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1 Leitlinien f r die PraxisKurzfassungDiabetesmellitus2016 Diabetes mellitus2 IMPRESSUM:Medieninhaber & Herausgeber: O sterreichische Diabetes Gesellschaft, Wa hringer Stra e 76/13, 1090 Wien, Tel.: +43 650/770 33 78, Fax: +43 1/264 52 29; E-Mail: Web: ; Verlag: MedMedia Verlag und Mediaservice , Seidengasse 9/Top , 1070 Wien. Redaktion: Mag. Andrea Weiss Grafik & Layout: Oliver Miller-Aichholz. Lektorat: , Wien. Coverfoto: Edgar Honetschla ger. Druck: agensketterl Druckerei GmbH, 3001 dieser Kurzfassung ist die Vollversion Diabetes mellitus Leitlinien f r die Praxis 2016 (Wien Klin Wochenschr 2016; 128: [Suppl. 2] S37 S225).Der auszugsweise Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Springer-Verlag GmbH, Wien. Leitlinien f r die Praxis3 KurzfassungAusgabe 2016 DG-Ausschuss Behandlungsleitlinien*Prim.
2 Dr. Heidemarie AbrahamianPrim. Dr. Martin Clodi (Vorsitz und Koordination) O. Dr. Dr. h. c. Heinz DrexelPrim. Dr. Peter FaschingPrim. Dr. Bernhard F gerPrim. Dr. Claudia Dr. Elke Fr hlich-ReitererPrim. Dr. Friedrich HoppichlerAssoz. Prof. Dr. Susanne Kaser Dr. Alexandra Kautzky-Willer Prim. Dr. Monika Lechleitner Prim. Dr. Bernhard LudvikPrim. Dr. Rudolf Dr. Dr. h. c. Michael Dr. Christoph Sa lyPrim. Dr. Guntram SchernthanerAssoz. Prof. Dr. Harald Dr. Hermann Dr. Thomas C. WascherPrim. Dr. Raimund Weitgasser Weitere Erst- und Letztautoren*Dr. Kadriye Aydinko -TuzcuPrim. Dr. Bernd Dr. Joakim HuberOA Prof. h. c. Dr. Markus KoflerOA Dr. Gerd K Dr. Katharina KreplerPrim. Dr. Josef NiebauerOA Dr. Stephan Dr. Alexander Dr. Karin Dr.
3 Marietta StadlerDr. Lars StechemesserAo. Dr. Bruno Watschinger* in alphabetischer Reihenfolge4 Inhalt 5 Vorwort 6 Definition, Klassifikation und Diagnose 9 T2DM Screening und Pr vention 11 Lebensstil: Ern hrung und Bewegung 15 Antihyperglyk mische Therapie bei T2DM 20 Insulintherapie 27 Gestationsdiabetes 29 Antihypertensive Therapie 30 Lipidsenkende Therapie 32 Thrombozytenaggregationshemmer 33 Diabetische Neuropathie 35 Diabetische Nierenerkrankung 38 Diabetische Augenerkrankung 39 Diabetischer Fu 42 Koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz 43 Geriatrische Aspekte 44 Kritisch kranke Patienten 45 Migration und Diabetes 48 Diabetesschulung bei Erwachsenen 50 Blutzuckerselbstkontrolle 54 Maturity onset diabetes of the young (MODY) 56 Autorenverzeichnis 58 Sonderteil.
4 Therapie Aktiv Diabetes im Griff Diabetestherapie im Rahmen des Langzeitbetreuungs-programms5 VorwortSeit dem Jahr 2004 gibt es unter Anleitung der sterreichischen Diabetes Gesellschaft ( DG) Leitlinien zur umfassenden Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus. Diese Leitlinien wurden nun zum 3. Mal berarbeitet (2009, 2012, 2016). Das Ziel dieser Praxisleitlinien , an denen eine Vielzahl von Diabetologinnen und Diabetologen in sterreich mitgearbeitet haben, ist es, eine fundierte Anleitung zur Verbesserung der Diabetesbetreuungsqualit t auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkennt nisse zu erm glichen. Es wurden nun wieder s mtliche Themenschwer punkte berarbeitet und abermals einige neu eingebracht.
