Transcription of Endanwender-Umschulung Digitalfunk
1 Endanwender-Umschulung Digitalfunk Stand: August 2013 Endanwender-Umschulung Digitalfunk 2 Inhaltsverzeichnis 1. Gegen berstellung Analog- und Digitalfunk Seite 3 2. Funknetz Seite 3 3. Betriebsarten Seite 5 4. Gruppenbildung Seite 6 5. Sicherheit / Verschl sselung Seite 9 6. Adressierung Seite 10 7. Betriebliche Regelungen Seite 13 8. Endger te-Bedienung Seite 13 9. Anhang A1 weitere Informationen und Literatur Seite 19 A2 Abk rzungen Seite 19 A3 Statussymbole und LED-Anzeige Seite 20 Endanwender-Umschulung Digitalfunk 3 1. Analogfunk Digitalfunk Generell sind und bleiben Funkwellen elektromagnetische Wellen. Sie sind deshalb grunds tzlich analoge Signale. Der Begriff des Analog- bzw. Digitalfunks bezieht sich daher rein auf das Signal (Nutzsignal / Sprache), das auf die Tr gerwelle moduliert wird.
2 Wie vom Mobilfunk (Handy) her bekannt, rei t bei schlechtem Funkempfang die Verbindung pl tzlich ab. Dies gilt gleicherma en f r den BOS- Digitalfunk ; die mit zunehmender Entfernung schlechter werdende Verbindung (zunehmendes Rauschen) des Analogfunks kommt hier nicht zum Tragen. 2. Funknetz Das Digitalfunknetz der deutschen BOS ist ein Funknetz nach dem TETRA-Standard. TETRA steht f r Terrestrial Trunked Radio; bersetzt terrestrischer B ndelfunk. Die Grundstruktur des TETRA-BOS-Netzes ist einem Mobiltelefonnetz sehr hnlich. Zur Funkversorgung dienen Basisstationen, die den Netzbereich abdecken. Herzst ck des Digitalfunknetzes ist die Vermittlungstechnik, welche die Basisstationen untereinander vernetzt und an die auch die Leitstellen mittels Drahtverbindung angeschlossen sind.
3 Endanwender-Umschulung Digitalfunk 4 Je nach Dichte der Basisstationen und der Gel ndebeschaffenheit werden f nf verschiedene Versorgungsg ten definiert: In Hessen hat man sich schon zu Beginn der Planungen des Digitalfunknetzes daf r entschieden, den gr ten Teil der Landesfl che in der h chsten Versorgungsg te (Kategorie 4) auszustatten, damit auch die Alarmierung ber TETRA-Taschenmelde-empf nger im Inneren von Geb uden in gewohnter Form m glich ist. Nach aktuellem Planungsstand sind 82 % der Landesfl che in Kategorie 4 versorgt sowie 11 % in Kategorie 3, 3 % in Kategorie 2 und 2% in den Kategorien 1 und 0. Lediglich ca. 2 % bleiben ohne Funkversorgung. Hierbei sei angemerkt, dass die derzeitigen analogen Gleichwellenfunknetze und Relaisstellen sowie alle Mobiltelefonnetze ebenso Funkl cher besitzen und keine 100-prozentige Funkversorgung gew hrleisten.
4 Endanwender-Umschulung Digitalfunk 5 3. Betriebsarten Beim Digitalfunk sind grunds tzlich zwei Betriebsarten zu unterscheiden; der Funkverkehr ber das Funknetz und der Funkverkehr nur zwischen den Funkger ten ohne Zugriff auf das Funknetz. Der netzunterst tzte Funkverkehr wird als Netzmodus bzw. Trunked Mode Operation (TMO) bezeichnet. Der netzlose Funkverkehr unmittelbar zwischen den Endger ten wird Direktmodus bzw. Direct Mode Operation (DMO) genannt. Rufarten beim Netzmodus (TMO) Im Netzmodus ist der Funkverkehr zwischen den Teilnehmern auf drei verschiedene Arten m glich: Gruppenruf (Standardbetriebsart; ein Teilnehmer A spricht und alle anderen Teilnehmer B, C, D .. k nnen diesen h ren.) Einzelruf (Gespr ch nur zwischen zwei Teilnehmern A und B) Zielruf (Gespr chsaufbau eines Teilnehmers A zu einem Teilnehmer B; gleichzeitiges Sprechen und H ren ohne Verwendung der Sprechtaste (wie Telefonie)).
