Transcription of Materialien - NiBiS
1 Nieders chsisches Kultusministerium Materialien f r den berufsbezogenen Lernbereich in der zweij hrigen Berufsfachschule - Pflegeassistenz - Stand: Juni 2009. Herausgeber: Nieders chsisches Kultusministerium Schiffgraben 12, 30159 Hannover Postfach 1 61, 30001 Hannover Hannover Juni 2009. Nachdruck zul ssig Bezugsadresse: http: / / Bei der Erarbeitung dieser Materialien haben folgende Lehrkr fte des berufsbildenden Schulwesens mitgewirkt: Agnes, Sabine, Brake Bolurtschi, Sibylle, Celle Bosse, Sabine, Celle Havenstein, Regina, Bad Zwischenahn (Kommissionsleiterin). Heidemann, Susanne, Hannover Hesse, Wolfgang, Stadtoldendorf Joppich, Stephanie, Braunschweig Kobor, Hanne, Meppen Als Berater hat mitgewirkt: Burgdorf, Daniel, Braunschweig Redaktion: Michael Faulwasser Nieders chsisches Landesamt f r Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS). Ke lerstra e 52. 31134 Hildesheim Abteilung 1 St ndige Arbeitsgruppe f r die Entwicklung und Erprobung beruflicher Curricula und Materialien (STAG f r CUM).
2 Materialien f r den berufsbezogenen Lernbereich in der zweij hrigen Berufsfachschule - Pflegeassistenz - Inhaltsverzeichnis 1 Vorwort 1. 2 Informationen zum Bildungsgang 1. Allgemeine Hinweise 1. Zum Berufsbild Pflegeassistenz 1. 3 Lernsituationen 3. Allgemeine Hinweise 3. Gliederungsschema der Lernsituationen 3. Lernfeld: Menschen bei ihrer Lebensgestaltung unterst tzen 4. Lernfeld: Berufliches Selbstverst ndnis entwickeln 24. Lernfeld: Menschen bei ihrer Versorgung unterst tzen 37. Lernfeld: In stabilen Pflegesituationen pflegen und begleiten 46. 4 Beispiele von Abschlussklausuren aus dem Schulversuch 65. Allgemeine Hinweise 65. Abschlussklausur im Fach Arbeits- und Beziehungsprozesse 65. Abschlussklausur im Fach Unterst tzung des Menschen in seiner Lebenswelt 70. Abschlussklausur im Fach Pflege von Menschen 76. 5 Praktische Ausbildung 80. Organisation der praktischen Ausbildung 80. Blockphasen der Ausbildung / Beispiele der Modellschulen 81. Aufgaben der an der praktischen Ausbildung Beteiligten 82.
3 Beispiel f r die Gestaltung der praktischen Ausbildung 83. Gespr chsleitf den und -protokolle 83. Praktische Ausbildung in Klasse 1 - Orientierungsphase 89. Praktische Ausbildung Klasse 2 - Vertiefungsphase 96. Praktische Ausbildung Klasse 2 - Abschlussphase 100. Berechnung der Noten f r das Fach Praxis Pflegehilfe 101. Bewertungs- und Reflexionsb gen f r die praktischen Leistungen 102. 6 Praktische Pr fung 112. Allgemeine Hinweise 112. Umsetzung Variante 1 112. Umsetzung Variante 2 114. Umsetzung Variante 3 118. 7 Kooperationsvereinbarung 120. 8 Evaluation der Ausbildung 121. Materialien f r den berufsbezogenen Lernbereich in der zweij hrigen Berufsfachschule - Pflegeassistenz 1 Vorwort Bei der Ausbildung Pflegeassistenz handelt es sich um eine neue generalistisch aus- gerichtete Berufsausbildung. bergeordnetes Ziel der Arbeit der Pflegeassistenz ist die Unterst tzung der Fachkraft. In dem vorliegenden Materialienband sind die Erfahrungen aus dem Schulversuch zusammengef hrt. Den Schulen, die die Berufsausbildung an- bieten wollen, soll mit diesen Empfehlungen eine Hilfestellung gegeben werden.
