Transcription of Thieme: I care - Pflege
1 8826aus: I care Pflege (ISBN 9783132418288) 2020 Georg Thieme Verlag KG Stuttgart New YorkVI Pflege von Menschen mitspeziellen Erkrankungen44 Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Herzens .. 89245 Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Kreislauf- und Gef 91846 Pflege von Menschen mit Erkrankungen des 94847 Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Pflege von Menschen mit Erkrankungen der Niere und Harnwege, St rungendes Wasser- und S Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Hormonsystems und Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Blut- und Immunsystems..114051 Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Pflege von Menschen mit Erkrankungen der Pflege von Menschen mit Erkrankungen der Haut ..131655 Pflege von Menschen mit Erkrankungen der Pflege von Menschen mit Erkrankungen der Pflege von Menschen mit organ bergreifenden : I care Pflege (ISBN 9783132418288) 2020 Georg Thieme Verlag KG Stuttgart New York44 Pflege von Menschen mitErkrankungen des Kompetent pflegenHerzerkrankungen z hlen zu den gef hrlichsten Leiden desMenschen.
2 Beispiel Herzinfarkt: Auch heute noch sterben der Infarktpatienten bevor sie eine Klinik sind Menschen, die am Herzen erkrankt sindaufgrund einer Herzschw che (Herzinsuffizienz), oft auchim Alltag massiv eingeschr nkt. Um Pflegeempf nger imRahmen des Pflegeprozesses kompetent zu pflegen, ben ti-gen Pflegefachkr fte vielf ltige diesem Kapitel lernen Sie , was eine Erkrankung des Herzens f r einen Menschen be-deuten kann. wie das Herz aufgebaut ist und wie es funktioniert. welche Pflegeph nomene, Symptome und Probleme beiMenschen mit Erkrankungen des Herzens h ufig zu beob-achten sind. wichtige Pflegebasisma nahmen mit dem Fokus auf Ge-sundheitsf rderung, Pr vention und Kuration. wie Sie die Ressourcen des Pflegeempf ngers gezielt f rdie individuelle Planung und Durchf hrung der Pflegenutzen k nnen. wie Sie die Pflege bei Menschen aller Altersstufen mit Er-krankungen des Herzens verantwortlich planen, organi-sieren, gestalten, durchf hren, steuern und evaluierenk Bedeutung f r denMenschenMein Pflegeempf ngerHerr Bauer* Ich hei e Karl Bauer und bin 82 Jahre alt.
3 Fr her war ich vielunterwegs und ein richtiger Lebemensch. Geraucht habe ichimmer gerne. Vor ber 20 Jahren hatte ich dann meinen erstenHerzinfarkt. Ich dachte, ich muss sterben. Seitdem hat sich eini-ges f r mich ver ndert, doch die Herzprobleme habe ich nie sorichtig in den Griffbekommen. Jetzt habe ich dicke Beine undbekomme oft schlecht Luft. Inzwischen kommen meine Frauund ich zu Hause nicht mehr alleine zurecht. Deshalb sind wirzu unserem Sohn und seiner Familie gezogen. siehe kom-plexes Fallbeispiel (S. 894)*Fallbeispiel fiktiv, Namen frei erfundenEine Herzerkrankung ist f r viele Pflegeempf nger sehr be-drohlich. Sie haben Angst und machen sich gro e Sorgen,zumal ihr zentrales Organ betroffen ist, das sie am Lebenh lt. In der Klinik, station ren Pflegeeinrichtung oder auchder ambulanten Pflege werden Ihnen wahrscheinlich oftMenschen mit einer Herzinsuffizienz begegnen, da mehroder weniger alle Herzerkrankungen in eine Herzschw chem nden.