5 Das Ziel der DG ist, die Leitlinien auch weiterhin regelm ig zu berarbeiten und im Weiteren auch auf der Website der DG relevante Updates zu ver ffentli chen. Neben der in der Wiener Klinischen Wochenschrift erschienen Vollver sion (Diabetes mellitus Leitlinien f r die Praxis 2016) gibt die DG auch dieses Mal eine Kurzfassung heraus, in der die Kerninhalte der Praxisanleitungen f r die t gliche Arbeit noch einfacher verf gbar gemacht werden sollen. Wir hoffen, damit zur weiteren Verbesserung der Betreuung der Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus in sterreich beizu tragen und Ihnen eine praktisch orientierende Hilfe bei den Therapie entscheidungen zu bieten. Prim. Dr. Martin ClodiVorsitzender des Ausschusses Leitlinien der sterreichischen Diabetes Gesellschaft6 Definition, Klassifikation und DiagnoseDefinition Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, deren gemeinsamer Befund die Erh hung des Blutglukosespiegels (Hyper glyk mie) ist.
6 Klassifikation Es werden 4 Diabetestypen unterschieden, wobei die Insulinabh ngigkeit (IDDM, NIDDM) keine Klassifikation darstellt. Typ-1-Diabetes: St rung der Insulinsekretion durch berwiegend immunologisch vermittelte Zerst rung der pankreatischen Zellen mit meist absolutem Insulinmangel. LADA (latenter autoimmuner Diabetes der Erwachsenen) ist durch das Auftreten im Erwachsenenal ter und den langsameren Verlust der Insulinsekretion gekennzeichnet. Typ-2-Diabetes: St rung der Insulinwirkung (Insulinresistenz) mit zun chst meist relativem Insulinmangel (typischerweise St rung der glukoseabh ngigen Insulinsekretion). Die Funktionsst rungen sind schon lange vor der klinischen Manifestation des Diabetes allein oder im Rahmen eines metabolischen Syndroms mit erh htem Risiko f r makrovaskul re Folgen vorhanden.
7 Hinweise zur klinischen Differenzialdiagnose zum Typ 1 Diabetes siehe Tabelle. Andere spezifische Diabetesformen: Ursachen wie Erkrankungen des exokrinen Pankreas (z. B. Pankreatitis, Traumen, Operationen, Tumoren, H mochromatose, zystische Fibrose), endokriner Organe (z. B. Cushing Syndrom, Akromegalie), medikament s chemisch (z. B. Glukokortikoide, Interferon, Posttransplantationsdiabetes, HIV/AIDS Therapie), genetische Defekte der Insulinsekretion (z. B. Formen des Maturity Onset Diabetes of the Young, MODY; N heres dazu siehe Seite 54) und der Insulinwirkung (z. B. lipo atropher Diabetes), andere genetische Syndrome (z. B. Down , Klinefelter , Turner Syndrom), Infektionen (z. B. kongenitale R teln) und seltene Formen des autoimmun vermittelten Diabetes (z. B. Stiff Man Syndrom).
