Transcription of 1. Präambel
1 1. Pr ambelDiese Pocket-Leitlinie ist eine von der Deutschen Gesellschaft f r Kardiologie Herz- und Kreis-laufforschung (DGK) bernommene Stellungnahme der European Society of Cardiology (ESC) und der European Respiratory Society (ERS), die den gegenw rtigen Erkenntnisstand wiedergibt und rzten* die Entscheidungsfindung zum Wohle ihrer Patienten erleichtern soll. Die Leitlinie ersetzt nicht die rztliche Evaluation des individuellen Patienten und die Anpas-sung der Diagnostik und Therapie an dessen spezifische Erstellung dieser Leitlinie ist durch eine systematische Aufarbeitung und Zusammenstel-lung der besten verf gbaren wissenschaftlichen Evidenz gekennzeichnet. Das vorgeschlagene Vorgehen ergibt sich aus der wissenschaftlichen Evidenz, wobei randomisierte, kontrollierte Studien bevorzugt werden. Der Zusammenhang zwischen der jeweiligen Empfehlung und dem zugeh rigen Evidenzgrad ist FormulierungIEvidenz und/oder allgemeine bereinkunft, dass eine Therapie- form oder eine diagnostische Ma nahme effektiv, n tzlich oder heilsam istwird empfohlen / ist indiziertIIWiderspr chliche Evidenz und/oder unterschiedliche Meinungen ber den Nutzen/die Effektivit t einer Therapieform oder einer diagnostischen Ma nahmeIIaEvidenzen/Meinungen favorisieren den Nutzen bzw.
2 Die Effektivit t einer Ma nahmesollte erwogen werdenIIbNutzen/Effektivit t einer Ma nahme ist weniger gut durch Evidenzen/Meinungen belegtkann erwogen werdenIIIE videnz und/oder allgemeine bereinkunft, dass eine Therapie- form oder eine diagnostische Ma nahme nicht effektiv, nicht n tzlich oder nicht heilsam ist und im Einzelfall sch dlich sein kannwird nicht empfohlenEvidenzgradeADaten aus mehreren, randomisierten klinischen Studien oder Meta-AnalysenBDaten aus einer randomisierten klinischen Studie oder mehreren gro en nicht randomisierten StudienCKonsensusmeinung von Experten und/oder kleinen Studien, retrospektiven Studien oder Registern ESC ESC* Aus Gr nden der Lesbarkeit wird darauf verzichtet, geschlechterspezifische Formulierungen zu verwenden. Personenbezogene Bezeichnungen beziehen sich auf alle Pocket GuidelinesManagement der akuten Lungenembolie*2019 ESC Guidelines on the diagnosis and managementof acute pulmonary embolism*The Task Force for the Diagnosis and Management of Acute Pulmonary Embolism of the European Society of Cardiology (ESC)Developed in collaboration with the European Respiratory Society (ERS)Chairperson Co-ChairpersonStavros V.
3 Konstantinides Guy Meyer Center for Thrombosis & Hemostasis H pital Europeen Georges Pompidou Johannes Gutenberg University Mainz Respiratory Medicine Dept. Building 403, Langenbeckstr. 1, 20 rue Leblanc 55131 Mainz, Germany 75015 Paris, France Tel: +49 6131 17 6255 - Fax: +49 6131 17 3456 Tel: +33 1 56 09 34 61 E-Mail: Fax: +33 1 56 09 32 55 Department of Cardiology, E-Mail: Democritus University of Thrace Universit Paris Descartes, 68100 Alexandroupolis, Greece Sorbonne Paris Cit E-Mail: 15 rue de l cole de m decine 75006 Paris, FranceTask Force Members: Cecilia Becattini (Italy), H ctor Bueno (Spain), Geert-Jan Geersing (Netherlands), Veli-Pekka Harjola (Finland), Menno V. Huisman (Netherlands), Marc Humbert1 (France), Catriona Sian Jennings (United Kingdom), David Jim nez (Spain), Nils Kucher (Switzerland), Irene Marthe Lang (Austria), Mareike Lankeit (Germany), Roberto Lorusso (Netherlands), Lucia Mazzolai (Switzerland), Nicolas Meneveau (France), Fionnuala N inle (Ireland), Paolo Prandoni (Italy), Piotr Pruszczyk (Poland), Marc Righini (Switzerland), Adam Torbicki (Poland), Eric Van Belle (France), Jos Luis Zamorano (Spain).
