Transcription of Rahmenrichtlinien - NiBiS
1 Nieders chsisches Kultusministerium Rahmenrichtlinien f r die berufsbezogenen Lernbereiche - Theorie und Praxis - in der Berufsfachschule Sozialp dagogische Assistentin/. Sozialp dagogischer Assistent Stand: M rz 2016. Herausgeber: Nieders chsisches Kultusministerium Schiffgraben 12, 30159 Hannover Postfach 1 61, 30001 Hannover Hannover, M rz 2016. Nachdruck zul ssig Bezugsadresse: An der Erarbeitung der Rahmenrichtlinien haben folgende Lehrkr fte des berufsbildenden Schulwesens mitgewirkt: Diestelhorst, Rotraud, G ttingen Eggers, Ute, Hildesheim Janssen, Maike, Oldenburg Dr. K hlau, Michaela, L neburg K hn, Andrea, L neburg Dr. K ls, Holger, Walsrode (Kommissionsleitung). M ller, Daniel, Rotenburg/W mme Philipps, Traute, Emden Pommerien, Claudia, Hannover Ruff, Amelie, Hannover Als Vertreterinnen des Landesschulbeirats haben mitgewirkt: Fricke-Pedersen, Monika, Braunschweig Dr. Krohs, Erdmute, Wilhelmshaven Als Beraterinnen haben mitgewirkt: Jahnke, Eltje, Oldenburg Jureczko, Isabella, Hannover Klingemann, Ute, Hannover Prof n.
2 Dr. Oehlmann, Sylvia, Hildesheim Redaktion: Nieders chsisches Landesinstitut f r schulische Qualit tsentwicklung (NLQ). Ke lerstra e 52, 31134 Hildesheim Fachbereich 34 St ndige Arbeitsgruppe f r die Entwicklung und Erprobung beruflicher Curricula und Materialien (STAG f r CUM) . Rahmenrichtlinien f r die berufsbezogenen Lernbereiche in der Berufsfachschule Sozialp dagogische Assistentin/Sozialp dagogischer Assistent Inhaltsverzeichnis 1 Grunds tze 1. Verbindlichkeit 1. Ziele der berufsqualifizierenden Berufsfachschule 1. Didaktische Grunds tze f r die berufsqualifizierende Berufsfachschule 1. Deutscher Qualifikationsrahmen 2. Ziele und didaktische Grunds tze f r die berufsbezogenen Lernbereiche 3. 2 Module 5. Struktur 5. bersicht der Module 5. Kompetenzformulierungen und Unterrichtshinweise Berufsbezogener Lernbereich Theorie (Klasse 1) 7. Erwerb der sozialp dagogischen Berufsrolle 7. Vielfalt in der Lebenswelt von Kindern 9. Betreuung und Begleitung von Kindern 11.
3 Erziehung als p dagogische Beziehungsgestaltung 13. P dagogische Begleitung von Bildungsprozessen I 15. Berufsbezogener Lernbereich Praxis (Klasse 1) 17. Reflexion der praktischen Ausbildung I 17. Durchf hrung der praktischen Ausbildung I 18. Berufsbezogener Lernbereich Theorie (Klasse 2) 19. Entwicklung beruflicher Identit t 19. Entwicklungs- und Bildungsprozesse von Kindern 21. P dagogische Konzepte 23. P dagogische Begleitung von Bildungsprozessen II 25. Arbeit mit Familien und Bezugspersonen 27. Berufsbezogener Lernbereich Praxis (Klasse 2) 29. Reflexion der praktischen Ausbildung II 29. Durchf hrung der praktischen Ausbildung II 30. Rahmenrichtlinien f r die berufsbezogenen Lernbereiche in der Berufsfachschule Sozialp dagogische Assistentin/ Sozialp dagogischer Assistent 1 Grunds tze Verbindlichkeit Rahmenrichtlinien weisen Mindestanforderungen aus und schreiben die zu entwickelnden Kompetenzen sowie die didaktischen Grunds tze f r den Unterricht verbindlich fest.
