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1 Systemisches Denken und Handeln - Grundlagen

Systemischdenken- Systemisches -skripten-w ord Seite 1 von 8 Judith Kirchmayr-Kreczi, 4291 Witzelsberg 11, Tel+Fax 0 79 47 6318, Denken und Handeln - GrundlagenJudith Kirchmayr-Kreczi, September 2001 Inhalt:1. Einleitung .. S. 12. System - oder nicht System .. S. 13. Triviale Maschinen .. S. 34. Nichttriviale Maschinen: Soziale und Psychische Systeme .. S. 35. Kybernetische Ordnungen und Interventionen .. S. 56. Literatur .. S. 81. EinleitungIch lade Sie ein, sich dem Systemischen so zu n hern, wie Sie sich vielleicht jemandemn hern w rden, den Sie gerne kennen lernen m chten, mit dem Sie eventuell Freundschaftschlie en w rden .. wenn Sie sich angemessen langsam vertraut gemacht haben, sich aus-reichend oft begegnet sind, sich begegnet sind uns sich nach Kontakten immer wieder zu-r ckgezogen haben.

Systemischdenken-systemisches-skripten-word Seite 1 von 8 Judith Kirchmayr-Kreczi, 4291 Witzelsberg 11, Tel+Fax 0 79 47 6318, www.jkk-kommunikation.at

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1 Systemischdenken- Systemisches -skripten-w ord Seite 1 von 8 Judith Kirchmayr-Kreczi, 4291 Witzelsberg 11, Tel+Fax 0 79 47 6318, Denken und Handeln - GrundlagenJudith Kirchmayr-Kreczi, September 2001 Inhalt:1. Einleitung .. S. 12. System - oder nicht System .. S. 13. Triviale Maschinen .. S. 34. Nichttriviale Maschinen: Soziale und Psychische Systeme .. S. 35. Kybernetische Ordnungen und Interventionen .. S. 56. Literatur .. S. 81. EinleitungIch lade Sie ein, sich dem Systemischen so zu n hern, wie Sie sich vielleicht jemandemn hern w rden, den Sie gerne kennen lernen m chten, mit dem Sie eventuell Freundschaftschlie en w rden .. wenn Sie sich angemessen langsam vertraut gemacht haben, sich aus-reichend oft begegnet sind, sich begegnet sind uns sich nach Kontakten immer wieder zu-r ckgezogen haben.

2 So wie Sie einen neuen Freund nicht gleich in Ketten legen, sondernden Raum zwischen Ihnen sorgf ltig abw gen und gestalten w rden, sich auf neue Begeg-nungen freuen, das gemeinsam Erlebte in Details und seiner Gesamtheit nachwirken lassenw Varga v. Kib d meint dazu: ..dass wir etwas nicht verstehen, ist das, was sowiesopassiert. Wenn wir etwas Neues lernen, k nnten wir uns daher erlauben, das Neue m glichst oft zuvergessen was oft genug vergessen wurde, ist auch: gut allem eine innere Haltung erschwert uns das Verst ndnis des Systemischen: das M r-chen von der einzig richtigen Deutung. Wir brauchen Mut, Fantasie und Neugierde f r dieVieldeutigkeit von Situationen und Ereignissen, vor allem dann, wenn wir in p dagogischenFragen L sungsszenarien entwickeln System - oder nicht System(Grafiken und Text tlw.)

3 Nach: F. Vester)Was ist der Unterschied zwischen einem Haufen Sand und einer Blume? Sind beide ein Sy-stem? Warum nicht?Ein Haufen Sand ist kein System: man kann Teile davon vertauschen, eine Handvoll weg-nehmen oder dazutun - es bleibt ein Haufen Sand. Eine Blume hingegen ist ein System: siebesteht aus mehreren verschiedenen Seite 2 von 8 Judith Kirchmayr-Kreczi, 4291 Witzelsberg 11, Tel+Fax 0 79 47 6318, ein System also aus mehreren Teilen besteht - ist dann eine Schale M sli ein Sy-stem? Eben nicht, denn die zweite wichtige Eigenschaft eines Systems ist: die einzelnenTeile sind in einem bestimmten Aufbau miteinander vernetzt: Ein System verh lt sich v lliganders als seine Teile. Es wird zu einem neuen Ganzen und das ist immer mehr als dieSummer der einzelnen Teile oder Mensch:Der Mensch ist mehrere Systeme: Blutkreislauf, Atemsystem, Verdauungssystem, Ner-vensystem all diese Sub-Systeme verhalten sich nach ihrer Art und bilden zusammen einv llig anderes System, das sich als solches auch v llig anders verh Mensch f r sich alleine verh lt sich anders, je nachdem zu welchen weiteren Systemener geh rt.