8 7 Gestationsdiabetes (GDM) wird als Glukosetoleranzst rung definiert, die erstmals in der Schwangerschaft entdeckt wird. Frauen, die die Kriterien eines manifesten Diabetes bereits in der Fr h schwangerschaft erf llen (N chternplasmaglukose 126 mg/dl, Spontanglukosemessung 200 mg/dl oder HbA1c 6,5 % vor der 20. Schwangerschaftswoche), sollen als Schwangere mit manifestem Diabetes klassifiziert und ebenso behandelt werden. N heres dazu im Kapitel Gestationsdiabetes, Seite ufigkeitselten (< 10 % der Diabetesfa lle)ha ufig ( 90 % der Diabetesfa lle)Manifestationsaltermeist J ngere, < 40 a (Ausnahme: LADA)meist ltere, > 40 a, zunehmend fr here ManifestationK rpergewichtmeist normalgewichtigmeist bergewichtig, adip sSymptomeha ufigseltenerNeigung zur diabetischen Ketoazidose (DKA)ausgepra gtfehlend oder nur geringFamilia re Ha ufunggeringtypischPlasma-C-Peptidmeist niedrig bis fehlendmeist normal bis erh htInselzell- Antik rper85 95 % + (GAD, ICA, IA-2, IAA) HLA-Assoziation+ (HLA-DR/DQ) Insulintherapiesofort erforderlichoft erst nach la ngerem Verlaufa Symptome, Klinik und Verlauf beider Diabetestypen weisen aber eine hohe Variabilita t auf, die die Differenzialdiagnose im Einzelfall erschweren , Klassifikation und DiagnoseDiagnoseDie Diagnose des Diabetes erfolgt anhand von N chternglukose, oralem Glukosetoleranztest (OGTT), v.
9 A. bei klinischem Verdacht und widerspr chlichen Ergebnissen, oder H moglobin A1c (HbA1c) wurde mit den DG Leitlinien 2012 in die Stan dardkriterien zur Diagnose des Diabetes mellitus (DM) Hyperglyk mie entwickelt sich kontinuierlich, und die St rungen von N chtern und postprandialer Glyk mie weisen unterschiedliche Zeitver l ufe auf. Die etablierten Grenzwerte sind daher nicht in kompletter ber einstimmung in der Identifizierung von Patienten mit Diabetes. Manifester DMErh htes DiabetesrisikoaNicht n chtern ( random glucose ) 200 mg/dl (11,2 mmol/l) + klassische Symptomec ODER 200 mg/dl an 2 Tagenb N chternglukose (ven ses Plasma) 126 mg/dl an 2 Tagenb 100 mg/dl (5,6 mmol/l), aber 125 mg/dl (6,9 mmol/l) (ab-norme N chternglukose, im-paired fasting glucose , IFG)2-h-Glukose nach 75 g OGTT (ven ses Plasma) 200 mg/dl an 2 Tagenb Glukose 140 mg/dl (7,8 mmol/l), aber 199 mg/dl (11,0 mmol/l) (gest rte Glukosetoleranz, impaired glucose tolerance , IGT)HbA1c 6,5 % (48 mmol/mol) an 2 Tagenb 5,7 % (39 mmol/mol), aber 6,4 % (46 mmol/mol)da Ein erh htes Diabetesrisiko kann auch ohne Nachweis von St rungen der Glyka mie bestehen und la sst sich mittels definierter Risikotests erheben (s.)
10 O DG-Leitlinien Pra vention).b Sind 2 unterschiedliche Tests positiv, ist die Diagnose Diabetes gegeben, sodass auf die Testwiederholung verzichtet werden kann. Ergeben unterschiedliche Tests unterschiedliche Ergebnisse, dann ist der Test mit erh htem Ergebnis zu Bei Vorliegen von Hyperglyka mie und klassischen Symptomen ist die Diagnose ohne Testwieder-holung gegeben, da z. B. bei Erstmanifestation des Typ-1-Diabetes das HbA1c normal sein Weiterf hrende Diagnostik mittels N chternglukose oder OGTT ist Screening und Pr vention Personen mit erh htem Diabetesrisiko sollten identifiziert und systematisch auf das Vorliegen von T2DM oder Pr diabetes (gest rte Glukosetoleranz und/oder gest rte N chternglukose) gescreent werden. Bei asymptomatischen Erwachsenen 45 Jahre sollte in 3 j hrigem Abstand die N chternplasmaglukose (alternativ HbA1c oder oraler Glukosetoleranztest) kontrolliert werden.