4 1 Representing the European Respiratory Society (ERS)ESC entities having participated in the development of this document: Associations: Acute Cardiovascular Care Association (ACCA), Association of Cardiovascular Nursing & Allied Professions (ACNAP), European Association of Cardiovascular Imaging (EACVI), European Association of Percutaneous Cardiovascular Interventions (EAPCI), Heart Failure Association (HFA). Councils: Council on Cardiovascular Primary Care Working Groups: Aorta and Peripheral Vascular Diseases, Cardiovascular Surgery, Pulmonary Circulation and Right Ventricular Function, von: Stavros Konstantinides (Mainz), Christian Erbel (Heidelberg), Mareike Katharina Lankeit (Berlin), Christiane Tiefenbacher (Wesel)##F r die Kommission f r Klinische Kardiovaskul re Medizin der DGK* Adapted from the 2019 ESC Guidelines on the diagnosis and management of acute pulmonary embolism (Euro-pean Heart Journal; 2019 ).3 Inhalt1.
5 Pr ambel .. 1 Abk rzungen und Akronyme .. 52. Was ist neu in der Leitlinie von 2019? .. 63. Epidemiologie und nat rlicher Verlauf .. 84. Pr disponierende Faktoren .. 95. Pathophysiologie und prognostische Determinanten in der Akutphase .. 116. Diagnose .. Klinische Symptomatik .. Einsch tzung der klinischen (Vortest-) Wahrscheinlichkeit .. D-Dimer-Test .. Bildgebungsverfahren zur Diagnose der Lungenembolie .. Echokardiographie .. Kompressionsultraschall der Beinvenen .. 21 Empfehlungen zur Diagnostik .. 217. Beurteilung von Lungenembolie-Schweregrad und fr hem Sterberisiko .. 24 Empfehlungen f r die prognostische Beurteilung .. 288. Behandlung in der Akutphase .. H modynamische und respiratorische Unterst tzung .. Initiale Antikoagulation .. Reperfusionstherapie .. Multidisziplin re Lungenembolie-Teams .. Vena-Cava-Filter .. 33 Empfehlungen zur Akutphase-Behandlung der Hochrisiko-LE.
6 33 Empfehlungen zur Akutphase-Behandlung der Intermedi r- oder Niedrigrisiko-LE .. 34 Empfehlungen f r multidisziplin re Lungenembolie-Teams .. 36 Empfehlungen f r Filter in der Vena cava inferior .. 36 Empfehlungen zur Fr hentlassung und ambulanten Therapie .. 369. Integrierte risikoadaptierte Diagnostik und Behandlung .. Diagnostische Strategien .. Therapeutische Strategien .. 39410. Langzeitbehandlung und Rezidivprophylaxe .. Einsch tzung des Rezidivrisikos ven ser Thromboembolien .. Antikoagulations-assoziiertes Blutungsrisiko .. 44 Empfehlungen zu Therapieschema und Dauer der Antikoagulation nach LE bei Patienten ohne Krebserkrankung .. Behandlung der Lungenembolie bei Krebspatienten .. 47 Empfehlungen zur Antikoagulationstherapie und -dauer nach LE bei Patienten mit aktiver Krebserkrankung .. 4711. Lungenembolie und Schwangerschaft .. Diagnose einer LE in der Schwangerschaft.
7 Behandlung einer LE in der Schwangerschaft .. 49 Empfehlungen zur Lungenembolie in der Schwangerschaft .. 5112. Langzeitfolgen einer Lungenembolie .. Anhaltende Symptome und funktionelle Einschr nkung .. Chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie .. Strategien zur Verlaufskontrolle nach Lungenembolie .. 55 Empfehlungen zur Verlaufskontrolle nach akuter LE .. 555BP Blutdruck (blood pressure)CPET kardiopulmonaler Belastungstest ( cardiopulmonary exercise testing /Spiroergometrie)CrCl Kreatinin-Clearance (creatinine clearance)CT ComputertomographieCTEPH chronisch thromboembolische pulmonale HypertonieCTPA CT-PulmonalisangiographieECMO extrakorporale Membranoxygenierung (extracorporeal membrane oxygenation)HIV Humanes Immundefizienz-VirusHZV Herzzeitvolumeni .v. intraven sIE Internationale EinheitenKUS KompressionsultraschallLE LungenembolieLV linksventrikul rmGy milligrayMRA MagnetresonanzangiographieNMH niedermolekulares HeparinNOAK nicht-Vitamin-K-abh ngige orale Antikoagulanzien (non-vitamin K antagonist oral anticoagulants)NT-proBNP N-terminales pro-brain natriuretisches Peptid (N-terminal pro Brain Natriuretic Peptide)PESI Pulmonary Embolism Severity IndexPH pulmonale HypertonieRA rechter Vorhof/rechtsatrial (right atrium)RV rechter Ventrikel/rechtsventrikul rSPECT Einzelphotonen-Emissionscomputertomograp hie (single photon emission computed tomography)sPESI simplified Pulmonary Embolism Severity IndexTTE transthorakale EchokardiographieTVT tiefe VenenthromboseUFH unfraktioniertes HeparinVCI Vena cava inferiorVKA Vitamin-K-AntagonistV/Q Ventilations-Perfusions-(Scan)VTE ven se ThromboembolieAbk rzungen und Akronyme62.