4 Ber die Vorstellung ausgew hlter Lernsituationen soll das Ausbildungsniveau Pflege- assistenz in Abgrenzung zur Fachkraft verdeutlicht werden. Dieses spiegelt sich auch in den beispielhaft aufgef hrten Pr fungsklausuren wider. Zu den Lernsituationen und zur praktischen Ausbildung werden kopierbare Formbl tter angeboten. Ein Schwerpunkt liegt auf der generalistischen praktischen Ausbildung, zu der die Modellschulen erprobte Unterlagen beispielhaft zur Verf gung stellen. 2 Informationen zum Bildungsgang Allgemeine Hinweise Der Besuch der zweij hrigen Berufsfachschule Pflegeassistenz erm glicht den Berufsab- schluss staatlich gepr fte Pflegeassistentin bzw. staatlich gepr fter Pflegeassistent . und den Erwerb des SEK I - Realschulabschluss. Bei entsprechenden Leistungen wird der Erweiterte Sekundarabschluss I vergeben. Die zweij hrige Berufsfachschule Pflegeassistenz ersetzt die bisherigen einj hrigen beruflichen Ausbildungen Krankenpflege-, Altenpflege- und Heilerziehungshilfe. F r Sch lerinnen und Sch ler hat der Bildungsgang beruflich orientierende, berufsquali- fizierende und weiterf hrende Bedeutung.
5 Der Bildungs- und Berufsabschluss er ffnet Wege in die Beruflichkeit und in weiterf hrende soziale, medizinische und pflegerische Ausbildungen mit Anrechnungsm glichkeiten und sichert die Zugangsvoraussetzung f r weiterf hrende Schulen. Zum Berufsbild Pflegeassistenz Die Qualifikation der Pflegeassistentin / des Pflegeassistenten ist eine staatlich geregelte zweij hrige Berufsausbildung, die breit angelegt ist und der ein integrativer Ansatz zu- grunde liegt. Damit unterscheidet sie sich quantitativ und qualitativ deutlich von zeitlich kurz ausgebildeten und angelernten Hilfskr ften. Im Unterschied zu den Fachkr ften des Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereichs ist die Pflegeassistentin / der Pflegeassistent eine Assistenzkraft. Die Pflegeassistentin und der Pflegeassistent sind fachlich qualifizierte Assistenzkr fte f r die beruflichen Handlungsfelder der Pflege, Betreuung und Versorgung sowie der Assistenz von Menschen aller Altersstufen. Das eigenst ndige Handeln in den jeweiligen Pflege- und Betreuungsaufgaben setzt eine Einweisung und Kontrolle durch die Fach- kraft voraus.
6 Kern der Qualifikation ist die Assistenz zur selbstst ndigen Lebensf hrung. In dieser Funktion unterst tzt die Pflegeassistentin / der Pflegeassistent vorhandene F higkeiten von Hilfebed rftigen. Sie handeln nicht stellvertretend f r die Betroffenen, sondern immer auf Wunsch des betreffenden Menschen und / oder unter Weisung und Anleitung einer entsprechenden Fachkraft. Pflegeassistenten bereiten im Rahmen ihrer Zust ndigkeiten die Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegeaufgaben selbstst ndig vor und f hren sie durch. Sie erledigen aktivierende und betreuerische Aufgaben unter Ber cksichtigung der gesamten Situation des betreffenden Menschen. Als Mitglied in den Pflege- und Betreuungsteams -1- Materialien f r den berufsbezogenen Lernbereich in der zweij hrigen Berufsfachschule - Pflegeassistenz assistiert die Pflegeassistentin und der Pflegeassistent den Fachkr ften und f hrt deren Anweisungen sachgerecht aus. Die Pflegeassistentin/der Pflegeassistent leistet bei allen T tigkeiten Hilfe und Unter- st tzung, welche die Hilfebed rftigen ausf hren m chten, die sie aber aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation nicht ohne fremde Hilfe bew ltigen k nnen.
7 Vor diesem Hintergrund unterst tzen sie pflegebed rftige Menschen in der Grundversorgung und bei der Wahrnehmung von Alltagsaktivit ten. Grundlage ihres beruflichen Handelns ist die Wahrnehmung individueller F higkeiten und Bed rfnisse im Kontext der jeweiligen Lebenssituation. Die Entscheidung ber Art und Umfang der Leistung treffen die Hilfebed rftigen selbst. Ist dies nicht m glich, muss eine entsprechende Fachkraft hinzugezogen werden. Zur Assistenz bei der selbstst ndigen Lebensf hrungen geh ren : - Unterst tzung im Bereich oder bei der Durchf hrung der Grundpflege, wie z. B. der K rperhygiene ( Hilfe beim Waschen, Duschen, Baden, Z hneputzen, Toiletten- gang), Bewegung ( Hilfe beim Aufstehen, Setzen, Sitzen, Gehen, Hinlegen, Liegen, Umbetten), Anwendung von Hilfsmitteln ( Lifter, Rollstuhl, Dekubitusmatten, Fieberthermometer). - Assistierende Mitwirkung bei diagnostischen und therapeutischen Ma nahmen nach rztlicher Verordnung. - Unterst tzung bei allen anfallenden Aufgaben im Haushalt ( Hilfe beim Einkauf, bei der Nahrungszubereitung, bei der Essensaufnahme, bei der Reinigung und Ge- staltung von R umen, bei der W schepflege, bei der Gestaltung des Tagesablaufs).