4 Sie sind so gestaltet, dass die Schulen ihr eigenes p dagogisches Kon- zept sowie die besonderen Ziele und Schwerpunkte ihrer Arbeit weiter entwickeln k nnen. Die Zeitrichtwerte sind Richtwerte, die Unterrichtshinweise sind als Anregungen f r die Schulen zu verstehen. Ziele der berufsqualifizierenden Berufsfachschule Die Berufsfachschule hat die Aufgabe, die Pers nlichkeit der Sch lerinnen und Sch ler weiter zu entwickeln. Dies geschieht auf der Grundlage des Christentums, des europ i- schen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheits- Die Berufsfachschule vermittelt Sch lerinnen und Sch lern eine fachliche und allge- meine Bildung. Die berufsqualifizierende Berufsfachschule bildet die Sch lerinnen und Sch ler f r einen Beruf aus. Dar ber hinaus k nnen sie auch schulische Abschl sse erwerben, die sie bef higen, nach Ma gabe dieser Abschl sse ihren Bildungsweg in anderen Schulen im Sekundarbereich II fortzusetzen.
5 2. Didaktische Grunds tze f r die berufsqualifizierende Berufsfachschule Handlungsorientierung Der Unterricht ist nach dem didaktischen Konzept der Handlungsorientierung durchzu- f Handlungskompetenz4. Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen von Wissen und Fertigkeiten (Fachkompetenz), Selbstkompetenz und Sozialkompetenz (Personale Kompetenz). Fachkompetenz Personale Kompetenz Wissen und Fertigkeiten Selbstkompetenz und Sozialkompetenz Fachkompetenz umfasst Wissen und Fertigkeiten Sie ist die Bereitschaft und F higkeit, auf der Grundlage fachlichen Wissens und K n- nens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbstst ndig zu l sen und das Ergebnis zu beurteilen. Personale Kompetenz umfasst Selbst- und Sozialkompetenz Selbstkompetenz 5. Sie ist die Bereitschaft und F higkeit, als individuelle Pers nlichkeit die Entwicklungs- chancen, Anforderungen und Einschr nkungen in Familie, Beruf und ffentlichem Le- ben zu kl ren, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu entfalten so- wie Lebenspl ne zu fassen und fortzuentwickeln.
6 Sie umfasst Eigenschaften wie Selbst- st ndigkeit, Kritikf higkeit, Selbstvertrauen, Zuverl ssigkeit, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Zu ihr geh ren insbesondere auch die Entwicklung durchdachter Wertvorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an Werte. 1 Vgl. Bildungsauftrag der Schule 2 Nieders chsisches Schulgesetz (NSchG). 2 Vgl. 16 NSchG. 3. Erg nzende Bestimmungen f r das berufsbildende Schulwesen 4. Vgl. Handreichung der KMK f r die Erarbeitung von Rahmenlehrpl nen der Kultusministerkonferenz f r den berufsbezogenen Lernbereich in der Berufsschule [ ] vom 23. September 2011, S. 15. 5 Der Begriff Selbstkompetenz ersetzt den bisher verwendeten Begriff Humankompetenz . Er ber cksichtigt st rker den spezifischen Bildungsauftrag der berufsqualifizierenden Berufsfachschule und greift die Systematisierung des DQR auf. -1- Rahmenrichtlinien f r die berufsbezogenen Lernbereiche in der Berufsfachschule Sozialp dagogische Assistentin/ Sozialp dagogischer Assistent Sozialkompetenz Sie ist die Bereitschaft und F higkeit, soziale Beziehungen zu leben und zu gestalten, Zuwendungen und Spannungen zu erfassen und zu verstehen sowie sich mit anderen rational und verantwortungsbewusst auseinanderzusetzen und zu verst ndigen.
7 Hierzu geh rt insbesondere auch die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarit t. Methodenkompetenz, kommunikative Kompetenz und Lernkompetenz sind imma- nenter Bestandteil von Fachkompetenz, Selbstkompetenz und Sozialkompetenz. Methodenkompetenz Sie ist die Bereitschaft und F higkeit zu zielgerichtetem, planm igem Vorgehen bei der Bearbeitung von Aufgaben und Problemen (zum Beispiel bei der Planung der Ar- beitsschritte). Kommunikative Kompetenz Sie ist die Bereitschaft und F higkeit, kommunikative Situationen zu verstehen und zu gestalten. Hierzu geh rt es, eigene Absichten und Bed rfnisse sowie die der Partner wahrzunehmen, zu verstehen und darzustellen. Lernkompetenz Sie ist die Bereitschaft und F higkeit, Informationen ber Sachverhalte und Zusam- menh nge selbstst ndig und gemeinsam mit anderen zu verstehen, auszuwerten und in gedankliche Strukturen einzuordnen. Zur Lernkompetenz geh rt insbesondere auch die F higkeit und Bereitschaft, im Beruf und ber den Berufsbereich hinaus Lerntech- niken und Lernstrategien zu entwickeln und diese f r lebenslanges Lernen zu nutzen.