4 Als Kind seiner Eltern, als Bruder einer Schwester, als Arbeitnehmer im Betrieb,als Tennisspieler im Verein, als Hobbyg Das Verhalten eines Menschen h ngt alsozu gro en Anteilen davon ab, in welchem sozialen System er sich im Moment befindet - in-klusive dessen, was er glaubt, dass die anderen Mitglieder in diesem System ber ihn System existiert also nicht f r sich alleine. Jedes lebendige Wesen (oder: soziales oderpsychisches System) ist vernetzt mit anderen Systemen, st ndig in Austausch und Wandelbegriffen. Und es wirkt nicht nur auf seine Umwelten, sondern auch direkt oder indirekt aufsich selbst zur ck ber positive oder negative R ckkoppelungen - in der Kommunikationsagen wir: ber Beispiel aus der Natur:Positive R ckkoppelung nach oben: Je mehr Menschen es gibt, desto mehr Kinder k nnengezeugt werden.

5 Je mehr Kinder gezeugt werden, desto mehr Menschen gibt es - Men-schenzahl und Geburten schaukeln sich also immer schneller nach oben R ckkoppelung nach unten: Wenn wir uns wenig bewegen, werden unsere Muskelschwach. Je schw cher die Muskeln, desto schwerer f llt und jede K rperleistung, wir be-wegen uns daher R ckkoppelungen (f hren zur Selbstregulierung von Systemen! Sie erhalten Sy-steme am Leben - trotz positiver R ckkoppelungen!): Je schneller ein Wolf l uft, desto mehrHasen kann er fangen - je mehr Hasen er f ngt, desto dicker wird er - desto langsamer kanner laufen - desto weniger Hasen kann er fangen - desto schneller kann er wieder laufen - Seite 3 von 8 Judith Kirchmayr-Kreczi, 4291 Witzelsberg 11, Tel+Fax 0 79 47 6318, Beispiel aus der Kommunikation:Je mehr sich Mitglieder eines Teams um gute Beziehungen bem hen und dazu negati-ve u erungen vermeiden, desto einseitiger wird die Kommunikation (positive R ckkoppe-lung).

6 Kritik wird zu einem Tabuthema - so lange, bis jemandem der Kragen platzt (negativeR ckkoppelung) und die Konflikte besprochen werden k ist daran so wichtig f r unser Verst ndnis von Kommunikation?Um zu verstehen, wie sehr Systemisches Begreifen unser Denken und Handeln ver ndernkann, sei hier Heinz v. F rster s Bild der Trivialen und Nicht-trivialen Maschinen vorge-stellt:3. Triviale MaschinenMaschinen funktionieren, sind bestimmbar, k nne ausgetauscht werden, die Maschine kann ein- und ausgeschaltet werden,zerlegt, repariert und wieder zusammengebaut (um nur ein paar Eigenschaften zu nennen).Eine triviale Maschine ( Schreibmaschine, Computer) lernt nicht und entwickelt sichnicht. Sie ist immer ein Input-Output - ist ein gut nachvollziehbarer Versuch, eine triviale Maschine nachzu-bauen: wenn es im Spital Herzalarm gibt, ist dies bestimmt nicht der richtige Kontext f r Ler-nen, Entwickeln, Diskutieren, sind in ihren Zust nden im allt glichen Zusammenleben braucht menschliche Kommunikation ein individuellesMa an Trivialit t - um sich orientieren zu k nnen ( ).