8 Was ist neu in dieser Leitlinie von 2019?Tabelle 1: nderungen in den Empfehlungen 2014 2019 Empfehlungen20142019 Eine Thrombolyse als Notfalltherapie wird f r Patienten empfohlen, die sich h modynamisch Embolektomie oder kathetergef hrte Behandlung sollten als Alternative zur Thrombolyse als Notfalltherapie f r Patienten erwogen werden, die sich h modynamisch und klinische Risikoabsch tzung sollten in Betracht gezogen werden, um eine LE w hrend der Schwangerschaft oder nach der Geburt auszuschlie asymptomatischen Patienten mit erh htem CTEPH-Risiko nach berlebter LE k nnen weitere Untersuchungen in Betracht gezogen 2: Wichtigste neue Empfehlungen 2019 DiagnoseEin D-Dimer-Test mit einem altersadjustierten oder an die klinische Wahrscheinlichkeit angepassten Grenzwert sollte als Alternative zu einem festen Grenzwert erwogen ein positiver proximaler KUS-Befund zur Best tigung einer LE verwendet wird, sollte die Risiko-Bewertung zur Steuerung der Behandlung in Betracht gezogen V/Q-SPECT kann f r die LE-Diagnosestellung in Betracht gezogen tzungDie Beurteilung des RV durch Bildgebung oder Labormarker sollte selbst bei einem niedrigen PESI oder einem sPESI von 0 in Betracht gezogen ESC ESC7 Tabelle 2.
9 Wichtigste neue Empfehlungen 2019 (Fortsetzung)Risikoabsch tzung (Fortsetzung)Validierte Scores, die prognostische Faktoren aus Klinik, Bildgebung und Laborwerten kombinieren, k nnen in Betracht gezogen werden, um den LE-Schweregrad genauer zu in der AkutphaseWenn bei Patienten mit LE, die f r NOAK (Apixaban, Dabigatran, Edoxaban oder Rivaroxaban) infrage kommen, eine orale Antikoagulation eingeleitet wird, sind NOAK die empfohlene Einrichtung multidisziplin rer Teams zur Behandlung von LE-Patienten mit hohem Risiko und in ausgew hlten F llen mitt-lerem Risiko sollte in Abh ngigkeit von den in jedem Krankenhaus verf gbaren Ressourcen und Expertise in Betracht gezogen ECMO kann in Kombination mit chirurgischer Embolekto-mie oder kathetergef hrter Behandlung bei refrakt rem Kreislaufkollaps oder Herzstillstand erwogen und RezidivprophylaxeBei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom wird eine langfristi-ge Behandlung f r unbestimmte Zeit mit einem VKA Patienten ohne erkennbaren Risikofaktor f r das LE-Index-ereignis sollte eine verl ngerte Antikoagulation erwogen Patienten mit einem anderen persistierenden Risikofaktor als dem Antiphospholipid-Syndrom sollte eine verl ngerte Antikoagulation erwogen verl ngerte Antikoagulation sollte bei Patienten mit einem schwachen transienten/reversiblen Risikofaktor f r das
10 LE-Indexereignis erwogen den ersten 6 Therapiemonaten sollte eine Dosisreduktion von Apixaban oder Rivaroxaban erwogen ESC8 Tabelle 2: Wichtigste neue Empfehlungen 2019 (Fortsetzung)Lungenembolie bei KrebserkrankungenEdoxaban oder Rivaroxaban sollte als eine Alternative zu NMH in Betracht gezogen werden, au er bei Patienten mit gastro-intestinaler in der SchwangerschaftBei Schwangeren oder Frauen im Wochenbett mit ungekl rter h modynamischer Instabilit t oder respiratorischer Verschlechte-rung und disseminierter intravaskul rer Gerinnung sollte eine Fruchtwasserembolie in Betracht gezogen oder chirurgische Embolektomie sollten bei Schwangeren mit Hochrisiko-LE in Betracht gezogen werden w hrend der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht und -LangzeitfolgenEine routinem ige klinische Untersuchung wird 3 6 Monate nach akuter LE akuter LE wird ein integriertes Versorgungsmodell empfohlen, um einen optimalen Wechsel von der station ren zur ambulanten Versorgung zu gew symptomatischen Patienten mit Perfusionsdefekten ohne entsprechenden Ventilationsdefekt.