4 Viele alte Menschen leben, oft als Folgeleiden einerkoronaren Herzkrankheit (KHK) oder einer arteriellen Hy-pertonie, mit einer Herzinsuffizienz. Im Idealfall sind sie me-dikament s so eingestellt, dass sie gut damit leben k k nnen sich kaum belasten und ihren Alltag ohneHilfe nicht meistern. Aber auch junge Menschen k nnen892aus: I care Pflege (ISBN 9783132418288) 2020 Georg Thieme Verlag KG Stuttgart New Yorkunter einer Herzinsuffizienz leiden. Gr nde hierf r sind an-geborene Herzmuskelerkrankungen oder eine verschleppteHerzmuskelentz Spektrum der Herzerkrankungen ist gro : Zum ganzenBild geh rt auch der S ugling mit angeborenem Herzfehler(und seine besorgte Familie), der evtl. nur mithilfe einer Ope-ration berleben kann. Das bereits mehrfach operierte Kindmit angeborenem Herzfehler erlebt eine andere Kindheit alsein gesundes Kind. Auch f r die betroffenen Familien ist dieseSituation nicht einfach.
5 H ufig sind angeborene Herzfehlerauch verbunden mit einem Gendefekt. Viele Kinder mit Triso-mie 21haben einen angeborenen begleiten Menschen mit Herzerkrankung undihre Bezugspersonen in diesen unterschiedlichen Lebens-situationen individuell, je nach Auffrischer Anatomie undPhysiologieDasHerzist ein kr ftiger Muskel, dessen rechte H lfte dassauerstoffarme Blut zur Lunge und dessen linke H lfte dassauerstoffreiche Blut in den K rper pumpt. Es liegt im Me-diastinum und wird vom Herzbeutel (Perikard) Herz hat die Form eines Kegels mit Herzbasis und Herz-spitze, Vorderwand und des Herzens Die rechte und die linke Herzh lfte( Abb. ) werden durch dieHerzscheidewand (Septum)voneinander getrennt. Jede Herzh lfte besitzt einenVorhof(Atrium)und eineKammer (Ventrikel). Zwischen den Kam-mern und den Vorh fen bzw. den Kammern und den gro enGef en (Aorta und Truncus pulmonalis) befinden sich ins-gesamt 4 Klappen: DieMitralklappe(Bikuspidalklappe) trennt den linkenVorhof von der linken Kammer.
6 DieTrikuspidalklappetrennt den rechten Vorhof von derrechten Kammer. DiePulmonalklappeliegt zwischen rechter Kammer undTruncus pulmonalis. DieAortenklappeliegt zwischen linker Kammer und Aor-ta. S. 899 S. 901 S. 901 ElektrokardiogrammEchokardiografieKorona rangiografie S. 892 S. 893 S. 916 Bedeutung f r den MenschenMitwirken bei der DiagnostikAuffrischer Anatomie und PhysiologiePerioperative PflegeErkrankungen des HerzensPflegebasisma nahmen S. 892 Kompetent pflegen S. 903 S. 907 S. 909 S. 911 S. 914 S. 915 S. 915 Koronare Herzkrankheit (KHK)HerzinfarktHerzinsuffizienzHerzrhyt hmusst rungenEntz ndliche HerzerkrankungenErkrankungen der HerzklappenAngeborene Herzfehler S. 903 bersicht ber die wichtigsten Medikamente S. 895 Das Kapitel vermitteltKompetenzen im KB I, II und III( , , und ) Der Blutfluss durch das Hohlvene(V. cava superior)Halsschlagader(A.)
7 Carotis communis)Schl sselbeinarterie(A. subclavia)AortaLungenarterie(A. pulmonalis)Lungenvene(V. pulmonalis)linker VorhofTruncus pulmonalisMitral- oder Bikuspidal-klappeAortenklappelinke KammerPulmonalklappeTruncus brachiocephalicusLungenvene(V. pulmonalis)Trikuspidal-klapperechte Kammeruntere Hohlvene(V. cava inferior)Foramen ovalerechter VorhofDas ven se Blut aus dem K rperkreislauf gelangt ber den rech-ten Vorhof und durch die Trikuspidalklappe in die rechte Kam-mer. Anschlie end gelangt es durch die Pulmonalklappe in denLungenkreislauf. Aus dem Lungenkreislauf erreicht das jetzt sau-erstoffreiche Blut zun chst den linken Vorhof. Von dort flie t esdurch die Mitralklappe in die linke Kammer. Diese pumpt esdurch die Aortenklappe in die Aorta und damit in den K aus: Bommas-Ebert U, Teubner P, Vo R. Kurzlehrbuch Anatomieund Embryologie. Thieme; : I care Pflege (ISBN 9783132418288) 2020 Georg Thieme Verlag KG Stuttgart New YorkKomplexes FallbeispielHerr Bauer* Es wird immer schwerer Karl Bauer ist 82 Jahre alt und leidet seit mehreren Jahren aneiner ausgepr gten Herzinsuffizienz.