8 - Unterst tzung beim Aufenthalt au erhalb der Wohnung ( Arzt- und Beh rden- g nge). - Unterst tzung bei der Teilnahme am kulturellen und sozialen Leben ( Hilfe bei der Freizeitgestaltung innerhalb und au erhalb des Hauses, beim Gestalten von Feiern und Festen, bei der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung sozialer Kontakte, bei der Integration in die Arbeitswelt). - Niederschrift und Weitergabe von Beobachtungen, Anfertigen von Dokumentationen, Protokollen und Arbeitszeitnachweise. -2- Materialien f r den berufsbezogenen Lernbereich in der zweij hrigen Berufsfachschule - Pflegeassistenz 3 Lernsituationen Allgemeine Hinweise Die nachfolgend vorgestellten Lernsituationen sind in enger Anlehnung an durch- gef hrten Unterricht w hrend des Schulversuchs erstellt worden. Ausgangspunkt der Lernsituation ist eine berufliche Handlungssituation oder Auf- gabenstellung und die zugeh rige Kompetenzbeschreibung aus den Zielen des Lern- feldes. In einem Mind-Map werden die inhaltliche Dimension dieser Handlungssituation und die didaktischen Auswahlentscheidungen f r die Lernsituation erfasst.
9 In den Zielen zur Lernsituation werden die zu erwerbenden Kompetenzen konkretisiert. Die methodischen Vorschl ge f r den Unterricht ber cksichtigen ein handlungs- orientiertes und selbstst ndiges Lernen. Gliederungsschema der Lernsituationen - Thema der Lernsituation - Berufliche Handlungssituation/Aufgabenstellung - Inhaltliche Dimension - Didaktische Auswahlentscheidungen - Konkretisierung der Kompetenzen - Vorschl ge f r den Unterricht - Vorschl ge zur Leistungserfassung und Bewertung - Materialien f r den Unterricht -3- Materialien f r den berufsbezogenen Lernbereich in der zweij hrigen Berufsfachschule - Pflegeassistenz Lernfeld: Menschen bei ihrer Lebensgestaltung unterst tzen Thema der Lernsituation: Ich gestalte eine 10-Minuten-Aktivierung und f hre diese mit einer/einem Bewohner/in durch.. Berufliche Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten beteiligen sich an der Entwicklung und Aufgabenstellung Durchf hrung von f rdernden und aktivierenden Angeboten Inhalte Didaktische Entscheidung Aus der Vielfalt der Aktivierungsangebote wird der Schwerpunkt in dieser Lern- situation auf die 10-Minuten- Aktivierung gelegt.
10 Im Rahmen der 10-Minuten-Aktivierung haben die Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten die M glichkeit, selbstst ndig zu arbeiten. Dabei sind sie ge- fordert, ihre Arbeitsabl ufe zu strukturieren sowie ihre Beobachtungen und Er- fahrungen zu reflektieren. Die Gestaltung und Umsetzung dieser Ma nahmen ist demnach nicht gleichzu- setzen mit der personenorientierten umfassenden Planung, Durchf hrung und Evaluation von pflegerischen und therapeutischen Aktivierungskonzepten. Die 10-Minuten-Aktivierung ist variabel in allen Versorgungsformen einsetzbar, sowohl im Bereich der Behindertenhilfe, der Altenpflege wie auch in Teilbereichen der Gesundheits- und Krankenpflege. Kommunikative Kompetenzen werden vertieft und erweitert. Dar ber hinaus dient diese Form der Aktivierung auch als Hilfsmittel im Sinne der Beziehungsgestaltung, Konversation und Unterhaltung. Es erfolgt eine Orientierung sowohl an der Biografie als auch an der Lebens- situation des Menschen sowie an seinen Bed rfnissen und Kompetenzen.