5 Zielruf kann nur von Teilnehmern genutzt werden, die im Netz daf r berechtigt sind. Endanwender-Umschulung Digitalfunk 6 Notruf beim Netzmodus (TMO) Der Notruf wird durch langes Dr cken (> 3 Sekunden) der orangenen Taste ausgel st. Achtung: Auch bei ausgeschaltetem Funkger t kann durch Dr cken der Notruftaste das Ger t eingeschaltet und unmittelbar der Notruf ausgel st werden! Er unterbricht die Gruppenkommunikation und leitet mit einer akustischen Signalisierung einen unverschl sselten, 15-sek ndigen Sendebetrieb ein (Frei-schaltung Mikrofon). Der Softkey ENDE oder die Beenden-Taste beenden die Dauer bertragung. Der Notruf steht weiterhin an. Jedes weitere Dr cken der Sprechtaste l st einen Notruf als unverschl sselten Priorit tsruf (verdr ngende Wirkung) aus.
6 Langes (> 3 Sekunden) Dr cken des Softkeys ENDE beendet den Notruf. 4. Gruppen im Netzmodus (TMO) Im Netzmodus stellen wir am Funkger t die Gruppe ein, in der wir funken sollen. Welche Gruppen zur Verf gung stehen und schaltbar sind, ist durch die Programmierung vorgegeben. Das Funknetz organisiert die Kommunikation auf verschiedenen Gruppen automatisch auf bis zu vier Zeitschlitzen einer Tr gerfrequenz. Beispiel: Alle vier Zeitschlitze einer Tr gerfrequenz im Raum Altenstadt sind belegt, da zeitgleich auf vier verschiedenen Gruppen Funkgespr che stattfinden. Der Rufaufbau (Dr cken der Sprechtaste) des f nften Fahrzeugs (hier: Florian Altenstadt 1-11) wird daher vom Funknetz abgewiesen. L sung: Sprechtaste weiterhin gedr ckt halten; der Ruf gelangt automatisch in den n chsten freien Zeitschlitz (hier: Zeitschlitz 2).
7 Anmerkung: Tats chlich stehen pro Basisstation zwei bzw. vier Tr gerfrequenzen zur Verf gung, so dass die hier beispielhaft gezeigte Auslastung mit Abweisen eines Rufs erst eintritt, wenn deutlich mehr Funkgespr che zeitgleich stattfinden. Endanwender-Umschulung Digitalfunk 7 Ziel der Gruppenbildung ist es, r umlich unabh ngige Gruppen (Einsatzgruppen) bilden zu k nnen. Funkger te bzw. Fahrzeuge, die nicht einem Einsatz zugewiesen sind, befinden sich in einer Betriebsgruppe. Die Leitstelle gibt vor, welche Gruppe verwendet wird. Die Gruppen sind r umlich auf das Gebiet des Kreises bzw. des Landes begrenzt, wobei die Versorgung ca. 20 km in die Nachbarbereiche berlappt. F r beh rden- und l nder- bergreifende Zusammenarbeit gibt es gesonderte Gruppen. Im Wetteraukreis stehen f r Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz folgende Gruppen zur Verf gung: FB_BG_FW Betriebsgruppe Feuerwehr FB_BG_RD Betriebsgruppe Rettungsdienst FB_KATS1-h Katastrophenschutz 1 FB_KATS2-h Katastrophenschutz 2 FB_KATS3-h Katastrophenschutz 3 FB_GEBF1 Geb udefunk 1 FB_GEBF2 Geb udefunk 2 FB_AUSB Ausbildung FB_EL Einsatzleitung / F hrung FB_EA_A Einsatzabschnitt A FB_EA_B Einsatzabschnitt B FB_RD1 Rettungsdienst 1 FB_RD2-h Rettungsdienst 2 FB_WF Werkfeuerwehren FB_EG1 Einsatzgruppe 1 FB_EG2 Einsatzgruppe 2 : : insgesamt 25 Einsatzgruppen FB_EG24 Einsatzgruppe 24 FB_EG25 Einsatzgruppe 25 Hessenweit verf gbare Gruppen sind durch -h gekennzeichnet, bundesweit verf gbare Gruppen durch -b.
