Transcription of Diplomarbeit - - Catalogus Professorum …
1 Diplomarbeit Integrationskurse f r Migranten als Unterst tzung von Integrationsprozessen in der Bundesrepublik Deutschland Lilja Geist 24. Juli 2009 Studiengang Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung 1. Gutachterin: Frau Prof. Dr. Gabriele Streda 2. Gutachter: Herr Prof. Dr. Robert Northoff urn:nbn:de:gbv:519-thesis2009-0504-0 i Eidesstattliche Erkl rung Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbst ndig ohne fremde Hilfe angefertigt habe. Alle Stellen, die ich w rtlich oder sinngem aus ver f-fentlichten oder nicht ver ffentlichen Schriften bernommen habe, habe ich als solche kenntlich gemacht. D rverden, _____ Lilja Geist iiInhaltsverzeichnis 1 Ziel und Aufbau der 2 Begriffskl rung: Arten und Ursachen von 5 Bedeutung der 8 Wer soll integriert werden?..9 Ausl nder und 9 Migranten und Menschen mit 11 Integrationspolitik als Ausl Ausl nderpolitik unter dem 15 Konsolidierung der Ausl nderbesch 17 Phase des Nachdenkens ber 19 Erneute 19 Aktuelle Einwanderungssituation in Ist Deutschland ein Einwanderungsland?
2 24 Zusammenfassung und 3 Begriffskl rung: Integration aus soziologischer Geschichtliche 31 Handlungstheoretisches Modell von Hartmut 33 Strukturelles Migrationsmodell von 41 Integrationsmodell von Friedrich 42 Konzept des Multikulturalismus als offenes 45 Zusammenfassung und 47 Aktuelles Integrationsverst ndnis innerhalb der politischen Indikatoren zur Messung von Notwendigkeit der Integrationsf Gr nde f r 4 Integrationskurse nach dem Gesetzliche 67 Inhalt der 68 69 70 71 Negative 72 Positive 74 Evaluationsgutachten und Umsetzung der Bewertung der Ramb Statistik der Kursteilnehmer nach 77 Kursabsolventen nach 78 Kursabsolventen und Pr 78 Bewertung der 79 Studien zu Auswertung und Kritik der 5 Kritische Art der gesetzlichen Verpflichtende Prinzip des F rderns und Bedeutung der Sprache und Kann Integration gesteuert werden?
3 94 Erwartungen an die Wirksamkeit der Tats chlicher Beitrag der Kurse zur Das niederl ndische Modell als 6 Migrationsberatung als integrationserg nzende Ma Rolle der Sozialen 7 Vorschl ge zur 8 iv Verzeichnis der Abk rzungen Abs. Absatz Art. Artikel AufenthG Aufenthaltsgesetz BAMF Bundesamt f r Migration und Fl chtlinge BVFG Bundesvertriebenengesetz ebd. ebenda f. folgende GG Grundgesetz IntV Integrationskursverordnung S. Satz, Seite SGB Sozialgesetzbuch StAG Staatsangeh rigkeitsgesetz TGD T rkische Gemeinde in Deutschland vgl. vergleiche WIN Wet Integratie Nieuwkomer 1 1 Einleitung In der folgenden Darstellung werden die Ausgangslage, das Ziel und der Auf-bau der vorliegenden Arbeit beschrieben. Ausgangslage Die Gestaltung einer erfolgreichen Integration von Zuwanderern hat in Deutsch-land mittlerweile eine gr ere politische und gesellschaftliche Bedeutung erhal-ten.
4 Diese Aufgabe ist jedoch komplex und h ngt von vielen Faktoren ab. Be-sonders angesichts der Globalisierung, der demographischen und wirtschaftli-chen Entwicklung sowie im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt wird Integration f r unumg nglich gehalten. Ein zentrales Element bei der Ges-taltung und F rderung von Integration bilden die seit 1. Januar 2005 mit dem neuen Zuwanderungsgesetz eingef hrten Erstmals wird hiermit Integration als Staatsaufgabe gesetzlich festgeschrieben. Im Mittelpunkt dieser Kurse steht die F rderung des Erwerbs der deutschen Sprache. Ein weiterer Bestandteil ist die Vermittlung von Kenntnissen der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte Deutschlands. Diese Kenntnisse sollen dazu dienen, die Eingliederung der neu Zugewanderten und bereits l nger im Land Lebenden in die deutsche Gesellschaft zu verbessern und die Teilhabe am Arbeitsmarkt zu erleichtern.
5 Ein wesentlicher Grund f r diese neue Integrati-onspolitik liegt in der hohen Arbeitslosigkeitsquote und niedrigen Ausbildungs-beteiligung der Zuwanderer. Ziel und Aufbau der Arbeit Das Ziel vorliegender Arbeit ist es zu ermitteln, ob und inwieweit Integrations-kurse den Integrationsprozess unterst tzen k nnen. Da sich die Frage der Integration erst im Zusammenhang mit Zuwanderung stellt, werden im zweiten Kapitel nach einer Definition des Begriffs Migration zun chst Arten und Ursa-chen von Zuwanderungsprozessen beschrieben, die bestimmte Muster aufwei- 1 Insgesamt sind Integrationsprogramme sehr viel umfassender und versuchen in dieser Hinsicht der Mehrschichtigkeit des Integrationsbegriffs zu entsprechen (vgl. Bundesregierung: Der Nationale Integrationsplan 2007). 2 sen. Globalisierung f hrt zu erh hter Mobilit t und somit zu Migration. Dies wird im nachfolgenden Abschnitt erl utert.