7 4. Nichttriviale Maschinen: Soziale und Psychische SystemeSind Regulationssysteme, nicht bestimmbar, nicht vorhersagbar, aber lern- und entwick-lungsf hig. Aus der sozialpsychologischen Forschung wissen wir, dass eine Gruppe intelli-genter ist als die Systeme existieren immer in wechselseitiger Beeinflussung mit verschiedenen Um-welten. Auch wenn Psychologie und P dagogik, Philosophie und Soziologie von Anbeginnnach den Parametern der Vorhersagbarkeit solcher Systeme forschen: es gibt mit Sicherheitkein fixes Modell, nach dem ein bestimmtes Ergebnis berechenbar ist. Die Zust nde einesSystems sind immer Umgang damit m ssen wir mit Komplexit t umgehen Seite 4 von 8 Judith Kirchmayr-Kreczi, 4291 Witzelsberg 11, Tel+Fax 0 79 47 6318, sprechen in der Systemischen Kommunikation nicht mehr von Input und Output, da wirwissen, dass wir als mehrere Systeme Mensch und gleichzeitig als Mitglied mehrerer so-zialen Systeme erstens niemals den gleichen Input fertig bringen w rden und zweitens die-ser niemals das gleiche System (in den gleichen Wechselwirkungen mit einer unbestimmtenAnzahl anderer Systeme)

8 Treffen w sprechen von Impulsen, die wir an ein System Biologe Umberto Maturana beschreibt das menschliche Nervensystem und Gehirn alsein autopoietisches System - das hei t, ein geschlossenes System, das der Selbstregulationund Selbststeuerung f hig ist oder Kommunikationspartner k nnen wir in den Datensatz des Gehirns unseres Partnersnicht eingreifen (so wie in die Festplatte eines Computers). Wir k nnen aber, indem wirImpulse an ein anderes System senden, das andere System st ren, irritieren, perturbieren ,wie Maturana der ankommende Impuls verarbeitet wird, k nnen wir nicht vorhersagen, die Codierun-gen geschehen wir sehen nicht nur die Reaktionen des Partners (die dieser auch in bereinstimmungmit seinen Vorstellungen ber die Vorstellungen, die die relevanten Umwelten ber sein Ver-halten haben m gen, trifft)

9 , diese wirken auch auf uns - und unseren n chsten Kommunikati-onsimpuls zur testens jetzt wird sehr klar, wie sehr menschliche Kommunikation ein kreativer Prozessist, von den Partnern im jeweiligen Kontext wird klar, dass wir soziale Situationen nicht linear f hren k nnen, sondern dass wir siemit-gestalten und mit-steuern k es hier neu zu lernen gibt, hei t Mustererkennung, Verst ndnis von Regulationsprozes-sen, Bedeutungsgebung, Zirkularit t, Unterschiedsbildung, Ressourcenorientierung, Refle-xionsverm gen, Steuerungskompetenz. Und - wie am Anfang schon gesagt: Mut, Fantasieund k nnen beruhigt davon ausgehen, dass es in jeder Situation gen gend Ungewissheitgibt, um immer wieder neue L sungen zu entfalten, auch unter scheinbar widrigsten Um-st es kann uns Mut machen, dass jedes kleine System in einem gr eren nicht nur derMitsprache f hig ist, sondern auch der ich hoffe, es ist Ihnen aufgefallen, dass hier die Bedeutungsgebungen von richtig und falsch irrelevant werden!

10 Systemischdenken- Systemisches -skripten-w ord Seite 5 von 8 Judith Kirchmayr-Kreczi, 4291 Witzelsberg 11, Tel+Fax 0 79 47 6318, Impuls kann entweder mehr herausfordernd oder mehr best tigend sein: darauf gibt esein Feedback, das best tigend oder herausfordernd auf meinen n chsten Impuls so-lange ich einem System angeh re, kann ich nicht nicht-beeinflussen: ich bilde permanentUnterschiede, ich agiere in wechselseitiger Kybernetische Ordnungen und InterventionenKybernetik?Der Begriff leitet sich vom griechischen kybern n - leiten, steuern, regieren ab und meint inder modernen Bedeutung: Wissenschaft ber die m glichen Strukturen, Funktionen undVerhalten von sich selbst organisierenden und regelnden dynamischen Systemen in , technischen, biologischen, soziologischen Bereichen.


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