8 In seiner Jugend war ersportlich sehr aktiv, doch durch den Job als Versicherungskauf-mann wurde es immer schwerer, regelm ig Sport zu kam er nach einem langen Tag im B ro erst sp t nach Hause,schlief wenig und rauchte viel. In stressigen Zeiten bis zu einerSchachtel t glich. Auch seine Ern hrung kam meist zu kurz, soa er oft einfach das, was es gerade im B ro oder beim B Alter von 56 Jahren erlitt er dann einen Herzinfarkt. Ganzpl tzlich hatte er so einen brennenden Schmerz in der Brust, dersich bis in den linken Arm und den Kiefer zog. Er hatte furchtbareAngst und dachte, er m sse sterben. Zum Gl ck war er mit seinerFrau an diesem Abend zu Hause gewesen. Sie hatte direkt denNotarzt das Ereignis ver nderte sich das Leben von Herrn undFrau Bauer stark. Herr Bauer h rte mit dem Rauchen auf und lie sich in eine andere, weniger stressige Abteilung in der Firma ver-setzen.
9 Auch etwas Sport versuchte er in seinen Alltag zu integrie-ren, so fuhr er 2-mal in der Woche mit dem Rad zur Arbeit. Auchdie vom Arzt verordneten Medikamente nahm er regelm trotz aller Bem hungen war sein Blutdruck (RR) nur schwerin den Griffzu bekommen. Bei den Verlaufskontrollen zeigten sichimmer wieder erh hte Werte (RR 160/100 mmHg) und auch dieCholesterinwerte waren deutlich zu hoch. Im Laufe der Jahre ent-wickelte sich bei ihm eine globale Herr Bauer und seine Frau nun im Ruhestand sind, verbringensie viel Zeit miteinander und gehen gemeinsamen Aktivit tennach. Ihre gro e Leidenschaft sind Theaterbesuche, Lesungen,aber auch Weinproben und gepflegtes Essen. Doch seit ein paarWochen kommt Herr Bauer kaum noch aus dem Haus und dieEinschr nkungen werden immer gr er. Die ausgepr gten de-me an den Beinen machen ihm das Gehen schwer und die Dys-pnoe l sst ihn schnell erm den.
10 Zun chst hatte er die Dyspnoenur unter Belastung. Doch jetzt klagt er immer h ufiger auch inRuhe ber lich verschlechtert sich sein Zustand so, dass Herr Bauernotfallm ig ins Krankenhaus muss. Obwohl es ihm nach der Be-handlung deutlich besser geht, beschlie en Herr und Frau Bauernach der Entlassung, zu ihrem Sohn zu ziehen das haben sieschon l nger so in der Familie besprochen und erleben die beiden eine deutliche Entlastung. Frau Bau-er kocht weiterhin jeden Tag f r sich und ihren Mann, aber dieEink ufe und den Wohnungsputz bernimmt die Schwiegertoch-ter. Durch diese Unterst tzung kann das Ehepaar sich die vorhan-denen Kr fte besser einteilen und die gemeinsame Zeit wiedermehr genie en. Langfristig berlegen sie, einen ambulanten Pfle-gedienst hinzuzuziehen, um die Schwiegertochter zu Lesen Sie das Fallbeispiel von Herrn Bauer (erneut). Sowohlsein ungesunder Lebensstil als auch der stressige Job spielenim Zusammenhang mit der Entwicklung einer Herzerkrankungeine gro e Rolle.