Transcription of JATROS - oeginfekt.at
1 Fremdk rper-assoziierte Infektionen5. sterreichischer InfektionskongressPublishing GmbH, Markgraf-R diger-Stra e 8, 1150 Wien GmbH, Markgraf-R diger-Stra e 8, 1150 Wien 1997-7964 Jahrgang 5 Mai 2011 EUR 5,50 Verlagspostamt 1072 WienGZ 09Z038186 M 2 I 2011 Fachzeitschrift f r I| editorialJATROSI nfektiologie 2 I 2 011 Sehr geehrte Frau Kollegin!Sehr geehrter Herr Kollege!Liebe Mitglieder der sterreichischen Gesellschaft f r Infektionskrankheiten!Im M rz 2007 wurde der sterreichische Infektionskongress von Prim. Dr. Wenisch gemeinsam mit Dr. Weiss im Leoganger Krallerhof aus der Taufe gehoben. Inzwischen sind f nf Jahre vergangen, und die GI kann den ersten runden Kon-gressgeburtstag feiern.
2 Beiden Herren muss f r ihren Mut und Weitblick gedankt werden, genauso den zahlreichen und treuen Sponsoren, welche die Idee sterreichischer Infektionskongress von Anbeginn tatkr ftig unterst tzt ist der IK zum festen Bestandteil von Meinungsaustausch, Fortbildung und Pr sentation s-terreichischer Forschung auf dem Gebiet der Infektio-logie geworden und erfreut sich gr ter Beliebtheit. Eine Zahl von fast 400 Kongressbesuchern best tigt dies eindrucksvoll. Das Erfolgsrezept ist zweifelsohne das gemeinsame Bem hen um ein ausgewogenes, hochwertiges, auch neue Forschungsergebnisse ber cksichtigendes Programm, das jedes Jahr eine neue Benchmark im Sinne der Kon-gressqualit t vorgibt, auf dass die n chste Kongresspr sidentschaft wei , woran sie sich orientieren muss.
3 Ein weiterer Bestandteil un-seres Erfolgsrezepts ist das Bem hen, alle mit Infektionen befassten Kollegen und Kolleginnen bzw. wissenschaftlichen Gesellschaften ins Boot zu 2007 besteht erfreulicherweise die M glichkeit, das Zusatzfach Infektiologie und Tropenmedizin zu erwerben, weiters ist die Tropenmedizin heute aufgrund des stetig steigenden Tourismus in subtropischen und tropischen Gebieten ein immer wichtiger werdendes Thema. Aus diesem Grund wurde w hrend des Kongresses in einer Mitgliederversammlung die Umbenennung der Gesellschaft in sterreichische Gesellschaft f r Infektionskrank-heiten und Tropenmedizin ( GIT) beschlossen.
4 Es ist mir wichtig, in diesem Zusammenhang zu betonen, dass wir diese Erweiterung nicht als Kampfansage an andere Fachgesellschaften verstanden wissen wollen, die sich ebenfalls mit tropenmedizinischen Fragen befassen, sondern als Angebot, die interdisziplin re Zusammen-arbeit zu verst zum 5. sterreichischen Infektionskongress sind einige Konsensusstatements erschienen, die sowohl am Kongress aufl a-gen als auch von unserer Homepage ( ) herunter-ladbar sind. Besonders stolz bin ich auf das erste von vier Gesell-schaften ( GDV, GGH, GI, GR) getragene Konsensusstate-ment Tuberkulose & Biologika , das Empfehlungen f r vor der Bio logikatherapie durchzuf hrende Ma nahmen zur Minimierung des Tuberkuloserisikos gibt, sowie auf das erste sterreichische, von zwei Gesellschaften (ASTTM, GI) getragene Statement zur Prophylaxe und Therapie der Malaria.
5 Die ausgezeichnete Reso-nanz auf diese Aktivit ten der GI(T) zeigen, wie wichtig infek-tiologische Themen sind, auch deshalb, weil sie in wirklich alle Bereiche der Medizin hineinreichen. Die sterrei-chische Gesellschaft f r Infektionskrankheiten und Tropenmedizin vertritt die Meinung, dass jedes Krankenhaus in sterreich ab einer Gr e von 500 Betten neben einem hauptberufl ichen Krankenhaus-hygieniker auch einen klinisch t tigen Infektiologen ben tigt. Seit einigen Jahren besteht, wie erw hnt, die M glichkeit einer entsprechenden Zusatzfach-arztausbildung, sodass entsprechend qualifi ziertes Personal zur Verf gung steht.