8 Letztere finden sich in den Zusammenarbeitsgruppen; nicht in den Gruppen, die den Landkreisen zur eigenen Zuteilung zur Verf gung stehen. Direktmodus (DMO) Der Direktmodus wird im t glichen Betrieb bevorzugt f r den Einsatzstellenfunk verwendet. Da kein Funknetz als steuernde Instanz zur Verf gung steht, bernimmt das rufende Funkger t als Master organisatorisch die Rolle der Basisstation. Alle anderen Ger te fungieren als Slave. Notrufe funktionieren wie im Netzmodus (TMO); einziger Unterschied ist, dass der akustische Hinweis bei jedem Bet tigen der Sprechtaste erfolgt, da der Notrufzustand nicht im Netz gespeichert werden kann. Endanwender-Umschulung Digitalfunk 8 Gruppen im Direktmodus (DMO) Die prim ren DMO-Gruppen sind den St dten und Gemeinden nach einem festgelegten Rasterplan zugeteilt: Die Gruppe 302F dient landesweit als Zweit- bzw.
9 Reservegruppe. Die Nutzung anderer Gruppen als der eigenen ist grunds tzlich mit der Leitstelle bzw. der Einsatzleitung abzustimmen! F r Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz stehen folgende DMO-Gruppen zur Verf gung: Feuerwehr Rettungsdienst Katastrophenschutz 301F 601R 401K 302F 602R+ 402K+ 303F 304F 305F 306F+ Bundeseinheiten Reserve 701B 201* 101x 701B 202* 102x 703B 203* 103x 704B 204* 104x 705B+ 205* 105x 706B+ 206* 106x 707B+ 207* 107x 708B+ 208* 108x 709B+ 209* 109x 710B+ 210* 110x 711B 211* 111x 712B 212* 112x 713B 213* Endanwender-Umschulung Digitalfunk 9 Die mit einem + gekennzeichneten Gruppen stehen bundesweit zur Verf gung und k nnen somit zur Zusammenarbeit mit Einheiten au erhalb Hessens verwendet werden. F r DMO-Geb udefunkanlagen sind zudem die Gruppen 209, 210, 211 und 212 reserviert.
10 SDS (Short Data Service) und Status SDS-Nachrichten dienen zur bermittlung von einsatzrelevanten Informationen von der F hrungsstelle zur Einheit oder auch umgekehrt als Lagemeldung. SDS-Standort bermittlung ist bei bertragung der Status m glich und kann als Abfrage von der Leitstelle initiiert werden. Bei einem Notruf wird standardm ig der Standort bertragen Status bertragung findet bidirektional zwischen Leitstelle und Einsatzmittel statt. Die bundesweit definierten Statuswerte wurden vom analogen Funkmeldesystem (FMS) bernommen; einzige Ausnahme ist der Status 0 (neu: priorisierter Sprechwunsch), da es f r Notrufe jetzt eine gesonderte Taste gibt. Statusmeldungen: 1 einsatzbereit am Funk 2 einsatzbereit auf der Wache 3 aus zum Einsatz 4 Einsatzstelle an 5 Sprechwunsch 6 nicht einsatzbereit 7 Patient aufgenommen nur f r Krankentransport 8 Transportziel an und Rettungsdienst 9 Handquittung (wird im Wetteraukreis nicht benutzt) 0 priorisierter Sprechwunsch 5.