6 Hierauf folgen Definitionen der Bezeich-nungen Ausl nder, Aussiedler, Migranten und Menschen mit Migrationshin-tergrund, da sie die Zielgruppe der hier untersuchten Integrationskurse umfas-sen. Es folgt ein historischer R ckblick ber den politischen und gesellschaftli-chen Umgang mit stattgefundener Zuwanderung nach Deutschland, welcher als Entstehungshintergrund der Integrationskurse zu sehen ist. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Notwendigkeit, die Erfahrungen der Vergangenheit konstruktiv f r die Gestaltung der zuk nftigen Integrationspolitik zu nutzen. Die unterschiedlichen Positionen in Bezug auf die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist, haben mich dazu veranlasst, diesen Aspekt in der Arbeit aufzugreifen. Zur Beantwortung dieser Frage dient ein kurzer Vergleich mit den klassischen Einwanderungsl ndern. Zur Erg nzung des Verst ndnisses unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Ausgangsbedingungen der Integration werden diejenigen Positionen der L nder herausgearbeitet, die den Integrationsprozess beeinflussen.
7 Die Er rterung des Themas der vorliegenden Arbeit erfordert die theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Integration, der oft missverst ndlich ge-braucht wird. Daher wird er im dritten Kapitel definiert und in den anschlie en-den migrationssoziologischen Integrationsmodellen als Prozess dargestellt und bewertet. Dabei werden die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und die Mehrdimensionalit t von Integrationsprozessen herausgearbeitet. Dar ber hinaus werden Voraussetzungen f r die Einbeziehung der Zuwanderer in die Gesellschaft hervorgehoben sowie die Rolle der Integrationskurse abgeleitet. Es folgt die Erl uterung des aktuellen Integrationsverst ndnisses innerhalb der politischen Diskussion sowie eine Darstellung ber die Techniken, mittels derer die Bundesregierung beabsichtigt, den Integrationsprozess zu messen. Hier wird besonders auf die M glichkeiten und Grenzen der Indikatorensysteme verwiesen.
8 Die Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit von Integrationsf r-derung sowie der dabei auftretenden Probleme schlie t das dritte Kapitel ab. 3 Im vierten Kapitel wird das Konzept der Integrationskurse nach dem Zuwande-rungsgesetz erl utert. Hieran schlie t sich die Vorstellung der ersten offiziellen Evaluation ber Integrationskurse, das so genannte Ramb ll-Gutachten, an. Es folgt eine Beschreibung der aktuellen Integrationskursstatistik sowie der durch-gef hrten Studien ber die Wirkung von Integrationskursen. Das f nfte Kapitel dient der kritischen Auseinandersetzung mit dem Inhalt, den Zielen der gesetzlichen Rahmenbedingung von Integrationskursen. Anschlie- end wird der tats chliche Beitrag zur Integration, der in der Forschung bisher nicht hinreichend gekl rt ist, eingesch tzt. Dar ber hinaus wird die Frage auf-geworfen, ob eine erfolgreiche Integration auf die Integrationskurse zur ckge-f hrt werden kann. Die Beschreibung des niederl ndischen Modells mit seiner anerkannten Vorreiter-Rolle bez glich der Umsetzung von Integrationskursen schlie t das f nfte Kapitel ab.
9 Im sechsten Kapitel wird aus der Darstellung der Migrationsberatung als integ-rationskurserg nzende Ma name die Rolle der Sozialen Arbeit hervorgehoben. Schlie lich werden im siebten Kapitel nach einer Zusammenfassung Vorschl -ge zur Verbesserung des Integrationskurs-Konzeptes formuliert sowie ein Aus-blick auf zuk nftige Entwicklungsm glichkeiten hinsichtlich der Integrationspoli-tik gegeben. 4 2 Migration Im Folgenden wird zun chst der Begriff Migration definiert. Anschlie end wird beschrieben, wie Migrationsprozesse entstehen. In Bezug auf das Thema dieser Arbeit soll damit verdeutlicht werden, wie unterschiedlich sich die Ursa-chen und Arten von Migration gestalten und den Integrationsprozess beeinflus-sen. Daraus ergibt sich die heterogene Zusammensetzung der Teilnehmer der Integrationskursen. Begriffskl rung: Migration Der Begriff Migration stammt von dem lateinischen Wort migrare oder migratio ab und bedeutet wandern, wegziehen oder Wanderung.
10 Verst rkt wird dieser Begriff seit den 1990er Jahren in der Sozialwissenschaft und der Politik In der Fachliteratur gibt es keine einheitliche Definition der Begriffs Es ist ein mehrdimensionaler empirischer Begriff, bei dessen Defini-tion je nach beschreibendem Interesse unterschiedliche Aspekte betrachtet Allgemein werden in den Sozialwissenschaften unter dem Begriff Migration Bewegungen von Personen und Personengruppen verstanden, die mit einem dauerhaften Wohnortwechsel5 ber eine bedeutsame Entfernung hinweg, verbunden Bei diesen Begriffsbestimmungen ist es unerheblich, ob die Migration freiwillig oder unfreiwillig Migranten8 treffen im Zielland aber auch auf eine andere Die Grenzerfahrungen beziehen sich nicht nur auf die berwindung r umlicher Distanzen, sondern auf die erforderliche psychosoziale Leistung. Um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, sind Migranten gezwungen, sich in einem langwierigen Prozess neue Kompetenzen Vor diesem Hinter- 2 vgl.