Transcription of Vorbemerkung - DAG
1 1 Vorbemerkung Im Auftrag des Vorstandes der Deutschen Adipositas-Gesellschaft wurden die Leitlinien zur "Adi-positastherapie in Reha-Kliniken" erarbeitet. An der Erstellung wirkten mit: Herr Dr. med. F. Bleichner, Psychosomatische Klinik, Bad Neustadt Herr Prof. Dr. med. G. B nner, Klinik Laritzerhof, Bad Krozingen Frau Dr. Nord-R diger, Eleonoren-Klinik, Lindenfels-Winterkasten Herr Dr. med. D. Rosemeyer, Klinik Rosenberg, Bad Driburg Herr Prof. Dr. med. D. Sailer, Diabeteszentrum, Bad Neustadt Herr Dr.
2 Schubmann, GesundheitsCentrum, M hnesee Herr Dr. med. habil. M. Weck, Klinik Bavaria, Kreischa Frau Dr. med. F. Wilhemi de Toledo, Buchingerklinik, berlingen Herr Prof. Dr. A. Wirth, Teutoburger-Wald-Klinik, Bad Rothenfelde Die Arbeitsgemeinschaft tagte insgesamt f nfmal unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. , Bad Neustadt, am: 09. Oktober 1997 in Leipzig (konstituierende Sitzung) 30. Juni 1998 in Bad Neustadt 02. Oktober 1998 in Osnabr ck 20. Januar 1999 in Lindenfels-Winterkasten 05. M rz 1999 in Frankfurt Beginnend im Jahre 2002 fand sich eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der DAG, GRVS und DAEM zusammen, um diese Leitlinie unter Aspekten der Praktikabilit t und Umsetzung zu modifi-zieren und zu erg nzen.
3 Es waren dies Frau Dr. D. Nord-R diger, Eleonoren-Klinik Lindenfels-Winterkasten, Dr. med. B. Kluthe, Klinik Hohenfreudenstadt, Freundenstadt, Dr. med. A. R mpler, Teutoburgerwald-Klinik Bad Rothenfelde, Dr. med. D. Rosemeyer, Klinik Rosenberg Bad Driburg. Sie trafen sich am in Frankfurt, am in Bad Rothenfelde, am in Bad Rippoldsau, am in M lln, am in Winterkasten und am und am im Rahmen einer Telefonkonferenz. Die revidierte Leitlinie wurde in der Jahrestagung in Salzburg am vorgestellt und verabschiedet.
4 Einleitung Diese Leitlinien wurden im Auftrag der Deutschen Adipositas-Gesellschaft erstellt und sollen die von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft ver ffentlichten Leitlinien f r die Behandlung der Adi-positas (Deutsche Adipositas-Gesellschaft, 1998) erg nzen. Diese Leitlinien sind sowohl f r spe-zielle Fachkliniken, als auch f r alle diejenigen Rehabilitationskliniken gedacht, die regelm ig Adip se behandeln ( orthop dische, psychosomatische, kardiologische und diabetologische Abteilungen/Kliniken).
5 2 Sie soll zugleich den in der Adipositas-Behandlung T tigen Orientierung und Hilfestellung geben zur praktischen Umsetzung einer qualifizierten Behandlung der Adipositas und auf Problemfelder hinweisen. Die Adipositas ist definiert durch eine ber das Normalma hinausgehende Vermehrung des K r-perfettes. Als diagnostisches Kriterium gilt international der Body-Mass-Index (BMI) (WHO Report 1995 und 1998). Ca. 20 Prozent der deutschen Bev lkerung sind adip s (BMI > 30 kg/m2) und ca. 5 Prozent deutlich adip s (BMI = 35 kg/m2).
6 (Bergmann et al., 1989, Hoffmeister et. al., 1994, BGA 1994). Epidemiologische Daten zeigen, da die Deutschen in den letzten Jahrzehnten er-heblich an Gewicht zugenommen haben; der Trend h lt weiterhin an. (Hoffmeister et. al., 1994). Somit wird die Adipositas auch zu einen zunehmenden sozialmedizinischen Problem. Das bergewicht hat erhebliche Auswirkung auf die Berufs- und Erwerbsf higkeit und f hrt, vor allem wegen der Belastung des Bewegungsapparates, zu h ufigen Fehlzeiten am Arbeitsplatz.
7 Die Vermehrung des K rperfettes f hrt allerdings erst bei h heren Adipositasgraden zu Funkti-onseinschr nkungen. Eine Belastungsdyspnoe, eingeschr nkte Beweglichkeit, erschwertes Klet-tern und Steigen sowie eingeschr nkte Wegstrecken sind bei vielen Berufen hinderlich und ma-chen oft deren Ausf hrung unm glich. Bestehen Folgesch den am Herz-Kreislaufsystem ( Herzinfarkt oder Schlaganfall), am Stoffwechsel ( Diabetes mellitus Typ 2), am Respirations-system ( Schlafapnoe) oder am Bewegungsapparat ( Gonarthrose oder R ckenleiden), ist die Berufs- und Erwerbsf higkeit meist stark beeintr chtigt.
8 Die Berufs- und Erwerbst tigkeit, wurde in einer gro en Untersuchung der LVA W rttemberg an Krankengeschichten untersucht. Den Ergebnissen zufolge kommt es bei Adip sen doppelt so h ufig wie bei Normalgewichtigen zu einer Berufs- und Erwerbsunf higkeit (Gercke, 1972). Dies wird auch durch Untersuchungen in anderen L ndern best tigt (Rissanen, 1991). Adip se kommen doppelt so h ufig in die Praxis von rzten; die gesch tzten direkten und indirekten Kos-ten in unserem Gesundheitssystem belaufen sich auf ca.
9 35 Milliarden DM pro Jahr (Colditz, 1992). Die Adipositas mit Folgesch den ist in Deutschland inzwischen die wichtigste Einzeler-krankung sowohl f r die Rentenversicherungstr ger als auch f r die Krankenkassen. Sie kostet mehr als die koronare Herzkrankheit und ebensoviel wie der Diabetes mellitus Die Bedeutung der Adipositas f r chronische Krankheiten und Behinderungen wird in der Regel untersch tzt, da oft nur die Adipositas an sich, nicht jedoch die Begleit- und Folgeerkrankungen in Betracht gezogen werden.
10 Studien zeigen zudem, da auch die Diagnose "Adipositas" in rztli-chen Entlassungsberichten ca. 10mal seltener erscheint als sie tats chlich zutrifft; in der VDR-Statistik an erster (zuweisungsrelevanter) Stelle sogar nur in ca. 1 %. Die Adipositas wird als Di-agnose meist nur dann erw hnt, wenn schon Komplikationen vorliegen (Hauner et al., 1996). Dies best tigt, da die oben erw hnten adipositasassoziierten Krankheiten hinsichtlich ihrer Ent-stehung und folglich auch der Therapie untersch tzt werden.