.

5 L sbaren Themen anwendbar, sofern sie es genau diese Struktur, die in A Probleme den Beteiligten wichtig sind. Meetings Rationalit t, Lernen, A L sungen Kreativit t und unerwartete A Bedenken A Strebt nach einem rationalen Pro- A Unterst tzt den kreativen Prozess: Durchbr che verhindert. Der A Informationen zess: Optionen werden abgew gt, Ein Thema wird hin- und herbewegt , menschliche Geist funktioniert und die beste wird ausgew hlt. bis es zur Einsicht aller kommt. nun einmal nicht so, wie die Ob L sungen oder Bedenken: A Emotionen werden zur ckgehal- A Emotionen, die Leidenschaft f r Ablauflogik rationaler Pro- F r alles ist immer Zeit ten, alle nehmen eine m glichst pro- Ideen, werden als hilfreich anerkannt bleml sung es gerne h tte.

6 Er fessionelle Haltung ein. und im Prozess ber cksichtigt. ist spontan, hat Impulse, denen Auf der Liste der Probleme er folgen m chte und ist frust- sammelt der Moderator alle A Gro e Themen werden in kleinere A Themen k nnen gr er oder kleiner riert, wenn er dies nicht kann. Aussagen, die das Problem be- zerlegt und diese werden nach- werden je nach den gefundenen Was in strukturierten Meetings schreiben. Oft sind es Fragen, einander bearbeitet. Einsichten. oft der Fall ist, denn die Impul- etwa: Wie k nnen wir xy er- A Der Prozess wird extrinsisch A Der Prozess ist intrinsisch motiviert, se, die zu Schritt vier passen reichen? Die Probleme k n- gesteuert durch Ziele, eine Tages- den Menschen und sich selbst ver- w rden, kommen den Teilneh- nen genereller oder spezifischer ordnung und Leitlinien.

7 Trauend. mern h ufig, wenn gerade Natur sein, scheinbar unl sbar Schritt eins an der Reihe ist. oder heftig umstritten. Und A Bedient sich eines limitierten Sets A Strebt nach dem, was das Beste und Unser Denken ist nichtlinear wenn jemand nach einigen an L sungsm glichkeiten, von denen Richtige ist f hrt zu Durchbr chen und und chaotisch. Es ist daher ganz Stunden sagt Moment mal. die beste brigbleibt. neuen Ebenen des Verst ndnisses. nat rlich, dass wir dann, wenn Wir marschieren gerade in eine A F hrt trotz des Strebens nach Ra- A F hrt obwohl manchmal chaotisch wir ber ein Problem sprechen, ganz falsche Richtung. Es gibt tionalit t oft zu pseudo-rationalem erscheinend zu besseren und schnelle- auch gleich zur L sung sprin- da noch ein viel tieferes (oder Argumentieren, Wiederholung des ren Resultaten.)

8 Zugleich entwickeln sich gen. Umgekehrt kann es uns breiteres oder anderes) Pro- Gleichen und Frustration. die Beteiligten weiter und werden zu passieren, dass uns irgendwann blem , dann schreibt der Mo- einer Gemeinschaft. im Prozess klar wird, dass das derator dieses Problem ebenfalls Problem ein umfassenderes auf die Liste der Probleme. Die oder sonstwie anderes ist, als Gruppe verfolgt die Idee dann, Was ein Dynamic-Facilitator .. und was er keinesfalls tut wir zu Beginn dachten. wenn sie gerade Interesse hat, oder sie l sst es bleiben. Der Daraus folgt: Wir brauchen Moderator jedenfalls unter- A Er l sst zu, dass sich das behan- A Er leitet die Gruppe nicht an, sich ein Meetingformat, das den nimmt nichts, um sie auf ei- delte Problem ndert.

9 Auf ein Problem zu einigen. Teilnehmern erm glicht, wirk- nem linearen Weg zu halten. lich in jedem Moment ihren Er achtet nicht auf den roten A Er erlaubt spontanen Richtungs- A Er sorgt nicht daf r, dass die Gruppe Impulsen zu folgen. In Gro - Faden. wechsel in der Diskussion. beim Thema bleibt. gruppen schafft die Methode A Er erlaubt Chaos. A Er strukturiert das Vorgehen nicht. Open-Space-Technology die Auf die Liste der L sungen wer- besten Bedingungen daf r. In den alle L sungen geschrieben, A Er l dt am Ende die Gruppe ein, A Wenn ein Durchbruch geschieht, Kleingruppen leistet indes Jim die genannt werden, gleich zu ihre Erkenntnisse zu reflektieren. verifiziert er nicht, ob diesem auch alle Roughs Errungenschaft Dyna- welchem Problem sie passen.

10 Zustimmen. mic-Facilitation entsprechende Auf diese Weise kommen rasch Quelle: Nach der Website von Jim Rough: Dienste. Dutzende von L sungen zu- 56 managerSeminare C Heft 84 C M rz 2005. sammen, was alles andere als ein ordentlicher ber cksichtigen, was dieser Prozess ist. Im Gegenteil, die L sungssammlung Kosmos bereits enth lt, und erscheint wie ein chaotischer Mix. Wenn je- tragen etwas zu ihm bei, statt Einsatzgebiete von mand im Hinblick auf einen L sungsvorschlag dem Vorschlag des Kollegen indes mit leichter oder starker Erregung sagt nur die eigene Position ent- Dynamic-Facilitation V llig absurd, das w rde uns doch vom Ziel gegenzusetzen. xy abbringen , dann wird das auf der Liste der A Meetings, die sich um ein schwieriges, gro- Bef rchtungen notiert.


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