6 Aus dem eigenen Haus wissen wir, dass sich der klinische Infek tiologe sehr rasch amortisiert auch wenn dies ein h ss-liches Wort im Zusammenhang mit Gesundheit end m chte ich mich beim diesj hrigen Kongresspr si-den ten, Dr. Krause, und seiner charmanten Kongress-sekre t rin, Dr. Zollner-Schwetz, f r das aus gezeichnete Programm und die viele Arbeit bedanken. Wie alle wissen, ist die reibungslose Organisation eines erfolgreichen Kongresses ohne entsprechende logistische Unterst tzung nicht m glich der Dank hierf r geb hrt Karl Buresch und seinem Team von Medical gr ter Wunsch dass wieder viele Kolleginnen und Kolle-gen nach Saalfelden kommen, um den 5.
7 Sterreichischen Infek-tionskongress f r den Meinungsaustausch zu n tzen hat sich mit fast 400 Teilnehmern erf llt. Denn das diesj hrige Generalthema Fremdk rper-assoziierte Infektionen ist aus der Medizin nicht mehr giftigen Gr en und herzlichem Dank f r Ihr Kommen und Ihre rege Teilnahme am Kongress in Saalfelden verbleibe ichIhrFlorian ThalhammerPr sident der sterreichischen Gesellschaft f r Infektionskrankheiten und Dr. Florian ThalhammerKlinische Abteilung f r Infektionen und TropenmedizinUniversit tsklinik f r Innere Medizin IMedizinische Universit t WienF. Thalhammer, Wien| editorialJATROSI nfektiologie 2 I 2 4 Sehr geehrte Frau Kollegin!
8 Sehr geehrter Herr Kollege!Doz. Dr. Ines Zollner-Schwetz als Kongresssekret rin und ich als Kongresspr sident durften heuer den 5. sterreichischen Infek-tionskongress gestalten, zu dem erfreulicherweise knapp 400 Teil-nehmer und somit wieder mehr als in den Vorjahren kamen. Als Thema f r den Kongress wurden Fremdk rper-assoziierte Infektionen ausgew hlt und aus unterschiedlichen Blickwinkeln Thema Fremdk rper-assoziierte Infektionen umfasst Infektionen bei Fremdk rpern aller Art wie k nstlichen Gelenken, N geln, Herzschritt-machern, k nstlichen Herzklappen, Gef prothesen und Gef zug ngen bei Dialysen, Fremdk r-pern im Gehirn ( Shunts), Kontaktlinsen, herz-unterst tzenden Pumpen, Implantaten in der plasti-schen Chirurgie ( Brustimplantaten) und anderen Fremdk rpern.
9 Insgesamt nehmen Fremdk rper-assoziierte Infektionen zu, da die Zahl der implan-tierten Fremdk rper stetig steigt. Fremd k rper-assoziierte Infek-tionen haben eine enorme medizinische und konomische Bedeu-tung, da sie meist nur durch eine Kombination aus chirurgischer Fremdk rperentfernung und antiinfektiver antibiotischer oder an-timykotischer Therapie behandelt werden k nnen. Die Therapie ist somit aufwendig und teuer. Bei manchen Patienten sind opera-tive Entfernungen infi zierter Fremdk rper nicht mehr m glich, sei es wegen Inoperabilit t aufgrund fortgeschrittenen Alters oderwegen Grunderkrankungen, sei es wegen der technischen Unm g-lichkeit, bestimmte Fremdk rper zu entfernen.
10 Bei solchen Pati-enten sind oft lebenslange Suppressionstherapien mit Anti biotika/Antimykotika notwendig. Auch das Thema der antimikrobiellen Resistenz hat bei diesen Infek tionen eine gro e Bedeutung, da Fremdk per-assoziierte Infek tionen oft durch multi resistente Erre-ger ( Koagulase-negative Staphylokokken) ausgel st werden und sich bei der notwendigen langen, mehrere Wochen dauern-den Antibiotikatherapie weitere Resistenzen entwickeln k nnen. Solche komplexen Fremdk rper-assoziierten Infektionen k nnen nur durch einen optimalen interdisziplin ren Pr ventions-, Diagnose- und Behandlungsansatz bearbeitet und f r den Patienten mit best-m glichem Ergebnis gel st werden.