8 Deutscher Qualifikationsrahmen F r das deutsche Berufsbildungssystem besteht die Herausforderung, die notwen- dige Transparenz und Durchl ssigkeit gegen ber anderen europ ischen Bildungs- systemen herzustellen. Das Kompetenzmodell der KMK umfasst bereits die wesent- lichen Elemente des Europ ischen Qualifikationsrahmens (EQR) bzw. des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) 6, 7 (vgl. ). Hinsichtlich der Niveaustufe sind diese Rahmenrichtlinien nach dem derzeitigen Stand der DQR Matrix grunds tzlich an der Niveaustufe 4 8 ausgerichtet. 6 Gemeinsamer Beschluss der St ndigen Konferenz der Kultusminister der L nder in der Bundesrepublik Deutschland, des Bundesministeriums f r Bildung und Forschung, der Wirtschaftsministerkonferenz und des Bundesministeriums f r Wirtschaft und Technologie zum Deutschen Qualifikationsrahmen f r lebenslanges Lernen (DQR). In Kraft getreten 7 Anlage zum Gemeinsamen Beschluss der St ndigen Konferenz der Kultusminister der L nder in der Bundesrepublik Deutschland, des Bundes- ministeriums f r Bildung und Forschung, der Wirtschaftsministerkonferenz und des Bundesministeriums f r Wirtschaft und Technologie zum Deutschen Qualifikationsrahmen f r lebenslanges Lernen (DQR).
9 Stand 8 ber Kompetenzen zur selbstst ndigen Planung und Bearbeitung fachlicher Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich zum Teil ver n- dernden Lernbereich oder beruflichen T tigkeitsfeld verf gen.. Deutscher Qualifikationsrahmen f r lebenslanges Lernen. Verabschiedet vom Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (AK DQR) am 22. M rz 2011. S. 6. -2- Rahmenrichtlinien f r die berufsbezogenen Lernbereiche in der Berufsfachschule Sozialp dagogische Assistentin/ Sozialp dagogischer Assistent Ziele und didaktische Grunds tze f r die berufsbezogenen Lernbereiche Die berufsbezogenen Lernbereiche Theorie und Praxis zielen darauf ab, dass die Sch lerinnen und Sch ler Kompetenzen f r die T tigkeiten der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern vor allem in Krippen, Kinderg rten, Horten und f r die p dagogische Arbeit in Grundschulen erwerben. Die berufliche T tigkeit der Sozialp dagogischen Assistentin/ des Sozialp dagogi- schen Assistenten ist vor allem durch Mitwirkung und Unterst tzung gekennzeich- net.
10 Sie tragen in den Einrichtungen bzw. Gruppen Teilverantwortung und sind auf die enge Zusammenarbeit mit Erzieherinnen/ Erziehern bzw. p dagogischen Fach- kr ften angewiesen. Modularisierung der Ausbildung Modularisierung bezeichnet ein curriculares Organisations- und Strukturprinzip, das die Anerkennung und Anrechnung erworbener Kompetenzen im Sinne eines lebens- langen Lernens unterst tzt. Module haben grunds tzlich einen interdisziplin ren Charakter. Sie beschreiben den Erwerb von beruflichen Kompetenzen und formulie- ren diese als Lernergebnisse. Die Ausbildungen zur Sozialp dagogischen Assistentin/ zum Sozialp dagogischen Assistenten und zur Erzieherin/ zum Erzieher sind sowohl organisatorisch als auch curricular eng miteinander verzahnt. Vor diesem Hintergrund beziehen sich bereits die Module der Berufsfachschule auf die Handlungsfelder des Kompetenzorientier- ten Qualifikationsprofils f r die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern an Fachschulen/Fachakademien (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom ).